Lehrpreis für Matthias Laudes

Fachschaft Agrar und Ökotrophologie zeichnet „Bedside Teaching“ aus

Prof. Dr. med. Matthias Laudes ist mit dem Fachschafts-Lehrpreis der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät ausgezeichnet worden. Laut Lehrevaluation kam der Mediziner deshalb besonders gut bei den Studierenden an, weil er den Lernstoff durch „unendlich viele Beispiele aus dem Klinikalltag greifbar und verständlich macht“. Außerdem verschafft er seinen Studierenden regelmäßig die Möglichkeit, mit „echten Patienten“ ins Gespräch zu kommen, um spezifische Krankheitsbilder besser zu verstehen.

Entgegengenommen hat Matthias Laudes die Auszeichnung der Studierenden auf der Absolventenfeier, zu der die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät am Freitagnachmittag (11. Dezember) eingeladen hatte. Jetzt darf er den Wanderpokal der Fachschaft ein Semester lang bei sich in der Klinik für Innere Medizin im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein beherbergen – und hat allen Grund, stolz auf die Evaluationsergebnisse zu seiner Lehrveranstaltung  „Bedside Teaching“* aus dem Sommersemester 2015 zu sein.

„Herr Laudes hat die meisten Topnoten bei unserer Evaluation erhalten“, sagt Fachschafts-Mitglied Julia Dietrich, „er bemüht sich um unendlich viele Beispiele aus dem Klinikalltag, die er Studierenden anhand von Fotos und Videos zur Verfügung stellt.“ Noch viel bemerkenswerter sei jedoch, dass Matthias Laudes in jeder Lehrveranstaltung eine neue Erkrankung mithilfe eines echten Patienten zu veranschaulichen versucht. „Die Studenten können durch Fragen an den Dozenten und an die Patienten die Krankheitsbilder besser verstehen – aus trockener Theorie wird dadurch greifbare Praxis.“

*Die ausgezeichnete Lehrveranstaltung ist Teil des Fachstudiums
Ernährungs- & Lebensmittelwissenschaften (4. Semester).

Kurzinterview zur „guten Lehre“ mit Preisträger Matthias Laudes

laudesHerr Laudes, was bedeutet „gute universitäre Lehre“ für Sie?

Matthias Laudes: Gute Lehre sollte den Studenten nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie auch motivieren, als zukünftige Wissenschaftler neues Wissen selbst zu produzieren. Es ist nämlich im Arbeitsleben viel spannender die Ernährungswissenschaft und die Medizin von morgen mitzugestalten als „nur“ im Hier und Jetzt Wissen in der alltäglichen Praxis anzuwenden.

Warum liegt Ihnen gute Lehre am Herzen?

Gut ausgebildete und motivierte Studenten sind die Wissenschaftler von morgen, und die brauchen wir natürlich in unseren Forschungsgruppen. Somit ist gute Lehre aus Sicht eines Professors  sogar ein bisschen egoistisch.

Wie binden Sie Ihre Studierenden in Lehrveranstaltungen aktiv mit ein?

Ich stelle häufig Probleme im ernährungsmedizinischen Alltag vor und bitte die Studenten um Lösungsvorschläge. Im Laufe der Vorlesung erarbeiten wir dann gemeinsam den „besten“ Weg – falls es diesen überhaupt gibt.

Warum haben sich die Studierenden wohl dafür entschieden, Sie mit dem Lehrpreis für diese Veranstaltung auszuzeichnen?

Ich kenne natürlich die anderen Vorlesungen nicht und kann nur spekulieren. Eine Besonderheit bei mir ist aber, dass ich am Anfang der Vorlesungen häufig Patienten mitbringe. Die Studenten dürfen die „Anamnese“ dann selbst erheben. Das ist in der Ökotrophologie sonst, glaube ich, nicht der Fall, sodass es etwas Neues ist. Natürlich müssen alle Studenten eine Schweigepflichterklärung in der ersten Vorlesung unterzeichnen und alle Patienten, die mit in eine solche Veranstaltung kommen, sind darüber informiert und haben eingewilligt.

Haben Sie drei Tipps für eine gelungene Lehrveranstaltung, die Sie an interessierte Kolleg_innen weitergeben können?

  1. Mehrere Medien benutzen (Patientenvorstellung, Power Point, Tafel), das lockert die 90 Minuten auf
  2. Praxisbezug im Alltag herstellen – und gleichzeitig zur Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Neuentwicklungen motivieren (das ist ein kleiner Spagat)
  3. Keine zu schwere Klausur

Vielen herzlichen Dank für das Interview!

 

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