Statistik mit „Zuckerbrot und Peitsche“

Dr. Mario Hasler erhält Fachschafts-Lehrpreis für „Einführung in die Statistik“

Bereits zum zweiten Mal hat Mario Hasler den Lehrpreis der Fachschaft der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät erhalten – und zwar für eine Statistik-Vorlesung. Wie es ihm gelingt, komplexe mathematische Themen so anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln, dass die Studierenden ihn erneut zum besten Dozenten des Semesters wählten, verrät Herr Hasler im Interview.

hasler

Dr. Mario Hasler

 

Als fakultätseigener Statistiker ist Mario Hasler  (37) für die statistischen Beratung aller Projekte der Kieler Agrarier_ und Ernährungswissenschaftler_innen zuständig, die mit Statistiken arbeiten – außerdem verantwortet er die Haupt-Lehrveranstaltungen zum Thema an seiner Fakultät.

Herr Hasler, wie schaffen Sie es, ausgerechnet eine Statistik-Veranstaltung so zu gestalten, dass sie den Studierenden gefällt?

Mario Hasler: Ich bin weder Didaktiker noch Pädagoge, es steckt in meinen Lehrveranstaltungen also null Zauberwerk drin. Schritt eins ist für mich, den Studierenden erst einmal die Notwendigkeit meiner Statistik-Vorlesung zu vermitteln. Wenn ich ihnen klar gemacht habe, warum und wozu sie Statistik im Laufe ihres Studiums definitiv brauchen werden, ist das schon einmal die halbe Miete.

Außerdem plädiere ich für einen gesunden Realismus: Als Dozent darf man seine Ziele nicht zu hoch hängen. Ich werde es niemals schaffen, aus Agrariern und Ernährungswissenschaftlern eingefleischte Statistiker zu machen – und das ist auch gar nicht meine Aufgabe. Ich muss den Studierenden also nicht haarklein die Mathematik vermitteln, sondern eben nur das, was sie auch wirklich brauchen. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich lasche Inhalte vermittle – ich stecke vorab einen klaren Zielkatalog ab,  den dann auch stramm durchziehe.

hasler einsicht

Auszug aus einem Vortrag von Herrn Hasler über „Statistik für Anwender“ auf dem 58. Biometrischen Kolloquium (IBS-DR) in Berlin.

 

Haben Sie noch weitere Tipps, wie die Vermittlung komplexer und vielleicht nicht unbedingt populärer Studieninhalte gelingen kann?

Was mir wichtig ist, ist eine gewisse Haltung gegenüber den Studierenden: Es ist absolut ok und auch notwendig, als Dozent etwas Distanz zu den Studierenden zu haben – allerdings darf die Distanz meiner Meinung nach auch nicht zu groß sein. Natürlich bin ich der Chef in der Vorlesung, das hindert mich aber nicht daran, zwischendurch immer einmal die Stimmung aufzulockern.

Beispielsweise lasse ich die Studierenden in meiner Vorlesung „Einführung in die Statistik“ gern einmal mein Alter schätzen. Erstens müssen sie dann überhaupt mal etwas sagen; zweitens werfen dann immer einige Pfiffikusse „18!“ oder „65!“ ein, worauf ich kontere –zum Beispiel: ’na, Sie merke ich mir für die Klausur!‘ – und schon lachen alle.

hasler zuckerbrot

ebf. aus dem Vortrag von Herrn Hasler über „Statistik für Anwender“.

Außerdem würde ich mich nie in Anzug und Krawatte vor die 400 Studierenden in meiner Einführungs-Vorlesung stellen. Der Respekt der Studierenden vor dem Thema Statistik ist ohnehin schon schrecklich groß, da komme ich lieber in lockerer Alltagskleidung in den Hörsaal.

Und noch eine Kleinigkeit, die in der Evaluierung aber regelmäßig hervorragend bewertet wird: Zu Beginn jeder Sitzung liefere ich den Studierenden eine kurze Zusammenfassung zum aktuellen inhaltlichen Stand. Drei bis vier Minuten reichen meiner Erfahrung nach vollkommen aus, um alle wieder mit ins Boot zu holen.

Und wie stellen Sie sicher, dass Ihre Studierenden auch im späteren Verlauf einer Sitzung am Ball bleiben?

Ich bin ein Freund von Tafel und Kreide – das Mitschreiben und Vorrechnen von Beispielaufgaben nimmt nicht nur das Tempo raus, beim (Mit-)Schreiben prägt sich der Stoff auch viel besser ein. Darum setze ich insgesamt auf einen Mix aus Folien und Tafel: Die grundlegenden Fakten kommen ins Skript, Aufgaben und Beispielrechnungen bearbeiten wir in der Vorlesung gemeinsam an der Tafel.

Was ich nicht verstehe, sind Dozenten, die keine Fragen zulassen. Clevere Fragen seitens der Hörer sind doch toll. Die Studierenden sind aktiv dabei, haben Spaß – und man kann ganz nebenbei gleich noch Werbung für die Fortsetzungsveranstaltung machen. Studierende haben doch ohnehin überhöhte Vorstellungen von Dozenten, ich ermutige sie deshalb darin, ihre Fragen auch offen anzubringen.

Mein Motto: Zuckerbrot und Peitsche. Ich versuche die Statistik-Vorlesung unterhaltsam und witzig zu gestalten, würde mich aber niemals vor den Studierenden zum Kasper machen. Ich unterstütze die Studierenden, erwarte aber auch, dass sie die wöchentlichen Übungsaufgaben bearbeiten.

