Alle Artikel von Blogmoderatorin Antonia Stahl

Selbst forschen – mit Open Science

Am Institut für Psychologie findet vom 25. Februar bis zum 27. Februar 2019 ein Workshop zum Thema Open Science statt. Dort soll es darum gehen, wie Forschung realisiert werden kann, ohne auf kostenpflichtige Programme und Journale zurückgreifen zu müssen. Während des Workshops können Studierende aus allen naturwissenschaftlichen Fächern das Thema praxisnah am Beispiel der kognitiven Neurowissenschaften erkunden.

Text: Verena Nordbrock
(Projektteam)

Was ist Open Science eigentlich?

Open Science, das bedeutet Öffnung der Forschung für die breite Masse. Dabei geht es zum
einen darum, alle Schritte der Wissenschaft zugänglich und publik zu machen, zum anderen darum, sich interdisziplinär zu vernetzen und sich an die interessierte Öffentlichkeit zu wenden. Wenn man es genau betrachtet, ist der Workshop, um den es hier geht, selbst auch Open Science. Unser Ziel ist es nämlich, Euch nahezubringen, was das Thema überhaupt bezwecken soll und welches Ziel es verfolgt. Vor allem aber, wie Open Science geht und wie man sie möglich machen kann. Kurzum: Ihr sollt Teil der Open Science werden!

Warum ein Workshop über Open Science?

Die Replikationskrise ist ein wichtiger Grund dafür, warum Forscher sich mit Open Science beschäftigen. Replikationskrise ist der Begriff dafür, dass viele Studien, die in der ersten Durchführung ein signifikantes Ergebnis lieferten, beim zweiten Mal nicht signifikant geworden sind. Gut ist das nicht, da nur ein Ergebnis, das repliziert werden kann, einigermaßen sicher ist.

Gründe für die Replikationskrise gibt es viele. Viele davon hängen mit unsauberen Methoden zusammen. Allerdings gibt es auch das Phänomen, dass Journals gerne signifikante Ergebnisse veröffentlichen. Sie vergessen dabei allerdings, dass nichtsignifikante Ergebnisse genauso wichtig, manchmal sogar wichtiger sind. Eine mögliche Lösung kann die Open Science darstellen. Sie ermöglicht größere Kontrolle, da jedermann die Daten einsehen und mit ihnen arbeiten kann. Ob sie signifikant sind oder nicht, interessiert hier auch nicht, da jedes Ergebnis veröffentlicht werden kann.

Wir sind der Meinung, dass Open Sience die überfällige Revolution der Wissenschaft heraus aus dem Elfenbeinturm ist. Bisher dominieren wenige Verlage mit meist kostenpflichtigen Journalen das Publikationswesen. Auch die Nutzung wichtiger Software zum Sammeln und Auswerten von wissenschaftlichen Daten ist oft mit hohen Kosten verbunden. Open Science, also die Veröffentlichung über frei zugängliche Kanäle, die Verwendung quelloffener Software und das Teilen von Forschungsdaten, kann hier Abhilfe schaffen. Trotz allem erhält sie leider immer noch wenig Eingang in die Lehre, aber das soll sich hier nun ändern.

Kurz auf den Punkt gebracht, wollen wir Euch also dabei helfen, selbst zu forschen – und zwar ohne Abhängigkeit von Forschungsgeldern und kostenpflichtigen Programmen. Ihr sollt mit uns praxisnah lernen, wie Forschung funktioniert. Also: Wie sammle ich Daten, wie rechne und arbeite ich mit Daten und wie publiziere ich meine Daten in der Open Science?

Überzeugt?

Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt mitzumachen, dann könnt Ihr Euch gerne bei uns melden. Der Workshop findet 2019 vom 25.02. bis 27.02. statt. In den drei Tagen werden Euch Vertreterinnen und Vertreter der Open Science möglichst praxisnah einen Einblick geben, wie sie arbeiten. Mit allem, was dazu gehört: Fragen, Ausprobieren und Informationen selbst an andere weitergeben.

Kontakt

Verena Nordbrock & Merle Schuckart
perle.springschool@psychologie.uni-kiel.de

Organisation
Prof. Dr. Julian Keil
keil@psychologie.uni-kiel.de

Lernen und Forschen im Reallabor

Lernräume der Zukunft: Frauke Godat vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) war beim Abschluss-Symposium des Stuttgarter Reallabors Stadt-Raum-Bildung zu Gast. In ihrem Blogartikel stellt sie im Nachgang einige Methoden- und Projektbeispiele vor, die zeigen, wie Studierende im Reallabor gemeinsam mit gesellschaftlichen Akteuren lernen und forschen.

Text: Frauke Godat
Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe)

Im Oktober 2018 hatte das Reallabor Stadt-Raum-Bildung zum abschließenden Symposium nach Stuttgart eingeladen. Im Rahmen von Förderprogrammen greift die Landesregierung Baden-Württemberg das Konzept Reallabore als zentrales und innovatives Instrument der Nachhaltigkeitsstrategie für das Bundesland auf. Baden-Württemberg hat seit 2015 insgesamt 14 Reallabor-Vorhaben mit rund 18 Millionen Euro gefördert.

