Out of the Dark

Premiere des Horrors am 25. April

Seit dem Sommersemester 2017 beschäftigen sich 26 Studierende der Medienwissenschaft mit dem Genre Horrorfilm. Statt ausschließlich Theorien zu pauken oder Gruselfilme in abgedunkelten Hörsälen anzuschauen, bewiesen die Seminarteilnehmenden Eigeninitiative: Sie entwickelten Drehbücher und produzierten auf deren Basis eine Horrorfilmreihe. Ob Kamera, Schnitt oder Premieren-PR – sämtliche Aufgaben nahmen die Studierenden selbst in die Hand. Am 25. April präsentieren sie ihre Kurzfilmreihe „Out of the Dark“ in der Kieler Pumpe jetzt erstmals der Öffentlichkeit.

 Text: Johanna Rädecke (PerLe/Studentin)

Seit dem Drehbuchworkshop  ist viel passiert. Auch wenn die Studentinnen und Studenten  gleich mit Engagement und Euphorie auf Themensuche gegangen waren, brauchte es viel Zeit und einige komplette Umwürfe, bis die drei Gruppen ihre finalen Drehbücher im Seminar vorstellen konnten. Bei dieser Präsentation im Januar lieferten die Gruppen dann jedoch hervorragende Ergebnisse ab: Neben der Thematik und dem Ablauf der Gruselstory präsentierten sie bereits ihre Drehorte und Titelbilder. Mit vielen Fotos und skizzierten Szenen vermittelten sie ihren Mitstudierenden und Seminarleiter Dr. Eckhard Pabst einen guten ersten Eindruck von den jeweiligen Plots und Umsetzungsideen.

 

 

Inzwischen sind drei Kurzfilme entstanden, die Themen wie Traumata, schwarze Magie und den Tod behandeln: Natalie, Draugr und 5 Stars.

Draugr ist ein altnordischer Begriff und beschreibt im skandinavischen Volksglauben einen Toten, der „weiterlebt“ – einen Wiedergänger. Dieser Horror-Kurzfilm handelt von der Hauptdarstellerin Lynn, deren Unterbewusstsein ihre Welt aus den Fugen geraten lässt.

Natalie wiederum ist eine junge Frau, die sich, von einem speziellen Ereignis ausgelöst, an ihre traumatische Vergangenheit erinnert. Erinnerung, Traum und Realität ziehen sie in ein Karussell des Horrors, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Auch 5 Stars hat eine weibliche Protagonistin. Die isländische Backpackerin ist jung, hübsch und vor allem aufgeschlossen. Beim Couchsurfen wird sie in ein altertümliches Haus vermittelt, bei deren Besitzerin sie kostenlos unterkommen kann. Schnell wird ihr aber klar, dass sie nicht allen gastfreundlichen Fremden trauen sollte…

 

Nachdem die Drehbücher standen und die Schauspieler gefunden waren, begann die eigentliche Arbeit: Das Drehen des Filmes. „Die Drehorte haben sich auf die Häuser und Wohnungen von Freunden und Familie beschränkt, aber auch auf die Gebäude der Uni und ich glaube eine Gruppe hatte sogar über Bekannte der Bekannten wieder eine Wohnung gefunden“, erzählt Seminarteilnehmerin Ramona Dabringer.

 

 

War der passende Drehort gefunden, mussten weitere Dinge geplant werden: Welches Licht leuchtet die Szene am besten aus? Wie sehr hallt ein Badezimmer? Wie setzen die Schauspieler die Regieanweisung um? „Wir hatten einen Kameraworkshop, der uns die Grundlagen vermittelt hat. Alles andere war dann Learning by doing“, so die Studentin Lea Eckert. Da sie selbst bei der Niederdeutschen Bühne in Kiel arbeitet, war es für ihre Gruppe nicht schwer, geeignete Schauspieler zu finden. „Netterweise haben unsere Schauspieler ohne Gage gearbeitet, weil sie das Projekt interessant finden und uns unterstützen wollten“, erzählt sie. Im Film 5 Stars spielt sogar eine Studentin selbst die Hauptrolle. Trotz Gagenverzichts und kostenloser Equipmentleihe vom Offenen Kanal Kiel ist so ein Dreh teuer – insgesamt gab die Gruppe um den Film Draugr rund 300 Euro für Material aus. Dies zahlten die Studierenden teils aus eigener Tasche, teils aus dem Erlös einer Kuchenverkaufs-Aktion vor der Unimensa.

 

 

Ramona Dabringer ist Teil der Gruppe um 5 Stars und berichtet von den Hürden, mit denen die Produktionsneulinge zu kämpfen hatten: „Ich selbst war beim Dreh meines Films leider nicht anwesend, weil ich ein Auslandspraktikum gemacht hatte. Das war schade und auch vielleicht einer meiner Kritikpunkte: Eine Organisation in einer großen Gruppe ist schwer. Das Zeitmanagement ist neben dem Reinfuchsen in die technischen Sachen ohne vorheriges Know-How mit das Schwierigste.“

Auch die Draugr-Gruppe hatte teils mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Da sie viel in einem Badezimmer gedreht haben, ging schon am ersten Tag der Toilettendeckel kaputt. Und noch schlimmer: Als die Kamera verrückt spielte, gingen fast zwei Stunden Filmmaterial verloren.

Trotz einiger Schwierigkeiten und vielem Ausprobieren sind drei Horror-Kurzfilme entstanden. Mit dem letzten Schnitt geht ein Projekt zu ende, dass die Studierenden über ein Jahr begleitet hat. „Es ist ein komisches Gefühl, dass der Film jetzt wirklich fertig ist. Ich bin gespannt, wie die Zuschauer und die anderen Gruppen auf Draugr reagieren“, erzählt Lea. An dem Seminar gefiel ihr am meisten, selbst aktiv zu werden. Man sehe so eine Filmproduktion mit ganz anderen Augen, erklärte sie.

In dem Kieler Kino Die Pumpe wird die Kurzfilmreihe an drei Terminen gezeigt. Die Premiere wird von Lille Bräu und Packeis gesponsert. Geplant ist neben einem Bierausschank und der eigentlichen Filmpräsentation auch eine Diskussionsrunde, die einzelnen Gruppen werden zudem etwas über ihren Film sagen.

Was? Out of the Dark – Kurzfilmreihe
Wann? Am 25. April sowie am 4. und 5. Mai, 19 Uhr
Wo? Die Pumpe in Kiel
Facebook: www.facebook.com/outofthedarkfilms

Die Premiere ist bereits ausverkauft, auf der Internetseite der Pumpe können jedoch noch für den 4. und 5. Mai Karten reserviert werden.

 

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