Unideutsch für Foreigners

DaF: Neue Kursstruktur ebnet den Weg ins CAU-Studium

Eine bestandene DSH-Prüfung oder ein vergleichbarer Test wird in der Regel vorausgesetzt, wenn Studierende aus dem Ausland ein Fachstudium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) aufnehmen möchten. Doch bislang haben die vorbereitenden Kurse Teilnehmende weder mit dem speziellen Sprachgebrauch noch mit den Strukturen, Anforderungen oder Fachkulturen an deutschen Universitäten vertraut gemacht. Ein neues Modul soll diese Lücke schließen – unter anderem mit Unterstützung geschulter Studierender aus den Fächern.

SWS?! Hausarbeit?! Prof. Dr.-Ing. Dr.?! Laborpraktikum?! UnivIS?!

Wer die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH) bestehen möchte, benötigt mindestens Deutschkenntnisse auf C1-Niveau – also fortgeschrittene Fertigkeiten auf der fünften von insgesamt sechs Kompetenzstufen des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Mit den sprachlichen Gepflogenheiten an deutschen Universitäten und mit dem hiesigen Hochschulsystem sind DSH-Absolvent_innen deshalb aber noch lange nicht vertraut. „Unsere Studierenden stehen da vor vielerlei Hürden“, berichtet Kati Lüdecke-Röttger aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) der Kieler Universität, „einerseits sind die zahlreichen Abkürzungen und neuen Vokabeln eine Herausforderung, andererseits – und das trifft die Studierenden meist sehr unerwartet – funktioniert das System Uni bei uns oft ganz anders als im jeweiligen Heimatland.“ Aus diesem Grund hat die versierte DaF-Dozentin jetzt ein neues Modul entwickelt, das seit dem Wintersemester 2019/20 einen Brückenschlag zwischen der Vermittlung allgemeiner Sprachkompetenz und Vorbereitung auf den Hochschulalltag versucht.

 

 

Das Modul „Universitäre Sprachpraxis und Studienkompetenzen“ vermittelt den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke ins angestrebte Fachstudium. Zum einen kooperiert Kati Lüdecke-Röttger zu diesem Zweck mit dem International Center, das auch in einer Seminarsitzung zu Gast ist, um den Teilnehmenden beispielsweise Informationen zu Studienstrukturen und Zulassungsvoraussetzungen an die Hand zu geben. Zum anderen konnte die DaF-Dozentin dank Unterstützung des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) didaktisch geschulte Studierende aus unterschiedlichen Fächern für ihr neues Angebot gewinnen. Diese Tutor_innen besuchen mehrere Sitzungen des DaF-Kurses „Sprachpraxis im Fach“ und betreuen dort jeweils Kleingruppen ausländischer Studierender, um mit ihnen gemeinsam unter anderem typische Fachaufgaben zu bearbeiten und nebenbei die wichtigsten deutschen Vokabeln dafür einzuführen.

Außerdem berichten die Studierenden den Teilnehmenden des DaF-Kurses aus ihrem Studienalltag und nehmen sie in eine typische Lehrveranstaltung mit. Dieses niedrigschwellige Konzept stammt aus der Studienorientierung von PerLe und richtet sich dort unter dem Titel „Ask a student“ üblicherweise an studieninteressierte Schüler_innen. „Die Kernidee von ‚Ask a student‘ lässt sich wunderbar auf den DaF-Bereich übertragen – auch wenn die Teilnehmenden in unseren Kursen häufig schon Studienerfahrungen mitbringen. Ein Fachstudium in Deutschland kann sich wirklich stark vom entsprechenden Studium an einer Universität im Ausland unterscheiden“, erläutert DaF-Dozentin Lüdecke-Röttger, „da ist es sehr hilfreich, hier ein paar konkrete Einblicke zu bekommen.“

 

 

 

Auch viele andere Elemente des neuen Kurses sind darauf ausgerichtet, die Teilnehmenden auf den universitären Alltag an der CAU vorzubereiten – etwa die Posterpräsentation, die als Prüfungsleistung am Ende des Kurses auf dem Plan steht. „Viele meiner Teilnehmenden kennen diese Präsentationstechnik nicht“, berichtet Lüdecke-Röttger, „aber bei uns sind Posterpräsentationen oft üblich. Gerade im Masterstudium wird in vielen Fächern vorausgesetzt, dass die Studierenden wissen, worauf es dabei ankommt.“

Kursteilnehmerin Miluna Rilo Alaya kommt aus Brasilien, wo sie bereits einige Semester lang Journalismus studiert hat, um in Kiel – nach bestandener DSH-Prüfung – ins Fach Politikwissenschaften einzusteigen. „Aus Brasilien kenne ich weder Hausarbeiten, noch Vorlesungen oder Seminare“, sagt sie, „darum finde ich es unheimlich wichtig, dass ich hier einen Tutor habe, der mir alles genau erklärt. Auch für all die kleinen Vokabelfragen – heute habe ich zum Beispiel ein tolles Merkblatt mit allen wichtigen Abkürzungen fürs Studium bekommen. SWS, SoSe, LP und so weiter.“

 

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