„FOGEL – Forschende Geschichtslehrer_innen“

Lehramtsausbildung an der Schnittstelle von Wissenschaft & Didaktik

Forschendes Lernen gleich zu Studienbeginn: In dem vielschichtigen Lehrprojekt „FOGEL – Forschende Geschichtslehrer_innen“ hat Professor Andreas Bihrer – mit Unterstützung der Bochumer Fachdidaktik-Professorin Nicola Brauch – ausgelotet, wie sich die Studieneingangsphase für Lehramtsstudierende gewinnbringend neugestalten lässt. Gleichzeitig hat Herr Bihrer im Rahmen des Projekts Begleitforschung zur eigenen Lehre angestellt und einen Kriterienkatalog zur Bewertung historischer Fragestellungen von Studienanfänger_innen entwickelt.

Drei Semester infolge dieselbe forschungsbasierte Lehrveranstaltung zur mittelalterlichen Stadt anzubieten – eine ungewohnte Erfahrung für den Kieler Geschichtsprofessor Andreas Bihrer. Doch nur so konnte der Historiker empirisch zuverlässige Erkenntnisse durch sein Lehrprojekt FOGEL – Forschende Geschichtslehrer_innen sicherstellen.

In den drei Seminaren entwickelten angehende Geschichtslehrer_innen erste eigene wissenschaftliche Fragestellungen. Gemeinsam reflektierten die Erstsemester-Studierenden ihre Ansätze, suchten und analysierten geeignete Quellen und stellten schließlich wissenschaftliche Arbeiten fertig.

Bihrer_FOGEL-Poster

Parallel zum Seminargeschehen begannen Bihrer und sein Team, einen Kriterienkatalog zur Beurteilung historischer Fragestellungen von Studienanfänger_innen zu entwickeln. Große Unterstützung erhielt der Historiker von der Bochumer Fachdidaktik-Professorin Nicola Brauch und von Kieler Bildungsforschern aus dem IPN. „In der Fachliteratur gab es bis dato kaum hilfreiche Vorschläge dazu, wie man historische Forschungsfragen von Studierenden bewerten und deren Qualität messen kann“, erklärt Professor Bihrer. Eine echte Forschungslücke also – und ein Gewinn für alle Beteiligten.

Die Neugierde der Studienanfänger_innen nutzen & befeuern

Ziel des FOGEL-Projekts war es, die professionelle Lehrer_innenkompetenz der Studierenden an der Schnittstelle von Fachwissenschaft und Fachdidaktik zu fördern. „Diese Schnittstelle besteht in der wissenschaftlichen Fragestellungskompetenz, die der Ausgangspunkt für die Entwicklung der fachdidaktischen Kompetenz zur Konzeption historischer Leitfragen für den Unterricht ist“, erläutert Professor Bihrer die Idee hinter seinem Projekt.

Bei der Seminargestaltung setzte der Historiker gern auf die Unterstützung der Kieler Fokusgruppe Forschungsbasierte Lehre, in der sich interessierte CAU-Lehrende regelmäßig interdisziplinär darüber austauschen, wie Studierende im Rahmen von Lehrveranstaltungen eigenständig und ergebnisoffen forschen können. „Dort haben wir beispielsweise über eine geeignete Methodik speziell fürs Forschende Lernen zu Studienbeginn diskutiert“, erinnert sich Professor Bihrer, „wir wollten unbedingt die Neugierde der Studienanfänger_innen befeuern und sie darin unterstützen, wirklich mit ihren eigenen Fragen ans Geschichtsstudium heranzugehen.“

Schließlich überprüft der Kieler Historiker auch die Wirksamkeit seiner eigenen Lehre, indem er einen forschenden Blick auf sein innovatives Lehrkonzept wirft. Zu diesem Zweck befasst er sich nun im Sinne einer „Scholarship of Teaching and Learning“ (SoTL) mit dem eigenen FOGEL-Projekt.

Mehr erfahren Sie im Video-Interview:

 

 

Auf einer Fachtagung hat die Bochumer Fachdidaktik-Professorin Nicola Brauch vorgestellt, auf welcher empirischen Grundlage der Kriterienkatalog zur Bewertung historischer Fragestellungen von Studierenden entsteht. Hier können Sie ihre Präsentation abrufen:

Dieses Lehrvorhaben wurde mit dem PerLe-Fonds für Lehrinnovation gefördert

Ein Gedanke zu „„FOGEL – Forschende Geschichtslehrer_innen“

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Es ist wirklich spannend zu beobachten, wie die Lehre bei Ihnen einen hohen Stellenwert hat und sie nun Konzepte zur forschungsbasierten Lehre entwickeln. Ich hoffe die Umsetzung wird sowohl für Studierende als auch Dozenten ertragreich!

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