Ein Raum, um gemeinsam exzellenter zu schreiben

FaceToFace-Projekt in der Wirtschaftspädagogik

Das FaceToFace-Projekt bietet Studierenden, die in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik ein Thema schriftlich bearbeiten, einen Raum zum diskursiven Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch. Mit regelmäßigen Sprechstunden und angenehmer Arbeitsatmosphäre. Die Projektinitiatorin, Frau Dr. Julia Prieß-Buchheit, berichtet.

Dieses Projekt wurde mit dem PerLe-Fonds für Lehrinnovation gefördert

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 Text:  Dr. Julia Prieß-Buchheit
in Zusammenarbeit mit Nadine Althainz
Berufs- und Wirtschaftspädagogik


 Kurz gesagt: Das FaceToFace-Projekt

Beim Anfertigen von wissenschaftlichen Arbeiten (Hausarbeiten, Bachelor-Thesis oder Master-Thesis) entstanden in der Vergangenheit bei vielen Studierenden Fragen und Probleme. Diese Fragen bezogen sich nicht nur auf formale Aspekte wie die Schriftgröße, das Layout oder die Gestaltung des Deckblatts, sondern auch auf konzeptionelle und methodische Aspekte. Das FaceToFace Projekt: Gemeinsam exzellenter Schreiben wurde ins Leben gerufen, um den Studierenden einen Peer-Austausch zu ermöglichen.

Das Projekt Gemeinsam exzellenter Schreiben bietet Studierenden, die in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik ein Thema schriftlich bearbeiten, einen Raum zum diskursiven Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch. Die Sprechstunden des FaceToFace Projekt finden im Raum 178, Gebäude 3, Olshausenstraße 75 statt. Hier haben die Studierenden die Möglichkeit, sich auszutauschen und Rat zu finden. Beim Anfertigen von wissenschaftlichen Arbeiten lernen sie dort andere kennen, die an ähnlichen Strukturen und Prozessen arbeiten. Durch einen koordinierten und begleiteten Peer-Austausch helfen sich die Studierenden beim Lösen ihrer Probleme. Eine angenehme Raumatmosphäre und organisierte Betreuungszeiten ermuntern Studierende über ihre Probleme beim Konzipieren und Erstellen einer schriftlichen wissenschaftlichen Leistung zu sprechen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Anregung und Begleitung von Peer-Learning, das heißt von kooperativem Lernen von Studierenden in ähnlichen Situationen. Die Studierenden werden dabei angeleitet, ihre Probleme beim Schreiben der Arbeiten zu  benennen, um anschließend zusammen mit anderen Lösungsstrategien zu entwickeln und ihre Kenntnisse wissenschaftlicher Arbeits- und Schreibmethoden zu vertiefen.

Dozenten der Berufs- und Wirtschaftspädagogik stehen regelmäßig für Termine mit Studierenden zur Verfügung. Zu diesem Zweck organisieren FaceToFace-Hilfskräfte bereits im Vorfeld Studierendengruppen, um die Sprechstunden vorab auf bestimmte Problemfelder einzugrenzen. Die Studierenden geben an, welche Probleme sie beim Anfertigen ihrer wissenschaftlichen Arbeit haben, die Hilfswissenschaftler können zudem Betreuungszeit und Betreuungsdozent erfragen. Nachdem in den FaceToFace-Sprechstunden die Problemlagen der Studierenden geklärt worden sind, stehen den Gruppen Dozenten zur Seite, um  ihnen beim Entwickeln geeigneter Lösungsstrategien zu helfen.

Was bisher geschah?

„Durch den Austausch mit Kommilitonen ist es mir leichter gefallen, eine Problemstellung für meine Hausarbeit zu finden.“

Fazit einer Studentin

Nachdem die erste Schwierigkeit überwunden war, das FaceToFace-Projekt bei den Studierenden bekannt zu machen, wurde der erste kooperative Peer-Austausch betreut. Im Dezember 2015 trafen sich die ersten Studierenden für die FaceToFace Sprechstunde. Insgesamt entstanden durch das FaceToFace-Projekt im Wintersemester 2015/2016 vier Studierendengruppen.

Beim ersten Peer-Austausch wurden die Problemfelder, die sich beim Anfertigen einer wissenschaftlichen Arbeit ergeben, besprochen. Fragen, die in den FaceToFace Sprechstunden angesprochen wurden, waren:

  • Welches Thema soll ich wählen?
  • Wie muss ich methodisch vorgehen?
  • Was ist der aktuelle Forschungsstand und welche Literatur sollte ich zugrunde legen?

 

Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass einige Studierende dieselben Fragen hatten. Sie schlossen sich zu Gruppen zusammen, um gemeinsam die Probleme anzugehen.

Ein Student berichtet:

„Mir hat die Handreichung für die Formalia einer schriftlichen Arbeit sehr geholfen. Wünschenswert wäre, dass diese von allen Dozenten einheitlich anerkannt werden.“

Für einige Studierende konnte leider keine Gruppe gefunden werden. Ihre Probleme konnten in keine Gruppe integriert werden, deshalb wurden sie einzeln weiter betreut. Die aktiven Gruppen waren am Ende des Prozesses zufrieden, beklagten sich jedoch zwischendurch über den langwierigen Verlauf.

Anders als zunächst vermutet, musste das FaceToFace Team anerkennen, dass meistens Lösungsstrategien für „Formalia“ gesucht wurden. Nachdem dieses Problemfeld häufig formuliert wurde, hat der Lehrstuhl den Leitfaden „Hinweise zum Anfertigen einer wissenschaftlichen Arbeit“ erstellt. Dieses Dokument enthält Informationen über die Zeitplanung, über formale Anforderungen und über den Umfang einer wissenschaftlichen Arbeit. Häufig wird auf das Dokument über die Website für Berufs- und Wirtschaftspädagogik zugegriffen. Alternativ erhalten die Studierenden über die Lernplattform OLAT Zugang zum Leitfaden.

Wie geht es weiter?

Nach einem verzögerten, aber guten Start bietet der FaceToFace-Raum allen Studierenden, die eine wissenschaftliche Arbeit in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik verfassen, eine erste Anlaufstelle. Die Hilfswissenschaftler machen weiterhin das Angebot bekannt und organisieren Sprechstunden. Über die FaceToFace-Sprechstunde hinaus werden Ideen entwickelt, in Zukunft einen digitalen Raum in der Lernplattform OLAT zur Verfügung zu stellen.

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