Methode: Sechs Hüte

Verschiedene Denk- und Sichtweisen einnehmen

Text: Katrin Burmeister

Kurzbeschreibung:

Das Ziel bei dieser Methode ist es, komplexe Problem- oder Fragestellungen bewusst durch verschiedene Denkweisen zu lösen. Die Studierenden sollen so von ihrem bisherigen Standpunkt ab- und neue Anschauungsmöglichkeiten zulassen. Das vorher besprochene Problem kann aus den sechs verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Dabei entwickeln die Studierenden unterschiedlichste Lösungsansätze und Ideen.

Den Hut nicht an den Nagel hängen (1)

 

Ablauf:

Den Studierenden wird beispielsweise die Frage zur Diskussion gestellt, ob die Mensen in Zukunft nur noch Biofleisch anbieten sollten. Nun wird jede Denkweise berücksichtigt und die Studierenden durchlaufen die verschiedenen Stationen, symbolisiert durch Hüte.

Jede/r Teilnehmer/in (oder jedes gleichgroße Team) bekommt nun einen der sechs Hüte zugeordnet und schlüpft so symbolisch in eine vorgegebene Denkart. Systematisch werden alle Blickwinkel beleuchtet und Lösungsansätze durchgespielt. Die Ergebnisse können aufgeschrieben oder im Plenum diskutiert werden.

  • Weißer Hut                 → objektiv und neutral argumentieren!
    (z.B. allgemeine Informationen und Absatz zu Biofleischwaren ermitteln)
  • Roter Hut                   → subjektive, persönliche Meinung vertreten!
    (z.B. aus dem Bauch heraus die Lage emotional und ethisch einschätzen)
  • Schwarzer Hut           → objektiv und negativ eingestellt sein!
    (z.B. Gefahren und Einbußen durch die Umstellung auf Biofleisch einschätzen)
  • Gelber Hut                 → objektiv bleiben, aber positive Aspekte verfechten!
    (z.B. positive Effekte durch das Einführen von Biofleisch ausmachen und evtl. weitere Strategien entwickeln)
  • Grüner Hut                → hin zu neuen und kreativen Ideen!
    (z.B. neue Alternativen finden für Bioanbieter, wie Freilandhaltung oder auch Ausweitung        auf das Obst- und Gemüsesortiment)
  • Blauer Hut                 → dirigieren und Ergebnisse notieren!
    (globaler Denken und in größere Unternehmensstrategien eingliedern)

 

Benötigte Materialien:

  • im besten Falle sechs verschiedenfarbige Hüte oder Mützen (mit Vorankündigung können die Studierenden selbst Mützen mitbringen)
  • sechs verschiedenfarbige Tonpapiere, die zu Hüten gefaltet werden können oder symbolisch dafür stehen

Weiterführende Informationen zu Sechs Hüte finden Sie…

Ein Gedanke zu „Methode: Sechs Hüte

  1. Ich habe diese Methode im letzten Sommersemester in meinem Social Entrepreneurship Seminar angewendet: zu Beginn der 2. Blockveranstaltung haben die Studierenden eigene Ideen für Social Entrepreneurship Projekte in der Stadt präsentiert. Um verschiedene Perspektiven in der Diskussion und Feedback aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu geben habe ich jeweils die „Hüte“ an die anderen Projektteams verteilt. Die Diskussion wurde dadurch lebendiger und Ideen wurden nicht nur kritisiert, sondern z.B. auch mit Hilfe des grünen Hutes weitergedacht.

    Die Lehrveranstaltung fand auf Englisch statt und als Hintergrundinformation habe ich diese Infoseite verteilt: http://www.fao.org/elearning/course/fk/en/pdf/trainerresources/pg_sixthinkinghats.pdf

    Gleichzeitig haben die Gruppen jeweils diese Leitfragen (Seite 5-10) zu ihren jeweiligen Hüten bekommen: http://www.is-toolkit.com/workshop/hats/ChangeManagement6ThinkingHats.pdf

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