Unkraut im Hörsaal

Interview mit LuPe-Preisträger Dr. Holger Klink

Bereits seit 2001 vergibt die Fachschaft der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät in jedem Semester einen Lehrpreis. Neu ist der zusätzliche Förderpreis LuPe (Lehre und Projekte exzellent). Im Interview verrät LuPe-Preisträger Dr. Holger Klink, wie Unkraut im Hörsaal seine Lehre aufwertet – und warum er sich gern für seine Studierenden engagiert.

„Ich möchte dass die Studierenden wegkommen vom stumpfen Auswendiglernen“ sagt Dr. Holger Klink, stattdessen wünscht sich der Kieler Phytopathologe, dass die Teilnehmer_innen in seinen Lehrveranstaltungen „die Zusammenhänge wirklich begreifen“. Zu diesem Zweck krempelt Klink gern die Hemdsärmel hoch – und zieht für seinen Kurs „Unkrautbiologie und Unkrautbekämpfung“ regelmäßig mehrere Hundert Töpfe mit Unkräutern an. Statt am idealisierten Schaubild können die Studierenden die Bestimmungsmerkmale der Pflanzen so am lebenden Objekt kennenlernen.

Sein Engagement verlangt dem Kieler Kraut-Experten neben Zeit und Geduld auch logistisches Geschick ab – denn Vertreiber von Unkraut-Samen sind rar gesät. Bei einem Anbieter in Großbritannien will Klink die gut 200 €, die ihm der LuPe-Lehrpreis eingebracht hat, jetzt in neues Saatgut investieren.

Warum sich das Engagement für gute Lehre aus seiner Sicht lohnt, verrät Holger Klink im Video:

 

 

Über den neuen Preis „Lehre und Projekte exzellent“ (LuPe)

Neben Klink ist aktuell auch Juniorprofessorin Dr. Steffi Wiedemann für die Einführung des problemorientierten Kurses „Gesundheitsmanagement von Milchviehherden“ von der Fachschaft der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät mit dem LuPe-Preis ausgezeichnet worden.  „Wir fördern gern Kurse, in denen Studierende etwas Praktisches machen können“, sagt Fachschaftsmitglied Julia Dietrich, „schließlich ist es unsere Aufgabe, uns darum zu kümmern, dass die Studierenden hier nicht im Massenbetrieb untergehen. Wir finden es absolut förderungswürdig, wenn Lehrende sich darum kümmern, dass jede und jeder in den Lehrveranstaltungen die Chance bekommt, Details und Zusammenhänge besser zu verstehen.“

Im Rahmen von LuPe dürfen sich Lehrende der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät pro Semester mit einem Projekt bei dem Studierendengremium bewerben. „Das Geld, mit dem der Preis dotiert ist, kommt direkt von der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät  – muss also sowohl vom Dekanat als auch vom Konvent bewilligt werden“, erklärt Fachschaftsmitglied Julia Dietrich. Pro Jahr stehen hierzu insgesamt maximal 1000 € zur Verfügung.

Zusätzlich zu LuPe vergibt die Fachschaft der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät bereits seit 2001 einen Preis für die – laut Evaluationsergebnis – beste Vorlesung eines jeden Semesters. Die Preisträger_innen werden auf der jährlichen Absolvent_innenfeier geehrt und erhalten einen Wanderpokal, in den ihr Name eingraviert wird. Auch der jetzige  LuPe-Preisträger Holger Klink ist seit 2004 auf dieser Trophäe verewigt. Zurzeit steht der Pokal im Büro von Frau Dr. Janine Empen (Institut für Agrarökonomie).

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