Das unsichtbare Band

„Snow&Eyes“ – Skischule für Menschen mit Sehschädigung

„Inklusion kann funktionieren“, resümiert Frederik Hof. Der Kieler Sportstudent hat als Ski-Guide an dem Projekt „Snow&Eyes“ – einer Skisport-Exkursion für Menschen mit Sehschädigung – teilgenommen. Mehr über die Kooperation von CAU-Sportwissenschaftlern und der Kieler Skischule lesen sie in Hofs Erfahrungsbericht.

Von Kommandos und Störgeräuschen

„Ich ..n am Ei…ng … Konf….zraums.“
„Hallo??“
„Wo …st du?“
„Hallo?“
Die maximale Distanz der Headsets wurde erreicht.

Stefan Gölzner kommt vom Eingang des Konferenzraums zurück. „Gute 60 Meter konnten wir uns problemlos verständigen, dann wurde es undeutlich und kratzig“ resümiert er. Auch das gehört zur Ausbildung: Materialtest, Einbau der Headsets in den Skihelm, Einstellen der Lautsprecher, Kommandos lernen und Distanzen einschätzen. „Eine gut eingestellte Technik hilft auf der Piste, die Kommunikation so reibungslos wie möglich zu gestalten. Absprachen und Kommandos sind im Schnee erst mal wichtiger als eine saubere Fahrtechnik“, weiß Dr. Ann-Kristin Ehling.

Auch im weiteren Verlauf der Ausbildung – wir haben die Fähre bereits verlassen und befinden uns nun auf der Piste – geht es darum, eine Vorstellung davon zu bekommen, inwieweit Kommandos notwendig sind und vor allem, wie diese ausgesprochen werden. Tonhöhe, Lautstärke, Geschwindigkeit, das alles kann entscheidend sein, wenn es darum geht, einen abrupten Stopp zu machen oder eine lang gezogene Kurve zu fahren. Mit Hilfe von Simulationsbrillen mit unterschiedlichen Sichteinschränkungen merken wir schnell, dass je nach Art und Weise der Sehbehinderung bestimmte Guiding-Arten von Vorteil sind, andere wiederum komplett rausfallen.

Drei Zweierteams starten ihre ersten Fahrversuche in flachem Gelände.

Drei Zweierteams starten ihre ersten Fahrversuche in flachem Gelände.

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