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Studentischer Einsatz für Nachhaltigkeit an Universitäten

Hochschulen stehen in der Verantwortung, Handlungsmöglichkeiten für eine zukunftsfähige Entwicklung aufzuzeigen – Impulse für konkrete Veränderungen gehen dabei häufig von den Studierenden aus. Die Kieler Hochschulgruppe Blattwerk hat die Chancen und Erfolgsbedingungen für studentisches Engagement an der Christian-Albrechts-Universität einmal genauer unter die Lupe genommen.

Text: Hochschulgruppe Blattwerk

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Mehr Hochschulen zum Umdenken bringen

Immer mehr deutsche Hochschulen verpflichten sich dem Leitbild einer Nachhaltigen Entwicklung. Das ist auch gut so, denn Hochschulen tragen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Hier werden zukünftige Entscheidungsträger_innen ausgebildet und neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen. Impulse hin zu konkreten Veränderungen im Alltag einer Uni gehen oft von Studierenden und Beschäftigten aus. Ein so angestoßener „bottom-up“-Prozess, der vor allem durch eine gute Vernetzung und freiwilliges Engagement vieler Universitätsangehöriger getragen wird, fördert den kreativen und demokratisch verankerten Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen.

Studierende können sich dabei abseits von den hierarchischen Strukturen der Uni-Verwaltung für ein Umdenken einsetzen und konkrete Maßnahmen fordern. Für eine langfristige Verankerung von Nachhaltigkeitszielen in allen Handlungsfeldern der Universität sowie zur Schaffung von dauerhaften Strukturen ist jedoch auch eine entsprechende Bereitschaft seitens der Universitätsleitung („top-down“) notwendig. Besonders vielversprechend sind Konstellationen, in denen Unileitung, Studierende, Mitarbeiter und weitere wichtige Anspruchsgruppen der Universität zusammenarbeiten und voneinander lernen.

Studentisches Engagement als Chance

Studentisches Engagement an Hochschulen kann viel bewirken und wichtige Transformationsprozesse voranbringen – dies haben verschieden Initiativen wie Greening The University e.V. Tübingen und das HU Nachhaltigkeitsbüro bereits unter Beweis gestellt. Engagierte Studierende lernen in ihrem unmittelbaren Umfeld wirksam zu werden – eine wichtige Erfahrung fürs Leben. Universitäten profitieren von studentischem Engagement: neue Projektideen um den ökologischen Fußabdruck einzelner Institutionen zu verringern, Beteiligung an der Verbesserung von Lehrveranstaltungen und ein modernes „grünes“ Image seien hier nur einige Beispiele.

Wir, die HSG Blattwerk, begreifen unsere Aktivitäten als Chance unsere Universität ein Stück weit mitzugestalten. Zu den Faktoren, die unsere Arbeit begünstigen, zählen ein frei verfügbarer Arbeits- und Veranstaltungsraum, die Möglichkeit, als HSG Gelder über den AStA zu beantragen, sowie eine gute Vernetzung mit relevanten Akteuren innerhalb der Universität. Auch die Gruppendynamik und konkrete Ausgestaltung unserer Arbeitsprozesse spielen eine wichtige Rolle in der erfolgreichen Umsetzung von Projekten.

Aktive Beteiligung ermöglichen

Aus unserer Perspektive, können Hochschulen auf dem Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung von der Beteiligung aller Universitätsmitglieder profitieren. Um jedoch langfristig ein aktives Mitwirken konkret von Studierenden zu sichern, bedarf es einer größeren Vielfalt an Beteiligungsformaten.

Diese können beispielsweise an das reguläre Lehrangebot angebunden sein. Vorreiter in diesem Sinne an der CAU sind die studentischen Bildungsinitiativen, das yooweedoo Changemaker Curriculum und das opencampus Lehrangebot. Möglichkeiten diese Angebote im Rahmen des regulären Studiums zu nutzen, sollten stärker in die Studienpläne der verschiedenen Fächer integriert werden. Auf diese Weise wird Studierenden Zeit für Engagement eingeräumt und der Einsatz mit ECTS honoriert. Projekte die aus diesen Angeboten hervorgehen, beziehen sich jedoch bisher noch relativ selten auf ein konkretes Nachhaltigkeitshandeln der CAU selbst. Ausnahmen bilden hier natürlich Projekte wie das Campusrad, Campus Gemüse und Fill Up. Um Engagement das sich auf die Uni selbst bezieht attraktiver zu machen, bedarf es zusätzlicher Anreize, wie beispielsweise der handlungsanleitenden Plattform CampusAKTIV.

Darüber hinaus, sind Coaching-Angebote im Bereich Projektentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Teamarbeit und Finanzierung eine wichtige Ergänzung für Studierende die sich unabhängig von ECTS-Punkten in Hochschulgruppen oder Projekten engagieren. Beispiele an der CAU bilden hier Angebote von PerLe im Bereich der Qualitätsentwicklung in der Lehre, wie der CampusAKTIV Bar oder die Social Entrepreneurship-Sprechstunde.

Damit zudem der erreichte Wissens- und Erfahrungsstand von studentischem Engagement für eine nachhaltige Hochschule nicht durch große Fluktuationen immer wieder neu aufgebaut werden muss, ist es wichtig den Stand festzuhalten. Dies kann über Dokumentationen, zentrale Koordinierungsstellen oder interaktive Plattformen, geschehen. Eine Koordinierungsstelle kann Projekte dabei nicht bloß dokumentieren, sondern auch dazu beitragen, dass studentische Konzepte nicht versanden. Gute Ideen bleiben so am Leben, können wieder aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Zudem wird die Sichtbarkeit des studentischen Engagements nach außen und am Campus gestärkt.

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