Mit viel Witz und Hirn auf der Bühne.

Science Shows zur Kieler Woche

Zur Kieler Woche wird es auf der CAU-Bühne zum wiederholten Male eine Reihe von Wissenschaftsvorträgen der etwas anderen Art geben: Die Science Shows. Ein kleiner Vorgeschmack auf die große Bühne.

Text: Ramona Dabringer

Paulina

Die 22-Jährige Paulina Urban bereitet zusammen mit Ulf Evert und Marika Fiedler ihren Vortrag für die Kieler Woche vor.

Wir treffen uns im Impulscafé der Mensa 2. Hier wird Kaffee getrunken, ein Eis gegessen, es herrscht entspannte Atmosphäre. Es wird gelacht, diskutiert, besprochen. Das emsige Team, das ich begleiten darf, besteht aus Katherine Simmons, Ulf Evert und Marika Fiedler. Heute haben sie sich getroffen, um das erste Coaching zu geben – Vorbereitung für junge Studierende und Doktoranden, die einen Auftritt auf der großen Bühne der Kieler Woche planen. So wie Paulina. Die 22-Jährige ist Bachelor-Studentin der Biologie und wird ihre Forschungsarbeit auf der Bühne der CAU erstmals einem breiten Publikum vorstellen.

Aber von Anfang an. Wer sind die Coaches und was genau machen sie?

2011 fiel der Startschuss für das Projekt, das damals noch Science Slam hieß, angelehnt an das beliebte Prinzip des Poetry Slams. Ähnlich wie beim Poetry Slam sollten auch hier verschiedene Teilnehmer in kurzer Zeit poppig und scharf Forschung und Wissenschaft vorstellen. Zwei Jahre später wurde das Konzept in Science Show umbenannt und der Wettbewerbscharakter eingestellt. Es geht mehr darum, Wissenschaft transparent und erfahrbar zu machen. Das ist das Ziel der Coaches: Katherine ist Kommunikationstrainerin und achtet besonders auf Körpersprache. Die Präsenz auf der Bühne ist schließlich für viele noch Neuland. Ulf arbeitet am ZFS und dreht zusammen mit Marika, die das Team komplettiert, jedes Wort des Vortrags um. Damit die Witze stimmen, die Übergänge flüssig sind und auch Laien im Publikum verstehen, was auf der Bühne erzählt wird.

Forschung: Was passiert eigentlich an der Universität?

Die Frage, die sich stellt, ist wie man Wissenschaft und Forschung nach außen tragen und dabei populär machen kann. Die Antwort ergibt sich im Konzept der Science Show: Mit Hilfe von witzigen Präsentationstechniken, schauspielerischen Einflüssen, Performance und einer bunten Mischung an Fakten und Pointen.

Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Vorbereitung der teilweise noch unerfahrenen Vortragenden. Paulina hat ihren Vortrag mit zum Coaching gebracht und führt ihn den anderen vor. Jedes Detail wird hierbei kommentiert, es wird gelobt und Verbesserungsvorschläge gemacht. Ein funktionierendes Triebwerk, das das Beste für Paulina und die Präsentation will. „Häufig denken Studenten, sie müssten so viel Text wie möglich auf eine Folie quetschen. Doch genau das ist das Fehler. Das Publikum ist dann abgelenkt oder gar gelangweilt und hört dem Vortragenden nicht mehr zu. Leider ist das noch immer ein weit verbreiteter Irrtum“, sagt Ulf Evert und seine Kolleginnen nicken zustimmend. Je weniger Text, je mehr Klarheit und Vereinfachung, desto höher ist die Aufmerksamkeitsspanne der Zuhörer. Es geht darum, den Vortragenden Raum zu geben, sich auszuprobieren.

Vorträge, die das Forschungsinteresse dahin zurück bringen, wo es beginnt:
Zu den Menschen.

Nach mehreren Sitzungen ist Paulinas Vortrag dann so gut wie fertig. Jetzt wird noch an der Aussprache gefeilt, an kleinen Worten, an Darstellung und Präsentation. Mehrmals trägt die Bachelorstudentin ihren Vortrag vor. „Wie geht´s dir jetzt?“, fragt Katherine. „Gut.“ Paulina seufzt erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dass die Zuhörer Paulina staunend lauschen werden, davon ist das Team von der Science Show überzeugt. Ein klarer, gut strukturierter Vortrag, der das Interesse an der Forschung dahin zurück bringt, wo es beginnt: Zu den Menschen selbst. Paulina selbst ist schon gespannt: „Die Sitzungen geben mir immer sehr viel Input, aber das hilft. Trotz Nervosität freue ich mich schon sehr!“

 

Weitere Infos

Wer sich selbst ein Bild von der Science Show machen und vor allem wissen will, worüber Paulina eigentlich forscht, erfährt am 19. und am 25. Juni mehr. Ab jeweils 16 Uhr wird es auf der CAU-Bühne interessante und kurzweilige Vorträge geben.

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