Der noch junge Begriff der Reallabore in der deutschen Hochschullandschaft „steht für ein innovatives Forschungsformat und ein neues Modell der Kooperation von Wissenschaft und Gesellschaft. Während das klassische Labor ein abgeschlossener Raum ist, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter eigens hergestellten und kontrollierten Bedingungen etwas prüfen, testen und experimentieren, findet das Reallabor in der offenen, komplexen Lebenswirklichkeit des urbanen Raums statt“

Quelle: stadt-raum-bildung.de

 

Wir stellen hier anhand einiger Beispiele aus der Prozessarbeit im Reallabor Stadt-Raum-Bildung vor, wie zum Beispiel auch Studierende in Lehrveranstaltungen mit gesellschaftlichen Akteuren in Veranstaltungen Lernen und Forschen können:

  1. Partizipative Dialogformate wie z.B. ein World Café oder ein Fish Bowl bringen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammen, vernetzen diverse Teilnehmer-Gruppen und ermöglichen gemeinsames Lernen. Je nach Prozessdesign lassen sich auch gemeinsam Forschungsfragen oder neue Ideen entwickeln.

 

 

  1. Stadtplaner entwickelten im Reallabor ein Brettspiel, um mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrern, etc. spielerisch beim gemeinsamen Bau einer Bildungslandschaft verschiedene Wünsche und Bedarfe im Dialog zu klären. Die Spielsituationen wurden aufgezeichnet und das Video- und Audiomaterial anschließend wissenschaftlich ausgewertet.

 

 

  1. Im Rahmen des Reallabores fand ein studentischer Ideenwettbewerb statt. Dies ist eine Möglichkeit im Seminar praxisorientiert zu arbeiten und die Ergebnisse der Seminararbeiten in Ausstellungen der (Fach)Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

 

Nach dem Besuch in Stuttgart ergibt sich für mich die Frage, wie sich die Qualitäten von Lernraumkonzepten in der Schule auf die Hochschularchitektur übertragen lassen – sicherlich ein spannendes Thema für ein interdisziplinäres Forschungsseminar mit Studierenden.

 

Kontakt

Frauke Godat
Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe)
Qualifizierungsangebote für Lehrende: Gesellschaft und Verantwortung
Telefon: +49 431 880-5945
fgodat@uv.uni-kiel.de

Weiterführende Informationen

Übergänge gestalten: Tag der Lehre 2018

Am 30. November hat das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) den sechsten Tag der Lehre veranstaltet. Der Themenschwerpunkt lag in diesem Jahr auf Lehrformaten und Methodiken, die förderlich sind, um Studierende an den verschiedenen Übergängen – von der Schule an die Hochschule, vom Bachelor zum Master und vom Studium in den Beruf – bestmöglich zu begleiten. Ein Veranstaltungsrückblick nebst Workshop-Dokumentation.

 Text: Ann-Kathrin Wenke

© Viktoria Gipp/PerLe

 

„Mit der systematischen Entwicklung zahlreicher Angebote für Studierende in der Studieneingangsphase und zur Berufsorientierung hat PerLe entscheidend dazu beigetragen, Studierende in ihren unterschiedlichen Bildungsphasen zu unterstützen“, sagte Professorin Ilka Parchmann, Vizepräsidentin der CAU, bei ihrer Begrüßung. „Diese unterstützenden und wichtigen Maßnahmen können jedoch nur fortgeführt werden, wenn den Universitäten dauerhaft Mittel und Möglichkeiten dafür zur Verfügung gestellt werden. Projektförderungen wie der Qualitätspakt müssen mit entsprechenden Strategien einer nachhaltigen Implementierung bewährter Konzepte verbunden werden, dies kann durch die vorhandene Grundfinanzierung der Universitäten nicht geleistet werden.“

Eröffnet wurde der Tag der Lehre mit einem Fachgespräch über die Studieneingangsphase. Mit der CAU-Vizepräsidentin Parchmann diskutierten hierzu die Bildungsstaatssekretärin Dr. Dorit Stenke sowie Olivia Key (CHE Consult GmbH), CAU-Professorin Martina Gerken (Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik) und Lisa-Marie Fricke (Vorstandsmitglied des AStA der CAU). Die Podiumsgäste erörterten bewährte Ansätze und Best-Practice-Beispiele, um den Wechsel von der Schule an die Universität für alle Akteurinnen und Akteure noch zielführender zu gestalten. „Für junge Menschen wird es immer schwieriger, das für sie passende Studium zu finden“, sagte die Staatssekretärin. Die CAU habe allerdings eine große Expertise in der Gestaltung der Studieneingangsphase und lege sie so an, dass viele Studierende schnell ermessen können, ob ihre persönliche Weichenstellung richtig war. „Im Bildungsministerium hören wir natürlich auch die Klagen über Wissenslücken zu Beginn eines Studiums. Das nehmen wir sehr ernst und arbeiten daran, diese strukturellen Probleme – zum Beispiel im Fach Mathematik – zu lösen“, sagte Stenke.

Nach dem Fachgespräch ging es für die Teilnehmenden der Veranstaltung dann praktisch weiter. In zwei Workshop-Sessions erhielten sie aus unterschiedlichen aktuellen Lehrthemen wie „Beforschung der eigenen Lehre“, „mediengestützter Lehre“ oder „studierendenzentrierter Lernbegleitung“ Impulse für die eigene Lehre.

