Methode: Speed Dating – mit Video

Gemeinsames Lernen, wirkungsvoller Erfahrungsaustausch

Ein Gastbeitrag von Michael Folgmann

Unter Speed Dating stellt man sich gemeinhin nicht unbedingt eine Lehrmethode vor. Dass diese hochschuldidaktische Methode nicht nur Spaß macht, sondern sehr wirkungsvoll den Erfahrungsaustausch und damit das gemeinsame Lernen unterstützt, erklärt Melanie Haug vom Lehrstuhl für Pädagogik der TU München im neuen Lehrmethodenvideo Speed Dating.

Ablauf

Wie bei der bekannten Partnervermittlungsmethode setzen sich beim Speed Dating zwei Studierende gegenüber und tauschen sich zu einer vorgegebenen Themenfrage aus. Nach drei Minuten wird der Gesprächspartner gewechselt und die Dozentin/der Dozent stellt eine neue Aussage bzw. Frage zur Diskussion. Haug setzt das Speed Dating im Rahmen des TUMpaedagogicums ein, ein begleitetes Schulpraktikum für Lehramtsstudierende. Die Studierenden reflektieren hierbei intensiv Ihre Praktikumserfahrungen.

Wo in einem Frontalvortrag nur punktuell studentische Erfahrungen im Plenum verbalisiert werden können, kommt beim Speed Dating jeder Teilnehmer zu Wort. Im Anschluss an den partnerweisen Austausch rundet eine kurze Abschlussdiskussion im Plenum die Methode ab. Speed Dating ist auch (oder gerade) in großen Gruppen von bis zu 60 Teilnehmern möglich.

Speed Date

5 Gedanken zu „Methode: Speed Dating – mit Video

  1. Ich habe mit dieser Methode auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich setze sie z.B. auch in der Arbeit mit Jugendlichen zur persönlichen Zielfindung/-planung ein. Oder im Transition Town Seminar hier in Kiel im letzten Semester, wo die Studierenden ihre Ideen für REconomy-Projekte so vorgestellt haben und sich danach dann die Projektarbeitsgruppen fast wie von selbst zusammen gestellt haben.

  2. Die Methode eignet sich auch ganz gut zum Kennenlernen in einer längeren Veranstaltung. Häufig bleibt der lebhafte Ton aus dieser Startphase dann die ganze Zeit erhalten.

  3. Als Kennenlern-Methode ist diese ohne Zweifel sehr gut geeignet, als Methode zum Erfahrungsaustausch sicher auch, solange es nur um den Erfahrungsaustausch als solchen geht. Eine Bewertung des Erlebten , eine Unterstützung für weitere Schulveranstaltungen, eine Korrektur eines gezeigten möglicherweise ungeeigneten Verhaltens bleiben hingegen aus, weil keine Fachkraft das Erlebte kommentiert sondern der Kommilitone, der es auch nicht besser weiß. Wie kann die ganze Gruppe dann lernen?
    Wer weiß, was lernenswert ist, was man sich vom Nachbar -Kommilitonen abgucken könnte. Werden best-practice-Beispiele später im Plenum vorgestellt?

  4. Das stimmt natürlich. Die Methode eignet sich bestenfalls für eine Peer-Bewertung und somit nur bedingt für die Korrektur möglicherweise ungeeigneten Verhaltens. Wobei sich das in Ihrem Kommentar so anhört, als wäre nur dann ein Lernprozess möglich, wenn eine kompetente Fachkraft das Erlebte kommentiert. Da traue ich den Studierenden wesentlich mehr zu. Ich finde aber auch, eine Plenumsdiskussion sollte immer an das Speed Dating anschließen, wobei ich den Begriff Best-Practice in Good-Practice ändern würde.

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