Warum lohnt es sich aus Ihrer Sicht, sich für die Lehre zu engagieren?

Die Frage ist eigentlich überflüssig – wir sind eine Uni, unsere Hauptaufgaben sind: Forschung und Lehre! Ich bin keine Rampensau und brauche nicht unbedingt 400 Menschen, die mir zuhören, damit es mir gut geht. Aber wenn die Hörer Spaß haben und die Wissensvermittlung zum sozialen Event wird, bereitet sie mir einfach Freude!

 

Über den Lehrpreis

Seit dem Jahr 2001 vergibt die Fachschaft der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät im Rahmen der Absolventenfeier den Lehrpreis. Entschieden wird aufgrund der in jedem Semester von den Studierenden durchgeführten Lehrevaluierung.

22 Gedanken zu „Statistik mit „Zuckerbrot und Peitsche“

  1. Na, herzlichen Glückwunsch, Herr Hasler. Von Ihren ca. 400 Studierenden haben sich gerade einmal 26 bis 56 Studierende an der Evaluation beteiligt – ca. 6,5% bis 14% aller Hörerinnen und Hörer Ihrer Vorlesung. Es ist kaum anzunehmen, daß Ihr Evaluationsergebnis in irgendeiner Weise aussagekräftig für Ihre Lehrveranstaltung ist. Oder meinen Sie etwa, daß die fehlenden Daten der übrigen Studierenden missing completely at random sind? Wir psychometrischen Statistiker wissen jedenfalls, daß sich meistens die motivierten Personen an solchen Erhebungen freiwillig beteiligen – und das sind oft die fähigeren. Bei denen – das wissen wir Bildungsforscher auch – ist es doch eigentlich egal, wer vorne den Dozenten macht. Die finden alles gut, weil sie es ja auch ohne große didaktische Bemühungen verstehen.

    Witzig auch, daß Mitschriften Ihrer Hörerinnen und Hörer unter „falschen Vorstellungen von Statistik“ „Urnenmodelle, Lotto, …“ stehen haben. Dabei kommen das Urnenmodell und das Lottospiel in fast jeder Einführung in die Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik vor – als anschauliche Beispiele. Also entweder haben Sie da etwas falsch erklärt oder der Mitschreiber falsch verstanden. Beides spricht nicht unbedingt für Sie.

    Ihre Beeinflussung der Umfrage zu Ihrem Alter (jetzt ist der wahre Wert ja bekannt – 37) läßt nicht darauf schließen, daß Ihnen die Bedeutung des Zufallsprozesses wirklich klar ist. Denn zufällige Ausreißer nach unten (18!) oder oben (65!) gehören zur unverzerrten Wahrscheinlichkeitsverteilung dazu. Wenn man die dann durch solche Kommentare wie ‚na, Sie merke ich mir für die Klausur!‘ negativ sanktioniert, beeinflußt man die Verteilung der Äußerungen zumindest in Bezug auf die Varianz. Eine Zufallsvariable haben wir durch solche Äußerungen mit Sicherheit nicht realisiert.

    Zum Schluß, Herr Hasler, warum hatte ich eigentlich Studierende Ihrer Vorlesung aus dem Wintersemester 2014/2015 in meinem Statistik-Nachhilfeunterricht, wenn bei Ihnen doch alles so toll ist? 26 bis 56 Studierende von ca. 400 Studierenden stellen höchstwahrscheinlich keine Zufallsauswahl dar …

    Na, also meinen herzlichen Glückwunsch, Herr Hasler.

    1. Lieber Herr Walter,
      was Sie offenbar übersehen haben, ist der Umstand, dass Herr Hasler sich nicht selbst ausgezeichnet hat. Der Lehrpreis wird von der Fachschaft seiner Fakultät vergeben, die auch die zugrundeliegende Evaluation durchführt. Verbesserungsvorschläge zur Umsetzung und Ihren Rat nimmt die Fachschaft sicher gern entgegen.

      Hinter den Ausspruch ‚na, Sie merke ich mir für die Klausur!‘ im Interview hätte ich vermutlich einen zwinkernden Smiley setzen sollen, damit die ironisch-scherzhafte Betonung auch hier im Text rüberkommt. Das ist ein Witz!

      Zu guter Letzt: Herr Hasler hat uns dieses Interview auf meine Anfrage und Initiative hin gegeben, weil ich davon ausgehe, dass die Ansichten eines von den Studierenden für seine Lehre ausgezeichneten Statistikers von Interesse für Lehrende sind. Sie sind herzlich eingeladen, hier konstruktive Vorschläge zu machen oder Herrn Haslers Ansichten zu diskutieren. Persönlich sollte es allerdings nicht werden.

      1. Sehr geehrte Frau Stahl,

        vielen Dank für die schnelle Reaktion. Natürlich war und ist mir bewußt, daß Herr Hasler sich nicht selbst ausgezeichnet hat. Bei einer Beteiligung von 26-56 Studierenden (d.h. 6,5-14%) hätte ich als Statistiker den Preis abgelehnt, da das Ergebnis tatsächlich wenig aussagekräftig sein wird.

        Mir ist auch klar, daß ‚na, Sie merke ich mir für die Klausur!‘ ein Witz sein sollte. Welche Wirkung so eine Bemerkung auf Studierende haben kann, die den nicht gerade einfachen Stoff in einer Klausur am Semesterende zu beherrschen haben, ist dem Witzemacher aber anscheinend nicht wirklich klar.

