Alle Artikel von Blogmoderatorin Antonia Stahl

Ars legendi-Preis 2020 geht an Professor Corves

Professor Christoph Corves von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erhält den Ars legendi-Preis 2020. Der Stifterverband vergibt den Preis in diesem Jahr für exzellente Hochschullehre zum Thema „Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements von Studierenden“. Die Jury würdigte mit ihrer Entscheidung insbesondere, dass der Kieler Geograph das Empowerment der Studierenden in den Mittelpunkt seiner Lehre stelle. Der Preis ist insgesamt mit 50.000 Euro dotiert.

 

Christoph Corves gebe durch sein Wirken eindrucksvolle Antworten auf die Fragen, wie man Studierende motiviert, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren und auf welche Weise man dieses Engagement als Lehrperson fördern könne, heißt es in der entsprechenden Pressemeldung des Stifterverbands. Und weiter: „Durch eine Vielzahl von Ansätzen motiviert und befähigt Christoph Corves seine Studierenden, sich zivilgesellschaftlichen Themen zuzuwenden und sich diesen in selbstständigen Projekten anzunehmen. Sowohl in der Ideenfindung als auch in der Durchführung werden die Studierenden schrittweise begleitet und unterstützt.“

 

© Sean Castineira Corves

 

Die von Corves initiierte Onlineplattform yoowedoo erreicht dabei nicht nur Kieler Studierende, sondern öffnet die Mitarbeit für Interessierte weit über die Universitätsgrenzen hinaus. „Aufgrund seines breiten Netzwerks, das neben NGOs auch die Stadt Kiel und das Land Schleswig-Holstein umfasst, bietet er seinen Studierenden vielfältige Kooperationspartner, um eigene Projekte zu entwickeln und umzusetzen“, heißt es zur Begründung der Preisvergabe. Es sei dem Preisträger gelungen, seine Konzepte erfolgreich in das Curriculum einzubinden. Dabei werde Studierenden aller Fachrichtungen die Möglichkeit gegeben, an den vielfältigen Programmen teilzunehmen. Auf besondere Art und Weise engagiere sich Christoph Corves zudem in der Hochschulentwicklung, beispielsweise mit der Gründung der „Kiel School of Sustainability“ und der Einrichtung des Masterstudiengangs „Sustainability, Society and Environment“.

„Wir freuen uns sehr, dass mit Christoph Corves eine Lehrpersönlichkeit der CAU im Bereich von Nachhaltigkeit und Social Entrepreneurship zum ersten Mal den renommierten Stifterpreis an die Kieler Förde holt!“ gratuliert Janne Ferretti, Leiterin der Qualitätsentwicklung an der CAU.

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Fragetools in digitalen Lehrveranstaltungen nutzen

Eine Umfrage, ein Multiple-Choice-Test oder eine offen gehaltene Abfrage lassen sich ohne großen Aufwand in digitale Lehrformate einbinden. Die Einsatzmöglichkeiten sind dabei vielfältig: Die Tools können beispielsweise dazu dienen, Studierende zu aktivieren, Feedback einzuholen oder Inhalte einer Lehrveranstaltung zu vertiefen und zu sichern. Vier Beispiele.

Hinweis: Bitte klären Sie ab, ob die Tools für Ihren jeweiligen Lehr-Lern-Kontext datenschutzkonform sind.

 

  1. Kahoot und andere Anbieter ermöglichen spielerische Varianten: Lehrende können auf der Plattform unkompliziert Quizze erstellen, bei denen Studierende allein oder in Teams gegeneinander antreten. Der Wettbewerbscharakter steigert dabei häufig die Motivation der Teilnehmenden. Ein Quiz kann dazu beitragen, Gelerntes zu vertiefen, auf Prüfungen vorzubereiten oder auch offene Fragen zu diskutieren – ganz ähnlich wie beim analogen Quizzen im Hörsaal.

 

  1. Mit der Evaluationszielscheibe von onco lässt sich dagegen wunderbar ein einfaches Stimmungsbild abfragen: Ähnlich dem analog eingesetzten Pendant können die Teilnehmenden einer Lehrveranstaltung mittels farbiger Pins auf der digitalen Zielscheibe angeben, wie viel sie zu bestimmten Aspekten aus einer Sitzung oder einer Lehreinheit mitnehmen. Die Lehrperson hat die Möglichkeit, vier unterschiedliche Aspekte in freien Textfeldern festzulegen, die Studierenden markieren nun auf einer auf den Kontext anpassbaren Skala, wie sehr die abgefragten Gesichtspunkte für sie zutreffen. Dabei kann es sowohl um den Lernstand gehen (z.B. „Ich kann das Gelernte zum Thema X sicher anwenden“) als um die Motivation der Teilnehmenden oder um Reflexion und Feedback (z.B. „Ich erkenne die berufliche Bedeutung der Inhalte“ oder „Ich habe heute gut mitgemacht). Eine onco-Zielscheibe kann beispielsweise so aussehen und den Teilnehmenden unkompliziert mittels Link zur Verfügung gestellt werden.

