Die Stimmen der Konzerne in unseren Köpfen

Ein Theaterworkshop für Lehrende und Studierende

„Schneller, besser, Gigabyte! Entwickle Dich weiter! Kauf Dir neue Dinge! Denk nicht weiter nach – wir wissen, was gut für Dich ist!”

Unter dem Titel „Fast Food, iPhone, Lernkultur – Wie wirkt unsere Alltagswelt auf unsere Einstellung zu Lernen und Bildung?“ hatte das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen zum Theaterworkshop mit dem Transition Theater Marburg geladen. Lehrende und Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen trafen sich dafür am 26.11.2014 in der Leibnizstraße, um mit Theatermethoden die Stimmen der Medien und Konzerne, die sich in unseren Köpfen festgesetzt haben, aufzudecken und zu hinterfragen.

Der Theaterpädagoge Dominik Werner vom Transition Theater Marburg verschaffte den Teilnehmer_innen in einem vierstündigen Workshop einen aufregenden Einblick in die Arbeitsweise des brasilianischen Theaterschaffenden Augusto Boal. Die Lehre stand dabei zweifach im Zentrum des Abends: einmal durch das Thema Lernkultur und zum anderen durch das Erleben theatraler Methoden, die das Repertoire von Lehrenden bereichern können.

Von „Polizisten im Kopf“ und szenischen Verhandlungen

Mit Boals Methode „Polizist im Kopf“ wurde nach den internalisierten Stimmen der Konzerne und Unternehmen gefragt, die pausenlos durch Werbebotschaften und Marketing mit uns kommunizieren. Basierend auf eigenen Erlebnissen und Erfahrungen arbeiteten die Teilnehmer_innen an Szenen, in denen diese Stimmen und verschiedene Ansätze im Umgang mit ihnen ausprobiert wurden. Welche Auswirkungen haben die Werbebotschaften und Slogans auf unsere Entscheidungen – und wie können wir sie von unseren eigenen Wünschen trennen? Welche Stimmen wirken bis in Hörsäle und Seminarräume weiter auf uns ein und beeinflussen auch unser Verständnis von Bildung? All diese Themen haben die Lehrenden und die Studierenden szenisch miteinander verhandelt.

Und was kam dabei heraus? Sicher keine umfassende Lösung, aber eine Fülle neuer Ideen und Denkanstöße. Einige davon werden die Teilnehmer_innen in ihren Lehralltag weitertragen. Dominik Werners Kollege Johannes Huth hielt den Abend auf Papier fest – nicht ausschließlich in Worten, sondern mit einem visuellen Protokoll.

 

VISUELLE DOKUMENTATION

Visuelle Doku_Corps

 

Aber sind die Stimmen in den Köpfen damit gebannt? Sicher nicht, doch gerade im Weihnachtsrummel kann es hilfreich sein, sich ihrer wenigstens bewusst zu sein.

 

Weiterführende Links

  • Mehr über das Transition Theater erfahren Sie hier, konkret über diesen Workshop hier.
  • Gewinnbringende Einsteiger-Informationen über Augusto Boal finden Sie bei Wikipedia.

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