 

Rückblick auf die Workshop-Sessions

Session I (10.45–12.15 Uhr)
  1. Chancen studentisch angeleiteter Lehre
  2. Die eigene Lehre systematisch reflektieren
  3. Kollaboratives Arbeiten organisieren
  4. Webinare durchführen und betreuen – Anregungen zur virtuellen Lehre

 

Session II (13.15–14.45 Uhr)
  1. Digitale Kompetenzen für die Lehre nutzbar machen
  2. Kompetenzen und Anforderungen der „Generation Z“
  3. Lernen mit gesellschaftlichen Akteuren
  4. Schreibkompetenzen für individuelle Orientierungsprozesse nutzen
  5. Umgang mit Heterogenität in der Lehre

 

In den Programmpausen zeigten Studierende ihre Sicht auf den Themenschwerpunkt „Lehre gestaltet Wandel“. Im Fokus standen dabei unter anderem studentische Visionen zur „Transformation durch Bildung“, Kompetenzen im Bereich der Berufsorientierung und Perspektivwechsel im Lehramtsstudium. Input und Anregungen für innovative Lehrkonzepte bot außerdem die Methodenmesse am Nachmittag. Präsentiert wurden Projekte, die über den PerLe-Fonds für Lehrinnovation 2018 gefördert wurden sowie Good-Practice-Beispiele aus der Kieler Universität. Lehrende, Studierende und an Lehre Interessierte konnten sich über Ideen und Erfahrungen austauschen und vernetzen. Die PerLe-Projektleiterin Janne Ferretti überreichte den Projektbeteiligten die Urkunden zum PerLe-Fonds 2018.

 

© Viktoria Gipp/PerLe

 

Weitere Bilder des Tages und eine Video-Rückschau werden zeitnah auf der PerLe-Homepage und auf den Seiten dieses Blogs abrufbar sein. Außerdem ist im unmittelbaren Nachgang zur Veranstaltung eine Instagram-Story unter den Highlights der Kieler Universität abrufbar.

 

Schreibkompetenzen für individuelle Orientierungsprozesse nutzen

 

Ich wende die vorgestellten Übungen in meinen eigenen Veranstaltungen an und mache immer wieder gute Erfahrungen damit, wie auf letztendlich leichte Weise Lernprozesse bei Studierenden angeregt werden können.

Dörte Husmann, Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL)/Career Service,
Universität Bielefeld (Workshopreferentin)

Workshopthema

Wissenschaftliches Schreiben fordert von Studierenden, in Fachtexten eine eigene Position zu entwickeln. Die Studierenden durchlaufen einen Erkenntnisprozess, dessen Reflexion für das selbstgesteuerte Lernen gewinnbringend sein kann. Dieses Wissen lässt sich auch auf andere Herausforderungen im Studium und in Entscheidungsprozessen wie in der Berufsorientierung übertragen. In diesem Workshop wurden praktische Ansätze und Methoden aus der Schreibdidaktik und der Berufsorientierung kombiniert, die in verschiedenen Lehrsituationen eingesetzt werden können, um Studierende in ihren Lern- und Entwicklungsprozessen zielgerichtet zu begleiten.

Zugang

Die Teilnehmenden lernten den Ansatz im Rahmen eines Impulsvortrags kennen und hatten Gelegenheit, die vorgestellten Übungen auszuprobieren.

Heiße Eisen

Der Workshop lud dazu ein, sich über folgende Aspekte auszutauschen:

Textsorten-Diskurs: Wissenschaftliches Schreiben vs. „Spontanschreiben“
  • Können kreative Denk- und Schreibmethoden einen Beitrag zur Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsmethoden und eigenverantwortlicher Lern- und Orientierungsprozesse leisten?
  • Ziel verfehlt? Welchen Nutzen haben subjektive Reflexionen, wenn das Endprodukt in der Regel eine wissenschaftliche Haus- oder Abschlussarbeit ist?
Rolle und Zuständigkeit für Berufsorientierung als Lehrende
  • Welchen Stellenwert sollten Angebote zum Transfer und zur Reflexion persönlicher Berufsorientierungsprozesse in der Lehre spielen?

 

Highlights

Besonders spannend am Workshopthema ist,….

  • … dass der Einsatz von Schreibmethoden zur Reflexion von Lernprozessen vielfältige Formen des Dialogs mit den Studierenden ermöglicht und eine motivierte Arbeitsatmosphäre fördert.
  • … dass Studierende auf ungezwungene Weise motiviert werden, Handlungsstrategien, Kompetenzen, Lernerfahrungen, Erfolge sowie auch Entwicklungsaufgaben zu reflektieren. Dazu gehört auch, dass sie durch den Austausch in der Gruppe von den Erfahrungen der anderen Studierenden lernen können.

