„Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg“

Organisation und Kommunikation im Großprojekt

Teamwork: 30 Studierende verschiedener Fachsemester nebst Wissenschaftler_innen unterschiedlicher Disziplinen haben gemeinsam einen Schwarm Autonomer Unterwasservehikel (AUV) entwickelt. Der studentische Projektkoordinator Sven Leitsch behielt den Überblick. Eine Schlüsselrolle.

Rund 30 Studierende unterschiedlicher Fachsemester und Wissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen haben bislang am AUV-Projekt an der Technischen Fakultät der CAU mitgearbeitet. Das gemeinsame Ziel: Autonome Unterwasservehikel zu entwickeln, die im Schwarm miteinander kommunizieren können. Dazu war Expertise aus so unterschiedlichen Bereichen wie Akustik, Sensorik, Mechanik, künstliche Intelligenz und Kommunikation vonnöten. Außerdem brauchte es einen, der den Überblick behielt. Sven Leitsch.

SvenLeitsch

Sven Leitsch

Der Student der Ingenieurswissenschaften trug dafür Sorge, dass die einzelnen Rädchen ineinandergriffen. Leitsch musste gleichzeitig Probleme antizipieren und die nötige Distanz zu den einzelnen Teilprojekten wahren – nur so behielt er das große Ganze im Blick. „Gerade die jüngeren Studierenden hatten meist noch nicht so viel Fachwissen, waren aber eng am Projekt dran“, erläutert Leitsch die eigene Rolle, „die Doktoranden wussten dagegen viel, hatten aber einen größeren Abstand. Ich musste also vor allem dafür sorgen, dass den Studis an richtiger Stelle und im richtigen Maß geholfen wurde.“ Zudem hatte der ehrenamtliche studentische Projektleiter den Daumen auf den Terminabsprachen. Nicht immer der freudvollste Part seines Jobs – aber ohne Zweifel ein wichtiger.

„Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg“, resümiert Sven Leitsch seine wichtigste Erkenntnis aus dem AUV-Projekt, „ wenn man es konstant schafft eine hohe Motivation zu erzeugen, bekommt man auch das beste Ergebnis!“

Über Abläufe, Dokumentationen & Absprachen

Zur AUV-Konzeption bearbeiteten die Projektteilnehmer_innen immer in 3er-Teams Problemstellungen, die ihrem persönlichen Kenntnisstand und Interessengebiet entsprachen. Viele Aufgaben waren an Lehrveranstaltungen gekoppelt, einige Studierende engagierten sich aber auch ehrenamtlich fürs Projekt. Dabei bearbeiteten sie sowohl vorgegebene Aufgaben als auch selbstentwickelte Fragestellungen. Die involvierten Doktorand_innen hatten zumeist sogar Doppelrollen inne – als Projektmitglieder und als Prüfer_innen. „Zum Glück konnte ich in Sachen interdisziplinäre Projektorganisation auf Erfahrungen aus der studentischen Robotikgruppe zurückgreifen“, sagt Projektkoordinator Leitsch rückblickend, „das hat mir sehr bei der Organisation geholfen.“

Einmal pro Woche fand ein Treffen mit dem projektverantwortlichen Professor, Adam Höher, und den teilnehmenden Doktorand_innen statt. Ziel war es, den Studierenden-Gruppen bei ihren Vorhaben eine optimale Unterstützung zu gewährleisten. Zudem setzte sich Leitsch für die Installierung eines Management-Systems ein, über das auch die Terminabsprachen mit den einzelnen Gruppen und die Aufgabenverteilung liefen. Gleichzeitig sichert das Management-System auch die Nachhaltigkeit des Projekts: Dort sind sämtliche relevanten Arbeitsschritte und Hypothesen dokumentiert, Neulinge im Projekt können dort selbst den Bauplan der Stromversorgungsplatine jederzeit abrufen.

Zum Lehr/Lernkonzept

Das Lehr-/Lernkonzept des AUV-Projekts beschreibt Sven Leitsch als halboffen: „Jeder durfte schon bei der Entwicklung der grundlegenden Fragestellungen seine eigenen Ideen eingeben.“ Gleichzeitig spricht er von „Learning by Doing“ – allerdings „läuft so etwas natürlich nicht nur übers Basteln“, schiebt Leitsch rasch nach, „parallel findet immer auch ein Selbststudium mit umfangreicher Literaturrecherche statt“. Zusätzlich kommen die neugewonnen Kenntnisse der Studierenden auch gleich in den begleitenden Uni-Seminaren zum Tragen.

Zum Erfolg

„Warum wir so weit gekommen sind? – Wir haben eine gute Koordinationsstruktur geschaffen, die es uns ermöglicht, ein großes Themenfeld übersichtlich zu bearbeiten“, bringt es Sven Leitsch das Erfolgskonzept des AUV-Projekts auf den Punkt. „Außerdem haben wir Probleme immer offen angesprochen, selbst wenn sie gravierend waren. Und niemand wurde allein gelassen – wir haben jede Herausforderung als Gruppe gelöst.“

Seiner Meinung nach war es zudem förderlich, dass der Status der einzelnen Projektmitglieder keine Rolle für den Umgang miteinander spielte. Leitsch spricht von einem „Begegnen auf Augenhöhe“, die Kommunikation lief nicht hierarchisch, sondern problemorientiert: „Es standen Probleme nicht Positionen im Mittelpunkt.“

Leitschs Erfahrung nach war für ein solch komplexes und vielschichtiges Projekt die Gruppengröße von rund 30 Teilnehmer_innen gut zu handhaben, die Studierenden investierten gern viel Zeit: „Statt zwei Wochenstunden oft auch mal vier oder mehr.“ Besonders motivierend war es sicher gerade für die jüngeren Teilnehmer_innen, zu sehen, wie sehr ihre eigenen Ideen das gesamte Projekt voranbringen konnten. „Manchmal waren es gerade die simplen Ideen, die gut funktioniert haben“, sagt Leitsch. Schließlich sollten die AUV möglichst günstig herzustellen sein. „Beispielsweise hat ein Student übers Wochenende kurzerhand eine Unterwasser-Pumpe als Motor ins AUV eingebaut – das war eine innovative Lösung für uns“, so Leitsch.

Die kleine Bildergalerie zeigt Studierende und AUV beim Tauchen im Freibad:

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