Der UCL Learning Designer

Online-Tool zum Planen von Lehrveranstaltungen

Das University College London (UCL) stellt ein praktisches Tool für die Lehrveranstaltungsplanung kostenfrei zur Verfügung.

zum UCL Learning Designer

Text: Britta Petersen, PerLe

Das von einem Team unter der Leitung von Prof. Diana Laurillard im UCL Knowledge Lab entwickelte Designwerkzeug kann dabei helfen, Präsenzunterricht auf Online-Formate umzustellen oder völlig neu zu konzipieren. Dabei erlaubt einem das Online-Tool, erstellte Lernkonzepten mit Kolleg_innen oder Studierenden zu teilen, sodass eine gemeinsame Planung trotz physischer Distanz möglich ist.

 

 

Der Learning-Designer basiert auf Laurillards Conversational Framework. Dabei handelt es sich um ein Lernmodell, das mit sechs verschiedenen Lerntypen arbeitet. Diese sechs Lerntypen sind: Lesen/Gucken/Hören (Read/Watch/Listen oder Acqusition), Recherche (Investigation), Übung (Practice), Produktion (Production), Diskussion (Discussion) und Zusammenarbeit (Collaboration). Ein gutes Lernkonzept sollte eine Mischung aus all diesen Lerntypen enthalten. (Das auf dem Tag der Lehre 2019 an der CAU vorgestellte ABC-Learning basiert auf diesem Modell, auf diesem Blog sind zahlreiche Materialien und weiterführende Informationen zum Thema erhältlich.)

 

Schneller und einfacher Zugang

Die Nutzung des Learning Designers ist unkompliziert: Nach einer einfachen und schnellen Registrierung unter www.ucl.ac.uk/learning-designer kann man direkt mit dem Planen einer Veranstaltung beginnen.

Nach dem Login gibt es zwei unterschiedliche Bereiche: einen Browser-Bereich und einen Design(er)-Bereich. Im Browser-Bereich befinden sich veröffentlichte Lernkonzepte anderer Personen, die weiterbearbeitet oder für die eigenen Bedarfe angepasst werden können. Darüber hinaus lässt sich dieser Bereich als Inspirationsquelle nutzen, um eigene Formate zu entwickeln.

Im Designer-Bereich kann ein bestehendes Design weiterbearbeitet oder ein eigenes Veranstaltungsdesign von Grund auf neu entworfen werden. Im oberen Teil des Designers werden die Grunddaten der Lehrveranstaltung eingegeben – der Name und das Thema der Veranstaltung, die vorgesehene Lernzeit, die Lerngruppengröße, das Veranstaltungsformat, Ziele und erwartete Lernergebnisse sowie eine Kurzbeschreibung der Veranstaltung.

Die Nutzeroberfläche ist in englischer Sprache gehalten, dennoch leicht verständlich. Die vorgegebenen Felder können in einer beliebig anderen Sprache ausgefüllt werden. Lehr-Lerneinheiten oder Arbeitspakete werden in dem Learning Designer durch ein TLA (Teaching and Learning Activity) repräsentiert. Ein Klick auf „Add TLA“ lässt eine Lehr-Lerneinheitskarte entstehen. Hier können jetzt einzelne Lernaktivitäten näher spezifiziert werden.

Eine erste Arbeitseinheit wird beispielsweise als „Einführung in den Kurs“ betitelt. Als Einführungsstunde in den Kurs „XY“ ist eine Videokonferenz geplant.

 

Der Ablauf könnte folgendermaßen geplant sein:

  1. Die Teilnehmenden werden durch den/die Kursleiter_in begrüßt, Ablauf und Ziele des Kurses werden erläutert.

Im Learning Designer:

Lerntyp (Dropdown): Read/Watch/Listen

Zeit festlegen ( ): hier 10 Min

Gruppengröße ( ): Neben dem Gruppenicon kann definiert werden, ob die Lernenden an dieser Aktivität als Klasse, in Gruppen oder als Einzelperson teilnehmen. An der Begrüßung nimmt die ganze Klasse teil. Gehen wir davon aus, dass es 16 Teilnehmende gibt.

Des Weiteren kann angegeben werden, ob die Aktivität in Anwesenheit des/der Dozierenden und in Präsenz oder online erfolgen soll. Es besteht die Möglichkeit jeder Lernaktivität Online-Ressourcen zuzuweisen, so könnte hier etwa der Link zu dem geplanten virtuellen Raum hinterlegt werden.

  1. Als Warm-Up ist als nächste Aktivität die kollaborative Bearbeitung einer uMap geplant.

Im Learning Designer wird ein neuer Lerntyp hinzugefügt.

Lerntyp: Collaboration

Zeit: 5 Min

Klasse/Gruppe/Einzelarbeit: Klasse (16)

Als Ressource kann hier eine bereits vorbereitete uMap hinterlegt werden.

  1. Im Anschluss wird die entstandene uMap Karte als Grundlage für eine Vorstellungsrunde genutzt, Fragen und Wünsche der Teilnehmenden werden diskutiert.

Im Learning Desiger wird ein neuer Lerntyp hinzugefügt

Lerntyp: Diskussion

Zeit: 20 Min

Klasse/Gruppe/Einzelarbeit: Klasse (16)

 

Übersichtliches Feedback

Das Tool gibt schließlich Feedback  zum Entwurf, indem es den Umfang der entworfenen Zeit und ein Tortendiagramm (im oberen Bereich des Learning Designers) mit dem Anteil jedes der sechs Lerntypen in Ihrem Veranstaltungsentwurf anzeigt.

Die Registerkarte Analyse zeigt auch die Anteile der Zeit, die die Lernenden online, in Anwesenheit des Lehrers, als Klasse, Gruppe oder Einzelperson verbringen.

Planungen teilen

Der Learning Designer ermöglicht das Teilen der entworfenen Veranstaltungsdesigns über gekürzte Links. So gelangt man etwa über diesen Link zu dem Learning Design in der Abbildung oben. Über den Schaltknopf „Turn editing on“ kann das Design nun direkt verändert und bearbeitet werden. Es wird allerdings in einer Kopie des Originals gearbeitet. Echtzeitkollaboration ist nicht vorgesehen. Trotzdem bietet sich über das Teilen die Möglichkeit der gemeinsamen Planung, und des Reviews durch Peers. Gerade in Situationen, in denen ein Austausch in physischer Nähe schwierig ist, kann die Nutzung des  digitalen Planungstools hilfreich sein.

Weitere Informationen, Benutzerhandbuch und Videotutorials in englischer Sprache finden Sie hier.

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