 

  1. Offene oder geschlossener Abfragen – zum Beispiel mit mentimeter oder pingo – können dagegen ganz unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen. Sowohl Freifeld-Antworten als auch bei Multiple-Choice-Antworten können um die reinen Lerninhalte kreisen, also darum, den Studierenden eine realistische Einschätzung ihres Lernstands zu ermöglichen und bereits Gelerntes zu vertiefen. Zugleich lassen sich solche Instrumente je nach Antwortoptionen dafür einsetzen, Feedback einzuholen oder die Reflexion der Teilnehmenden anzuregen. Dabei stehen viele verschiedene technische Spielarten zur Verfügung.
  2. Etwas komplexer gestaltet sich die Abfrage via padlets, an denen die Teilnehmenden der Lehrveranstaltung gleichzeitig gemeinsam arbeiten können (ein Beispiel). Dabei lassen sich unkompliziert Boards erstellen, an denen alle mitwirken können, Lehrende können hier Fragestellungen vorgeben, Teilnehmende Beiträge anderer zum jeweiligen Thema bewerten oder kommentieren.
    Padlets können natürlich auch in ganz anderen Lehr-Lern-Kontexten sehr gewinnbringend zum Einsatz kommen. Beispielsweise lässt sich mit ihrer Hilfe zeigen, inwiefern unterschiedliche Lerninhalte (z.B. aus zwei verschiedenen Vorlesungen) miteinander zusammenhängen, wenn das Padlet als kontinuierliche Ergänzung zu den Vorlesungen genutzt wird. Grundsätzlich bieten padlets die die Möglichkeit, Inhalte aktiv zu lernen und gemeinschaftlich zu entwickeln, sie fördern den Lernprozess oder können Lernprozesse sichtbar machen.

 

Wichtig beim Einsatz aller Tools ist es, vorab das didaktische Ziel gut abzustecken. Geht es um eine Aktivierung, gilt es ein Stimmungsbild einzufangen oder soll primär eine Lernreflexion in Gang gebracht werden? Je nach Stoßrichtung lassen sich die Tools passgenau einbringen und nutzen.

Ergänzen Sie diesen Beitrag gern um eigene Erfahrungen und um weitere Tools, die sich in Ihren Lehrveranstaltungen als gewinnbringen erwiesen haben!

 

Linktipps & Anregungen

  1. Methodenvideos „Kollaboratives Arbeiten in der digitalen Lehre“ & „Aktivierung in digitalen Lehrveranstaltungen.
  2. Übersicht: Online-Ressourcen für Lehrende der CAU.

First Sustainable e-Guide for Students of Kiel University

Fifty Shades of Green is called the First Sustainable e-guide created and designed by students from different backgrounds from Kiel University. The aim of the guide is to provide all university students with the chance to get to know a variety of the most sustainable places, institutions, and stores located within the City of Kiel.

Text: Melissa Capcha MSc
Master student Sustainability, Society, and the Environment at Kiel University

The guide´s content is divided into five sections of clothing, local shops, recreation, transportation and tools, and repairs. With a total of 37 different options, we hope you can find the easy way to experience the most sustainable alternatives of what the “The sailing City of Kiel” can offer to you. There is also an interactive and downloadable map at the end of the guide for you, to navigate. With all of these tools, we ensure you, you are not going to get lost!

Who is behind this idea?

Maximilian Drews (Germany), Melissa Capcha Eulogio (Peru), Nele Nolte (Germany), Shadi Mehrafza (Germany) & Vishwanath Hiremath (India), are five students from different subjects at Kiel University who are behind this project. However, they share the same vision of promoting a more sustainable lifestyle within their community. Therefore, once they met this summer 2020 at the seminar called “ The University of the Students – A Student-led Sustainable Transformation of the Kiel University“, they started their journey in order to create a sustainability guide that’s easily accessible with the ambition to do something meaningful and impactful.

The aim of this guide is to motivate and encourage students to adopt an environment-friendly lifestyle. Share the most relevant information with organizers of sustainable events to get access to a list of sustainable actors that have a presence in Kiel. With this, we are also promoting the integrations and networking for sustainable enthusiasts; who aspire to volunteer for sustainable activities and social causes at the university and the city level. Our main focus group is the new students at Kiel University as well as citizens of the city who will be able to explore and help the „Zero Waste City of Kiel“ to achieve its goal,  With the ease of navigation made possible by an exclusive map developed using Google Maps, you can have access to the guide´s complete collection of information, specifically at the end of the guide. We have created a QR code to make it easier for you to access the map to navigate on.

Why „green shades“?

