Aus der AG „Social Entrepreneurship Education“

Ein Beitrag von Frauke Godat

Am 3. April 2014 trafen sich im Rahmen der bundesweiten Tagung "Nachhaltigkeit im Service Learning" 15 Teilnehmer_innen, um sich zum Thema Social Entrepreneurship Education (SEE) auszutauschen. Moderatorin Frauke Godat fasst die Arbeitsergebnisse zusammen.

Social Entrepreneurship Education verbindet verschiedene akademische Disziplinen, indem es unternehmerisches Wissen mit gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielsetzungen verknüpft. Studierende lernen, unternehmerische Ansätze auf gesellschaftliche Probleme anzuwenden.

Im universitären Bereich in Deutschland ist SEE noch ein junges Thema, das jedoch im Rahmen der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung in der Lehre als zukünftiges Betätigungsfeld für Absolvent_innen stetig an Bedeutung gewinnt.

Die Teilnehmenden sind aus unterschiedlicher Perspektive mit dem Thema in der Praxis verbunden: Es nahmen beispielsweise Studierende teil, die selbst Changemaker Projekte oder Service Learning Initiativen im Rahmen von Lehrveranstaltungen gestartet; oder selbst Lehrveranstaltungen zum Thema initiiert haben. Des Weiteren waren Lehrende, Vertreter_innen der Stadt Kiel und aus der Kieler Zivilgesellschaft anwesend, die sich über die Möglichkeiten von SEE und Methoden informieren wollten.

Die Arbeitsgruppe startete mit einer ausführlichen Vorstellungsrunde, bei der das im Entrepreneurship Education beliebte Pitching (die berühmte Fahrstuhlrede: die Kunst, in wenigen Minuten seine Geschäftsidee oder auch ein Forschungsvorhaben zu präsentieren, hier gibt es ein gutes Beispiel für den Aufbau eines Pitches.

In den Pitches wurde von jeder Person folgende Fragen beantwortet

  • Was ist der Status quo von SEE am eigenen Standort?
  • An welchen SEE Projekten und Fragestellungen arbeite ich gerade?
  • Mein Wunsch nach Feedback und Unterstützung zum Thema?
  • SEE Werkzeuge aus meiner Praxis, die ich weiterempfehlen kann

Die nachfolgende Bildergalerie dokumentiert die Ergebnisse:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass:

  • SEE sehr praxis- und projektorientiert an Universitäten in Deutschland gelehrt wird. Dabei spielt die Anwendung von Design Thinking eine wachsende Rolle (dazu ein interessanter Artikel aus der Stanford School of Design Thinking)
  • SEE Angebote häufig interdisziplinär und fachübergreifend stattfinden (z.B. wie in Duisburg-Essen mit dem Zentrum UNIAKTIV oder Zentren für Schlüsselqualifikationen)
  • Muster des Gelingens im Bereich SEE auf der nationalen Engagementplattform an deutschen Hochschulen gesammelt und ausgetauscht werden.

Nach der Vorstellungsrunde gab es einen Perspektivwechsel und der Arbeitsraum von der studentischen Initiative ImPuls wurde mit einem Kurzworkshop eingeweiht:

Zunächste stellte sich das YooWeeDoo Changemaker-Projekt (ausgezeichnet 2013) vor: Der Coworking Space von ImPuls auf dem CAU Campus ist ein Forum für studentische Sozialunternehmer und andere Changemaker.

In der anschliessenden Diskussion mit dem Glückslokal (YooWeeDoo Publikumspreis 2014) wurde der grosse Bedarf an studentischen (Lern- und Frei-)Räumen deutlich. Diese Räume gibt es bereits an verschiedenen Universitäten: z.B. die StudentHubs in England, der Social Change Hub der Leuphana Universität oder der StudentHub an der Universität Tübingen). Sie sind Orte, um mit dem Thema SE zu experimentieren und sich für gesellschaftliches Engagement inspirieren zu lassen. Gleichzeitig werden dort partizipativen Lernformaten angeboten, die zuätzlich Netzwerkpartner aus der Privatwirtschaft oder der Zivilgesellschaft einbinden.

Zum Abschluss der Sitzung gab es ein Speed-Brainstorming zur eingebrachten Fragestellung der Agentur Mehrwert aus Stuttgart „Wie kann eine Akademie Bildung durch Verantwortung als Social Enterprise konzipiert werden?“ Diese Akademie entsteht gerade im Netzwerk Bildung durch Verantwortung http://netzwerk-bdv.de. Dabei lernten die Teilnehmer_innen einige Werkzeuge aus der DIY Toolkit und den adaptierten Business Model Canvas vom Social Entrepreneurship Education Network kennen:

Social Enterprise Canvas (10 04 2014)

Die Arbeitsgruppe ist im Moment ein offenes Informationstreffen, das den online Austausch bei Campus vor Ort ergänzt.

Übrigens: Wenn Sie Interesse haben, ein weiteres SEE Arbeitstreffen auf der Herbsttagung des Netzwerkes „Bildung durch Verantwortung“ zu besuchen (27.-28. November 2014 in Saarbrücken), dann melden Sie sich unverbindlich unter: fgodat@uv.uni-kiel.de

Ausführliche Informationen zur Tagung „Nachhaltigkeit im Service Learning“ erhalten Sie im Blog-Beitrag Verantwortung im Praxistest.

 

 

 

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