        Für die Fachschaft und deren Evaluations- und Statistikkenntisse, die ja bei dem ausgezeichneten Dozenten erworben wurden, spricht die Evaluation auch nicht wirklich. Denn sonst wären die Schwächen der Evaluation aufgefallen und man hätte damit keine Werbung auf dem Lehreblog der CAU gemacht. Denn diese Evaluation ist forschungsmethodisch-statistisch gesehen eher peinlich. Einige Gründe habe ich in meinem Ursprungsposting oben genannt.

        Persönlich ist hier übrigens gar nichts, sondern meine Kritik ist mit lauter methodisch-statistischen Anmerkungen fundiert, die zur Verbesserung herangezogen werden könnten – leider ist dies offensichtlich nicht erwünscht, denn sonst hätten Sie sie aufgegriffen und nicht mit Ausreden darauf reagiert. Schade.

        CAU – Exzellenz im Norden!

      2. Naja, natürlich gibts immer etwas zu kritisieren in Evaluationsbögen. Allein die Tatsache, dass man fragt in der Art: „Wie finden Sie es?“, lässt Platz für Subjektivität und ist natürlich schlechter als zu überprüfen, wie viel lernen die Studenten denn wirklich in der Vorlesung. Sicherlich trägt auch viel zur guten Einschätzung bei, dass Herr Hasler ein cooler Typ ist 😉 Aber ich finde, es wird schon deutlich, dass er sich Mühe gibt und Gedanken macht. Und das macht vielleicht schon den Unterschied zu anderen Dozenten aus. Und wenn der Preis dann ein Ansporn ist, weiter zu machen und noch besser zu werden, ist doch alles bestens. Deshalb kann ich die harsche Kritik auch nicht recht verstehen. Ich finde den Lehrpreis eine gute Idee und wünschte, den hätte es zu meiner Studienzeit auch an unserer Fakultät gegeben. Herzliche Grüße und Glückwunsch an den Preisträger !

        1. :Naja, natürlich gibts immer etwas zu kritisieren in Evaluationsbögen.

          Mit solchen pauschalen Relativierungsversuchen treffen Sie nicht den Kern meiner Kritik.

          :Allein die Tatsache, dass man fragt in der Art: „Wie finden Sie es?“, lässt :Platz für Subjektivität

          Das ist nur bedingt ein Problem. Denn es ist natürlich zulässig, nach den Meinungen und Einstellungen der Vorlesungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu fragen. Sonst könnten Sie die gesamte Meinungsforschung der Demoskopen sowie die Einstellungsforschung der Sozialpsychologen mehr oder weniger in die Tonne kloppen.

          Apropos: Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Erklärt sich die geringe Beteiligungsquote (6,5-14%) möglicherweise damit, daß die Evaluation am Ende der Vorlesungszeit stattfand, der fehlende Rest also SCHWUND ist, der die Vorlesung gar nicht von Anfang bis Ende besucht hat? Diese Abbrecherquote sollte doch zu denken geben, denn sie spräche nicht dafür, daß die Statistikvorlesung ein Publikumsmagnet ist. Falls ich in diesem Punkt Recht habe, dann ließe dies eher darauf schließen, daß zum Schluß nur die Hartgesottenen dahin gehen, also diejenigen, denen man alles vorsetzen kann und die es noch toll finden.

          :ist natürlich schlechter als zu überprüfen, wie viel lernen die Studenten :denn wirklich in der Vorlesung.

          Man müßte einen Vor- und einen Nachtest machen. Also Klausur am Anfang und am Ende (ich mache mich gerade beliebt). Dann wüßte man, wie viel die Studierenden gelernt haben. Wobei die meisten am Anfang weder etwas von t- noch von U-Test, geschweige denn einer Varianzanalyse gehört haben werden. Aber zum Schluß sollten sie alle davon gehört haben, zumindest in der Vorlesung. Von deskriptiver Statistik (abs. / rel. Häufigkeit, Mittelwert, Varianz), Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sollten die meisten etwas in der Oberstufe des Gymnasiums mitbekommen haben. Ein Vorher- / Nachher-Vergleich wäre also prinzipiell möglich, um die Qualität der Lehre an objektiven („harten“) Kriterien festmachen zu können.

          Selbst bei subjektiven Kriterien (Zufriedenheit) wären Vor- und Nachtest nicht schlecht. Also z.B. Zufriedenheit nach dem 2. Termin mit Zufriedenheit nach dem vorletzten Termin. Dann sähe man auch die Abbrecherquote besser.

          : viel zur guten Einschätzung bei, dass Herr Hasle ein cooler Typ ist

          Zum „viel“ habe ich genug geschrieben: 6,5-14% ist keine hohe Beteiligungsquote. Es gehen mehr zur Kommunalwahl in der Landeshauptstadt Kiel (2013: 37,2%) und das soll etwas heißen bei der Politikerverdrossenheit in Deutschland. Unsere Volksvertreter sind ja im Allgemeinen so beliebt wie Fußpilz.

          Zum „coolen Typen“: Was nützt einem der „coole Typ“ später am Arbeitsplatz, z.B. wenn man den Ertrag seiner Ackerflächen oder seiner Schweine oder die Schadstoffbelastung von Gewässern miteinander vergleichen will, aber keinen blassen Schimmer hat, wie man das machen soll? „Ach ja, da gab’s ne Vorlesung. Die war so beliebt, daß 80% am Ende nicht mehr hingegangen sind …“

          :Und das macht vielleicht schon den Unterschied zu anderen Dozenten :aus.