 

Diskussionen im Workshop

Herausforderungen des Schreibprozesses beim Begleiten Studierender:
  • Etwas zu schaffen, was Autor_in und Adressat_innen gleichermaßen zufriedenstellt, ist eine Herausforderung, weil unter anderem auch die eigenen Ansprüchen an einen Text eine Rolle spielen.
  • Ist das, was ich schreibe, tatsächlich auch das, was ich sagen will? Oder imitiere ich nur eine/n andere/n Autor_in, ohne auf die Inhalte zu achten? Dies einschätzen zu können ist eine Herausforderung.
  • Eine weitere Herausforderung ist, dass Reflexionen der Studierenden in Lehrveranstaltungen üblicherweise mündlich angeregt werden, dabei wäre es durchaus möglich und wünschenswert, (ausch) das Schreiben funktional als Orientierungsprozess in die Studieneingangsphase zu integrieren.
  • Wenn Schreiben als individueller Prozess verstanden wird, wie kann man dann das persönliche Endprodukt mit anderen (zum Beispiel in der Lehre) teilen?
  • Eine weitere Herausforderung in der Lehre ist, eine Schreibroutine durchzusetzen, d.h. Schreiben als Training, denn die Studierenden sind eher daran gewöhnt, nach konkreten Aufgaben zu schreiben (z.B. weil sie eine Hausarbeit als Prüfungsgegenstand abgeben müssen)

 

Studierende haben oft eine unterkomplexe Vorstellung eines Schreibprozesses im Kopf, die wie folgend aussieht: Ich lese/forsche, denke, warte, bekomme eine Erleuchtung, schreibe. Der tatsächliche Prozesse ist aber viel komplexer und vielschichtiger als das: das Schreiben muss vorbereitet und geplant werden, dann wird recherchiert und Quellen werden gesucht (Literaturstudium). Ein erster Rohtext wird so früh wie möglich geschrieben, dann inhaltlich überarbeitet und neu geschrieben und ganz zum Schluss korrigiert (Rechtschreibung und Formalia). Warum ist es so wichtig, so früh wie möglich, Gedanken zu Papier zu bringen? Weil Schreiben nicht nur als Mittel zum Zweck zu betrachten ist. Das Schreiben hilft dabei, ins Denken zu kommen.

Oft herrscht auch in der Berufsorientierung eine unterkomplexe Vorstellung des Prozesses, die die Studienwahl direkt mit der Berufswahl gleichsetzt. Aber so wie oben, ist auch dieser Prozess viel komplexer, nämlich:

  1. Kompetenzprofil erstellen (was kann ich?)
  2. Arbeitsmarktwissen erlangen (Wem nutzt das?)
  3. Netzwerken
  4. Ziel- und Entscheidungsfindung (welche Strategien kenne ich dafür?)
  5. Bewerbung (Wie kann ich mein Kompetenzprofil am besten darstellen?)
  6. Übergangsmanagement (was brauche ich nun, um diesen Job auszuüben?)

 

 

Links & Literatur

Literaturtipps
  • Bolles. Richard Nelson. What Color Is Your Parachute? 2018: A Practical Manual for Job-Hunters and Career-Changers. Auflage: 2018 ed. New York: Ten Speed Press.
  • Frank, A., Haacke, S. & Lahm, S. (2013). Schlüsselkompetenzen: Schreiben in Studium und Beruf. (2., aktualisierte und erweiterte Aufl.). Stuttgart u.a.: Metzler.
  • Fröhlich, Melanie ; Henkel, Christiane ; Surmann, Anna, (2017). Zusammen schreibt man weniger allein – (Gruppen-)Schreibprojekte gemeinsam meistern. Opladen, Toronto: Verlag Barbara Budrich.
  • Lahm, S. (2016). Schreiben in der Lehre –Handwerkszeug für Lehrende (Kompetent lehren). Opladen, Toronto: Verlag Barbara Budrich.
Links

Lernen mit gesellschaftlichen Akteuren

 

Mein persönlicher Bezug zum Workshopthema?  Bildungspraktische Relevanz, Forschungsinteresse und Überzeugung.

Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
(Workshopreferent)

Workshopthema

Dieser Workshop stellte das Konzept des Service Learning (Lernen mit gesellschaftlichen Akteuren) als einen möglichen Ansatz in der Lehre dar, der die häufig diskutierte Verzahnung von Theorie und Praxis auch in Bezug auf sozialrelevante Fragestellungen ermöglicht. Das vorgestellte Lehrformat trägt zur fachlich-methodischen Kompetenzentwicklung und auch zur Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden bei.
Nach einer kurzen Einführung in Service Learning arbeiteten die Teilnehmenden kooperativ an einer ersten didaktischen Konzeptentwicklung für die eigene Lehre. Schließlich diskutierten die Teilnehmenden in Hinblick auf die Evaluation solcher Veranstaltungsformate die Fragen, welche Wirkung das Lernen mit gesellschaftlichen Akteuren entfalten kann, an welcher Stelle jedoch auch Grenzen liegen.

Zugang

Die Teilnehmenden näherten sich dem Workshopthema auf Basis ihrer disziplinären Zugänge und Lehrüberzeugungen.

Heiße Eisen

Es ging u.a. um die Frage des gesellschaftlichen Auftrages von Universitäten und darum, welche didaktischen Gestaltungsparameter Service-Learning-Module wirksam machen.