The guide encompasses a broad range of activities encountered on a daily basis; shopping for food to clothes and stationery, recreation to repair services, from the public to private transport. Each of these categories is represented by a specific shade of green, embedded in a particular leaf shape; to envision as a symbol of solidarity with ‚Mother Nature‘. Furthermore, the guide in itself proactively voices for a “Call2Action”. We encourage you to discover your individual shade of green.

What are the lessons learned throughout their journey?

The process of working in a group in a virtual way was especially difficult this summer semester 2020. By the time the seminar started, the regulations because of the COVID-19 pandemic made it impossible to host the face to face regular classes. Nevertheless, as a team sharing the same vision, it was possible to overcome some aspects like missing the face to face interaction. Even in a virtual way for them it was possible to share some positive inspiration and energy, necessary to fully succeed with the preparation of this guide. They also developed their creativity and found out very valuable virtual tools to design, hold networking sessions, and for having virtual group meetings.

CAU vergibt erstes Zertifikat für Diversität & Intersektionalität

Kerstin Lemmerz ist die erste Empfängerin des „Zertifikats für Diversität und Intersektionalität“ am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Ziel des neuen, fächerübergreifenden Studienprogramms ist es, besondere Kompetenzen im Bereich Antidiskriminierung zu vermitteln. Professorin Anja Pistor-Hatam, Vizepräsidentin für Studienangelegenheiten, Internationales und Diversität überreichte die Urkunde an die Bachelorstudentin.

Das Zertifikat kann je nach Studiengang zumeist im freien Wahlbereich, aber auch als Fachergänzung erworben werden. In interdisziplinären Lehrveranstaltungen setzen sich die Teilnehmer*innen des Qualifizierungsprogramms mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie Rassismus, Ausgrenzung und Privilegierung auseinander.

„Mit dem Zertifikat bieten wir den Studierenden aller Fächer eine individuelle Möglichkeit, sich im Rahmen ihres Studiums für gesellschaftlich wichtige Themen zu sensibilisieren. Schließlich soll unsere Universität ein Ort der Bildung sein, auch über die eigenen Fachgrenzen hinaus“,

 

erklärt Pistor-Hatam.

Sensibilisiert für gesellschaftliche Herausforderungen

Im Zentrum des neuen Studienprogramms steht die Frage, wie Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ethnischen Zugehörigkeit, dem Geschlecht, dem Alter, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder der Religion und Weltanschauung gemeinschaftlich gut leben können. Ein wichtiger Bestandteil ist neben der Expertise aus der Forschung auch die Begegnung mit   diversitätserfahrenen Menschen. „Damit eröffnen sich für die Studierenden oft ganz neue Ansätze, ihre eigene Haltung zu reflektieren, sich gesellschaftlich zu engagieren oder tiefer in die Forschung zu den Themen zu schauen“, sagt Anne Rabe, Koordinatorin des Schwerpunktprogramms vom Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS).

Absolventin Lemmerz, die ihren Schwerpunkt in der Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit gewählt hat, hat für die Zertifizierung zunächst Gundlagenwissen in einem Basisseminar erworben und vertiefende Seminare und Vorlesungen besucht. Die schriftliche Abschlussleistung wird am ZfS erbracht. In ihrer Ausarbeitung hat Lemmerz ihre Zukunftsvision von einer Gesellschaft entworfen, die für Diversität sensibilisiert ist. Im Fokus steht dabei auch die Intersektionalität, also das Bewusstsein dafür, dass eine Person wegen mehrerer Kategorien ausgegrenzt werden kann, etwa zugleich wegen Geschlecht und Herkunft. Die Studentin sieht auch eine persönliche Verantwortung. „Ich möchte zu einer gerechteren Zukunft für Frauen beitragen“, sagt sie. „Durch das Zertifikat habe ich viele Perspektiven kennengelernt und neue Impulse, um mich beruflich und gesellschaftlich für Diversität einzubringen.“

 

 

Ein fächerübergreifendes Studienprogramm an der Uni Kiel

Entwickelt wurde der Schwerpunkt „Diversität & Intersektionalität“ am ZfS gemeinsam mit dem Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe). Das Programm verbindet bestehende Lehrangebote verschiedener Fachbereiche wie der Soziologie, Politikwissenschaft oder Geschichte mit den Qualifizierungsangeboten des ZfS und dem Arbeitsbereich Gender und Diversity an der CAU. Es richtet sich an interessierte Studierende mit und ohne Vorwissen. Derzeit können sie aus einem Angebot von mehr als 20 verschiedenen Seminaren, Übungen und Vorlesungen wählen und ECTS-Punkte erwerben. Das essentielle Basisseminar findet auch in diesem Wintersemester statt.

