Von Leitwölfen, Professionalität und Fragen der Lehre

Warum das Thema Personalentwicklung für Lehrende der CAU spannend ist

Just hat die Personalentwicklung der CAU ihren ersten Newsletter herausgebracht. Grund genug, einmal nachzuhaken, inwieweit Arbeit und Angebote des Referats auch spannend im Kontext der Hochschullehre sind. Ein Interview mit Referatsleiterin Imke Täufer-Krebs.

 Frau Täufer-Krebs, die zentralen Themen unseres Blogs sind ja das Lehren und Lernen an der Kieler Universität. Gibt es da inhaltliche Anknüpfungspunkte beim Referat Personalentwicklung?

Imke Täufer-Krebs: Absolut! Wenn wir sagen, Personalentwicklung  sei die Professionalisierung beruflicher Rollen, dann ist die berufliche Rolle von Lehrenden natürlich: zu lehren. Meine Auffassung ist, dass all unsere Qualifizierungsmaßnahmen sich bei Lehrenden auch in der Weiterentwicklung ihrer Lehre niederschlagen – egal ob der eigentliche Themenschwerpunkt dabei beispielsweise „Führung“ oder Kommunikation ist. Wenn man sich mit sich selbst auseinandersetzt und seine eigenen Themen kennenlernt, wird die eigene Lehre dadurch in jedem Fall professioneller. Wir gucken zurzeit auch, wie wir beispielsweise konkrete Kooperationen mit dem Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen – PerLe auf den Weg bringen können.

 

Was sind – aus Sicht der Personalentwicklerin – denn die entscheidenden Kompetenzen von Hochschullehrenden?

Begeisterungsfähigkeit steht ganz oben, sodass es durch Inspiration gelingt, dass in der Lehre der Funke überspringt. Und dabei einen Blick für alle Lernenden in ihrer Unterschiedlichkeit zu entwickeln, sich all die Fähigkeiten der Studierenden miteinander verbinden zu lassen, so dass viel mehr als geplant war entstehen kann … Das braucht Mut, Selbstvertrauen und ein gewisses Standing. Meine persönliche Idealvorstellung von Lehrenden: einerseits wie eine Art Leitwölfin klar anzuleiten – zugleich aber den entscheidenden Augenblick zu erkennen, ab wann die Lernenden selbst Verantwortung übernehmen können und dann auch eigene Entwicklung zuzulassen. Dabei hilft es bestimmt, wenn man sich auch selbst immer wieder infrage stellen kann und immer offen für Veränderung bleibt.

 

Zum Thema Personalentwicklung kursieren bisweilen Vorurteile. Vielleicht sind Ihnen bereits Lehrende oder Forschende begegnet, die sich fragen, wie Sie es schaffen, zugleich den strategischen Überblick zu bewahren – und zu wissen, was für individuelle Karrieren relevant ist…

In der Zentralen Verwaltung sitzen wir ganz dicht an den Strategen der Universität, sodass wir viel davon mitbekommen, wie sich die CAU in Zukunft ausrichten will. Beispielsweise wird der Bereich Personalentwicklung zunehmend wichtig, wenn es darum geht, Forschungsanträge zu schreiben. Wir sitzen hier zwar ganz zentral – unsere Wirkung reicht aber dezentral in alle Bereiche der Uni hinein.

Und: Tatsächlich haben wir zwei Aufträge. Der eine ist eben, im Blick zu haben, wo die Organisation als Ganzes hin will. Der andere ist es, die Menschen selbst im Blick zu haben. Wir beraten individuell, befördern individuelle Wege und halten dafür ganz konkrete Instrumente bereit: von Beratung über Coaching und kollektive Teamangebote bis hin zu Moderation und Supervision. Das Trainingsgeschäft findet dagegen in der Weiterbildung, bei PerLe und im Graduiertenzentrum der Uni statt.

 

Welche Ihrer konkreten Angebote sind denn aus Ihrer Sicht besonders spannend für Lehrende der CAU?

Wir orientieren uns immer am Anliegen, mit dem eine Person auf uns zukommt. Die Angebote, die wir in der Personalentwicklung vorhalten, bewegen sich vor allem auf der Ebene der Persönlichkeitsentwicklung. Wenn jemand seine Lehre verbessern möchte, würde ich in der Erstanfrage herausfinden wollen, was im konkreten Fall am meisten hilft. Ist es zum Beispiel ein Videocoaching? Da gibt es Experten bei PerLe oder in der Wissenschaftlichen Weiterbildung. Wenn speziell kollektive Formate helfen – zum Beispiel die kollegiale Beratung, die durch PerLe angeboten wird – würde ich ebenfalls entsprechend weitervermitteln.

Manchmal ist es aber auch so, dass Lehrende in Situationen auf uns zukommen, bei denen ein lehrspezifisches Angebot allein nicht die Lösung ist. Wir unterstützen die Auseinandersetzung des Lehrenden oder der Lehrenden mit sich selbst – und das bringt letzten Endes immer auch die Lehre einer Person voran. Wenn ich mit Lehrenden beispielsweise ein sogenanntes Motivprofil mache, erfahren sie dabei etwas über die eigenen Besonderheiten. Und die bewusste Auseinandersetzung damit, wie unterschiedlich wir alle sind, bringt eine Dozentin oder einen Dozenten häufig auch voran, wenn es darum geht, besser mit der Heterogenität der Studierenden zurechtzukommen. Genauso lässt sich alles, was wir zum Thema Führung anbieten, auf die Lehre übertragen. Die Auseinandersetzung mit der Frage, „Wie stelle ich Teams zusammen?“, hilft beispielsweise auch beim Zusammenstellen von Arbeitsgruppen in einer Lehrveranstaltung.

 

 

Weiterführende Links und Informationen

  • „Führung“ ist zurzeit ein Schwerpunktthema in der Personalentwicklung der CAU. Sie sind herzlich dazu eingeladen, an der Blitzumfrage zum Thema teilzunehmen!
  • Auch der aktuelle Newsletter der Personalentwicklung kreist um „gute Führung“. Zur Sprache kommen aktuelle Trends, Forschungsergebnisse und Impulse für den Arbeitsalltag – außerdem räumt Imke Täufer-Krebs mit den geläufigsten Vorurteilen gegenüber Personalentwicklern an Hochschulen auf. Neugierig geworden? Zum Abo geht es hier: www.personalentwicklung.uni-kiel.de/de/newsletter.

 

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