Als Fotojournalist zu den Special Olympics

Kooperation: CAU-Studierende übernehmen Berichterstattung

Am 14. Mai haben in Kiel die Special Olympics (SO) begonnen. Vier Tage lang nehmen 4.600 Athletinnen und Athleten mit geistiger Beeinträchtigung an den sportlichen Wettkämpfen teil. In Kooperation mit Special Olympics Deutschland e.V. hat das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) an der CAU ein Lernprojekt auf den Weg gebracht, das Studierenden die crossmediale Berichterstattung über das sportliche Großevent überträgt. Das nötige Handwerkszeug hierzu haben sich die studentischen Mitglieder der SO-Redaktionen in Workshops angeeignet – beispielsweise zum Thema Fotografie. Die Workshop-Teilnehmerin Ramona Dabringer berichtet.

Text: Ramona Dabringer (Studentin/PerLe)

Mit dem Fotojournalisten Thomas Eisenkrätzer und Bildungsfachkräften des Instituts für Inklusive Bildung in Kiel lernten die Studierenden am 2. Mai, wie sie bei den SO gelungene Bilder einfangen. Dass in vielen Sportarten schnelle Bewegungen im Fokus stehen, war dabei eine besondere Herausforderung. Zudem hatten viele der Studierenden bis dato noch nicht mit Menschen mit geistiger Behinderung zusammengearbeitet. Wie funktioniert der Umgang? Wie spricht man Athletinnen und Athleten bei den Spielen an? Sind bei der Berichterstattung eventuell andere Dinge zu beachten als bei Wettkämpfen für Menschen ohne geistige Beeinträchtigungen? Oder ist es gerade eine übervorsichtige Vorgehensweise, die dazu führt, dass Barrieren überhaupt entstehen?

 

 

Fragen, die Teilnehmende des Workshops in vier Stunden gemeinsam klärten. Die Bildungsfachkräfte des Instituts berichteten eingangs von ihren Erfahrungen mit Medienberichten, erklärten dann, welche Bezeichnungen sie für ihre Einschränkungen als annehmbar empfinden, welche sie kränken und wie sie gern angesprochen werden möchten. Außerdem verdeutlichten sie, wie wichtig ist es, dass Interaktionen auf Augenhöhe stattfinden – sowohl menschlich als auch rein technisch mit der Kamera.

Anschließend gab es eine übersichtliche Einweisung in die Welt der Fotografie. Manche Teilnehmende brachten bereits erste fotojournalistische Erfahrungen mit. Sascha Hamann (22) hat zum Beispiel bereits zwei redaktionelle Praktika absolviert, unter anderem beim NDR. Bei der Stiftung Drachensee durfte er sich zudem in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderungen ausprobieren. Doch auch Studierenden mit weniger Vorkenntnissen griff Referent Thomas Eisenkrätzer unter die Arme, hielt individuelle Tipps bereit, wenn es ums technische Knowhow ging. Der Profi erklärte Blendeneinstellungen und Tiefenschärfe, sprach darüber, auf was man achten muss, wenn man sportliche Wettkämpfe bebildert, zeigte die wichtigsten Einstellungen. Dazu klickten eifrig Kameras, Einstellungsrädchen rasteten ein – und alle testeten aus, was die verschiedenen Symbole bewirken.

Nach dem Theorieblock hieß es: „hands on!“. Dafür gingen die Workshopteilnehmenden gemeinsam ins Freie, um sich dort gegenseitig zu fotografieren. Am Ende konnte jeder etwas für sich mitnehmen. Individuell hat der Workshop dafür gesorgt, dass Unsicherheiten genommen, Dinge klar angesprochen werden konnten und sowohl die Bildungsfachkräfte, als auch die Studierenden eine Menge gelernt haben. Menschlich, wie auch technisch.

 

 

Weiterführende Links

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.