 

Dokumentation zum digitalen Tag der Lehre 2020

„Bühne frei für die Fülle didaktisch-methodischer Gestaltungsmöglichkeiten!“, hieß es am Donnerstag, 3. September, als das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) zum achten Tag der Lehre der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lud. „Das diesjährige Veranstaltungsmotto ‚Lehre vielfältig‘ könnte die didaktische Kreativität nicht besser beschreiben, die Studierende und Lehrende während der Corona-Pandemie an den Tag gelegt haben“, stimmte die stellvertretende Projektleiterin Giovanna Putortì die Teilnehmenden am Morgen aufs abwechslungsreiche Programm ein, das in diesem Jahr erstmals ausschließlich online stattfand.

 

Die Vizepräsidentin der CAU, Professorin Ilka Parchmann, hob in ihrem Grußwort hervor: „Viele haben in diesem Sommersemester bottom-up gelernt, ihre Lehre digital zu gestalten, und wollen es jetzt noch besser machen. Dieser Tag bietet ihnen eine großartige Chance dazu!“

Zum Veranstaltungsauftakt machte Sprachwissenschaftlerin und Kommunikationsmanagerin Dr. Anja Centeno García in ihrer Keynote mit dem Titel „Raus aus schulischen Mustern – hin zu professionellem Handeln“ das Spannungsfeld zwischen Anleitung und eigenverantwortlichem Lernen an der Hochschule auf. Neben einer Workshop-Session zu aktuellen Fragen der Lehre und einer interaktiven Mittagspause mit Präsentationen aus der Lehrpraxis, erwarteten die mehr als 120 Veranstaltungsteilnehmenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch zahlreiche Gelegenheiten zur Diskussion. „Dank der Digitalisierungspraxis der letzten Monate und einer großen ortsunabhängigen Beteiligung ist dieser Tag der Lehre auch der transregionalste“, betonte Janne Ferretti, Geschäftsführerin der Qualitätsentwicklung und Verantwortliche für PerLe.

In eigens für den Tag konzipierten Zukunftslaboren stand am Nachmittag indes der Austausch über Zukunftskompetenzen im Fokus. Dabei ging es darum, wie die digitale Transformation soziale Kommunikation, Arbeits- und Lernprozesse verändert – und welche Möglichkeiten Lehrende haben, Studierende in diesem Prozess zu unterstützen.

Eine Dokumentation der Diskussionen, die Inputs aus den Zukunftslaboren und die Keynote-Präsentation finden Sie rechts in der grau hinterlegten Sidebar.

Das Digitale Laborpraktikum

Zu Beginn ihres Studiums waren die Labortüren verschlossen und die Hörsäle mussten leer bleiben. So erging es in diesem Sommersmester den Studienänfänger*innen der Pharmazie. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten Dr. Antje Havemeyer und ihre Kolleg*innen Alternativen finden, um ihren Erstsemestern nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch praktische Kompetenzen zu vermitteln. Doch wie funktioniert das im Digitalen? Am Beispiel des Laborpraktikums zur anorganischen qualitativen Analytik lässt sich das zeigen.

Text: Lisei Martin

 

Eine junge Pharmazeutin soll herausfinden, um was für ein Salz es sich in ihrem Reagenzglas handelt. Sie führt das Glas an ihre Nase für eine Geruchsprobe. Als sie daran riecht, wird das Video angehalten. „Was ist an dieser Situation falsch?“, fragt Dr. Antje Havemeyer ihre rund 60 Studierenden, die sich freitags morgens online zusammengefunden haben. Nach einer kurzen Pause hört man eine Studentin antworten: „Man riecht nie direkt, sondern fächert sich die Luft zu. Besonders, wenn man nicht weiß, um was für einen Stoff es sich eigentlich handelt.“

Das sind nicht die einzigen Sicherheitsmängel, die die Studierenden in der Videodemonstration finden. Im Hintergrund sieht man beispielsweise, dass die Kittel der Laborant*innen zu kurz sind, dass sie keine Sicherheitsbrillen tragen oder dass sich auf der Arbeitsfläche eine mysteriöse Flüssigkeit befindet, um die sich niemand zu kümmern scheint. Solche Mängel bei der praktischen Laborarbeit können sowohl während des Studiums als auch in der Arbeitsrealität von Pharmazeut*innen schnell gefährlich werden. Deshalb ist es wichtig, den Studierenden frühestmöglich das Laborhandwerk beizubringen. So können ihnen die Sicherheitsmaßnahmen zur zweiten Natur werden und schlimme Unfälle müssen gar nicht erst passieren.

Sicherheitsrichtlinien sind jedoch nicht das einzige Lernziel der „Praktischen Übung zur allgemeinen und analytischen Chemie der anorganischen Arznei-, Hilfs- und Schadstoffe“ – kurz des Laborpraktikums. Die Studierenden unternehmen hier die ersten Schritte im Laborhandwerk, sie lernen, wie man anorganische Stoffe analysiert, bekommen chemische und theoretische Grundlagen vermittelt und sollen sich Kompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens aneignen: Beispielsweise die Planung und Durchführung von Experimenten, die Bewertung von Arbeitsschritten, Ergebnissen und Informationsquellen oder auch die wissenschaftliche Kommunikation. Das ist ein sehr großes Paket, das hier geschnürt werden soll. Deswegen umfasst die Lehrveranstaltung insgesamt zwölf Semesterwochenstunden.