          Wie andere Dozentinnen und Dozenten bewertet wurden, wissen wir nicht. Auch nicht, ob die Unterschiede zur Bewertung von Herrn Hasler statistisch bedeutsam sind, noch nicht einmal, ob die Ergebnisse verschiedener Evaluationen überhaupt miteinander vergleichbar sind. Statistik von Hasler gegen Botanik von Ober … die Zufriedenheit mit Äpfeln verglichen mit der Zufriedenheit mit Birnen … die 14%, die den Bogen bei Hasler ausgefüllt haben, waren zufriedener als die 22%, die ihn bei Ober ausgefüllt haben, … und was sagt uns dieser Vergleich?

          :Und wenn der Preis dann ein Ansporn ist, weiter zu machen und noch :besser zu werden, ist doch alles bestens.

          Die präsentierten Ergebnisse werden eher dazu führen, daß alles so bleibt, wie es ist. Denn den Ergebnissen zufolge, die sich in erster Linie am obersten Rand („Deckeneffekt“) bewegen, ist ja vorwiegend alles super. Wie soll so eine Rückmeldung zu Veränderungen führen?

          :Deshalb kann ich die harsche Kritik auch nicht recht verstehen.

          Die Kritik betrifft die Frage, ob diese Evaluation überhaupt eine Erkenntnis über die Qualität der Lehre ermöglicht. Die Antwort ist „nein“, denn die Evaluation ist – so wie sie sich hier darstellt – selbst von einer geringen Qualität, so daß kaum belastbaren Schlußfolgerungen auf dieser Basis gezogen werden können.

          Meine Vorhersage ist, daß es zu keinen Verbesserungen der Evaluation und damit der Verhältnisse kommen wird. Denn die Verbesserung der Evaluation würde vermutlich mehr Mißstände aufdecken als die vorliegende Kuschelevaluation. Das würde wirklichen Veränderungsdruck aufbauen. Und den wollen die wenigsten.

    2. Hallo Herr Walter,

      es ist schwer, die Ironie in Ihrem Kommentar zu überlesen. 🙂 Ich werde trotzdem mal mein Bestes geben und parieren:
      Die Zahl der Evaluierenden ist generell rückläufig, nicht nur in meiner Vorlesung. Vor diesem Hintergrund überlegt unsere Fachschaft auch, ob sie den Lehrpreis überhaupt noch vergeben will. Ich selbst animiere definitiv meine ZuhörerInnen zu evaluieren und sage auch, dass mir konstruktive Kritik eigentlich sehr lieb ist, weil ich dann Ansatzpunkte zur Verbesserung habe.
      Dass die Evaluierung aussagekräftig sei, habe ich nie behauptet. Das Problem haben aber alle Veranstaltungen, nicht nur meine. Dann bin ich meinetwegen als Einäugiger der König unter den Blinden, um das Sprichwort zu zitieren. Und in aller Bescheidenheit: Ich habe mich nie aufgedrängt oder selbst ins Spiel gebracht für den Lehrpreis oder diesen Beitrag. Man kam auf mich zu. Hätte ich ablehnen sollen?
      Dass meine Evaluierungsergebnisse möglicherweise verzerrt sind, kann ich nicht strikt widerlegen und Sie können es umgekehrt nicht beweisen. In dubio pro reo, oder? Aber konsultieren Sie doch unsere Fachschaft oder die Kollegen und fragen dort, wie deren Bild über mich ist. Noch besser, Sie dürfen gerne in meine Vorlesung kommen. Es ist leicht, Kritik zu üben über Dinge, die man im Grunde gar nicht beurteilen kann, weil man nicht dabei war.
      Urnenmodell und Lottospiel kommen tatsächlich in vielen Einführungen in die Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik vor, ja. Genau das kritisiere ich. Es sind eben für Agrar- und ErnährungswissenschaftlerInnen KEINE anschaulichen, sondern abschreckende Beispiele. Wenn Sie Abiturienten fragen, was sie sich anhand dessen, was sie im Abitur hatten, unter Statistik vorstellen, bekommen sie keine Jubelschreie zu hören. Man braucht das Urnenmodell und Lotto auch nicht notwendigerweise. Besser und notwendig sind Beispiele aus dem jeweiligen Fachgebiet, sonst fragen sich zu viele ZuhörerInnen, was das mit ihrem Studienfach zu tun hat. Wenn Sie keine besseren Beispiele auf Lager haben als Urnenmodelle und Lotto, dann spricht das nicht für Sie, Herr Walter.
      Wenn Sie mich ein bisschen kennen würden und persönlich einschätzen könnten, wüssten Sie, dass ein Aussage „Sie merke ich mir für die Klausur“ nur ein Scherz sein kann. Im Ernst, ich bezweifle hier wirklich Ihren Humor und Ihren Realitätssinn!
      Warum Sie Studierende aus meiner Vorlesung zur Nachhilfe hatten, wenn bei mir doch alles so toll ist … ? Ich habe nie gesagt, dass bei mir alles toll ist. Sie unterstellen mir das gerade. Ich behaupte, dass ich einiges ziemlich richtig und besser mache als andere, ja. Das tue ich deswegen, weil einfach schon sehr viele Studierende und Kollegen, nicht nur aus Kiel, auf mich zugekommen sind und mir das genau so gesagt haben. Wie viele waren es bei Ihnen? Es missfällt mir eigentlich auch sehr, dass ich hier quasi so prahlen muss, aber Sie drängen mich ja dazu. Außerdem hat (fast) jedes Problem auch eine natürliche Streuung. Egal, wie gut eine Vorlesung sein mag, es wird immer Studierende geben, die ihre Probleme haben. Mein Anspruch darf nicht sein, mich an den schlechteren KandidatInnen zu orientieren, sondern an der Mitte. Den schlechteren KandidatInnen verweigere ich mich aber auch nicht. Wer Fragen hat, kann jederzeit zu mir kommen. Ich empfehle aber auch, sich im Zweifelsfall eine „zweite Meinung“ einzuholen. Meine Erklärungsansätze sind natürlich nicht die einzig wahren!
      Zum Schluss: Es fiel mir schwer, in dieser meiner Antwort auf Ihre Kritik nicht persönlich zu werden und ich will es eigentlich auch nicht. Ich habe nichts gegen faire, objektive Kritik. Aber die Art, wie Sie schreiben und kritisieren usw. ist schon sehr sarkastisch , polemisch und schnippisch. Wieso? Sie kennen mich doch gar nicht und gehen automatisch vom Schlimmsten aus? Sie bezweifeln nicht wirklich meine Kompetenz, das wäre lächerlich, tut mir leid. Können Sie sich nicht vorstellen, dass meine Vorlesung einfach wirklich nicht schlecht war? Ich würde gerne Ihr Bild von mir korrigieren. Wir können auch gerne offene Punkte diskutieren, gerne auch bei einem Kaffee. Schreiben Sie mir (hasler@email.uni-kiel.de )!

