Teddybärkrankenhaus Kiel 2013

Ein Abschlussbericht von Julia Otto und Lisanne Mattuschka

Hoppel hat Ohrenschmerzen, weil er zu lange Fernsehen geschaut hat. Und Röntgen macht neuerdings Geräusche. Warum im Teddykrankenhaus alles seiner eigenen Logik folgt – und dass die Teddydocs (allesamt Medizinstudierende) trotzdem viel dabei lernen können, veranschaulicht auch der Abschlussbericht 2013 der beiden studentischen Projekt-Organisatorinnen.

„Warum bist du heute im Teddybärkrankenhaus?“ „Hoppel hat seit gestern Abend ganz dolle Ohrenschmerzen, weil er zu lange und zu laut Fernsehen geschaut hat“, berichtet ein 4-Jähriger in gelber Regenjacke und Regenhose mit einem kleinen Häschen auf dem Arm.
Ein Mädchen in roter Jacke, die nachmittags mit ihrem braunen Pferd vorbeischaut, erzählt ganz aufgeregt: „Ein Notfall: Flocki ist gerade den Berg hinter dem Rathaus herunter galoppiert und ist in eine Glasscherbe getreten, die ein Mensch dort liegen gelassen hat!“

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„Teddy hat gar nichts“, bekommt man aus einem Jungen mit hellblauer Mütze heraus, der sich schüchtern an sein braunes Bärchen klammert.  Solche und ähnliche Fälle haben in diesem Jahr wieder mehr als 60 Medizin- und Pharmaziestudierende als Teddydoktoren und Apotheker gelöst.

27. bis 29. Mai 2013
An diesen drei Tagen waren drei große Zelte sowie Rutschen, Wippen und Maltische auf dem Asmus-Bremer-Platz in der Kieler Innenstadt aufgebaut. Mehr als 550 Kinder aus 21 Kindergärten Kiels und Umgebung waren allein an den Vormittagen angemeldet. Auch nachmittags kamen dieses Jahr erstmals Kitagruppen und wieder zahlreiche Kinder in Begleitung von Eltern oder Großeltern vorbei.

Jedes Kind hatte sein Lieblingsstofftier dabei und so wurden nicht nur Teddybären und Puppen behandelt, sondern auch Exoten wie Tiger oder Giraffen. Im Kindergarten hatten sich die Kinder bereits Krankheiten für ihre Kuscheltiere überlegt und so den „Arztbesuch“ vorbereitet. In den Zelten wurden nun nicht nur die Begleiter befragt, sondern vor allem ihre Kuscheltierkinder vermessen, gewogen und untersucht. Das erneuerte Röntgengerät, das jetzt sogar Geräusche beim „Röntgen“ macht, konnte so manche Fragestellung lösen. Dabei halfen wieder die vielen Röntgenbilder von diversen echten Tieren und Kuscheltieren.

Je nach Krankheitsbild des Plüschtiers war der Einfallsreichtum der Teddydocs gefragt – ob Verband, Pflaster oder Spritze, jedes Kind war am Ende zufrieden mit der Behandlung seines Stofftiers. In der Apotheke gab es zusätzlich noch Eisbeutel, Wärmflaschen, Halstücher, Luftballons oder einen Tee, damit die Genesung zu Hause schneller verläuft.
Außerdem wurden den Kindern verschiedene Heilpflanzen gezeigt und erklärt. Einige trauten sich sogar, daran zu riechen oder ein Blättchen zu probieren. Die verordneten Kuscheleinheiten werden den Plüschtieren sicher ebenso helfen.

Die Idee
„Das Teddybärkrankenhaus soll Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren spielerisch Methoden der Medizin näher bringen und ihnen so frühzeitig die Angst vor dem Krankenhaus nehmen”, erklärt Lisanne Mattuschka, die bei der Organisation mitwirkt. „Es ist ein Projekt der ‚Bundes-vertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd)‘, das in vielen deutschen Städten von kleinen Lokalgruppen regelmäßig organisiert wird“, ergänzt Julia Otto aus dem Organisationsteam. Zusammen mit Luise Schäfer riefen die beiden Medizinstudentinnen vor 3 Jahren das Kieler Teddybärkrankenhaus zurück ins Leben.

„Gute Besserung!“
Nach dem Blick in die Ohren ist schnell klar, dass es bei Hoppel nicht zu bleibenden Schäden kommen wird. Um die Fernsehzeit in Zukunft zu verkürzen, gibt es ein Tischfußballspiel bestehend aus zwei Bleistiften und einem Spielfeld mit nach Hause.
In aller Ruhe inspiziert der Junge vorher noch den Rettungswagen, welcher wieder von Sanitätern des ASB betreut wird. Ein Verband am Huf von Flocki stützt das Bein und das Kühlpäckchen kann die Schmerzen lindern.

Die Begleiterin schaut sich nun noch interessiert im Teddy-Operationssaal im Nachbarzelt um. Hier kann sie unter Anleitung eines Studenten in korrekter OP-Kleidung bei der Narkose und Operation des anatomischen Teddys mitwirken und die vielen Reißverschlüsse öffnen, um in sein Inneres zu blicken. Obwohl der kleine Junge sich kaum aus dem Wartebereich mit Malsachen, Kreide und Rutsche locken lässt, macht er schließlich sehr geduldig bei einer „Vorsorgeuntersuchung“ mit. Nachdem der Teddydoc mit dem Stethoskop auf den Bauch des Teddys gehört hat, traut sich auch der kleine Junge. Die Spritze, die der Bär als Impfung bekommt, nimmt er stolz mit nach Hause.

Fazit
Wir möchten uns herzlich bei allen freiwilligen Helfern und Sponsoren bedanken, ohne die diese schöne Aktion nicht möglich gewesen wäre!  Wir haben von Mitwirkenden sowie Besuchern viel positive Rückmeldung bekommen und freuen uns über das gute Gelingen bei passablem Wetter. Wir sind bereits jetzt gespannt auf das nächste Jahr, für das wir wieder ein paar Neuerungen planen!

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