Methode: Themenzentrierte Interaktion (TZI)

Kommunikation im Fokus

Ein Beitrag der Studentin Jana Wolf

Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) wurde in den 1970er Jahren von Ruth Cohn entwickelt, um das Lernen und Arbeiten in Gruppen effektiver zu gestalten. Es handelt sich dabei um ein Konzept, das bei allen Situationen und Handlungsfeldern, in denen es auf Kommunikation ankommt, greift. Diese sind laut dem Ruth Cohn Institute for TCI – international (RCI) vor allem:

  • Arbeit mit Gruppen und Teams
  • Unternehmens- und Mitarbeiterführung
  • Nachwuchs- und Führungskräfteentwicklung
  • Lehren in Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung
  • Tätigkeit im Handlungsfeld Sozialer Arbeit
  • Supervision, Beratung, Coaching, Training

Die Arbeit mit der Gruppe wird durch vier Faktoren bestimmt: das Ich (die einzelne Person/Teilnehmer innerhalb der Gruppe), das Wir (die Gruppeninteraktion/die Gruppe als eigenständiges Element), die Aufgabe (das Thema/Ziel, das erreicht werden soll) und das Umfeld (Globe/tatsächliche und abstrakte Umgebung).

tzi1Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen einer Gruppe werden Kommunikationshilfen an die Hand gegeben, durch die versucht werden soll, die Balance zwischen den vier Faktoren zu halten und so zu einem harmonischen und effektiven Lernprozess zu gelangen. Diese Verhaltensaufforderungen lassen sich nach Werner Stangl folgendermaßen formulieren:

  1. Versuche, in dieser Sitzung das zu geben und zu empfangen, was du selbst geben und empfangen möchtest. (Diese Richtlinie schließt alle folgenden, die nur zu größerer Verdeutlichung gegeben werden, ein.)
  2. Sei dein eigener Chairman und bestimme, wann du reden oder schweigen willst und was du sagst.
  3. Es darf nie mehr als einer auf einmal reden. Wenn mehrere Personen auf einmal sprechen wollen, muss eine Lösung für diese Situation gefunden werden.     Unterbrich das Gespräch, wenn du nicht wirklich teilnehmen kannst, z.B. wenn du gelangweilt, ärgerlich oder aus einem anderen Grund unkonzentriert bist. (Ein »Abwesender« verliert nicht nur die Möglichkeit der Selbsterfüllung der Gruppe, sondern bedeutet auch einen Verlust für die ganze Gruppe. Wenn eine solche Störung behoben ist, wird das unterbrochene Gespräch entweder wieder aufgenommen werden oder einem momentan wichtigeren Platz machen.)
  4. Sprich nicht per »man« sondern per »ich«. (Ich kann nie wirklich für einen anderen sprechen. Das »man« oder »wir« in der persönlichen Rede ist fast immer ein Sich-Verstecken vor der individuellen Verantwortung.)
  5. Es ist beinahe immer besser, eine persönliche Aussage zu machen, als eine Frage an andere zu stellen. (Meine Äußerung ist ein persönliches Bekenntnis, das andere Teilnehmer zu eigenen Aussagen anregt; viele Fragen sind unecht; sie stellen indirekt Ansprüche an den anderen und vermeiden eine persönliche Aussage.)
  6. Beobachte Signale aus deiner Körpersphäre und beachte Signale dieser Art bei den anderen Teilnehmern. (Diese Regel ist ein Gegengewicht gegen die kulturell bedingte Vernachlässigung unserer Körper- und Gefühlswahrnehmung.)

TZI in der Praxis – Methodenbeispiele:

 

Lesen Sie auch das Interview Es haben sich Türen geöffnet und den Blog-Beitrag Von Lehrerbildern, Respekt und Biografiearbeit!

Weiterführende Informationen erhalten Sie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.