Von der Schule zur Universität

Neues Brückenmodul in der Slavistik

Ein neues Brückenmodul erleichtert Studierenden am Institut für Slavistik ab sofort den Uni-Start. Die Initiatoren-Gruppe um Professor Michael Düring bewies Sitzfleisch: Von der Konzeption des Moduls bis zu dessen curricularer Verankerung vergingen mehr als anderthalb Jahre. Doch die Beharrlichkeit hat sich gelohnt, wie der Blog-Beitrag des Modul-Teams beweist.

Am Institut für Slavistik haben Professor Michael Düring und sein Team ein Brückenmodul konzipiert, das Studierenden den Übergang von der Schule an die Universität erleichtern soll. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der interkulturellen, internationalen Ausrichtung des Studiums. Folgende Veranstaltungen und Projekte galt es mit Leben zu füllen:

  • ein Seminar zu Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens (semesterbegleitend, in den Studienverlaufsplan eingebettet)
  • einen Workshop zu Studienmodalitäten (Themen: u.a. Umgang mit Uni-Anmeldesystem, Zusammenstellen des Semesterstudienplans)
  • zwei Workshops zur Interkulturellen Kommunikation (Themen: Spezifika unterschiedlicher Kulturen v.a. aus dem ostslavischen Raum)
  • eine Infoveranstaltung zu Stipendienmöglichkeiten und Auslandsaufenthalten (Überblick über Bewerbungsverfahren)
  • zwei Workshops zu Berufsmöglichkeiten für Absolventen (für Studierende mit Fachergänzungsprofil und Lehramtsprofil)
  • eine Internetseite (mit Basiswissen aus der slavistischen Literatur- und Sprachwissenschaft gebündelt)

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Vom Probemodul zur curricularen Verankerung

Mit der Konzeption der einzelnen Module befasste sich ein fünfköpfiges Team: Dazu zählten neben Professor Düring zwei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und zwei Studentinnen. Die verschiedenen Arbeitsebenen und die Perspektiv-Vielfalt dieser Gruppe erwiesen sich im Laufe der Zusammenarbeit als gewinnbringend. Den groben Verlauf der Einzelveranstaltungen diskutierte und erarbeitete das Team stets gemeinsam. Mit der konkreten Planung und tatsächlichen Umsetzung waren im Anschluss pro Maßnahme zwei Hauptverantwortliche betraut.

Im Wintersemester 2013/14 veranstaltete das Institut für Slavistik das neue Brückenmodul vorerst als Probemodul, um mögliche Problemstellen ausfindig zu machen. Ab dem Wintersemester 2014/15 wird es zum festen Bestandteil des Curriculums. Es soll jetzt binnen zwei Semestern stattfinden, für die Studienanfänger verpflichtend sein und ihnen die entsprechenden LP einbringen.

Einige Veranstaltungen aus der Startphase werden sich aus organisatorischen und finanziellen Gründen allerdings nicht regelmäßig anbieten lassen. Dies gilt etwa für die Diskussionsrunde zu möglichen Berufsfeldern für Slavisten, an der studierte Slavisten mitgewirkt haben, die außerhalb von Schule und Universität beruflich erfolgreich sind.

Das Procedere

Wie jedes neue Modul an der Philosophischen Fakultät musste auch Professor Dürings Brückenmodul den „großen Gremienweg“ nehmen. Das heißt, es durchlief die folgenden Gremien in dieser Reihenfolge:

  1. Studienausschuss der Philosophischen Fakultät
  2. Konvent der Philosophischen Fakultät
  3. Zentraler Studienausschuss (ZSTA)
  4. Senat

Im konkreten Fall nahm dieses Procedere mehr als anderthalb Jahre in Anspruch. „Normalerweise dauert das aber nicht so lange“, erläutert Professor Düring rückblickend, „bei uns hat parallel die interne Zertifizierung der Studiengänge stattgefunden, das hat Zeit gekostet. Außerdem mussten wir immer auch die Kriterien des PerLe Fonds im Blick haben, durch den unser Brückenmodul gefördert wurde.“

Im Idealfall ist der „Gremienweg“ nach Dürings Einschätzung innerhalb eines Semesters zu meistern – sofern es das Konzept für ein neues Modul bereits auf die Tagesordnung des ersten Studienausschusses eines Semesters schafft.

