„Ask a Student“

Schüler_innen studieren auf Probe & Studierende werden zu Lehrenden

Wer könnte besser erklären, was ein Studienfach bedeutet, als ein Studierender des Fachs selbst? Richtig: niemand. Deswegen gibt es im „Ask a Student“-Programm Erfahrungsberichte aus erster Hand. Zum Beispiel von Pharmazie-Studierenden.

Text: Ramona Dabringer

Um Schüler_innen der Oberstufe ihr Wunschfach näher zu bringen, schlüpfen Studierende einen Tag lang in die Rolle von ‚Lehrenden‘: Erfahrung durch Praxis sozusagen – und das für beide Seiten. Die Idee, die dahinter steckt, ist simpel: Ask a student ist eine Initiative vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) zusammen mit Studierenden und Fachbereichen der CAU. Es geht darum, dass Schüler_innen die Möglichkeit erhalten, sich intensiver mit ihren Wunschstudiengängen zu befassen.

Die Teilnehmenden können in den Unialltag reinschnuppern und sich so ein besseres Bild von dem Fach machen, das sie vielleicht in ein paar Jahren selbst studieren wollen. Sie besuchen Veranstaltungen in Fachbereichen, die für sie interessant sind; vor Ort werden sie von studentischen Tutor_innen betreut, von echten Profis also.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete – Improvisation die andere Hälfte

In der Pharmazie werden die Schüler_innen mit ins Labor genommen. Sie dürfen mit den Gerätschaften arbeiten und bekommen Aufgaben, die auch Pharmaziestudierende so oder ähnlich schon lösen mussten. Klingt schwer? Die Tutoren_innen stehen ihnen helfend zur Seite und geben bei Bedarf gern Tipps.

 

IMG_4424

Tutoren-Team: die Pharmazie-Studierenden Till (23) und Rebecca (25) bringen Schüler_innen die Pharmazie näher.

Rebecca, 25 Jahre und Till, 23 Jahre, haben beide schon Erfahrungen, was das Projekt von Ask a student betrifft. Bereits zum zweiten Mal bringen sie Schüler_innen im Rahmen von PerLe Ablauf und Inhalte eines Pharmazie-Studiums näher. Aufregung ist zwar immer dabei, aber der Plan für den Tagesablauf steht und die Organisation liegt ganz in den Händen der beiden 7. Semestler. Es steckt einiges an Arbeit hinter der Planung eines solchen Tages: Vorbereitungen müssen getroffen, Absprachen mit Professor_innen und Studienberater_innen gehalten werden. Denn Lehrende der Fächer nehmen sich nach der Lehrveranstaltung häufig Zeit für Fragen der Schüler_innen oder führen mit ihnen Gespräche zu Berufsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven.

Das Besondere für die beiden Studierenden ist die praxisnahe Ausführung: Aufgeregt waren sie schon, als sie von einem Doktoranden als Ask a student-Tutor_innen vorgeschlagen wurden. Wie ist es, plötzlich auf der ‚anderen Seite‘ zu stehen, plötzlich die Dozenten-Rolle zu haben und Inhalte gut rüber bringen zu müssen?

„Nicht ganz einfach“, sagen die Beiden. Aber sie wurden durch die Initiatoren gut auf den Tag vorbereitet, etwa durch eine hochschuldidaktische Schulung, die ihnen das nötige Werkzeug zum Vermtteln ihrer Inhalte an die Hand gegeben hat. „Vieles ist am Ende aber auch improvisiert, je nach Situation“, sagt Till und lacht dabei.

Ob Fachfragen oder Allgemeines: Die beiden haben an alles gedacht

 

IMG_4300IMG_4305IMG_4307

Am Tag des Projekts selbst, sind die beiden ganz in ihrem Element. Nach einer Begrüßung und einer kurzen Vorstellung geht es an die Erwartungen, die die sieben teilnehmenden Schüler_innen mitgebracht haben. Die einen erhoffen sich eine spannende Vorlesung, die anderen einen genauen Einblick in den Studentenalltag. All das wird in Mind-Maps festgehalten und im Konferenzraum ausgehängt; gleich neben großen Plakaten, die den Alltag oder das Studium in Stichworten beschreiben.

Auch wenn die Laborarbeit schon sehnsüchtig erwartet wird, geht es erstmal mitten hinein in eine Vorlesung. Hier geht es zunächst darum, das Lehrformat Vorlesung kennenzulernen. Natürlich ist für die sieben Schüler_innen nicht alles verständlich, die Inhalte werden ja im Studium gelernt – einen besseren Einblick könnten sie dennoch kaum bekommen!

Zurück im Konferenzraum gibt es für die Schüler_innen die Möglichkeit, all ihre Fragen loszuwerden, die sich bis hierhin aufgetan haben. Rebecca und Till führen mit einer anschaulichen PowerPoint-Präsentation durch das Studien-Programm – und auch an Expertise für die Fachfragen haben sie gedacht: Zwei Studienberaterinnen der Pharmazie unterstützen die Studierenden und erklären den Schüler_innen genau, was zu beachten ist und wohin es mit einem Pharmazie-Studium beruflich gehen kann. Wohin ihr Weg führen soll, das wissen die sieben Teilnehmenden noch nicht genau, aber sie haben schon jetzt ein besseres Bild vom Studium und der Pharmazie bekommen.

Nach dem theoretischen Teil geht es erst einmal in die Mittagspause mit anschließender Instituts- und Campusführung. Danach wird es dann richtig praktisch: Während Rebecca das Labor vorbereitet, hält Till eine Einführung zum Thema Praktikum und erklärt, was im Labor zu beachten ist. Am Ende seiner Einweisung werden Kittel und Schutzbrillen ausgeteilt – und los geht’s!

Inhalte lassen sich am besten auf Augenhöhe vermitteln

 

IMG_4411IMG_4369

Kaum stehen die sieben Schüler_innen im Labor, erhalten sie auch schon ihre erste Aufgabe: eine Gehaltsbestimmung des allgemein bekannten Mittels Ibuprofen. Da wird gemessen, geschüttet, geflucht, gewischt und noch einmal gemessen, bis ein Ergebnis sichtbar und auswertbar ist. Auch die zweite Aufgabe liegt direkt bereit: Anhand einer fertigen Teemischung müssen die Inhaltsstoffe herausgefunden werden. Gar nicht so leicht! Als Hilfsmittel hat Till unterschiedliche Drogen in kleinen Gläsern mitgebracht, anhand derer die Schüler_innen sehen, fühlen, riechen und auch schmecken können – und im besten Fall die richtige Zusammenstellung samt lateinischer Fachbegriffe herausfinden.

IMG_4418

Nachdem die Ergebnisse festgehalten sind, räumen Rebecca und Till alles säuberlich auf und beschließen den erfolgreichen Tag mit der Auswertung der Ergebnisse und einer Feedbackrunde. Wurden denn alle Hoffnungen erfüllt?

„Die lockere Art der Tutoren hat uns gut gefallen“, sagt einer der Schüler, „Ich muss euch wirklich ein großes Lob aussprechen, weil ihr auf Augenhöhe mit uns gelernt, gelehrt und gelacht habt!“. Die gute Strukturierung des Tages und die familiäre Atmosphäre werden mehrmals betont. Nach dem Tag in der Pharmazie dürfte vielen von ihnen eine Studienentscheidung nicht mehr ganz so schwer fallen. „Ich hatte Pharmazie als Studienfach in Erwägung gezogen und ‚Ask a stundet‘ konnte mir nun helfen, meine Vorstellungen zu konkretisieren.“ schließt der Schüler Marvin Krause.

Weiterführende Informationen

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.