Die Leistungspunkte erwiesen sich rasch als Beiwerk

„Do it!“-Seminar: Theorie in Praxis wenden

Den eigenen Horizont erweitern, Grenzen kennenlernen, Vorurteile abbauen. Vier Studierende der CAU haben ausprobiert, wie sich das anfühlt.

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Text: Hauke Schneider

Im Rahmen des von PerLe (Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen) angebotenen „Do it!“-Seminars am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) engagierten sich die Studierenden in selbst gewählten sozialen Einrichtungen. Dabei standen der Kontakt und die Arbeit mit Menschen im Vordergrund. Mindestens 40 Stunden verbrachten die Studierenden in Einrichtungen für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Durch den Kontakt und den Austausch mit Menschen in heiklen, betreuten oder benachteiligten Lebenssituationen sollten die Teilnehmenden lernen, über den Tellerrand zu blicken, die eigene Perspektive zu wechseln und dadurch weitere soziale Kompetenzen zu erwerben. Mit vorbereitenden Einheiten und Reflektionsveranstaltungen begleitete sie das Seminar dabei  – außerdem bot es Möglichkeiten, Erfahrungen zu teilen und sich auszutauschen.

Abschließend erstellten die Teilnehmenden Portfolios, die mit 5 ECTS-Punkten honoriert wurden. Doch als die Studierenden ihre ersten Erfahrungen mit den zu betreuenden Menschen machten, erwiesen sich die Leistungspunkte rasch als Beiwerk.

 

„Wer die andere Welt erkennt, erfährt auch mehr über eigene Ängste und Nöte“,

beschreibt eine Studentin ihre anfänglichen Gefühle im Umgang mit an Demenz leidenden Menschen.

„Nach dem ersten Besuch war ich sehr emotional und geschockt“,

schreibt eine andere Teilnehmerin.

 

Die Begegnung mit den eigenen möglicherweise bislang verborgenen Ängsten beschreiben die Teilnehmenden des Seminars als wichtigen Aspekt bei der Erweiterung des eigenen Horizonts und der Empathiefähigkeit. So konnten Einsichten in gesellschaftliche Probleme aus den praktischen Einblicken gewonnen werden, die die Studierenden zuvor nur von der theoretischen Seite her kannten. Auch Vorurteile und unreflektierte Vorstellungen konnten abgebaut beziehungsweise korrigiert werden – ob in Altenheimen oder in Kindertagesstätten an sozialen Brennpunkten.

Dass dabei der Unialltag verlassen und praktisch gearbeitet werden konnte, heben die Studierenden als besonders angenehm hervor:

 

„Sich ab und zu aus dem gewohnten Umfeld heraus zu begeben, macht die eigene Welt bunter und größer“,

erkennt eine Studentin.

Eine andere freut sich,

„dass ich mitgemacht habe, da ich viel Neues, Interessantes und Hilfreiches über das besondere Thema und über mich selbst gelernt habe.“

 

Mit eigenen Worten: Berichte der Studierenden

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