Highlights

Prof. Dr. Karl-Heinz Gerholz: „Besonders spannend erscheint mir, dass es beim Workshopthema um mehr geht, als um eine Theorie-Praxis-Verzahnung in der Lehre: Über Service Learning sollen junge Menschen für die Zusammenhänge, Herausforderungen und Widersprüche in einer Gesellschaft sensibilisiert werden.“

 

Links & Materialien

  • Altenschmidt, K., & Miller, J. (2016). Service Learning – Ein Konzept für die dritte Mission. Die hochschule, 25, 40–51.
  • Gerholz, K.-H., Liszt, V. & Klingsieck, K. B. (2015). Didaktische Gestaltung von Service Learning – Ergebnisse einer Mixed Methods-Studie aus der Domäne der Wirtschaftswissenschaften. bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, Ausgabe 28, 1-23.
  • Gerholz, K.-H., Holzner, J. & Rausch, A. (2018). Where is the Civic Responsibility in Service Learning? A Process-oriented Empirical Study. Journal for Higher Education Development, Vol. 13/I. 2, 61-80.
  • Hofer, M. (2017). Service Learning und Entwicklung Studierender. In B. Kracke & P. Noack (Hrsg.): Handbuch Entwicklungs- und Erziehungspsychologie. Heidelberg: Springer.

 

Kompetenzen und Anforderungen der „Generation Z“

Seit einiger Zeit arbeite ich an der Schnittstille zwischen Studierenden und Dozenten und Dozentinnen. Es war mir ein Bedürfnis, die Begegnung zwischen Lernenden und Lehrenden zu erleichtern. Hierbei verstehe ich es als Bereicherung, immer noch in unmittelbarer Nähe zu Studis zu sein und so deren Perspektive auf die Lehre zu erleben.

Sarah Heiden, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
(Workshopreferentin)

 

Workshopthema

Die ersten Vertreterinnen und Vertreter der „Generation Z“ studieren bereits an Hochschulen und Universitäten oder sind im Arbeitsleben angekommen. Die vielfältigen neuen Erfahrungen, mit denen sie an der Hochschule konfrontiert sind, erfordern von ihnen Orientierungsstrategien, die jedoch nicht immer zur Verfügung stehen.
In diesem Workshop erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Studienergebnisse über die Denk- und Arbeitsweisen der „Generation Z“.  Sie erfuhren, welche Herausforderungen sie an die Lehrpraxis stellt und wie diesen begegnet werden kann.

Zugang

Zur Vorbereitung auf den Workshop waren die Teilnehmenden eingeladen, auf einer virtuellen Pinnwand Schlagworte zum Thema Generation Z zu sammeln. Im Workshop war nach einem kurzen thematischen Input Raum für Austausch und Diskussion, um über eigene Erfahrungen und Herausforderungen mit Kolleg_innen ins Gespräch zu kommen. Anschließend erfolgte in Kleingruppen der Transfer auf die eigene Lehrtätigkeit.

Heiße Eisen

Aspekte, die im Zusammenhang mit dem Workshopthema besonders kontrovers diskutiert werden:

  • Kritik am Generationenkonzept (z.B. Stereotypisierung; Verallgemeinerung)
  • Wo liegen die Grenzen auf die Bedürfnisse und Wünsche der Generation Z einzugehen
  • Veränderungen in der Arbeitswelt, da Generation Z andere Anforderungen mitbringt als ihre Vorgänger

 

Highlights

Besonders spannend an diesem Workshop: Das Dahinterblicken, Nachvollziehen und Verstehen einer anderen Generation. Der Perspektivwechsel, soll im künftigen Umgang mit den Z-lern helfen.

Workshop-Dokumentation

 

Literaturhinweise der Referentin

 

Digitale Kompetenzen für die Lehre nutzbar machen

 

Ich arbeite seit 2016 als Koordinatorin für hochschuldidaktische Projekte mit dem Schwerpunkt Lehren und Lernen mit digitalen Medien (U.EDU – Medienbildung entlang der Lehrerbildungskette) im Rahmen des Förderprogramms „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

Sabine Gauch, Technische Universität Kaiserslautern
(Workshopreferentin)

Workshopthema

Studierende bringen bereits zahlreiche Erfahrungen im Umgang mit digitalen Medien an die Universität mit. Damit sie dieses Wissen für ihr Studium nutzen können, bedarf es der gezielten Förderung und Anleitung durch die Lehrenden.
Im Workshop wurden eingängige Studien und Ergebnisse aus Forschungsprojekten über digitale Kompetenz thematisiert. Die Teilnehmenden diskutierten eigene Erfahrungen und gingen der Frage nach, welche mediendidaktischen Kompetenzen zur Unterstützung ihrer Studierenden in der Lehre hilfreich sein können.

Zugang

Im Workshop wurden empirische Untersuchungen zum Medienhandeln Studierender präsentiert und mit den Teilnehmer_innen diskutiert, welche Implikationen dies für Lehrende hat. Dabei sollten insbesondere die Vorannahmen und Erfahrungen der Lehrenden im Fokus stehen, da diese die Motivation darstellen, sich mit dem Prozess der Digitalisierung in der Lehre auseinanderzusetzen.

Heiße Eisen

Kontrovers diskutiert wurden im Zusammenhang mit dem Workshopthema die Frage wie stark Lehrpersonen die Lehre an Studierende anpassen müssen – oder was ein „zeitgemäßer Medieneinsatz“eigentlich ist.

