Ausstellung „was ist mehr_wert?“

Eröffnung: 22. Oktober 2018, 19 Uhr – Zentralbibliothek der CAU

Alternativbewegungen zur Kommerzialisierung der Kieler Woche: Zwei Semester lang haben Masterstudierende der Europäischen Ethnologie/Volkskunde (CAU Kiel) die Kritik an der stetig wachsenden Profitorientierung des alljährlichen Segel-Großevents beforscht und dabei Gegenbewegungen in Vergangenheit und Gegenwart in den Blick genommen. Ihre Arbeitsergebnisse präsentiert die Gruppe ab dem 22. Oktober 2018 in der Zentralbibliothek der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Text: Projektteam

Die liebevoll konzipierte Ausstellung „was ist mehr_wert?“ kommt jedoch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, stattdessen haben sich die Studierenden dafür entschieden, neben historischen Entwicklungen wie der „Kieler Herbstwoche“ auch gegenwärtige Alternativen wie den MUDDI Markt vorzustellen und Denkanstöße zu geben.

 

 

„In der Auseinandersetzung zeigte sich, dass die Kritik an der Kieler Woche fast so alt ist wie die Kieler Woche selbst“, resümiert das zehnköpfige Organisationsteam, das sich im Rahmen des Lehrforschungsprojekts „Ich und Du. Neue (?) Formen des Zwischenmenschlichen“ ein ganzes Jahr lang mit der Materie befasste. Zentrum der Kritik war dabei selten die Gestaltung des „Volksfestes“ an sich, stattdessen rückten die Werte, die mit dessen Inszenierung transportiert werden sollten, in den Blickpunkt der Studierenden. Daher das Thema „Werte“ auch im Mittelpunkt der Schau.

Die Ausstellung „was ist mehr_wert?“ basiert auf umfangreichen archivarischen Recherchen zu Gegenbewegungen und Kritik an der Kieler Woche sowie auf der Beforschung des MUDDI Marktes. Es gelang, unterschiedliche Inszenierungsformen von Werten und Zielen abzuheben, um schließlich auf einer übergeordneten Ebene greifbar zu machen, für welche Werte sich KielerInnen zu unterschiedlichen Zeitphasen einsetzten beziehungsweise wofür sie sich heute einsetzen.

In Hinblick auf den Praxistransfer, den die Ausstellung „was ist mehr_wert?“ leisten soll, waren es drei, eng mit den Hauptergebnissen der Forschung korrespondierende Zugänge, die der Entwicklung eines Rückvermittlungskonzeptes eine solide Ausgangsbasis boten:

 

  • Durch die Präsentation von Ergebnissen, die sich einerseits auf historische Momente der Kritik an und bei der Kieler Woche, andererseits auf das aktuelle Feld MUDDI Markt beziehen, können Fragmente einer Verlaufsgeschichte sichtbar gemacht werden. Über Ähnlichkeiten, Unterschiede, Widersprüchlichkeiten und Brüche können nicht nur Positionierungen der AusstellungsbesucherInnen herausgefordert werden, für diese wird auch erkennbar, dass es sich bei Werten letztlich um Produkte von Ausverhandlungsprozessen handelt.
  • Ein für sich sprechendes Ergebnis ist der identifizierte Sachverhalt, dass die Kieler Woche zu allen Zeiten ihres Bestehens mehr war als ein Fest der Unterhaltung, des Konsums und des Rausches: Es lässt sich zeigen, dass die Kieler Woche seit ihren Anfängen Ort der Kritik und somit Ort der Partizipation war. Eine Vielzahl von Menschen bezog Stellung zu Werten, die bei/in Bezug auf die Kieler Woche verhandelten wurden – so wirkten diese Menschen nicht nur auf die Gestaltung das alljährlichen Geschehens, sondern auch auf die Ausverhandlungsprozesse von Werten und Werteordnungen an sich.
  • Über Aspekte der Auseinandersetzung mit Werten wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Gleichheit und Bildung wird es möglich, die BesucherInnen mit den Wertediskursen der Alternativveranstaltungen zu konfrontieren und ihnen so Impulse zur Reflexion und Diskussion zu geben.

 

Die Ausstellung bietet den BesucherInnen einerseits umfangreiche Darstellungen der Geschichte der Kritik an der Kieler Woche, andererseits gibt sie – auch aufgrund der partizipativen Einbindung – zahlreiche Impulse zum Weiterdenken und Ausprobieren.

 

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