Es handelt sich also um einen signifikanten Teil der Erfahrung von Erstsemesterstudierenden der Pharmazie. Natürlich auch, weil die Studierenden im Labor auf eine ganz andere Art die Möglichkeit erhalten, sich kennenzulernen. Statt schweigend nebeneinander im Hörsaal zu sitzen, müssen sie miteinander arbeiten und sich über Probleme und Ergebnisse austauschen. Teamwork ist gefragt und die sozialen Beziehungen, die dabei entstehen, enden nicht an der Campusgrenze. Denn „man kann ein Studium nicht als Einzelperson meistern“, sagt Dr. Havemeyer. „Man braucht mindestens einen, den man mal anrufen und sagen kann: Ich habe es heute nicht geschafft, mitzuschreiben. Oder ich habe etwas gerechnet und ich weiß nicht, ob die Rechnung richtig ist. Können wir Ergebnisse vergleichen?“. Das sei auch ein großer Teil des Studierendenlebens, der unter der Coronapandemie wegfällt.

Das digitale Laborpraktikum

Im Laborpraktikum stehen Havemeyer und ihre Kolleg*innen vor der Herausforderung, die Vielseitigkeit seines analogen Pendants so gut wie möglich im Digitalen zu reproduzieren. „Das war am Anfang schon ein echter Angang“, erinnert sich Dr. Havemeyer. „Wir haben uns täglich mit dem Praktikumsleiter Prof. Dr. Dennis Schade besprochen. Wir wollten das Sommersemester ermöglichen und da hat jeder eine Schippe drauf getan.“ Letztlich wurde die Lehrveranstaltung in mehrere theoretische Ersatzleistungen aufgeteilt, die jeweils unterschiedliche Aspekte des Laborpraktikums abdecken.

Als erstes gibt es den Demonstrationskurs. Hierfür haben Dr. Havemeyer und Kolleg*innen über fünfzig verschiedene Videos aus dem Internet zusammengetragen, in denen Laborsituationen und Experimente der klassischen qualitativen Analytik zu sehen sind. Die gezeigten Szenarien sind vielfältig. So behandeln die Videos bspw. den Umgang mit Gefahrstoffen, Fällungsreaktionen mit Silbernitrat sowie Nachweise mit Dimethylglyoxim und Schwefelwasserstoffgas. Die Studierenden analysieren jedes Video und erhalten dafür einen Fragenkatalog, der auf die Inhalte der Vorlesung und Proseminare abgestimmt ist. Anstelle der Betreuung im Laborpraktikum finden Videokonferenzen mit den Assistenten*innen statt, in denen über die Ergebnisse diskutiert wird. Die Auseinandersetzung mit den Videos dient der Vertiefung von bereits erworbenen Fachkenntnissen, indem die Theorie nun mit Bildern verknüpft wird. Gleichzeitig schulen die Studierenden dabei ihr kritisches Denken, weil sie dazu aufgefordert werden, das Gesehene zur beurteilen: Hat die Person im Video richtig gearbeitet? Wie lässt sich das Ergebnis erklären? Warum hat das Experiment nicht funktioniert? So können sich die Studierenden anschaulich mit der Arbeit im Labor vertraut machen und erwerben außerdem die essenzielle Kompetenz der Bewertung von Quellen.

In einer weiteren Lehreinheit werden die Studierenden in Gruppen aufgeteilt und müssen sich auf Themen vorbereiten, die dann wöchentlich in einem Online-Seminar besprochen werden. Inhaltlich geht es vor allem um das Verständnis chemischer Grundgesetze und spezieller Labormethoden. Über den Erwerb von Fachkenntnissen hinaus müssen die Studierende lernen, sich selbst und andere zu organisieren – insbesondere, weil die Themen teilweise noch unbekannt sind. In Gruppen müssen sie also einen Weg finden, mit Neuem umzugehen. Das Ziel sei es, die Studierenden schnellstmöglich auf die eigenen Füße zu stellen, so Dr. Havemeyer.

Selbstständigkeit sollen die Studierenden auch im Umgang mit dem Europäischen Arzneibuch erlangen. Es handelt sich dabei um das verbindliche Regelwerk für Pharmazeut*innen, das unter anderem die Prüfung von Arzneistoffen beschreibt und so die Qualität und Sicherheit von Arzneimitteln gewährleisten soll. Der Umgang mit dem Arzneibuch muss jedoch erst gelernt werden. „Es ist teilweise stark verklausuliert und deshalb nicht leicht zu verstehen. Das üben wir mit unseren Studierenden“, sagt Dr. Havemeyer.

