Von Lehrerbildern, Respekt und Biografiearbeit

Zum Kurs „Kompetent leiten – Führungspersönlichkeit entwickeln“

Themenzentrierte Interaktion (TZI) für angehende Lehrer_innen: In dem Seminar „Kompetent leiten – Führungspersönlichkeit entwickeln“ setzten sich Studierende intensiv mit ihrem Auftreten und ihrer Haltung im Klassenzimmer auseinander. Die Teilnehmerin Rhonda Gutschmidt berichtet.

Zwei Wochenenden mitten im Semester und eine ganze Woche in den Semesterferien in der Uni verbringen – und das freiwillig und ganz ohne Credit Points? Da ist der Student von heute erst mal verwirrt. Warum sollte man denn ein Seminar belegen, dass einem „nichts bringt“? – Diese Frage wurde in der Veranstaltungsreihe zum Thema „Kompetent leiten – Führungspersönlichkeit entwickeln“ sehr schnell beantwortet: weil es endlich mal um uns als Personen ging; um unsere persönliche Entwicklung als Lehrkraft, die Bearbeitung unser ganz eigenen Biografie.

Jeweils angeleitet im Zweier-Team, zunächst an den Wochenenden von Sandra Bischoff und Christoph Wiethold, anschließend in der Woche von Sandra Bischoff und Christian Dehm, lernten wir erst einmal das Prinzip der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth Cohn näher kennen. Anschließend analysierten und bearbeiteten wir mit Hilfe dieses Modells und seiner Grundannahmen verschiedene Situationen unseres zukünftigen Lehreralltags. Von Konfliktsituationen zwischen Schülern und zwischen Schülern und Lehrern bis zur Entwicklung unseres ganz eigenen Lehrerbildes gab es viele interessante und hilfreiche Gespräche und Übungen, die wir auch für die Zukunft nutzen können.

Im Kurs herrschte eine sehr harmonische, persönliche Atmosphäre, die in einem normalen Seminar an der Uni so sicher selten zu finden ist. Der Schwerpunkt dieses Seminars lag nicht darin, am Ende eine Prüfungsleistung abzuliefern und danach nie wieder über die Inhalte nachzudenken – es ging um uns als Menschen, um unser Grundverständnis des Lehrerberufs, um die Bedeutung von Respekt und Achtung in unserem Berufsleben. Zwar gab es am Ende dieser Veranstaltung für alle Teilnehmenden auch ein Zertifikat, doch die Erfahrungen und Denkanstöße, die dieses Seminar gebracht hat, wiegen deutlich schwerer. In dieser Veranstaltung hat man tatsächlich einmal „fürs Leben gelernt“.

Rhonda Gutschmidt (Studentin)

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Schaubild zur Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn

Am 3. Juli findet eine ausführliche Projektprasentation statt, Lehrende und Neugierige sind herzlich eingeladen!

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