Lernen mal ganz informell

„Balu und Du“: Grundschulkinder persönlich begleiten

Unmittelbar in die außerschulische Lebenswelt eines Grundschulkindes eintauchen und im alltäglichen Miteinander gemeinsam lernen: Beim Mentorenprojekt „Balu und Du“ läuft das Lernen ganz nebenbei und macht eine Menge Spaß – auf beiden Seiten.

Text: Renate Müller
Koordinatorin Balu und Du e.V. Kiel

 

„Nele und ich haben uns heute zum Schlittschuhlaufen getroffen. Sie hat das zum ersten Mal gemacht und war sehr aufgeregt. Am Anfang habe ich sie noch festgehalten und gestützt, aber nach einer kurzen Zeit konnte sie auch schon ein paar Runden alleine drehen. Ich hatte das Gefühl, dass sie den Nachmittag sehr genossen hat. Am Ende des Tages ist sie mit einem Lächeln nach Hause gefahren und meinte: ‚Da kann ich in der Schule morgen aber viel erzählen!’“

[Balu Katharina]

 

Ein Jahr lang nimmt sich ein junger Mensch (Balu) zwischen 17 und 30 Jahren einmal in der Woche Zeit, um mit einem Grundschulkind (Mogli) eine persönliche Freundschaft mit vielen schönen Erlebnissen zu gestalten. Sie gehen ins Museum, Eis essen, fahren Fahrrad oder erkunden gemeinsam den Stadtteil des Kindes.

Was lernen beide dabei? Was nehmen sie mit auf den weiteren Weg?

Fakten? Bestimmt.

Was noch? Eine Menge.

Vor allem die Moglis profitieren von einem ungezwungenen Lernen. Durch das sogenannte informelle Lernen (oft auch inzidentelles oder implizites Lernen genannt) erweitern sich die Fertigkeiten des Kindes. Es ist dadurch nachweislich besser gelaunt, verfügt über eine höhere Konzentration, verbesserte verbale Kommunikation, bewältigt Konflikte kompetenter und kann sich vor allem besser selbst organisieren. Aber auch die Balus berichten von mehr Lebensfreude und verbessern sich erwiesenermaßen in ihren persönlichen Bereichen Selbstdisziplin und Arbeitshaltung.

Doch was wird unter dem Begriff informelles Lernen verstanden? Informelles Lernen drückt aus, dass nicht absichtlich gelernt wird. Lernen geschieht in der Handlung ohne Lernabsicht. In Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernförderung ist informelles Lernen nicht strukturiert. Oftmals ist informelles Lernen ohne bestimmtes Ziel.  Fertigkeiten und Wissen werden vielmehr spielerisch und unbewusst gelernt. Beispiele hierfür sind das Erlernen von sozialem Verhalten, der Muttersprache oder Rad fahren.

 

 

Balu und du gibt es auch in Kiel – für alle, die neugierig geworden sind:

Weiterführende Informationen

 

Kontakt

Balu und Du e. V. – Standort Kiel
Projektkoordinatorin
Renate Müller

Küterstraße 8-12
24103 Kiel
Telefon: 0431/22014-777
Handy: 0151-27150823

E-Mail: BaluUndDu@drk-kiel.de

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