Eine weitere Übung sind die „Gruppennachweise“, bei denen Salzmischungen identifiziert werden müssen. Anstatt im Praktikum selbst die dazu nötigen Versuche durchzuführen und richtig zu interpretieren, erhalten die Studierenden „Labornotizen“ von fiktiv durchgeführten Experimenten. Anhand dieser Experimente sollen die Salze identifiziert werden. Häufig sind die Studierenden dabei aber auch gefordert, die Notizen kritisch zu reflektieren und Vorschläge für weitere Experimente zu machen. So erhalten sie einen Eindruck von der Arbeit und ihren Schwierigkeiten. Wenn sie dann das erste Mal selbst im Labor stehen, haben sie bereits eine Grundlage geschaffen, Probleme zu erkennen. Natürlich wäre es Dr. Havemeyer lieber, sie könnte mit ihren Studierenden direkt im Labor arbeiten. „Fahrradfahren lernt man nicht vom Zuschauen.“ Genauso wenig lässt sich die praktische Arbeit im Labor eins zu eins mit Anschauungsmaterial ersetzen. „Aber das war nun einmal nicht anders möglich. Wir haben unser Bestes getan, um den Studierenden in dieser Ausnahmesituation trotzdem alle wichtigen Kompetenzen zu vermitteln.“ Eine davon ist es, Fehlerquellen bei der eigenen Arbeit ausfindig machen zu können. „Die Studierenden sollen in der Lage sein, Troubleshooting zu betreiben.“

Um dennoch Einblicke in die Praxis zu erhalten, wird jedem*r Ersemesterstudierenden aus dem Sommersemester in der vorlesungsfreien Zeit noch die Möglichkeit gegeben, „Laborluft“ zu schnuppern und vor Ort am Pharmazeutischen Institut die wichtigsten Versuche der klassischen qualitativen Analytik selbst praktisch durchzuführen. Auch dieses Nachholen von wichtigen praktischen Aspekten funktioniert nur, weil alle Lehrenden/Assistent*innen weit über ihrem normalen Lehrdeputat arbeiten.

Kontakt halten

Es ist nicht leicht, die ersten Schritte an der Universität zu meistern, wissenschaftliches Arbeiten und Experimentieren zu lernen, sich selbst und in Gruppen zu organisieren, Neues und Unbekanntes zu verstehen und einzuordnen und dabei motiviert zu bleiben. Besonders wenn man seine Kommiliton*innen, seine Universität, seine Lehrenden noch nie gesehen hat. „Man braucht Spaß und Motivation, um durch das Pharmaziestudium zu kommen“, merkt Dr. Havemeyer an. Deswegen hat sie in der ersten Stunde einen Vertrag mit ihren Studierenden geschlossen. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir das zusammen meistern trotz Corona. Ich habe ihnen auch gesagt, dass das alles für sie neu ist, aber eben auch für mich und dass ich von meiner Seite alles geben will, damit das Studium funktioniert.“

Das bedeutet konkret, dass Dr. Havemeyer von den Erstsemestern erwartet, dass sie alle Sitzungen nachbereiten, mit voller Aufmerksamkeit bei den Online-Veranstaltungen teilnehmen und die Übungsaufgaben lösen. Im Gegenzug hat Dr. Havemeyer die Studierenden zum einen in Lerntandems eingeteilt. Es ist ein Angebot, andere Studierende kennenzulernen und sich gegenseitig beim Studium zu unterstützen. Man arbeite dann nicht mehr nur für sich allein, sondern auch für und mit anderen und zöge sich auf diese Weise gegenseitig in Verantwortung. Zum anderen bietet Dr. Havemeyer jeden Freitagmorgen einen freiwilligen „Offenen Chemieraum“ an. Hier werden nicht nur Fragen zum Lernstoff geklärt, sondern Dr. Havemeyer kann auch einen Einblick bekommen, wie es ihren Studierenden gerade geht. Es sei ihr ein Anliegen, Kontakt zu halten und eine freiere Plattform zu bieten, in den Austausch zu kommen. Die Vernetzung untereinander und eine persönliche Komponente gehöre zum Studium dazu.

„Es tut mir in der Seele weh, dass die jetzt nicht vor Ort sind“, gesteht Dr. Havemeyer. Dennoch ist sie zuversichtlich, dass die Studierenden trotz erschwerter Bedingungen erfolgreich durch ihr Studium kommen. „Ich denke, wenn die in vier Jahre ihr Examen haben, werden wir gemeinsam darauf anstoßen.“

 

 

Laborpraktikum

Digitale Ersatzleistung

 

Physiologisch/pharmazeutisch relevante Kationen und Anionen

Identifizierung von verschiedenen anorganischen Salzen mittels klassischer qualitativer analytischer Verfahren

 

