Drehbuchschreiben – Von der Idee zum Film

Studierende gestalten Online-Workshops für Kommiliton*innen

Wie interaktiv und mitreißend eine Online-Workshopreihe sein kann, zeigte im Sommersemester 2020 die Veranstaltung „Drehbuchschreiben – Von der Idee zum Film“. Geleitet und organisiert wurde die Reihe von Studierenden und von einem praktizierenden Drehbuchautor. Sie bot Einblicke in den Prozess der Ideenentwicklung, des Schreibens und der Vermarktung eines Drehbuches. Dabei konnten die Studierenden eigene Ideen entwickeln und sich konstruktives Feedback von Gästen aus der Branche einholen.

Text: Anna Lena Möller (Teilnehmerin),
Franca Wißmann (Organisatorin)

Im Sommersemester 2020 fand unter Corona-Auflagen der Workshop Drehbuchschreiben – Von der Idee zum Film zum ersten Mal statt, anders als ursprünglich angedacht in digitaler Form. Rund 15 Studierende verschiedenster Fachrichtungen nahmen die Möglichkeit wahr, ihre Kenntnisse in Bezug auf das Schreiben eines Drehbuches zu erweitern. Viele von ihnen entwickelten im Rahmen des Workshops eigene Ideen (weiter).

Initiiert wurde der Workshop von den Studentinnen Laura Engelhart, Valerija Levin und Franca Wißmann. Dabei entwarfen sie ein grobes Konzept des Workshops, mit dem sie dann einen externen Referenten anwarben und die Unterstützung des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) gewinnen konnten. „Das Wichtigste bei der Suche nach Förderung ist es, sich nicht entmutigen zu lassen und hartnäckig zu bleiben“, sagt Laura Engelhardt rückblickend über die finanzielle Planung.

Der Workshop, ursprünglich als dreitägiger Workshop in Präsenz geplant, wurde an die neuen Bedingungen angepasst und in drei Phasen untergliedert. Dabei sah das Organisationsteam davon ab, drei Tage á Acht-Stunden-Sitzungen vor dem PC zu planen, vielmehr sollte die Konzentrationsspanne berücksichtigt werden. Es entstand eine Workshop-Reihe, die sich über zehn Wochen mit wöchentlich zweistündigen Sitzungen erstreckte. Die Kürze der Sitzungen bezweckte die volle Aufmerksamkeit aller Teilnehmenden und regte den aktiven kreativen Austausch innerhalb der Workshop-Gruppe an.

 

 

Die Reihe begleitete Drehbuchautor Marek Helsner, der die drei Phasen der Workshop-Reihe leitete und ebenfalls den Kontakt zu Gastredner Rudi Pitzel herstellte. Das Online-Format erforderte, dass die wöchentlichen Workshopimpulse via Zoom stattfanden. In der ersten Phase des Workshops ging es vor allem darum, die Grundlagen des Drehbuchschreibens zu vermitteln. Dazu zog Marek Helsner verschiedene Drehbuchbeispiele heran, zum Beispiel Der Pate, Erin Brockovick oder Homeland. Helsner nutzte die Möglichkeit, bei Zoom Filmbeispiele abzuspielen, um diese anschließend mit den Studierenden zu besprechen. Anhand der gezeigten Beispiele konnten die Studierenden Woche für Woche dramaturgische Strukturen und Charakterentwicklungen diskutieren.

In der zweiten Phase ermutigtet Helsner die Studierenden, eine Ideenskizze für einen eigenen Film zu entwerfen. Hierbei gab er den Studierenden die Aufgabe sich einen kurzen Dialog zu überlegen über ein Thema, das den eigenen Werten widerspricht. Alle Studierenden waren aufgefordert ihre Ideen zu präsentieren, sodass die anderen direktes Feedback geben konnten. Der Aufbau motivierte die Studierenden, konsequent an ihren Ideen zu arbeiten und auch bei den anderen Beiträgen aufmerksam zuzuhören. Dabei nutzten die Studierenden vielfach die Chatfunktion des Videokonferenzsystems mit zusätzlichen Kommentaren, Filmtipps oder ermutigenden Worten.

Von Schreibblockaden und Lob vom Brachenprofi

Hin und wieder kam es durch einen überlasteten Server oder eine schlechte Audioverbindung zu Schwierigkeiten im Ablauf einzelner Workshop-Tage. Die Devise dabei war stets „Ruhe bewahren und abwarten“. Meist konnten diese Probleme durch das erneute Starten der Konferenz behoben werden. Viele Studierende kamen in ihrem Ideenentwicklungsprozess einmal zu einem Punkt, an dem sie nicht weiterkamen. „Ich komme gerade nicht weiter“ oder „Ich habe gerade eine Schreibblockade und weiß nicht, wie ich sie überwinden soll“ waren Sätze, die in solchen Sitzungen fielen. Helsner ermutigte die Studierenden durch verschiedene Tipps, nicht aufzugeben und auch die anderen Studierenden standen mit Unterstützung und kreativen Einwürfen zur Seite.

Das Vorstellen und Vermarkten einer Idee war Thema der letzten Phase des Workshops. Marek Helsner gewährte dabei Einblick in seine eigenen Arbeiten und ermutigte die Studierenden, einen Pitch vorzubereiten. Dabei erklärte er die wesentlichen Elemente und Rahmenbedingungen eines gelungenen Pitches und ermöglichte allen Studierenden, das Pitchen zu trainieren. Die anderen Teilnehmenden leisteten dabei kritisches Feedback. In letzter Instanz konnten die Studierenden ihre Pitches dem Filmproduzenten Rudi Pitzel präsentieren. „Er sei von der Qualität der Arbeiten überrascht worden“, ließ er später über Marek ausrichten und „man solle an den Stoffen unbedingt dranbleiben“.

Ein solches Lob von einem Branchenprofi war für die Studierenden ein wunderbares Ergebnisbild des Workshops. Gleichzeitig ist die Arbeit an den Drehbuchstoffen noch nicht vorbei, tatsächlich liegt die eigentliche Arbeit sogar noch vor den Studierenden, denn aus den entstandenen Exposés und Pitches müssen sie nun ein Drehbuch mit griffigen Dialogen entwickeln. Womöglich wird eines dieser Drehbücher eines Tages verfilmt, aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.

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