Highlights

Das Schlagwort Digitalisierung ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen präsent, die Digitalisierung von Lehre in Schule und Hochschule politisch gewünscht. Vor diesem Hintergrund ist es zum einen wichtig, das geläufige Vorurteil „digital = besser“ zu hinterfragen. Zum anderen kann die Schnelligkeit der technischen Entwicklung  verunsichern. Auch hier hilft der zweite Blick – hinter die Verpackung der neuesten „tools“.

Fragen & Diskussion im Workshop

  • Das Plenum war sich relativ einig, dass die digitalen Kompetenzen der Studierenden nicht unbedingt dem entsprechen, was man bei Digital Natives erwarten würde. U.a. ging es um fehlende Programmierkompetenzen und unkritischen Umgang mit Quellen aus dem Netz.
  • Zugleich kam das Plenum überein, dass das Netz auch sehr gute Quellen liefert und intensives Selbstlernen ermöglichen kann.
  • Digitale Medien ermöglichen Aktivierung, Motivierung, kooperatives Arbeiten, Insividualisierung in heterogenen Gruppen und liefern ganz neue Reflexionstools.
  • Laut einer besprochenen Studie sind Lehramtsstudierende die am wenigsten technik- und medienaffine Studierendengruppe (vgl. Pressemitteilung der Bertelsmann-Stiftung). Die Workshop-Diskussion kreiste um mögliche Gründe hierfür.

 

Links & Materialien

Lehrmaterialien und Weiterbildungsangebote:
Publikationen:

Webinare durchführen und betreuen – Anregungen zur virtuellen Lehre

 

Ich nutze Webinare seit 2014 im Rahmen von hochschul- und mediendidaktischen Weiterbildungen für Hochschullehrende. Dort versuchen wir, vielfältige Methoden im virtuellen Klassenzimmer von Adobe Connect einzusetzen und die entsprechenden Funktionalitäten entsprechend zu nutzen. Dabei lerne ich selbst auch immer wieder neue Nutzungsmöglichkeiten kennen.

Jana Riedel, Technische Universität Dresden
(Workshopreferentin)

 

Workshopthema

Die Teilnehmenden dieses Workshops erhielten mediendidaktische und erste praktische Anregungen für die Durchführung einer eigenen Online-Veranstaltung. Sie nahmen den Funktionsumfang der virtuellen Lernumgebung von Adobe Connect in den Blick und erfuhren, wofür sie die verschiedenen Werkzeuge in einer Online-Vorlesung, einem Webinar oder zur Online-Betreuung ihrer Studierenden nutzen können. Der Workshop selbst wurde als Webinar durchgeführt. Die Teilnehmenden kommunizierten virtuell mit der Workshop-Leiterin.

Zugang

Jana Riedel: „Zunächst einmal nutzten wir die Möglichkeiten des ortsungebundenen Lernens und Zusammenarbeitens ganz unmittelbar, indem ich den Workshop von Dresden aus über das virtuelle Klassenzimmer leitete. Anschließend ging es vor allem darum, die Funktionalitäten im Klassenzimmer zu demonstrieren und mit den Teilnehmenden gemeinsam zu überlegen, wie diese in den eigenen Veranstaltungen genutzt werden könnten.“

Heiße Eisen

Jana Riedel: „Besonders kontrovers diskutiert werden im Zusammenhang mit Webinaren wohl die technischen Störungen. Diese treten leider immer wieder auf. Selbst nach mehrjährigen Erfahrungen kommt es vor, dass etwas aufgrund technischer Probleme nicht klappt. Und dann kommt schnell die Frage auf, ob das Werkzeug wirklich für die Lehre geeignet ist, wenn die Gefahr besteht, dass die Lehrveranstaltung an technischen Problemen scheitert. Ich habe es bisher noch nicht erlebt, dass eine Online-Veranstaltung komplett ausgefallen ist, weil es technische Probleme gab. Meist waren es kleinere Störungen, die zu Zeitverzögerungen oder Qualitätsabstrichen geführt haben. Diese muss man leider in Kauf nehmen. Dafür bietet die Online-Veranstaltung ganz neue Möglichkeiten, die die Nachteile wieder aufwiegen können.“

Im Workshop selbst gab es allerdings keinerlei technische Störungen.

Highlights

Jana Riedel: „Mir war es wichtig, die vielen Möglichkeiten und Funktionen aufzuzeigen, die es im virtuellen Klassenzimmer gibt. Neben dem klassischen Online-Vortrag gibt es ganz unterschiedliche Interaktionen, die man integrieren kann und auch sollte. Eine Faustregel besagt, dass man aufgrund der hohen Ablenkungsgefahr alle sieben Minuten eine Interaktion einsetzen sollte. Häufig wird angenommen, dass man einen Vortrag aus der Präsenz sehr leicht in die Online-Situation übertragen kann. Ich wollte in meinem Workshop darauf hinweisen, dass es doch noch einige Punkte gibt, auf die man achten sollte und wie man die entsprechenden Herausforderungen lösen kann.“