„Demonstrationskurs“ anhand von ausgewählten Videos zur Veranschaulichung klassischer qualitativer analytischer Verfahren mit anschließender Diskussion in mehreren Videokonferenzen
 

Gruppennachweise

Identifizierung von verschiedenen anorganischen Salzmischungen Identifizierung von verschiedenen anorganischen Salzmischungen anhand von Fallbeispielen (Labornotizen)
 

Arzneibuchanalytik

Identitäts- und Reinheitsprüfungen von mehreren anorganischen Einzelsalzen laut Arzneibuch Bearbeitung von ausgewählten Arzneibuchtexten und pharmazeutischen Fallbeispielen mit anschließender Diskussion in mehreren Videokonferenzen
 

Versuche zu chemischen Grundgesetzen (Redox, Säure/Base, Löslichkeitsprodukt)

Vertiefung der chemischen Grundgesetze jeweils mit interaktivem Proseminar, Versuch und Protokoll. Vertiefung der chemischen Grundgesetze jeweils mit interaktiver Videokonferenz, Fotos & Video des Versuches und Protokoll anhand vorgebender Messwerte
 

Dünnschichtchromatographie

Identifizierung von Schwermetallkationen mit Hilfe der Dünnschichtchromatographie mit interaktivem Proseminar, Durchführung und Protokoll Identifizierung von Schwermetallkationen mit Hilfe der DC mit interaktiver Videokonferenz, Fotos & Video zur praktischen Durchführung und Protokoll anhand vorgebender Dünnschichtchromatographie-Platte
 

Analytik der Ionen mit Hilfe von Schnelltestverfahren (Testkits) für Umweltanalytik

Methoden der Testkits werden vorgestellt Methoden der Testkits werden in einer Videokonferenz vorgestellt

Fachspezifische Hochschuldidaktik

Am Beispiel von Labor- und Schreibdidaktik nimmt diese Kurzdokumentation aus der Reihe „Impulse – Videos zu aktuellen Themen der Hochschullehre“ des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) Facetten fachspezifischer Hochschuldidaktik unter die Lupe. Dabei verdeutlicht die Gegenüberstellung konkreter Beispiele und Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Fächern die Relevanz disziplinenspezifischer Diskurse, Formate und Kontexte.

 

 

Persönlichkeitsbildung in der Hochschullehre

Die Persönlichkeitsbildung zu unterstützen ist ein wesentlicher Lehr-Aspekt. In der jüngsten Kurzdokumentation aus der Reihe „Impulse – Videos zu aktuellen Themen der Hochschullehre“ des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) geht es neben einer theoretischen Rahmung auch um konkrete Lehr-Ideen rund ums Thema.

Dabei werden sowohl die studentische Perspektive als auch die Warte Lehrender und die Sicht von Bildungsexpert_innen beleuchtet.

 

 

 

Ansprechpersonen

Philipp Marquardt (pmarquardt@uv.uni-kiel.de)
Marc Sinnewe (msinnewe@uv.uni-kiel.de)

 

Die Uni Kiel auf der Digitalen Woche

Vom 5. bis zum 13. September findet zum vierten Mal die Digitale Woche Kiel statt. Bei rund 200 Veranstaltungen dreht sich alles um das digitale Lernen, Leben und Kommunizieren. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist wieder mit einem bunten Programm an der Digitalmesse beteiligt – mit Onlineformaten und live vor Ort im Kieler Wissenschaftspark.

Neu sind in diesem Jahr die sogenannten Hybridevents, bei denen Zuhörerinnen und Zuhörer nach vorheriger Anmeldung entweder live im diwokiel-Zelt oder per Livestream über das Onlineportal teilnehmen können. Dadurch erhalten alle Interessierten trotz Corona-bedingter Einschränkungen die Möglichkeit, an den angebotenen Workshops, Vorträgen und Diskussionen zu Themen aus dem Alltag, Schule und Studium oder dem Businessbereich teilzunehmen. So zum Beispiel bei der Veranstaltung „Zukunftscluster CAPTN Kiel – Eine Chance für den Mittelstand digital zu innovieren“ am Montag, 7. September. Professor Carsten Schultz, Lehrstuhl für Technologiemanagement, leitet den Workshop, bei dem die Mobilitäts- und Klimawende und das urbane, autonome Mobilitätssystem CAPTN im Fokus stehen. An die ganze Familie richtet sich der Workshop „Einstieg in das Programmieren – Der Miniroboter Ozobot und Arduinofahrzeuge“, der am 12. und 13. September stattfindet. Mit den Minirobotern Ozobot können sie unter anderem die Arbeit eines Logistikroboters nachvollziehen oder mit vorgegebenen Farbcodes einen individuellen Parcours erstellen.

