Methode: Vernissage

Einstieg in neue Themen, kreative Auseinandersetzung mit Inhalten

Eine Vernissage im Uniseminar? Die Lehrmethode, die sich hinter der eleganten französischen Bezeichnung verbirgt, ermöglicht Studierenden einen intensiven Einstieg in neue Themen. Dabei aktiviert die kreative Auseinandersetzung mit Inhalten die Teilnehmenden und bringt sowohl Diskussionen als auch Reflexionen ins Rollen.

 

 

Die Lehrmethode Vernissage ist an die Eröffnungsveranstaltung einer Kunstausstellung angelehnt und kursiert auch unter dem Namen Gallery Walk. Sie eignet sich insbesondere für kleinere Lehrveranstaltungen mit bis zu 20 Teilnehmenden. Die Studierenden erhalten vorab die Aufgabe, Ausstellungsobjekte zur ersten Seminarsitzung mitzubringen. Ihrer Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt; von Zeitungsausschnitten oder Videobeiträgen über Alltagsgegenstände bis hin zu Skulpturen und Fotografien ist alles denkbar. Wichtig nur: Die mitgebrachten Objekte sollen unmittelbar Bezug zum Thema der Lehrveranstaltung nehmen.

Schon das Auswählen dient als erster inhaltlicher Einstieg: Die Studierenden recherchieren im Vorfeld und nehmen einen forschenden Blick ein, den sie anschließend durch ihre Ausstellungsobjekte mit den Kommiliton_innen teilen. Während der Vernissage erhalten alle Gelegenheit, die mitgebrachten Objekte zu erläutern. Bei einem Rundgang machen sich die Studierenden Notizen, um anschließend gemeinsam im Plenum über das Gesehene und Gehörte zu diskutieren. Ganz nebenbei erfährt die Lehrperson dadurch auch, welche Kenntnisse und welche Erwartungen die Studierenden mitbringen.

Weil die Aufgabenstellung, eine Vernissage zu gestalten, für viele Studierende ungewohnt sein dürfte, bietet es sich an, ihnen ganz konkrete Fragestellungen an die Hand zu geben. Hier – passend zu unserem Methodenvideo oben – ein Beispiel aus einem Seminar zum Thema Urban Gardening vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe):
Wir machen eine Vernissage! (pdf)
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Varianten

  • Eine Vernissage lässt sich auch am Ende eines Seminars zur Ergebnissicherung nutzen. Auf diese Weise können sich z.B. auch Seminarergebnisse visualisieren lassen und/oder an Außenstehende weitergetragen werden.
  • Auch zu Texten lässt sich via Vernissage Position beziehen, dabei können z.B. unterschiedliche Sichtweisen oder Argumentationsstränge anhand von Ausstellungsobjekten greifbar gemacht werden.
  • Falls es bei einer Vernissage einmal um mehrere Themenbereiche einer Lehrveranstaltung gehen soll, ist es möglich, Studierendengruppen unterschiedliche Aufgabenstellungen zu geben.
  • Objekte für Vernissagen lassen sich je nach Zielsetzung sowohl in Einzel- als auch in Gruppenarbeit erstellen und/oder auswählen.

 

Weiterführende Links

  • Vernissage in der Methodenbar  vom Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung der Universität Duisburg-Essen
  • Vernissage im WIFI-Blog vom Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaftskammer Österreich

 

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