      1. Hallo, Herr Hasler,

        „es ist schwer, die Ironie in Ihrem Kommentar zu überlesen. :-)“

        So war mein Glückwunsch auch gemeint. Leider kann ich Sie wegen dieser methodisch dürftigen Evaluation wirklich nicht beglückwünschen.

        „Die Zahl der Evaluierenden ist generell rückläufig, nicht nur in meiner Vorlesung. Vor diesem Hintergrund überlegt unsere Fachschaft auch, ob sie den Lehrpreis überhaupt noch vergeben will.“

        Das wäre eine Möglichkeit. Jedenfalls wäre mit der Abschaffung einer solchen Evaluation mehr gewonnen als verloren.

        „Ich selbst animiere definitiv meine ZuhörerInnen zu evaluieren und sage auch, dass mir konstruktive Kritik eigentlich sehr lieb ist, weil ich dann Ansatzpunkte zur Verbesserung habe.“

        Dem stimme ich zu.

        „Dass die Evaluierung aussagekräftig sei, habe ich nie behauptet.“

        Da Sie nicht behaupten, daß die Evaluierung aussagekräftig ist und „nicht aussagekräftigt“ das Gegenteil von aussagekräftig ist, sehe ich dies als Zustimmung zum Fazit meiner grundlegenden Kritik.

        „Ich habe mich nie aufgedrängt oder selbst ins Spiel gebracht für den Lehrpreis oder diesen Beitrag. Man kam auf mich zu. Hätte ich ablehnen sollen?“

        Das wäre eine akzeptable Möglichkeit gewesen, mit dieser „Evaluation“ umzugehen. Zumindest hätte ich die Evaluation nicht über ein Interview oder den Lehreblog der CAU an die größere Öffentlichkeit gebracht bzw. es zugelassen.

        „Dass meine Evaluierungsergebnisse möglicherweise verzerrt sind, kann ich nicht strikt widerlegen und Sie können es umgekehrt nicht beweisen.“

        Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Ergebnisse verzerrt sind, weil die fehlenden Daten kaum als missing completetly at random angenommen werden können. Gründe hatte ich oben schon angegeben. MCAR wäre – wie Sie wissen werden – wirklich eine starke Annahme. Angemessen statistisch testen kann man die Gültigkeit dieser Annahme – soweit ich weiß – auch nicht wirklich.

        Außerdem muß derjenige etwas „beweisen“, der einen „Effekt“ behauptet oder in Anspruch nimmt, in diesem Fall den Effekt, daß Sie – Ihre Worte – der einäugige König unter den Blinden sind (Alternativhypothese), wohingegen ich die Nullhypothese als nicht durch diese Evaluation ablehnbar ansehe, daß alle anderen Lehrenden genauso gut sind wie Sie.

        „In dubio pro reo, oder?“

        Wir sind doch nicht im Strafrecht und Sie auf der Anklagebank. Das hat damit nichts zu tun.

        „Aber konsultieren Sie doch unsere Fachschaft oder die Kollegen und fragen dort, wie deren Bild über mich ist.“

        Das ist eine andere Grundgesamtheit als die der Evaluation.

        „Noch besser, Sie dürfen gerne in meine Vorlesung kommen. Es ist leicht, Kritik zu üben über Dinge, die man im Grunde gar nicht beurteilen kann, weil man nicht dabei war.“

        Ich kenne Ihre Vorlesung nicht vom eigenen Hören, stimmt. Aber ich kenne die Inhalte. Viel, sehr viel Stoff für ein Semester. Ziemlich anspruchsvoll für Erstsemester.

        Außerdem kritisiere ich nicht Ihre Vorlesung als schlecht, sondern deren Evaluation als nicht aussagekräftig für die Qualität Ihrer Lehre.

        „Besser und notwendig sind Beispiele aus dem jeweiligen Fachgebiet, sonst fragen sich zu viele ZuhörerInnen, was das mit ihrem Studienfach zu tun hat.“

        Ja, solche fachbezogenen Beispiele bringt (fast) jede/r Statistikdozent/in in Vorlesungen und Lehrbüchern zusätzlich zu dem Urnenmodell und dem Lotto.

