Praktikum in der Hexenküche

Studierende organisieren Biochemie-Schülerlabor

Vom Konzept bis zur Versuchsanleitung: Student_innen der Biochemie haben ein zweitägisges Schülerlabor organisiert. Eine Heidenarbeit – und ein Heidenspaß, wenn man die Projektleiterinnen fragt. Künftig wird das Schülerlabor modular im Curriculum verankert. Vermutlich glimmt es also schon im Herbst dieses Jahres wieder rot unter den Händen junger Uni-Gäste...

 

Weiße Kittel, große Brillen, noch sitzen die Pipetten wie Fremdkörper zwischen Daumen und Zeigefingern. Zwei Tage lang dürfen 16 Oberstufenschüler_innen aus Schleswig-Holstein an der CAU in die Schuhe von Biochemikern schlüpfen – und experimentieren, bis es leuchtet. Mithilfe eines elektrischen Feldes manipulieren die Nachwuchs-Wissenschaftler_innen Bakterien so, dass sie fremde DNA aufnehmen. Schon morgen werden die  Mini-Organismen rot und grün fluoreszieren.

Damit nichts schiefgeht – und damit keiner mit den teuren Ingridienzien herumaast – schauen Student_innen den jungen Gästen über die Schultern. Schließlich haben die Studis sämtliche Zutaten für die Versuchsreihen selbst beschafft – oft mittels langwieriger Sponsorensuche.

 

funk grolig

Die studentischen Projektleiterinnen Jana Grolig (links) und Kathrin Funk berichten im Audio-Interview von ihren Erfahrungen. Was haben Sie gelernt? Wie hat es sich angefühlt, selbst einmal als Lehrende im Labor zu stehen? Und vor welchen Überraschungen hat sie die Organisation des Schülerlabors gestellt?

 

Auch die gesamte Vorbereitung des Schülerlabors haben Kathrin Funk, Jana Grolig und ihr studentisches Team komplett selbst gestemmt. Von den Anschreiben an sämtliche Schulen des Landes über die Raumbelegung an der Uni bis hin zur Pressearbeit. „Das ist Teil des Konzepts“, betont Kathrin Funk. „Dadurch, dass wir die komplette Organisation und Kommunikation übernehmen, haben wir unglaublich viel über die Labor- und Versuchsplanung gelernt. Und natürlich über das Lernen selbst.“

Wie langwierig und aufwendig die Planung einer solchen Veranstaltung ist, veranschaulicht der Zeitstrahl zu „Organisation und Umsetzung“ des Schülerlabors:

zeitstrahl schülerlabor

 

Das Schülerlabor wurde vom PerLe Fonds für Lehrinnovation gefördert.
Hier geht’s zur Kurzbeschreibung und zum Poster des Lehrprojekts.

Kontakt:
studentische Ansprechpartnerin:
Kathrin Funk
E-Mail:kathrinfunk@gmx.de

Initiator:
Professor Dr. Axel J. Scheidig
E-Mail: axel.scheidig@strubio.uni-kiel.de

 Das Schülerlabor in Bildern (Fotos: Jan von der Heyde):

3 Gedanken zu „Praktikum in der Hexenküche

  1. Das ist ja ein spannendes Projekt – dass es Spaß gemacht hat und die Studis ordentlich was mitgenommen haben, glaube ich sofort! Trotzdem stellt sich mir die Frage: Gab es irgendeine Art der Lernkontrolle/festgelegte Lernziele?

  2. Die erfolgreiche Realisierung des Schülerlabors erfordert einen langen Planungszeitraum und hat mehrere Stufen, die nacheinander erklommen werden müssen. Jede einzelne Stufe wird durch die Modulverantwortlichen regelmäßig und fortwährend hinterfragt und mit Empfehlungen begleitet (Lernkontrolle: rechtzeitiges Anschreiben der Schulen; Planung und mehrfache Überprüfung der Experimente, so dass sie funktionieren; Erstellen eines für Schüler_innen verständlichen Scriptums; erfolgreiche Anleitung und Betreuung der Schüler_innen, etc.). Die Studierenden erlangen die Kompetenz eine mehrtägige Laborveranstaltung im Team zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Die Zufriedenheit und das Mehr an Erfahrung bei den Schüler_innen ist das beste bewertende Feedback.

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