Im Workshop diskutierte Aspekte

  • Aus technischer Sicht können Hunderte Teilnehmende zugleich in Adobe-Connect-Lehrveranstaltungen betreut werden. Je kleiner ein Kurs, desto eher hat er Seminarcharakter und desto persönlicher kann die Betreuung der Teilnehmenden gestaltet sein.
  • Die vielfältigen interaktiven Möglichkeiten – wie Umfragen, Chats oder das virtuelle Whiteboard – wurden diskutiert und getestet.
  • Oft bietet es sich an, eine Co-Moderation zu organisieren, um sich beispielsweise um den Chat zu kümmern oder auf technische Probleme rasch reagieren zu können.
  • Webinare lassen sich via Adobe Connect problemlos aufzeichnen und stehen den Teilnehmenden so jederzeit zur Verfügung, sofern alle Beteiligten mit der Aufzeichnung einverstanden sind.

 

Links & Materialien

  • Software: Adobe Connect können Sie als ein kleines Desktop-Programm auf dem Computer installieren. Hier steht es zum Download zur Verfügung: https://helpx.adobe.com/adobe-connect/connect-downloads-updates.html. Apps für Tablets und Smartphones sind im jeweiligen App Store verfügbar.
    Die Verbindung über das Desktop-Programm ist stabiler und daher zu empfehlen. Früher wurde Adobe Connect im Browser über das Flash-Plugin genutzt, welches aber immer seltener unterstützt wird.
  • Zugang: um einen eigenen virtuellen Raum erstellen zu wollen, besuchen Sie als CAU-Angehörige einfach diese Seite: https://webconf.vc.dfn.de. Bzgl. der Zugangsdaten wenden Sie sich bitte an das Rechenzentrum der CAU (idmadmin@rz.uni-kiel.de).

 

Jana Riedel: Es gibt für eine Adobe-Connect-Nutzergruppe, die ein sehr umfangreiches Wiki für die Nutzung des Werkzeuges zur Verfügung stellt:

 

Jana Riedel: Wir haben an der TU Dresden verschiedene Tutorials und Materialien zur Bedienung erstellt:

 

Jana Riedel: Wie Adobe Connect von Lehrenden genutzt wird, haben wir in unseren Informationsbroschüren (Heft 3) aufbereitet:

 

Die eigene Lehre systematisch reflektieren

Referent: Frank Mayer, LearningCenter, Hochschule Osnabrück

Workshopthema

Das Konzept des Scholarship of Teaching and Learning (SoTL) bezeichnet die systematische Erforschung und Reflexion der eigenen Lehre mit dem Ziel, diese wissenschaftlich zu hinterfragen, ihre Ausrichtung zu überdenken und in die Diskussion darüber mit Kolleginnen und Kollegen zu treten. In diesem Workshop erhielten die Teilnehmenden eine Einführung in das Thema SoTL und dessen mögliche Wirkungsweise für die Gestaltung der eigenen Lehre. Best-Practice-Beispiele der Hochschule Osnabrück aus verschiedenen Disziplinen verdeutlichten den Mehrwert des Ansatzes für die Entwicklung von Lehrkonzepten. Die Teilnehmenden diskutierten den Transfer in das eigene Fach und identifizierten Themenschwerpunkte und mögliche Fragen an die eigenen Lehrveranstaltungen.

Zugang

Einer Einführung in das Thema und praktischen Fallbeispielen folgte eine Diskussion der heißen Eisen und Highlights (s.u.). Ein wesentlicher Teil sollte den anwesenden Lehrenden die Möglichkeit geben, eigene Projekte zu entwickeln, um das SoTL für sich selbst umzusetzen.

Heiße Eisen

Einige Lehrende berufen sich auf die „Freiheit von Lehre und Forschung“ als Argument dafür, das SoTL -Konzept nicht umzusetzen, ihre Lehrerfahrungen nicht zu publizieren oder sich nicht mit anderen Lehrenden darüber auszutauschen. Manche sehen in der intensiven Beschäftigung mit Lehre zudem die Gefahr, ihre fachwissenschaftliche Karriere zu beschädigen.

Highlights

SoTL bietet systematische Reflexionsanlässe und -methoden und schafft somit evidente Grundlagen für didaktische Konzepte und Entscheidungen. Darüber hinaus wird die Grundlage für einen Diskurs über Studium und Lehre innerhalb einer Hochschule gelegt.

 

Chancen studentisch angeleiteter Lehre

 

Nachdem ich selbst während meiner beiden Studienphasen die Vorteile tutorieller Lehre erfahren konnte und als Tutor tätig war, bin ich seit fast zehn Jahren in der Tutorienarbeit aktiv. Die hohe Dynamik, Abwechslungsreichtum und die elementare Funktion von Tutorien im Lehr-Lerngeschehen unserer Hochschule erlauben mir in einem der interessantesten Tätigkeitsbereiche, die eine Hochschule zu bieten hat, tätig zu sein.

