Methode: Peer Teaching

Für intensive Auseinandersetzungen mit dem Stoff und eine positive Lernatmosphäre

 

Die Kernidee beim Peer Teaching ist, dass Studierende in die Rolle von Lehrenden schlüpfen. Je nach Lehrveranstaltung kann der Anteil der studentischen Lehre dabei aber stark variieren – von der Gestaltung einzelner Seminarsitzung durch Studierende bis hin zu Seminarkonzepten, die vollständig auf studentischer Lehre fußen. Das Projektseminar Wellenschlagen – Peer learning for sustainability ist von zwei Studentinnen der CAU entwickelt und umgesetzt worden. Im Video berichten sie und ihre Seminarteilnehmenden von ihren Erfahrungen und von den Vorteilen der Methode:

 

 

Anders als im Beispiel aus dem Video lässt sich Peer Teaching auch als abwechslungsreiche Alternative zum Referat einsetzen: Die Studierenden übernehmen dann nur in einzelnen Seminarsitzungen das Ruder, gestalten beispielsweise den Veranstaltungstermin zu einem bestimmten Thema – mit allen Inputs, Arbeitsphasen und Methodenwechseln. Dabei tragen die Studierende nicht bloß Inhalte vor, sondern überlegen sich auch, wie sie welches Wissen zielführend vermitteln und auf welche Weise sie Kompetenzen der Kommiliton_innen besonders gut fördern können.

In der Rolle der lehrenden Person befassen sich Studierende besonders intensiv mit Themen (»docendo discimus«). Sie müssen sich gut vorbereiten, da sie selbst für das Gelingen der Lehrveranstaltung verantwortlich sind. Zugleich hören die Teilnehmenden bei Peer-Teaching-Einheiten häufig anders zu als sonst. Ein Grund dafür ist die sprachliche Nähe zu den Kommiliton_innen in der Lehrendenrolle, denen Fachvokabular ebenfalls weniger selbstverständlich ist. Es kann außerdem sein, dass die Teilnehmenden weniger Hemmungen haben, Fragen zu stellen oder Wissenslücken zu offenbaren. All das trägt zu einer positiven Lernatmosphäre bei.

Herausforderungen für Lehrende

  • Beim Peer Teaching müssen sich Lehrende einerseits extrem zurücknehmen, indem sie den Studierenden die Verantwortung für ein Seminar, eine Seminarsitzung oder einen Teil einer Sitzung übertragen – andererseits müssen die Lehrenden jedoch eingreifen, sobald inhaltlich Falsches transportiert wird oder wesentliche Aspekte zu einem Thema fehlen.
  • Vor einer Peer-Teaching-Einheit können enge Abstimmungen mit der Lehrperson notwendig sein. Speziell Studierende, die (noch) keine Lehrerfahrungen haben, benötigen neben fachlichen auch methodische Empfehlungen zur Gestaltung ihrer Lehre. Wird der Prozess nicht ausreichend von der Lehrperson unterstützt, kann das rasch zur Überforderung der Studierenden führen.
  • Wichtig ist außerdem, dass die Studierenden auch im Nachgang noch einmal Gelegenheit haben, den Ablaufplan und die Methoden für ihr Peer Teaching zu reflektieren. Dazu braucht es eine strukturierte Rückmeldung durch die Lehrenden.

 

Weiterführende Links

 

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