Was heißt hier gute Lehre?

Serienstart – Kurzinterviews mit Studierenden der CAU

Alle wollen gute Lehre. Aber was ist damit eigentlich gemeint? Auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat Studentin Mirjam Michel Kommiliton_innen zum Thema befragt – und überraschend vielfältige Antworten erhalten. In der ersten Folge unserer neuen Serie „Was heißt hier gute Lehre?“ steht Lehramtsstudent Christian Graap ihr Rede und Antwort.

Interview: Mirjam Michel (Studentin)

Christian Graap, 31 Jahre, WiPo/Deutsch auf Lehramt, 4.Mastersemester.

 

Was macht für dich gute Lehre aus?

Christian Graap: Gute Lehre ist für mich eine gelungene Verbindung aus Fachwissenschaft und Fachdidaktik. Als Lehramtsstudent ist mir wichtig, dass uns fachwissenschaftliche Erkenntnisse so vermittelt werden, dass wir sie später auch für die Schule nutzen können. Dabei sollte auch die Lehre im Hochschulkontext abwechslungsreich und ansprechend gestaltet sein, sodass Studierende etwas damit anfangen können.

 

Welche Lehrveranstaltungen haben dir besonders gefallen und warum?

Christian Graap: Ich hatte in diesem Semester nur noch zwei Veranstaltungen im Fach Deutsch – und fand beide ziemlich gut. Eine war das sogenannte Oberseminar, in dem wir unsere Master- oder Seminararbeiten vorstellen und vom Professor und den anderen Studierenden Feedback dafür bekommen konnten.

Die zweite war ein sprachdidaktisches Seminar, das so gestaltet war, wie ich mir gute Lehre vorstelle: Es hatte fachdidaktischen Inhalt und Ziel war es, dass wir selbst aktiv werden und im Seminar etwas vorstellen, um daran anschließend weiter zu arbeiten. Das Schlimmste für mich ist, wenn du zwölf Wochen am Stück nur Referate hörst und nichts daraus mitnimmst. In dem sprachdidaktischen Seminar waren die Referate dagegen nur ein erster Blick auf das, was du in der Seminararbeit anschließend erforschen wolltest. Du konntest das interaktiv gestalten und die Kommilitoninnen und Kommilitonen miteinbeziehen, schon erste Versuche einer empirischen Erhebung machen und zum Beispiel einen Fragebogen an den Kommilitonen testen.

Gute Lehre ist eben auch unterstützend, sodass die Studierenden nicht nur stupide etwas auswendig lernen und in einer Klausur wiedergeben, sondern für das weitere Studium wirklich etwas mitnehmen – zum Beispiel Methodenkompetenz.

 

Was macht für dich eine gute Dozentin oder einen guten Dozenten aus?

Christian Graap: Eine gute Dozentin ist auch unterstützend. Eine gute Dozentin hat zudem Ahnung von Didaktik. Auch in der Hochschullehre ist es wichtig zu wissen, wie du Inhalte vermittelst, wie du Seminare ansprechend und interessant gestaltest. Eine gute Dozentin oder ein guter Dozent ist motivierend, unterstützend und hat ebenso gute Kenntnisse, was die Vermittlung der Inhalte angeht, wie auch gute Fachkenntnisse.

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