Das Sequel: Wenn Studenten plaudern

Teil II der Beitragsserie zum Seminar „Leichte Sprache – einfache Sprache?“

Das Seminar „Leichte Sprache – einfache Sprache?“ hat den Deutschstudenten André Westphal im Sommersemester in vielerlei Hinsicht überrascht. Im zweiten Teil seines Blogbeitrags über die Veranstaltung von Herrn PD Dr. Alexander Lasch schildert er, wie ELearning-Tools und praxisnahes Arbeiten im Kurs bei seinen Kommiliton_innen angekommen sind.

Text: André Westphal

 In meinem letzten Blogartikel habe ich meine persönlichen Eindrücke zum Seminar „Leichte Sprache – einfache Sprache? Empirische Zugänge zu einer Varietät der Verständlichkeit“ beschrieben. Doch Eindrücke sind subjektiv. Also habe ich weitere Teilnehmende des Seminars um Rückmeldungen gebeten. Vielen Dank an Thore Hansen, Justine Prentki und Stella Schober für ihre Hilfe!

 

Justine Prentki

Bachelor-Studentin Justine Prentki war mit ihren 21 Jahren sicherlich eine der frischeren Teilnehmerinnen des Kurses. Den Ausschlag für die Wahl des Seminars „Leichte Sprache – einfache Sprache? Empirische Zugänge zu einer Varietät der Verständlichkeit“ gab dabei auch das Seminarkonzept von Herrn Lasch, wie sie erklärt: „Seine Unterrichtsmethoden unterscheiden sich von denen anderer Dozenten. Wie erwartet, war die Arbeitsweise ganz anders als üblich. Das war wahnsinnig erfrischend.“ Der Einsatz moderner Plattformen wie Telegram, PiratePad und Trello kam gut bei der Studentin an.

Was die Inhalte betrifft, ging Justine ganz offen an den Kurs: „Augen zu und durch, dachte ich mir. Ich bin anfangs immer aufgeregt, wenn ich etwas Neues kennenlernen oder erfahren darf. Aber die Aufregung hat sich gelohnt. Das Seminar war großartig!“ Vor allem die praxisnahen Kooperationen, welche auch ich in dieser intensiven Form als ungewöhnlich empfunden habe, begeistern Justine nachhaltig: „Dass wir Studenten dann die Ehre hatten sowohl in Kooperation mit dem Martinsclub Bremen e. V. als auch dem Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin zusammenzuarbeiten und etwas Langfristiges aufzubauen, war für mich von großer Bedeutung.“ Auf die Frage hin, ob sich aus dem Seminar auch etwas für das Lehramt und Justines weiteren Werdegang ziehen lässt, antwortet die Kommilitonin enthusiastisch: „Ich denke, dass mich dieses Seminar definitiv in meiner Lehramtsausbildung sowie darüber hinaus unterstützen wird, da es schließlich auch vorausgesetzt hat, sich mit der deutschen Grammatik durchdringend zu beschäftigen.“

Stella Schober

Stella Schober studiert im Zwei-Fach-Bachelor Deutsch und Skandinavistik und bringt als Nicht-Lehrämtlerin eine weitere Perspektive ein: „Ich bin eigentlich ziemlich planlos ans Seminar rangegangen. Es hat gut in meinen Stundenplan gepasst. Aber eigentlich hatte ich keine genaueren Vorstellungen. Aber dann hat der Kurs mich schnell überzeugt und als die Workshop-Stunden losgingen, war ich mit Feuer und Flamme dabei.“ Was die Kommunikation via Telegram betrifft, urteilt Stella zwar ebenfalls positiv, sieht aber auch Nachteile: „Ich finde es zwar klasse, dass die Kommunikation durch Telegram so einfach war, aber manchmal empfand ich es als ein wenig nervig, wenn plötzlich so 20-30 Nachrichten eintrudelten und man die erstmal durchforsten musste.“ Abermals erntet auch von Stellas Seite die Praxisorientierung besonderes Lob: „Ich mochte die Workshop-Atmosphäre, das gute Zusammenarbeiten in den Gruppen und auch, dass dann gezielt in den Teams gearbeitet wurde – getrennt nach Berlin (DHM) und Bremen (Martinsclub e. V.).“ Für die Zukunft zieht Stella für sich aus dem Seminar: „Ich hab auf jeden Fall mitgenommen, dass das schnelle und einfache Verstehen nicht für selbstverständlich genommen werden sollte. Und das Leichte Sprache eben nicht so leicht ist, wie teilweise der Anschein erweckt wird. Das gilt insbesondere dann, wenn man selbst Texte in Leichter Sprache verfasst.“

Thore Hansen

Thore Hansen arbeitet, genau wie ich selbst, um sich sein Studium zu finanzieren: Der Lehramtsstudent des fünften Semesters gibt zum Beispiel DAZ-Kurse (Deutsch als Zweitsprache) an einer Schule. Auch Thore ging sehr offen an das Seminar heran: „Ich hatte vorher wenig bis gar keine Vorstellung von dem Thema. Allerdings hatte ich schon vorher Seminare bei Herrn Lasch belegt und schätzte deswegen seinen unkonventionellen Stil“. Auch bei Thore stieß der Einsatz moderner Techniken auf viel Begeisterung: „Da möchte ich wirklich hervorheben, wie erfrischend es ist, wenn ein Dozent zum einen neue Technik einsetzt und dann auch noch wirklich in der Lage ist, diese zu benutzen.“ In der Tat habe auch ich schon ganz andere Veranstaltungen erlebt, in welcher Online-Plattformen eher zum Selbstzweck eingespannt wurden und die Verwendung letzten Endes eher in technischen Querelen als Bereicherungen des Seminars mündete. Auf die Frage hin, ob Thore auch in Zukunft mit Leichter Sprache zu tun haben wird, erwidert der angehende Deutschlehrer: „Ob ich beruflich an dem Thema dranbleiben werde, lässt sich schwer sagen. Zumindest nicht als Übersetzer oder hauptberuflich. Mitnehmen konnte ich aber tatsächlich eine große Menge an Informationen über ein Themenfeld der Linguistik, mit dem ich zuvor nicht in Berührung gekommen war. Mir hat das Seminar viele Einblicke in die Spracherwerbsforschung gegeben, die sich mit Sicherheit auch im Schulalltag als Deutschlehrer wunderbar anwenden lassen.“

 

Es kristallisiert sich somit Zweierlei heraus: Einerseits hat der Einsatz moderner IT-Tools das Seminar „Leichte Sprache – einfache Sprache? Empirische Zugänge zu einer Varietät der Verständlichkeit“ aus Sicht der Studierenden spürbar aufgewertet. Andererseits konnte das Thema Leichte Sprache auch ohne Vorwissen bei den Kommiliton_innen Begeisterung auslösen. Genau hier möchte ich in Kürze mit einem dritten Blogbeitrag anknüpfen.

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