Kieler OceanMOOC läuft erneut

Motto: One Planet – One Ocean: From Science to Solutions.

Der Kieler Massive Open Online Course (kurz MOOC) rund um Meeresthemen ist just zum zweiten Mal gestartet. Noch bis zum 15. August steht das vielschichtige Onlineangebot allen Interessierten offen. Natur- und Wirtschafts-Wissenschaftler_innen, Rechtsexpert_innen, aber auch Philosoph_innen teilen dort Ihre wesentlichen Erkenntnisse zum Titelthema.

 

Auch wenn der Kieler OceanMOOC bereits am 14. Juni angelaufen ist: Ein Quereinstieg ist jederzeit möglich. Beim Ersten Durchlauf im vergangenen Jahr erreichte die aufwendig produzierte Online-Lerneinheit weltweit mehr als 4000 Teilnehmende und erzielte ein überaus positives Feedback. Grund genug, den Kursus dieses Mal nicht zu verpassen!

Hier geht es zur Homepage und zur Einschreibung.

 


Neben dem Hauptautor Prof. Martin Visbeck vom Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) waren 17 Dozent_innen vom GEOMAR, von der CAU und das International Ocean Institute, Malta, am MOOC beteiligt. Die Mit-Initiatorin des MOOCs, Frau PD Dr. Avan Antia, war so freundlich, uns im Interview mehr über das Lehrformat und über ihre bisherigen Erfahrungen mit dem MOOC zu berichten.

 

Frau Antia, was war für Sie persönlich besonders spannend oder gar überraschend bei der Konzeption des OceanMOOCs?

Avan Antia: Diese Aufgabe war für uns als wissenschaftliche Community interessant und keineswegs trivial. Was hole ich aus dem riesigen Wissenspool, über den ich verfüge, im Kontext des OceanMOOCs hervor? Und wie vermittele ich dabei eigentlich was an wen? Insgesamt waren 13 Dozentinnen und Dozenten am MOOC-Konzept beteiligt – am Ende waren wir alle wirklich überrascht, wie gut unsere Ideen aufgegangen sind. Vielleicht auch deshalb, weil wir vorab gemeinsam Skripte erstellt hatten, an denen wir uns bei der Umsetzung stets orientieren konnten.

 

Welches didaktische Konzept steckt eigentlich hinter Ihrem MOOC und wie ist er aufgebaut?

Avan Antia: Bei der Konzeption des MOOCs war die wichtigste Ausgangsfrage für uns, wen wir eigentlich wie adressieren wollten. Wir senden den Kurs ja in der Reihe der SDG Academy, die mit globale Bildungsformate zur Umsetzung der von den UN beschlossenen Sustainable Development Goals beitragen möchte. Mit unserem MOOC versuchen wir praxisrelevantes Wissen aus unseren Fachbereichen – multidisziplinare Meereswissenschaften – anschaulich aufzubereiten. Dazu zählen wissenschaftliche Theorien, aktuelle Fakten und Erkenntnisse, die aus der Art von integrierten Wissenschaft, die wir betreiben, hervorgehen – und die wichtigen Entscheidungsprozessen als Grundlage dienen können. Und zwar überall dort, wo Nachhaltigkeit praktiziert wird.

 

Der Trailer zum MOOC gewährt spannende Einblicke:

 

Jede Woche präsentieren wir im MOOC ein neues Thema, das wir zunächst einmal auf mehrere maximal zehnminütige Lesung heruntergebrochen haben. Die wichtigste Ausgangsfrage dabei war für uns bei der Planung immer, welches Wissen sich optimal mit den Kenntnissen und Einblicken verknüpfen lässt, die unser Publikum wahrscheinlich bereits mitbringt. In der Hauptsache haben wir unser Angebot auf Menschen zugeschnitten, die beruflich mit dem Thema Meeresschutz zu tun haben, also beispielsweise auf NGO-Mitarbeitende oder auch auf Lehrende aller Disziplinen und Bildungseinrichtungen. Zugleich adressieren wir Studierende, die sich für den Meeresschutz interessieren – aber natürlich sollten auch alle anderen Interessierten am Kurs teilnehmen.

Wir beschränken uns dabei nicht auf die reine Wissensvermittlung, sondern legen Wert auf Reflexionen aus unterschiedlichen Perspektiven. Was können wir als Bürgerinnen und Bürger beispielsweise gegen die Erderwärmung oder Meeresverschmutzung unternehmen? Wie sieht der rechtliche Rahmen aus? Was ist der Wert der Natur und was sollten beziehungsweise dürfen wir eigentlich tun, um sie zu schützen? Zu den einzelnen MOOC-Sessions bieten wir eine Vielzahl von Materialien an, beispielsweise Fragebögen und Quizzes, aktuelle Diskussionen oder weiterführende Links, mit denen sich unsere Teilnehmenden je nach Interesse und Kapazitäten befassen können. Nicht zuletzt eröffnen wir Diskussionsthreads und bemühen uns, alle auftretenden Fragen von unseren Experten beantworten zu lassen.

 

 

Welche Erfahrungen haben Sie beim ersten Durchlauf des MOOCs im vergangenen Jahr gesammelt und was machen Sie dieses Mal vielleicht sogar anders?

Avan Antia: Im vergangenen Jahr kamen die mehr als 4000 MOOC-Teilnehmenden aus 61 Ländern, entsprechend vielschichtig war deren Feedback. Die meisten Elemente stießen schon damals auf großen Zuspruch, aber Kleinigkeiten lassen sich immer verbessern. So haben wir den Kurszeitraum dieses Mal beispielsweise von 10 auf sechs Wochen reduziert. Außerdem gibt es diesmal ein kompetentes Team von PostDocs, die wir zu MOOC-Scouts ernannt haben. Sie stehen als Ansprechpartner für einzelne MOOC-Module zur Verfügung und kümmern sich um die didaktische Ausgestaltung.

Außerdem verlassen wir den Elfenbeinturm jetzt noch stärker und binden in Form von Gastvorträgen auch ganz konkrete Anwendungsbeispiele in unseren MOOC mit ein. Dirk Lindenau ist beispielsweise in einer Session zu Gast, um von seinem Müllmanagement-System fürs Meer zu berichten. Die aktuelle Woche steht indes unter dem Motto Coastwords und bindet ein Citizen-Science-Projekt mit ein, das in Kiel konzipiert und durchgeführt wird. Wir wollen eben auch vermitteln, dass jeder dazu ermächtigt ist, am Ozeanwissen teilzuhaben, selbst an Projekten teilzunehmen oder gar eigene Projekte auf die Beine zu stellen.

Unsere Lernmaterialien spiegeln diesen Ansatz wider: Alles ist OpenSource, die Teilnehmenden können sie für eigene Zwecke nutzen, haben die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen, eigene Gruppen zu bilden und dergleichen mehr. Zudem hat weltweit jeder Zugang zu allen Materialien, die wir im Rahmen des MOOCS zu Verfügung stellen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Weiterführende Links

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