Anwendungsbezogene Forschung mit Sekundärdaten

Neues Modul: Studierende entwickeln eigenes Forschungsprojekt

Das Modul Sekundärdatenforschung bot Studierenden der BWL, VWL und des Wirtschaftsingenieurwesens Gelegenheit, eigenständig ein empirisches Forschungsprojekt zu entwickeln und auf Basis von Sekundärdaten durchzuführen. „Eine gute Vorbereitung auf die Masterarbeit“, lautet das Fazit der Teilnehmerin Katja Gertken. Hier ihr ausführlicher Seminarbericht:

Text: Katja Gertken

Am Beispiel von jungen Unternehmen aus den Umwelttechnologien (Green-technology ventures) haben Studierende im  Modul Sekundärdatenforschung gelernt, anwendungsorientiert zu forschen. Die Green-technology ventures spielen aufgrund ihrer innovativen Lösungen eine besondere Rolle, um ökologischen Herausforderungen, die sich aus der wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Umweltverschmutzung ergeben, unternehmerisch zu begegnen. In dem Forschungsseminar sollten unter Anleitung von Frau Professor Petra Dickel die Einflüsse unterschiedlicher Faktoren auf den Erfolg von Green-technology ventures untersucht werden.

Masterstudierende der Studienfächer BWL, VWL und Wirtschaftsingenieurwesen haben sich dort intensiv mit der Frage auseinander gesetzt, welche Faktoren den Erfolg von jungen Unternehmen aus der Umwelttechnologie fördern bzw. hemmen. Umwelttechnologie-Unternehmen sind in den Leitmärkten Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltige Wasserwirtschaft, Nachhaltige Mobilität, Rohstoff- und Materialeffizienz und Energieeffizienz anzusiedeln. Beispiele sind Solarunternehmen oder Hersteller von Elektroautos. Die spannende, aktuelle Themenstellung hat viele Studierende gereizt, da sie sich der wachsenden Bedeutung von ökologischen Aspekten im unternehmerischen, aber auch im privaten Handeln sehr bewusst sind.

Eine weitere Motivation zur Teilnahme an dem Seminar ging aus der Möglichkeit hervor, die Forschungsschwerpunkte innerhalb des Seminars selbst zu wählen und in Gruppen zu bearbeiten. Neben der selbständigen Beschäftigung mit der Theorie und Hypothesenbildung, sollten sich die Studierenden Gedanken darüber machen, wie das eigens aufgestellte Forschungsmodell mit Hilfe von Sekundärdaten, also mit bereits anderweitig vorliegenden Daten, getestet werden kann. Das eigenständige Planen und Durchführen eines eigenen Forschungsvorhabens hat die Studierenden begeistert, da ein wissenschaftlicher Forschungsprozess einige Herausforderungen, wie z.B. die Entwicklung einer Theorie oder die Messung hypothetischer Konstrukte, mit sich bringt und Probleme zielorientiert gelöst werden müssen.

Dickel_Sekundaerdatenforschung

Das eigene Forschungsmodell

Ein selbständiges Forschungsvorhaben – das klang für die Meisten erstmal sehr abstrakt und man wusste nicht genau, was auf einen zukommt. In der Einführungsveranstaltung erfuhren wir mehr zu den Hintergründen des Forschungsthemas, möglichen Fragestellungen sowie entsprechenden Grundlagen zu (Sekundär-) Datenforschung. Auch eine kurze Einführung in die Statistik Software SPSS wurde gegeben, mit der wir im weiteren Verlauf des Seminars unsere entwickelten Hypothesen testen konnten.

Jede Gruppe hat nach ausführlicher Literaturrecherche zu ihrer Forschungsfrage einen eigenen Bezugsrahmen entwickelt und die Ansätze unter allen Seminarteilnehmern diskutiert. Untersucht wurde beispielsweise, welchen Einfluss die Kompetenz der Gründer sowie die technologischen Ressourcen auf den Unternehmenserfolg ausüben. Bei entstandenen Problemen, wie z.B. der Messung von Kompetenz, haben die Seminarteilnehmer den anderen Gruppen gute Lösungsansätze mit auf den Weg gegeben, weil sie in der eigenen Gruppe mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert waren. Motiviert durch den konstruktiven Input der Dozentin und der Seminarteilnehmer hat schließlich jede Gruppe das eigene Forschungsmodell spezifiziert.

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