Uni mit Engagement

Service Learning an der CAU

Studierende unterrichten Flüchtlinge, schreiben für Straßenmagazine oder entwickeln Audioguides für eine KZ-Gedenkstätte: Lernen durch Engagement verbindet akademische Theorie mit hautnaher Praxis.

Text: Johanna Rädecke (Studentin PerLe)

Das Service Learning beschreibt ein innovatives Lehr-Lern-Konzept, das seinen Ursprung in den USA hat und auch in Deutschland immer populärer wird. Kognitives Lernen wird hierbei mit gesellschaftlichem Engagement verbunden. Dies bietet viele Vorteile: Lehre wird praxisnäher und Erfahrungen aus dem gesellschaftlichen Engagement werden aufgegriffen, reflektiert und vertieft. Es entstehen wichtige Kooperationen zwischen Lehre und Praxispartnern aus der Community. Weiter bietet das Service Learning den Lernenden die Möglichkeit, etwas für andere tun zu können und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.

Service Learning – nicht nur an Schulen ein Erfolg

Das Prinzip bietet aufgrund seiner Flexibilität Handlungsmöglichkeiten für alle Altersstufen von der Grundschule bis hin zum Studium. Auch an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel lassen sich in unterschiedlichsten Fachbereichen zahlreiche Beispiele hierfür finden. Die CAU ist – neben mehr als 30 anderen Hochschulen aus Deutschland – Mitglied des Hochschulnetzwerks Bildung durch Verantwortung. Ziel der Hochschulvernetzung ist das Fördern gesellschaftlichen Engagements unter Studierenden, Lehrenden und anderen Universitätsangehörigen. Der didaktischen Methode des Service Learnings kommt hierbei eine wichtige Rolle zu.

Workshop Service Learning beim fünften Tag der Lehre

Auf dem von PerLe initiierten fünften Tag der Lehre wurde das Service Learning in einem eigenen Workshop Interessierten aus der Lehre und Praxispartnern vorgestellt. Referent Professor Wolfgang Stark hat den Schwerpunkt Organisationsentwicklung am Institut für Psychologie der Universität Duisburg Essen und befasst sich intensiv mit Service Learning an Hochschulen. Während des Workshops stellte er das Kartendeck Service Learning an Hochschulen vor, das bei der Implementierung dieser didaktischen Methode helfen soll. Hierfür werden, in sieben Kategorien unterteilt, verschiedene Erfolgsmuster guter Praxis gezeigt. Durch variable Handlungs- und Lösungsmuster werden sie vielfältig einsetzbar und ermöglichen somit Lehren und Lernen mit gesellschaftlichen Engagement. Über die Konzeptionierung des Kartensets sagte Prof. Stark: „Wir fragten uns bei der Entwicklung, wie wir den Blick aus dem metaphorischen Elfenbeinturm herauskriegen. Die Antwort war einfach: Bestimmt nicht mit einem weiteren Buch!“

Mit einem Kartenset neue Methoden schaffen

Stattdessen entstanden 78 bunte Karten, die implizites Wissen und Erfahrungen aus dem Bereich Service Learning verschriftlichen. „Das Set soll bei der Planung von Service Learning-Veranstaltungen helfen und Erfolgsmuster für Innovationen mit gesellschaftlicher Verantwortung aufführen“, so Prof. Stark. Zurzeit sind die Karten auf Deutsch und Englisch erhältlich, eine spanische Auflage ist bereit in Arbeit.

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