Die Startphase

Die erste Veranstaltung des Brückenmoduls war für den Oktober 2013 geplant, die Vorbereitungen begannen im August. In der Startphase trafen die Modul-Planer in regelmäßigen Abständen zusammen, um die anstehenden Arbeitsschritte miteinander abzustimmen und eng zu verzahnen. Die größte Herausforderung stellte es anfangs dar, die Studierenden zur Teilnahme zu motivieren – denn im ersten Probelauf fanden noch sämtliche Veranstaltungen des Moduls auf freiwilliger Basis statt.

Um eine möglichst große Zahl Studierender über das neue Angebot zu informieren, führten die Modul-Verantwortlichen verschiedene Werbemaßnahmen durch: Sie schrieben alle Studierenden der Slavistik per E-Mail an, hängten Informationen am Institut aus und warben u.a. in laufenden Seminaren mit Teilnahmezertifikaten für das neue Modul. Bei der ersten Veranstaltung zeigten diese Maßnahmen jedoch noch nicht die erhoffte Wirkung.

Rasch zeigte sich, dass die Studierenden die Terminierung einiger Workshops zum Teil als unpassend empfanden. Vor allem der Basisworkshop „Einführung in das Studium der Slavistik“ fand im Probelauf zu spät statt: Die Teilnehmenden gaben an, sich mit den wesentlichen Informationen bereits auseinandergesetzt zu haben. Andere Workshops fielen dagegen genau in die ohnehin überfrachtete Startphase des ersten Studiensemesters, in der viele Studierende schlicht keine Zeit für Extraveranstaltungen fanden. Nachdem die Professor Düring und sein Team die Rahmenbedingungen entsprechend modifiziert hatten, nahmen wesentlich mehr Studierende an den Angeboten teil.

Nach der Durchführung der Workshops ziehen Professor Düring und sein Team folgende Schlüsse:

  • Nicht alle Workshops aus der Erprobungsphase werden sich auf Dauer etablieren können. Dies gilt insbesondere für die Diskussionsrunde zu möglichen Berufsfeldern für Slavisten, die eine nicht in jedem Wintersemester zu leistende Vorbereitungsphase erfordert. In diesem Zusammenhang könnte die enge Kooperation mit dem Career Center der CAU hilfreich sein, um ein geeigneteres Format für die Veranstaltung zu finden.
  • Der Workshop zu Studienmodalitäten findet ab sofort unmittelbar nach der Erstsemesterbegrüßung am Institut für Slavistik als Pflichtveranstaltung des Teilmoduls „Einführung in die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens“ statt, sodass alle Erstsemester daran teilnehmen können. Informationen dazu werden rechtzeitig auf der Homepage des Instituts veröffentlicht.
  • Der Workshop zur Interkulturellen Kommunikation wird modifiziert. Er soll jetzt kürzer ausfallen und zu einem anderen Zeitpunkt des Semesters stattfinden. Außerdem wird darüber nachgedacht, diesen Workshop eventuell getrennt für Erstsemester und für Studierende höherer Fachsemester anzubieten. Die inhaltliche Ausrichtung bleibt jedoch erhalten.
  • Der geplante Workshop zu den Berufsfeldern für Lehramtsstudierende fand aus zeitlichen Gründen bislang nicht statt. Zudem wechseln Studierende mit dem Profil Lehramt häufig nach dem ersten oder zweiten Semester ihr Fach – insofern ist darüber nachzudenken, einen Workshop für Studierende höherer Semester anzubieten. Darüber hinaus wäre die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) ratsam, um ein tragfähiges Konzept für die Veranstaltung zu erarbeiten.
  • In der Vorbereitungsphase des Brückenmoduls war schließlich noch die Zusammenstellung eines Online-Verzeichnisses angedacht, mit dessen Hilfe den Studierenden Basisbegriffe aus der slavistischen Sprach- und Literaturwissenschaft vermittelt werden sollen. Die Vorbereitung und Durchführung der anderen Workshops nahmen jedoch viel Zeit in Anspruch, sodass dieses Projekt bislang nicht begonnen wurde. Es ist für Studienanfänger indes nach wie vor sinnvoll, der Aufbau eines solchen Verzeichnisses ist weiterhin erstrebenswert.

 

Kontakt

Auch Sie möchten ein Brückenmodul an Ihrem Institut etablieren? Sie haben Ergänzungsvorschläge, Fragen, Ideen oder Interesse an einer Kooperation? Nehmen Sie gern direkt Kontakt zu Professor Michael Düring auf!

Tel. : (0-431) 880-2176
dueringm@slav.uni-kiel.de

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