        „Wenn Sie […]“

        Herr Hasler, es geht hier nicht um mich als Person, sondern um die Evaluation. Und die ist dürftig, wie Sie selbst inzwischen eingeräumt haben, zwar etwas halbherzig, aber immerhin.

        „Aber die Art, wie Sie schreiben und kritisieren usw. ist schon sehr sarkastisch , polemisch und schnippisch. Wieso? Sie kennen mich doch gar nicht und gehen automatisch vom Schlimmsten aus?“

        Herr Hasler, Sie müssen die Kritik nicht persönlich nehmen. Ich habe mir interessiert die Evaluation angeschaut und fand sie, also die Evaluation, nicht Sie persönlich, methodisch dürftig und nicht aussagekräftig.

        „Können Sie sich nicht vorstellen, dass meine Vorlesung einfach wirklich nicht schlecht war?“

        Doch, das kann ich mir vorstellen. Aber der empirische Beleg, daß Ihre Lehre besser war als die anderer Dozentinnen und Dozenten, diesen empirischen Beleg sehe ich durch diese methodisch dürftige „Evaluation“ nicht als erbracht an. Diesen Beleg zu erbringen, sollte aber Sinn und Zweck einer solchen „Evaluation“ sein. Eine Evaluation, die diesen Zweck nicht erfüllen kann, hat keine Rechtfertigung. Deshalb kann ich Ihrem Vorschlag oben, diese Art der Evaluation abzuschaffen, etwas abgewinnen. Besser wäre es aber, eine methodisch gute Evaluation zu realisieren, so wie Sie es oben ebenfalls beschrieben haben.

        „Ich würde gerne Ihr Bild von mir korrigieren. Wir können auch gerne offene Punkte diskutieren, gerne auch bei einem Kaffee. Schreiben Sie mir (hasler@email.uni-kiel.de )!“

        Vielen Dank dafür. Ich werde Sie also demnächst einmal kontaktieren.

        Beste Grüße

        Oliver Walter

  2. Lieber Herr Walter,
    leider bin ich keine Statistikerin, leite Ihre Anregungen aber gern weiter. Als Moderatorin dieses Blogs begrüße ich es sogar sehr, wenn die Kommentarfunktion genutzt wird und hier Diskussionen und ein echter Gedankenaustausch stattfinden – genau so ist es gedacht.

    Inhaltlich stehen auf diesem Portal didaktische und methodische Lehrkonzepte/ -Ideen im Fokus – daher freue ich mich natürlich besonders, wenn sich die Diskussionen auch um diesen Themenkreis drehen…

    Was genau Sie mit „Ausreden“ meinen, verstehe ich leider noch nicht ganz.
    Beste Grüße

    1. Sehr geehrte Frau Stahl,

      ich habe vermutet, daß Sie die methodisch-statistischen Argumente meines Ursprungspostings nicht nachvollziehen können, weil Ihnen die Fachkenntnisse fehlen. Das macht ja erst einmal nichts. Nicht jede/r muß alles können.

      Wenn Sie die Kritik weiterleiten, dann umso besser.

      Didaktische und lehrmethodische Hinweise enthält mein Ursprungsposting übrigens auch in den ersten drei Absätzen. Vielleicht lesen Sie sie noch einmal in Ruhe.

      Als „Ausreden“ empfinde ich es, daß Sie meine fachlich fundierten kritischen Argumente – bis auf bzgl. des Witzes – gar nicht aufgegriffen haben, sondern nur darauf hinweisen, daß Herr Hasler sich nicht selbst ausgezeichnet hat und es hier nicht persönlich werden sollte. Aber leider konnten Sie meine methodisch-statistische Kritik nicht aufgreifen und sind – was das anbelangt – entschuldigt.

  3. herr walter,

    es braucht keinen statistiker um zu erkennen, dass die evaluierung nicht repräsentativ ist…aber leider gibts kaum alternative bewertungskriterien und das ding muss ja vergeben werden! fällt ihnen was besseres ein?

    zudem weckt ihr sinnloser kommentar lediglich den eindruck von neid und anerkennungsbedürfnis. ich schlage vor sie gönnen herrn hasler die auszeichnung und schaffen sich selbst ein kuschliges haustier an.

    beste grüße

    1. „es braucht keinen statistiker um zu erkennen, dass die evaluierung nicht repräsentativ ist…aber leider gibts kaum alternative bewertungskriterien und das ding muss ja vergeben werden! fällt ihnen was besseres ein?“

      Was mir dazu eingefallen ist und sogar wie man etwas verbessern könnte, habe ich in meinen Postings hier beschrieben.

      „zudem weckt ihr sinnloser kommentar lediglich den eindruck von neid und anerkennungsbedürfnis. ich schlage vor sie gönnen herrn hasler die auszeichnung und schaffen sich selbst ein kuschliges haustier an.“

      Das ist jetzt persönlich im Sinne von „ad personam“ argumentiert und keines inhaltlichen Kommentares meinerseits würdig.

      1. nein herr walter.

        sie haben das offensichtliche angepragert und versucht sich darüber zu profilieren. kommen sie doch zur abwechslung mit einem konstruktiven vorschlag um die ecke oder lassen sie ihre kommentare ganz!

        im übrigen: was hatten sie mit ihrer vermeintlichen „kritik“ eigtl. beabsichtigt? das war nicht mehr als ein seitenhieb gegen herrn hasler.

        ps: das tierheim kiel sucht händeringend unterstützer!