Marko Heyner, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg,
Netzwerk Tutorienarbeit (Workshopreferent)

 

Workshopthema

Studentische Lehrformate bieten Studierenden eine hervorragende Möglichkeit, ihre didaktischen, fachlichen und personalen Kompetenzen beträchtlich zu entwickeln. Für Lehrende bedeuten sie einen Mehrwert zur Ergänzung eigener Lehrformate wie Vorlesung und Seminar, für Lernende zusätzliche Unterstützung und Austausch auf Augenhöhe und in kleinen Gruppen. Die bekannteste Form der studentisch angeleiteten Lehre ist das Tutorium; aber auch andere Formate haben sich als hilfreich erwiesen und wurden in diesem Workshop in den Blick genommen. Es wurde erläutert, wie die Einbindung von Studierenden als Unterrichtende gelingen kann und welche Rolle die drittmittelfinanzierten Tutorienprogramme der Hochschulen hierbei übernehmen. Beteiligte aus allen Bereichen (Lehrende, Tutorinnen und Tutoren, PerLe-Mitarbeitende) besprachen ihre Erfahrungen und diskutierten konkrete Umsetzungsideen in der Lehre.

Zugang

Zunächst holte eine kurze Einführung in die Thematik auch Teilnehmende mit wenig Bezug zur Tutorienarbeit ab. Es lag dem Referenten am Herzen, dass alle ungeachtet ihres Status miteinander ins Gespräch kamen und so eines der wichtigsten Merkmale der Tutorienarbeit auch gleich selbst erleben konnten. Dazu versuchte Marko Heyner aus dem Publikum Teilnehmende zu gewinnen, die sich als Lehrende, Tutorierende, Studierende oder Mitarbeitende im Tutorienprogramm äußern mochten. Anhand weniger Leitfragen fand eine angeregte Diskussion statt.

Heiße Eisen

Marko Heyner: „Welche Aspekte im Zusammenhang mit dem Workshopthema besonders kontrovers diskutiert werden, hängt natürlich vom jeweiligen Interesse der Beteiligten ab. Erfahrungsgemäß können Vor- und Nachteile kontrovers diskutiert werden. Aber auch die Rahmenbedingungen auf der Organisations-, Programm- und Veranstaltungsebene sind immer wieder Thema. Die Balance zwischen einerseits hohem Vertrauen und andererseits Abgrenzung und Schutz vor Überlastung der Tutor_innen werden dabei bedacht.“

Highlights

Marko Heyner: „Jede Hochschule hat eigene Wege tutorieller Lehre entwickelt. Manchmal unterscheidet sich nur die Bezeichnung, manchmal stecken hinter gleichen Titeln ganz unterschiedliche Formate, Praxen und Theorien. Diese kennenzulernen und vor dem Hintergrund meines Überblicks durch die deutschlandweite Netzwerkarbeit einzuordnen, finde ich persönlich besonders anregend.“

Ablauf des Workshops

  • In der Kennenlernrunde zu Beginn des Workshops zeigte sich, dass mit studentischen Tutor_innen, Lehrenden und Personen aus dem Bereich der Qualifizierung die verschiedenen Statusgruppen rund um tutorielle Lehre gut vertreten waren.
  • Ein kurzer Ausflug in die Geschichte der studentisch angeleiteten Lehre machte deutlich, dass bereits Ende der 60er Jahre studentische Tutor_innen in der Lehre eingesetzt wurden.
  • In einer ersten Austauschrunde diskutierten die Teilnehmenden, was es für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Tutor_innen braucht und inwieweit Hospitationen durch Lehrende in studentisch angeleiteten Lehrveranstaltungen hilfreich sind. Teamteaching zwischen Lehrenden und Tutor_innen, eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle sowie gegenseitige Wertschätzung wurden im weiteren Verlauf der Diskussion als mögliche Wege skizziert.
  • Ein weiterer Fokus lag auf der Frage, wie das Wissen erfahrener Tutor_innen vor dem Hintergrund einer hohen Fluktuation weitergegeben werden kann. Als eine Möglichkeit wurde der Einsatz qualifizierter Tutor_innen als Multiplikator_innen benannt. Darüber hinaus bestand Einigkeit darin, Qualifizierungen studentischer Tutor_innen als frühzeitige Nachwuchsförderung und somit Mehrwert für Hochschulen in Sachen Personalentwicklung zu begreifen und im Hinblick auf das Thema tutorielle Lehre im kontinuierlichen Austausch zu bleiben.

 

WWW

 

Literatur:

  • Antosch-Bardohn, J.; Beege, B.; Primus, N. (2015). Tutorien erfolgreich gestalten. Ein Handbuch für die Praxis. UTB.
  • Eßer, A.; Kröpke, H.; Wittau, H. (2016)(Hrsg.). Tutorienarbeit im Diskurs III. Qualifizierung für die Zukunft. Münster.
  • Hempel, M.; Sekyra, A.; Wiemer, S. (2016)(Hrsg.). Vernetzt und eigenständig. Tutorienarbeit an sächsischen Hochschulen. Ulm.
  • Kröpke, H. (2015). Tutoren erfolgreich im Einsatz. Ein praxisorientierter Leitfaden für Tutoren und Tutorentrainer. UTB.
  • Kröpke, H.; Ladwig, A. (2013)(Hrsg.). Tutorienarbeit im Diskurs. Qualifizierung für die Zukunft. Berlin.
  • Zitzelsberger, O. et al. (2014)(Hrsg.). Neue Wege in der Tutoriellen Lehre in der Studieneingangsphase. Münster.