Selbst forschen – mit Open Science

Wie die Open Science die Wissenschaft revolutionieren kann.

Am Institut für Psychologie findet vom 25. Februar bis zum 27. Februar 2019 ein Workshop zum Thema Open Science statt. Dort soll es darum gehen, wie Forschung realisiert werden kann, ohne auf kostenpflichtige Programme und Journale zurückgreifen zu müssen. Während des Workshops können Studierende aus allen naturwissenschaftlichen Fächern das Thema praxisnah am Beispiel der kognitiven Neurowissenschaften erkunden. Das Projektteam erklärt die Hintergründe.

Text: Verena Nordbrock
(Projektteam)

Was ist Open Science eigentlich?

Open Science, das bedeutet Öffnung der Forschung für die breite Masse. Dabei geht es zum
einen darum, alle Schritte der Wissenschaft zugänglich und publik zu machen, zum anderen darum, sich interdisziplinär zu vernetzen und sich an die interessierte Öffentlichkeit zu wenden. Wenn man es genau betrachtet, ist der Workshop, um den es hier geht, selbst auch Open Science. Unser Ziel ist es nämlich, Euch nahezubringen, was das Thema überhaupt bezwecken soll und welches Ziel es verfolgt. Vor allem aber, wie Open Science geht und wie man sie möglich machen kann. Kurzum: Ihr sollt Teil der Open Science werden!

Warum ein Workshop über Open Science?

Die Replikationskrise ist ein wichtiger Grund dafür, warum Forscher sich mit Open Science beschäftigen. Replikationskrise ist der Begriff dafür, dass viele Studien, die in der ersten Durchführung ein signifikantes Ergebnis lieferten, beim zweiten Mal nicht signifikant geworden sind. Gut ist das nicht, da nur ein Ergebnis, das repliziert werden kann, einigermaßen sicher ist.

Gründe für die Replikationskrise gibt es viele. Viele davon hängen mit unsauberen Methoden zusammen. Allerdings gibt es auch das Phänomen, dass Journals gerne signifikante Ergebnisse veröffentlichen. Sie vergessen dabei, dass nichtsignifikante Ergebnisse genauso wichtig, manchmal sogar wichtiger sind. Eine mögliche Lösung kann die Open Science darstellen. Sie ermöglicht größere Kontrolle, da jedermann die Daten einsehen und mit ihnen arbeiten kann. Ob sie signifikant sind oder nicht, interessiert hier auch nicht, da jedes Ergebnis veröffentlicht werden kann.

Wir sind der Meinung, dass Open Sience die überfällige Revolution der Wissenschaft heraus aus dem Elfenbeinturm ist. Bisher dominieren wenige Verlage mit meist kostenpflichtigen Journalen das Publikationswesen. Auch die Nutzung wichtiger Software zum Sammeln und Auswerten von wissenschaftlichen Daten ist oft mit hohen Kosten verbunden. Open Science, also die Veröffentlichung über frei zugängliche Kanäle, die Verwendung quelloffener Software und das Teilen von Forschungsdaten, kann hier Abhilfe schaffen. Trotz allem erhält sie leider immer noch wenig Eingang in die Lehre, aber das soll sich hier nun ändern.

Kurz auf den Punkt gebracht, wollen wir Euch also dabei helfen, selbst zu forschen – und zwar ohne Abhängigkeit von Forschungsgeldern und kostenpflichtigen Programmen. Ihr sollt mit uns praxisnah lernen, wie Forschung funktioniert. Also: Wie sammle ich Daten, wie rechne und arbeite ich mit Daten und wie publiziere ich meine Daten in der Open Science?

Überzeugt?

Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt mitzumachen, dann könnt Ihr Euch gerne bei uns melden. Der Workshop findet 2019 vom 25.02. bis 27.02. statt. In den drei Tagen werden Euch Vertreterinnen und Vertreter der Open Science möglichst praxisnah einen Einblick geben, wie sie arbeiten. Mit allem, was dazu gehört: Fragen, Ausprobieren und Informationen selbst an andere weitergeben.

Kontakt

Verena Nordbrock & Merle Schuckart
perle.springschool@psychologie.uni-kiel.de

Organisation
Prof. Dr. Julian Keil
keil@psychologie.uni-kiel.de

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