        1. „sie haben das offensichtliche angepragert“

          Wenn es so offensichtlich gewesen wäre, daß diese Evaluation nichts taugt, hätte es den oben stehenden Artikel samt Interview und den kommentierenden Thread nicht gegeben. Denn niemand stellt so etwas auf die Seite der CAU, wenn er nicht daran glaubt, daß man damit die Lehre der CAU gegenüber der Öffentlichkeit als qualitativ hochwertig darstellen kann – passend zum Werbeslogan „einfach gute Lehre“.

          Wenn man gesehen hätte, daß diese Evaluation nicht aussagekräftig ist und daß es allgemein bemerkt werden würde, dann hätte man diese Evaluation und ihr Ergebnis einfach in der Schublade verschwinden lassen.

          Die CAU hat kein Interesse daran, sich offensichtlich selbst zu blamieren.

          Der Rest Ihres anonymen Beitrags ist wieder nicht weiter kommentarwürdig, als daß ich Sie erneut darauf hinweise, meine anderen Postings in diesem Thread zu lesen. Dann sehen Sie meine Absichten, Kritikpunkte und Vorschläge.

          1. herr walter…

            nahezu jeder kurs an der cau hat schwierigkeiten mit der evaluationsbeteiligung und das nicht erst seit zwei semestern. das wissen sowohl die studenten, als auch die dozenten; das ist kein geheimnis.
            zudem geht es in diesem artikel darum, wie statistische themen aufbereitet und den studenten schmackhaft gemacht werden. ihr vorschlag mit den tests zu begin und ende des semesters ist diesbzgl. nonsens. prüfungsergebnisse haben nur bedingt was mit der qualität der vorlesung zu tun. insbesondere in quantitativen bereichen. sprechen sie mal mit ein paar mathematikstudenten…
            ihnen bleibt leider nichts anderes übrig als auf die subjektiven einschätzungen der studenten zu setzen.

            nochmal: was bezwecken sie mit ihrer „kritik“? ich habe den eindruck sie wollen lediglich ihren frust abladen.

  4. Lieber Herr Dr. Walter,

    ich frage mich ernsthaft, warum sie hier so enthusiastisch einen riesen „Shitstorm“ veranstalten. (Mal ehrlich, haben sie denn nichts Besseres zutun oder sind sie ein verzweifelter Weltverbesserer mit Komplexen? Und ja, ich geb’s zu, ich find’s amüsant meinen Senf jetzt dazuzugeben. Ist mal ’ne nette Auszeit vom Lernen für die nächsten Prüfungen.)

    Wir haben so langsam alle verstanden, dass sie meinen, diese Evaluation sei nicht aussagekräftig. Und dass sich die CAU damit blamiert, und gar nicht so exzellent ist und im schlimmsten Fall ist sogar die Lehre hier schlecht…bla.

    Dann ist ihr
    „07/2005 Promotion zum Dr. phil. mit Hauptfach „Psychologie“ an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel; Note: 0,7 (summa cum laude)“
    aber auch nicht so exzellent. 😉

    Und mal so am Rande: Freuen sich sich doch über die zahlreichen Studierenden, die in Statistik Nachhilfe benötigen und dann auf ihren Knien zu ihnen angekrochen kommen, um für 20€ die Stunde Nachhilfe zu nehmen!
    – Amen.

  5. „haben sie denn nichts Besseres zutun oder sind sie ein verzweifelter Weltverbesserer mit Komplexen?“

    Vielleicht beides. 😉

    „Dann ist ihr
    ’07/2005 Promotion zum Dr. phil. mit Hauptfach „Psychologie“ an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel; Note: 0,7 (summa cum laude)‘
    aber auch nicht so exzellent.“

    Formal gesehen geht’s nicht besser. Meine Diss habe ich sogar über ein statistisches Thema geschrieben, Kombi aus probabilistischer Testtheorie und empirischer Bayes-Statistik. Als ich als junger Doktorand angefangen hatte, hatte ich davon wenig Ahnung. Nach viel Schweiß und etwas Tränen war nach knapp drei Jahren der Doktor in der Tasche und ich war einer der wenigen in der empirischen Bildungsforschung in Deutschland, die wußten, was sie da rechnen und an Daten und Zahlen verwursten. Meine Diss hat sich wohl deshalb auch gut verkauft – ich hab keinen Cent davon gesehen. Nun steht mein aus meiner Diss entstandener Artikel dazu in der Enzyklopädie der Psychologie.

    „Und mal so am Rande: Freuen sich sich doch über die zahlreichen Studierenden, die in Statistik Nachhilfe benötigen und dann auf ihren Knien zu ihnen angekrochen kommen, um für 20€ die Stunde Nachhilfe zu nehmen!“

    Ja, Nachhilfe, d.h. Prüfungsvorbereitung, Lernbegleitung, Privatuntericht, in Statistik, empirischer Forschungsmethodik und Mathematik gibt’s bei mir ab 20 Euro pro 60 Minuten.

    Auch wer Interesse an einer forschungsmethodisch-statistischen Beratung bei Referaten, Seminar- und Abschlußarbeiten hat, darf mich gern kontaktieren.

    Näheres und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf meiner Homepage: http://www.psychometrie-online.de

    Von Anfragen wegen der Übernahme statistischer Analysen oder dem Schreiben von Ergebnisteilen (Ghostwriting) bei Prüfungsleistungen bitte ich aber abzusehen. So etwas mache ich grundsätzlich nicht. Das hilft auch niemandem langfristig.

