„Ideas for Social Entrepreneurship in the Region“

Lösungsansätze für soziale Probleme finden

Soziale Probleme lösen – und das direkt vor der eigenen Haustür: In dem Modul „Social Entrepreneurship“ waren Studierende dazu aufgefordert, auf Grundlage einer fundierten theoretischen Einführung in die Thematik, eigene Ideen und Lösungsansätze für soziale Probleme mit regionalem Bezug zu generieren. Besondere Herausforderungen von Sozialunternehmen sollten in der Lehrveranstaltung theoretisch reflektiert, durch den Austausch mit Netzwerkpartnern näher beleuchtet und am praktischen Beispiel durch die Studierenden eigenständig angewendet werden. Es berichtet eine Teilnehmerin.

Text: Julia Haeger (Seminarteilnehmerin)

Motive für Studierende, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, gab es viele: Beispielsweise wollten wir unser Verständnis für soziales Unternehmertum steigern, gleichzeitig wollten wir das Gelernte auch praktisch umsetzen. Die Möglichkeit, selbstständig unternehmerisch zu handeln und soziale Herausforderungen zu meistern, bieten nicht viele Veranstaltungen in unserem Studienplan. Viele Studierende sahen auch eine Chance darin, in Teams zu arbeiten und ihre Problemlösungsfähigkeit zu verbessern. Die Aufgabenstellung foderte uns heraus: Wir sollten das Problem Kinderarmut in der Region Kiel auf unternehmerische Weise angehen.

Die eigene Idee

Kinderarmut in Kiel – niemals wären wir in unserem Team auf die Idee gekommen, dass auch vor unserer Haustür fast jedes dritte Kind unterhalb der Armutsgrenze lebt, in einigen Stadtteilen sogar mehr als jedes zweite. Was können wir also dagegen unternehmen? Um einen unternehmerischen Lösungsansatz zu finden, waren die ersten Tage und Wochen (wie bei vielen anderen Vorhaben auch) in erster Linie der Informationssuche gewidmet. Dabei konnten wir feststellen, wie viele Projekte es in der Region bereits gibt und dass es trotzdem noch zahlreiche Ideen gibt, durch die Kinderarmut gelindert werden könnte.

Kinderarmut hat viele Ursachen – und mögliche Konsequenzen: Einigen Betroffenen steht nur eine einer mangelhaft ausreichende Ernährung zur Verfügung, statistisch betrachtet haben betroffene Kinder später schlechtere Jobchancen, zugleich auch ein geringeres Selbstwertgefühl. Sich bei der komplexen Problemlage auf nur einen Aspekt zu konzentrieren, fiel uns Studierenden anfangs nicht leicht. Hilfreich war vor allem der intensive Austausch mit den Partnern des Kieler Netzwerks gegen Kinderarmut im Rahmen des „Infomarktes: Kinderarmut in Kiel“.

 

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„Infomarkt: Kinderarmut in Kiel“

Während der zweistündigen Veranstaltung hat das „Kieler Netzwerk gegen Kinderarmut“ über Hintergründe informiert und Möglichkeiten präsentiert, wie sich Interessierte selbst in sozialen Projekten engagieren können. Wir Studierenden hatten Gelegenheit, unsere Fragen an Fachleute aus der Region zu richten, Feedback zu unseren Projektideen zu bekommen und Kontakte für die Weiterentwicklung und Umsetzung unserer sozialen Geschäftskonzepte zu knüpfen. Neue Erkenntnisse und Anregungen nahm dabei jeder sowohl für sich selbst als auch für die eigene Idee zur Problemlösung mit. Einige bis dahin entwickelte Projekte wurden beispielsweise in neue Richtungen weitergedacht und die Studierenden konnten Impulse für neue Lösungsansätze einsammeln.

Nach dem Modul

Am Ende des Semesters hatte unser Kurs zehn Konzepte zur Linderung von Kinderarmut in der Region entwickelt. Nicht alle sind danach in der Schublade gelandet. Durch die bereits bestehenden Kontakte zu den Netzwerkpartnern aus dem „Kieler Netzwerk gegen Kinderarmut“ sowie einigen Schulen oder Weiterbildungseinrichtungen haben einige Studierende ihre Projekte nach der Veranstaltung weitergeführt, mit dem Ziel, diese in der Region zu implementieren.

Fazit

Das Modul und die eigenständige Arbeit haben die Erwartungen der Studierenden erfüllt und in einigen Teilen sogar übertroffen. Eigene persönliche Neigungen und Interessen konnten durch die vielfachen Ansatzpunkte, regionale Probleme zu lösen, berücksichtigt werden. Der Austausch und die intensiven Diskussionen mit Netzwerkpartnern, Gastrednern, unserer Dozentin und anderen Studierenden haben die entwickelten Ideen bereichert und vorangebracht. Das Modul bietet die Basis, etwas zu erschaffen, das tatsächlichen wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert erwirken kann. Im Hinblick auf die zukünftige berufliche Entwicklung nach dem Masterstudium hat die Veranstaltung uns geholfen, zu verstehen, wie soziale Probleme durch Dienstleistungen oder Produkte angegangen werden und Herausforderungen innerhalb dieses Prozesses zielorientiert gelöst werden können.

Dieses Projekt wurde durch den PerLe Fonds für Lehrinnovation gefördert.

Lehrveranstaltungen der Juniorprofessur für Entrepreneurship zum Thema »Social Entrepreneurship« im Sommersemester 2016

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