Der Mensch im Blick

Interview mit der Wissenschaftlichen Weiterbildung

Immer mehr Lehrende strömen in die Kurse der Wissenschaftliche Weiterbildung der CAU. Die Zahl der Angebote für wissenschaftliches Hochschulpersonal hat sich seit der Geburtsstunde der Stabsstelle bereits verzwanzigfacht. Ein Gespräch über beeindruckende Bilanzen, innovative Ansätze und persönliche Betreuung.

In zwei Jahren feiert die Wissenschaftliche Weiterbildung bereits ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug für einen kurzen Rückblick. Was ist seit der Geburtsstunde der Stabsstelle passiert?
Annekatrin Mordhorst: 1996 habe ich mit einer halben Stelle hier an der CAU angefangen, damals war ich noch zuständig für die Fortbildung von Lehrern. Aber schon 1997 kamen die ersten Wissenschaftler auf mich zu und sagten, ‚Mensch, eigentlich können Sie doch auch mal etwas für uns anbieten – für die Hochschuldidaktik‘. Dank der  Unterstützung vom Ministerium konnten wir damals schon die ersten hochschuldidaktischen Veranstaltungen ins Programm aufnehmen. Gestartet sind wie mit 6 Kursen jährlich – mittlerweile sind es über 150. Dazu kommen heute noch zahlreiche Weiterbildungsangebote für das  technische und administrative Hochschulpersonal, für Studierende und auch für Externe.

Und wie schaffen Sie es, all diese unterschiedlichen Zielgruppen unter einen Hut zu bringen?
Annekatrin Mordhorst: Durch Kolleginnen, die mit sehr viel Engagement und Motivation dabei sind!
Imke Täufer-Krebs: Für jede Zielgruppe haben wir eine persönliche Ansprechpartnerin. Im Team treffen wir uns natürlich wöchentlich – und haben grundsätzlich auch ein ähnliches Vorgehen. Aber trotzdem ist das glaube ich ein Erfolgs-Rezept, dass man sagen kann, es gibt ganz konkret eine Ansprechpartnerin für die und die Zielgruppe. Und deswegen überlegt man sich eben auch selbst, was für die eigene Zielgruppe interessant ist – und wie die Menschen sich angesprochen fühlen.

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Sie haben es ja eben selbst gesagt: Ihr Angebotsspektrum ist groß…
Annekatrin Mordhorst: Stimmt. Übers Jahr komplett für alle Zielgruppen sind es sogar schon 550 verschiedene Angebote. Und laut neuester Statistik durchlaufen im Jahr über 4500 Personen unsere  Kurse und Veranstaltungen.

Welche Angebote sind denn für Lehrende besonders spannend – und vielleicht noch nicht so bekannt?
Imke Täufer-Krebs: Das Thema Management von Projekten ist hochaktuell in Wirtschaft und Wissenschaft – und sollte es auch in der Lehre sein. Wenn die Studierenden schon in der Hochschule so lernen können, haben sie einen großen Vorteil beim Berufsstart. Wir konnten Frau Prof. Weßels für ein Training in diesem Frühjahr gewinnen. Sie hat unheimlich viele Praxisbeispiele parat und wird auch die Didaktik des Projektmanagements vermitteln.
Und zum Vortrag Flipped Classroom von Christian Spannagel gibt es in diesem Frühjahr auch einen Workshop. Es wird darum gehen, wie man ‚Vorlesungen umdreht‘, die Veranstaltungsinhalte quasi schon vorab zur Verfügung stellt – und die Veranstaltung selbst nur noch dazu nutzt, mit den Studierenden zu diskutieren und wissenschaftlich mit Ihnen in einen Austausch zu treten – das denke ich ist auch etwas Neues, Spannendes.
Annekatrin Mordhorst: Außerdem bieten wir natürlich viele Seminare für Wissenschaftler als Führungskräfte an  – denn genau das sind sie ja…

Zu Ihrem Programm zählt auch der sogenannten WissCoach – ein äußerst innovatives Konzept. Was genau verbirgt sich denn dahinter? Und wie funktioniert´s in der Praxis?
Annekatrin Mordhorst: Da geht es auch um die wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität. Wir haben festgestellt, dass wir hier in Schleswig-Holstein nicht so viel Potenzial an Unternehmen haben, die ihre Mitarbeiter auch zur Weiterbildung schicken. Also  arbeiten wir in diesem Bereich in kleineren Gruppen. Das war der Anstoß zur Entwicklung des WissCoach-Formates, in dessen Rahmen wissenschaftliche Weiterbildung sogar in 1:1-Konstellationen stattfinden kann!
Imke Täufer-Krebs: Ich kann ja mal von einem aktuellen Beispiel erzählen: Da habe ich ein „WissCoaching“ zusammen mit einer Forscherin aus der Psychologie  gemacht. Meine Rolle war die des Coaches und sie hat die Expertise zur aktuellen Forschung im Bereich Personalentwicklung eingebracht. Gemeinsam haben wir jemanden gecoacht, der dann einerseits Expertenwissen an die Hand bekommen hat – weswegen er ja auch an die Uni herangetreten ist – andererseits hat er sich auch mithilfe des Coachings weiterentwickelt. Das ist ein wirkungsvolles, weil sehr nachhaltiges  Konzept! Es wäre schön, wenn das noch ein bisschen…
Annekatrin Mordhorst
:…bekannter würde. Genau.
Imke Täufer-Krebs: Jeder Externe darf das Angebot gern in Anspruch nehmen!

Da wir vor 18 Jahren angefangen und uns dann lange im Hier und Jetzt aufgehalten haben, interessiert mich abschließend Ihre Vision für die Zukunft. Denken Sie doch einmal 20 Jahre weiter – wo steht die Wissenschaftliche Weiterbildung der CAU dann?
Annekatrin Mordhorst: Wir haben deutlich mehr Personal. Und Geld. Um all die Seminare, die wir machen wollen und die hier nachgefragt werden auch anbieten zu können.
Imke Täufer-Krebs: Und der  Blick richtet sich auf den Menschen als ‚Ressource‘. Man guckt einfach mehr darauf, wie sich  Menschen weiterentwickeln und wie man ihnen Perspektiven dafür bietet. Das Thema strategische Personalentwicklung wird gelebt, neben Lehre und neben Forschung. Schließlich funktioniert diese Uni nur mit den Menschen, die darin arbeiten.

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