Soziale Implikationen des technologischen Fortschritts

Zur Winter School "Assistive Thinking" in der Medienpädagogik

Der Weg ist das Ziel: In der medienpädagogischen Winter School zum Thema "Assistive Thinking" standen Erkenntnisprozesse im Vordergrund. Die Studierenden entwickelten etwa einen "Remindoor" oder ein "Talk to me". Während der Designprozesse untersuchten sie, was im Rahmen technologischer Entwicklung als sozial wünschenswert gelten kann – und was nicht. Als Gerüst diente dabei das Konzept "Design als Untersuchung". Bildungsinformatikerin Sabine Reisas berichtet.

Unter dem Motto „Assistive Thinking – Soziale Implikationen der Verwobenheit von Mensch und Technologie“ haben 14 Masterstudierende fünf Tage lang die Möglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologien ausgelotet. Es galt herauszufinden, was im Rahmen der Technologieentwicklung sozial denkbar und wünschenswert erscheint – und was dagegen eher nicht anschlussfähig ist.

Im Video erläutern Sabine Reisas und Heidrun Allert das Konzept hinter der Winterschool:

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Forschungsbasiertes Lehren und Lernen

Ziel war es, durch das pädagogische Konzept „Design als Untersuchung“ [1] einen Rahmen für forschungsbasiertes Lernen zu schaffen und als Modell in der Lehre zu verankern. Das von uns entworfene Szenario ermöglichte es Studierenden technologiegestützte Konzepte (z.B. Lehr-/Lernkonzepte) zu entwerfen. Es ging nicht darum, Technologien für bereits existierende Konzepte zu schaffen oder fruchtbar zu machen, sondern darum, gut begründete Designentscheidungen zu treffen. Im Fokus stand daher nicht die Entwicklung von Technologien, sondern Tätigkeiten (z.B. Recherchieren, Notizen machen, Archivieren, Kontakt aufnehmen, Ordnung schaffen), die unterstützt werden sollten. Grundsätzlich sollte eine Perspektive in Frage gestellt werden, der die Annahme zugrunde liegt, dass gesellschaftlicher Wandel nur durch Technologien ausgelöst wird (Technikdeterminismus).

Die Studierenden generierten die folgenden thematischen Schwerpunkte:

  • Wie können wir Menschen, die am gleichen Ort sind, unter Berücksichtigung von sozialer Vereinzelung dabei unterstützen, gemeinsame Aktivitäten zu starten?
  • Wie können wir Menschen dazu bringen, bewusster zu hören?
  • Wie können wir Menschen dabei helfen, alltägliche Gegenstände nicht mehr zu vergessen?

Die diesen Fragen zugrunde liegenden Annahmen sollten im Gestaltungsprozess sichtbar und soziale und ethische Perspektiven genauer erforscht werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten hierfür in interdisziplinären Teams, um eine Synergie verschiedener Fachrichtungen, wie z.B. der Pädagogik, der Psychologie, der Informatik oder den Wirtschaftswissenschaften, herzustellen und die damit verbundenen Perspektiven in die Entwicklung miteinzubeziehen.

Der Designprozess leitete die Studierenden an, vorherrschende Normen und Werte in Erfahrung zu bringen und kritisch zu betrachten. Aus den im Designprozess gewonnenen Erkenntnissen entwickelten die Studentinnen und Studenten theoretisch fundierte und verantwortungsbewusste Handlungsoptionen für komplexe Probleme.

Design als Untersuchung

Der pädagogische Ansatz „Design als Untersuchung“ steht in der Tradition „Forschung durch Design (Gestaltung)“ und ist daher nicht nur eine Form des Problemlösens, sondern rückt in besonderer Weise den Erkenntnisprozess in den Vordergrund. Die Studierenden lernen, durch das Explorieren von Möglichkeiten in sozialen Räumen, innovative Lösungen zu entwickeln und dabei zu erproben, was sozial denkbar oder aber auch nicht wünschenswert wäre.

2 Gedanken zu „Soziale Implikationen des technologischen Fortschritts

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