  6. Sehr geehrter Herr Dr. Walter.

    Ich finde ihre Ausführungen absolut sachlich und durchdacht und stimme Ihnen zu. Diesen Thread habe ich mit intellektuellen Genuss (sofern ich mich überhaupt darauf berufen darf) gelesen.

    Leider ist den meisten Menschen der seichte, kuschelige Konsens offensichtlich sehr viel lieber als die konstruktive, kreative Auseinandersetzung, die nebenbei bemerkt, kein Grund sein sollte, sich persönlich angegeriffen zu fühlen.

    Ein Fan

    1. Und jetzt mag niemand mehr Lehrpreise an der CAU vergeben und annehmen,
      weil Herr Dr. Walter diese immer ablehnen würde. Danke. Echt traurig. :-*

  7. Na ja Herr Walter, sie kritisieren eben nicht nur die Evaluation, sondern auch mich. „Beides spricht nicht unbedingt für Sie.“ „…läßt nicht darauf schließen, daß Ihnen die Bedeutung des Zufallsprozesses wirklich klar ist.“ Und Ihr Verweis auf Ihre notwendige Nachhilfe …
    Ihrem Geschriebenen entnehme ich, dass Sie Ahnung haben von Statistik. Das ist in Ordnung. Vom Fach her sind Sie Psychologe, richtig? Als Psychologe geben Sie keine gute Figur ab, finde ich. Ich will mal den Spieß umdrehen und Psychologe spielen. Eine Quintessenz Ihrer Beiträge bisher ist die, dass Sie beweisen wollen, dass auch Sie Ahnung von Statistik haben. Dass Sie dies so dermaßen betonen, lässt auf übertriebenen Anerkennungswunsch schließen. Das hatten Sie ansatzweise sogar bestätigt. Sie schrieben: „Vielleicht beides.“ Sie hatten es vermutlich sehr schwer mit Ihrer Dissertation. Umso mehr sind Sie zurecht stolz darauf, auch auf die Note. Stolz ist okay, aber irgendwie müssen Sie diesen Stolz zwanghaft nach außen tragen. Und dann ist da noch Neid. Jemand bekommt Lob und Sie nicht. Das verletzt Sie. Sie haben ein überhöhtes Verlangen nach Gerechtigkeit oder nach dem, was Sie dafür halten. Pardon, falls ich falsch liege!
    Um mit denselben Waffen zu kämpfen wie Sie: Auch meine Dissertation lief nicht „auf halber Arschbacke“. Sie haben sich von angewandten Wissenschaften kommend zum Statistiker entwickelt. Hut ab, ehrlich! Ich habe viele sehr gute Kollegen mit demselben Werdegang. Aber ich habe Mathematik studiert und in Biostatistik promoviert und habilitiert. Meinen Doktortitel habe ich lustigerweise aber in den Gartenbauwissenschaften, weil das Institut für Biostatistik an der Uni Hannover unter dem Fachgebiet Gartenbauwissenschaften läuft. Sie haben einen Artikel in der Enzyklopädie der Psychologie. Auch hierfür Hut ab! Mit meinen wissenschaftlichen Artikeln muss ich mich aber weiß Gott auch nicht verstecken.  Und als Statistiker habe ich nicht einfach statistische Methoden richtig auf irgendwelche Daten angewendet, sondern eigene Methoden entwickelt inklusive Software dazu. Um aber auf’s Thema Lehre zurückzukommen: Eingestellt worden bin ich in Kiel u.a. deswegen, weil meine Probevorlesung die Kollegen unserer Fakultät sowie die Vertreter des StuRa überzeugt hat. Gleiches gilt für meine Antrittsvorlesung nach meiner Habilitation.
    Und abschließend: Halten Sie eigentlich irgendwelche Vorlesungen? Sind diese schon einmal evaluiert worden? 

    1. Herr Hasler, Sie argumentieren zunehmend ad personam und zitieren mich falsch, indem Sie z.B. meinen ironisierenden Smiley nach „vielleicht beides“ weglassen. Das alles ist keiner inhaltlichen Kommentierung würdig. Mit der Kontaktaufnahme und dem Kaffeetrinken wird es daher nichts.

      Leben Sie wohl.

  8. Sehr interessant, auf welches Niveau Wissenschaftler heraubsinken können. Ich find’s grad sehr amüsant und hoffe, es geht noch ein bisschen weiter. Da kann sich manch eine Facebook-Schlacht noch ein Scheibchen abschneiden.
    Erinnert mich grad sehr an Loriot. „Herr Dr. Walter, wenn Sie die Ente hinein lassen, lasse ich das Wasser heraus.“ „Aber ich kann länger als Sie“ … haha
    Wie schön, dass ich hier so zufällig auf diese Seite gestoßen bin.

    Und nein, Herr Dr. Walter, Ihre Kritik ist nicht sachlich. Sie ist im Gegenteil sehr beleidigend gegen jede Person, die hier etwas geschrieben hat. Und dann darf auch Herr Hasler persönlich werden. Aber vielleicht kann ich Sie beide bei Ihrem Kaffeetreffen begleiten und dafür sorgen, dass Sie sich nicht gegenseitig beleidigen, sondern die Unterhaltung immer wieder schön auf die Statistik lenken. Das scheint doch Ihrer beider Steckenpferd zu sein.

    Herzlichst
    Erna

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