Das unsichtbare Band

„Snow&Eyes“ – Skischule für Menschen mit Sehschädigung

„Inklusion kann funktionieren“, resümiert Frederik Hof. Der Kieler Sportstudent hat als Ski-Guide an dem Projekt „Snow&Eyes“ – einer Skisport-Exkursion für Menschen mit Sehschädigung – teilgenommen. Mehr über die Kooperation von CAU-Sportwissenschaftlern und der Kieler Skischule lesen sie in Hofs Erfahrungsbericht.

„Geeeht, geeeht, geeeht – uuund hopp“ hallt es durch den an Iris Stegemanns Hüfte befestigten Lautsprecher. Iris ist eine von uns 14 Ski-Guides, die an dem Projekt „Snow & Eyes – Skischule für Menschen mit Sehschädigung“ teilnimmt. Roland fährt dicht hinter ihr, behutsam tastet er sich an den von Iris vorgegebenen Rhythmus ran. „Geeeht, geeeht, geeeht – und haaaalt!“ Beide sind an ihrem Ziel angelangt. Gemeinsam steigen sie in den Lift, der sie erneut auf den sonnigen Gipfel bringt…

Das versammelte „Snow&Eyes“-Team in Hemsedal, Norwegen.

Das versammelte „Snow&Eyes“-Team in Hemsedal, Norwegen.

Das von der Skischule Kiel unter Leitung von Günther Riesinger und Gerd Wrobel ins Leben gerufene Projekt fand bereits Ostern 2013 statt. Die Pilotphase mit drei Sehgeschädigten – Ninja Spielberg, Olivia Keller und Friederike Bober – war ein gelungener Start, auf den es aufzubauen galt. Wenig verwunderlich also, dass es für Ninja und Olivia auch dieses Jahr wieder ins norwegische Hemsedal ging. Aber nicht nur für die beiden Freundinnen hat sich das Skigebiet in prächtigem Weiß präsentiert, insgesamt 14 blinde und sehgeschädigte Skifahrer & Skifahrerinnen haben sich angemeldet oder besser, wurden als Teilnehmer ausgewählt, denn: „Wir haben besonders kurz vor Abreise noch einigen Anfragen Absagen erteilen müssen, auch wenn wir am liebsten jeden mitgenommen hätten“, versichert Gerd Wrobel. Verständlich, dass bei einer Teilnehmerzahl, die um das fünffache gestiegen ist, auch organisatorisch einiges auf den Weg gebracht werden muss und nicht jede beliebige Anzahl an Teilnehmern gestemmt werden kann.

14 Ski-Guides, 14 Blinde und Sehgeschädigte, 8 Begleiter, ein wissenschaftlicher Betreuer der CAU, eine Blinden-Guide-Ausbilderin und Arne, technische Hilfskraft und Fotograph: So sah das Komplett-Paket also aus. Ha en fin tur! Gute Reise!

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