Methodenvielfalt, Engagement & kreative Lernreflexionen

Ideen und Beispiele aus dem Seminar „Social Entrepreneurship in der Blue Economy“

Wie kann ich die Welt verändern? Diese Frage bestimmte ein abwechslungsreiches Blockseminar am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) der CAU. Unter der Anleitung von Frauke Godat wurden aus bloßen Ideen konkrete Projekte.

Social Entrepreneurship in der Blue Economy – ein Titel, der Fachfremde an Berge betriebswirtschaftlicher Theorie denken lässt. Stattdessen lieferte Frauke Godats Fachergänzungs-Seminar am ZfS gleichermaßen innovative wie praxisorientierte Konzepte: Die Kursleiterin begleitete die Teilneh­mer_innen dabei, engagierte Ideen in umsetzungsreife soziale Projekte zu verwandeln.

Als theoretische Grundlage dienten zwei Ansätze nachhaltigkeits-orientierter Entwicklung: Einerseits setzten sich die Kurs-Teilnehmer_innen mit sozialem Unternehmertum auseinander, das gesellschaftlichen Herausforderungen mit unternehmerischen Lösungen begegnet. Andererseits griff die Veranstaltung Gunter Paulis Konzept der Blue Economy auf, die als Naturprinzipien deklarierte Lösungen auf Probleme der Umwelt und der Gesellschaft anwendet.

 

Paulis Forschungsprojekt Nature’s 100 Best kreist in diesem Zusammenhang um 100 innovative Ge­schäftsmodelle. Einige davon – und deren mögliche Umsetzung vor Ort – waren Thema in Godats ZfS-Seminar. Inspiriert durch anschließende Diskussionen taten sich die Studierenden bereits nach dem ersten Veranstaltungsblock zu Arbeitsgruppen zusammen, die sich im gesamten Semesterver­lauf mit eigenen, freigewählten Projekten befassten. So entstand beispielsweise ein Konzept dafür, wie sich ein Essbarer Wald als Bildungsprojekt an einer Schule etablieren lässt.

 

Essbarer Wald

Der essbare Wald.

Eine andere Gruppe begeisterte sich für die Idee, aus Brennesseln Textilien herzustellen. Die Brennessel ist eine Staude und benötigt keine jährliche Bepflanzung, kein Wasser, keinen Dünger und keine Pestizide, der Anbau ist jedoch sehr ertragreich. Sie kann sogar auf verschmutzten landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden. Das macht sie zu einem anschaulichen und nachhaltigen Beispiel der Blue Economy. Zudem kann die Brennessel als natürlicher Verbundstoff mit einer Zugfestigkeit, die höher ist als die jeder anderen Naturfaser, auch für die Herstellung anderer Produkte verwendet werden.

Als Beispiel sozialen Unternehmertums arbeitete die dritte Gruppe das Konzept eines Cafés aus, das als alltäglicher Lernort von Menschen mit Behinderung gedacht ist. Dort können sie unter der Betreuung von geschultem Personal im Café arbeiten und auch gastronomische Ausbildungen absolvieren. Im besten Fall finanziert sich das Café durch den Verkauf der Produkte, welche regional sein sollen. Außerdem wurde geplant, dass durch eine Kooperation mit der Tafel die nicht mehr für den Verkauf geeignete Lebensmittel weitergegeben und nicht weggeschmissen werden.

Methodik und Seminarkonzept

Die Methoden (PDF), die im Seminar zum Einsatz kamen, gaben den Studierenden unter anderem strukturelle Hilfestellungen bei der Entwicklung ihrer jeweiligen Projekte an die Hand. Abgerundet wurde das Lehrkonzept durch wechselnde Veranstaltungsorte – zu denen beispielsweise auch der IMPULS Coworking Space zählte, den seinerseits engagierte Studie­rende ins Leben gerufen hatten. Die Raumwechsel erleichterten auch Perspektivwechsel und begüns­tigten so unter anderem den kreativen Output der Studierenden.

Beim Besuch des Yooweedoo Sommerfestes in der alten Muthesius Kunsthochschule konnten sich die Seminarteilnehmer_innen schließlich mit anderen sozial engagierten jungen Menschen über Projekte, Ideen, Konzepte und Schwierigkeiten austauschen. Teilnehmer Lars K. hat diese Zusammen­treffen als besonders fruchtbar in Erinnerung: Im Besonderen hat mir ein ausgiebiges Gespräch mit einem Mitglied des Goldeimer-Projektes gefallen“, schreibt er in seiner Lernreflexion, „unser Gesprächspartner hat sich viel Zeit genommen, uns praxisorientierte Fragen zu beantworten und persönliche Erfahrungen zu schildern: […]“

Lernreflexionen – zwei Beispiele

Abschluss-Reflexionen wie die von Lars K. waren Bestandteil der Prüfungsleistung für den Kurs Social Entrepreneurship in der Blue Economy. Inhaltlich sollte es dabei um die Seminar- und Projektkonzipierung sowie um persönliche Erfahrungen gehen. Was das Format anbelangte, war alles erlaubt – vom selbstge­zeichneten Comic über die klassische Schriftform bis hin zum selbstgedrehten Video.

Die folgenden Links ermöglichen Ihnen Einblicke in die kreativen Arbeitsresultate:

 

Weiterführende Informationen

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