„Durch die Hybrid- und Onlineveranstaltungen werden uns in diesem Jahr ganz neue Möglichkeiten eröffnet, ein überregionales Publikum zu erreichen“, sagt Julia Sandmann vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) der CAU, die das Programm für die Uni Kiel zusammengetragen hat. So hätten sich für den digitalen Workshop „Hochschule der Zukunft“ (8. September 2020), ein Gemeinschaftsprojekt der CAU, der Fachhochschule Kiel (FH) und der Dualen Hochschule Schleswig-Holstein (DH S-H), bereits Hochschullehrende aus ganz Deutschland angemeldet. „Das ist ein großer Vorteil für den Austausch zum Thema digitale Hochschule und zu den Erfahrungen in der Corona-Krise“, erklärt Sandmann.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos. Aufgrund der begrenzten Plätze wird bei allen Live-Events und bei einigen Onlineformaten um Anmeldung gebeten.

Zum Programm der #diwokiel20, zur Anmeldung und zu den Livestreams geht es hier: https://digitalewochekiel.de/programm.

Interaktive Mittagspause

Anlässlich der interaktiven Mittagspause am digitalen Tag der Lehre (3. September 2020) haben wir eine Galerie mit inspirierenden Lehrbeispielen und Projekten zusammengetragen. Klicken Sie sich gern durch die innovativen Materialien, Lehrideen, Videos und Best-Practices, die auch nach der Veranstaltung hier abrufbar bleiben.

 

Digitale Galerie
Tag der Lehre 2020

 

A.1 Multimediale Tutorials für zukünftige Studierende Erstellen
A.2 „Collective Open Research Environment“
A.3 Screencast „Zitation“ für Studierende der Philosophie
B.1 „Aus der (Haut-)arztparxis in den Hörsaal“
B.2 Zwei Projekte aus der Elektrotechnik: „Onlinetests“ und „Studieneingangsprojekt digital“
B.3 Impuls-Video zur Persönlichkeitsbildung
B.4 Recherchetutorien Geschichte und dazugehörige Screencasts „Geschichte recherchiert“
B.5 Studentische Projekte: „Übersetzung von Umgangssprache mit DeepL“ und „Meinung machen – inwieweit beeinflusst die YouTube KI unseren Konsum politischer Inhalte? Ein Experiment.“


 


A.1 Multimediale Tutorials für zukünftige Studierende Erstellen

Mit dem Ziel, wesentliche Grundlagen des Studiums prägnant zu erläutern, haben Studierende höherer Fachsemester im interdisziplinären Studiengang „Praktische Philosophie der Wirtschaft und Umwelt“ (PWU) multimediale Tutorials für Studienanfänger_innen konzipiert und umgesetzt. Während im Seminar Hilfestellung bei der Erarbeitung der Inhalte gegeben wurde, lernten die Studierenden im Tutorium unter Anleitung einer Tutorin das Handwerk des Erstellens eines Videos.

 




 

Ansprechpersonen: Christian Baatz (baatz@philsem.uni-kiel.de) und Andrea Klonschinski (klonschinski@philsem.uni-kiel.de)

 


 

A.2 Collective Open Research Environment (SCoRe)

Im vorliegenden Video wird aus der Arbeit des SCoRe-LFC-Projekts berichtet, welches in der Abteilung Medienpädagogik, Bildungsinformatik des Instituts für Pädagogik an der CAU Kiel durchgeführt wird. Im Projekt geht es um die Entwicklung einer digitalen Umgebung für kollaboratives und forschungsorientiertes Lehren und Lernen in Großgruppen. Entsprechend wird im Folgenden ein Konzept für eine kollektive Lern- und Forschungsumgebung vorgestellt.

 

Ansprechperson: Prof. Dr. Heidrun Allert (allert@paedagogik.uni-kiel.de)


 

A.3 Screencast „Zitation“ im Studium Philosophie

Dieser Screencast erläutert die Grundformen des Zitierens in akademischen Texten im Fach Philosophie und zeigt, wie Studierende in den eigenen schriftlichen Arbeiten zitieren können. Das Video wird den Studierenden auf der digitalen Lernplattform OpenOLAT in den Übungen zum wissenschaftlichen Arbeiten zur Verfügung gestellt und in den Kursen gemeinsam besprochen (für Interessierte mit Zugang zum OpenOLAT: https://lms.uni-kiel.de/auth/RepositoryEntry/2997420033/CourseNode/100545091748330). Auf diese Weise können die Studierenden zum Zeitpunkt des Verfassens Ihrer schriftlichen Arbeiten (in der Regel in der vorlesungsfreien Zeit) wiederholt auf diese Ressource zugreifen.

 

Ansprechperson: Dr. Julia Müller (juliamueller@philsem.uni-kiel.de), Schreibwerkstatt, Philosophisches Seminar, CAU Kiel

 



 

B.1 Aus der (Hautarzt)praxis in den Hörsaal

Präsentation im Zoom-Raum (12.15 & 12.30 Uhr)

Ein praxisorientiertes, mediengestütztes Lehrprojekt mit überregionalen und interdisziplinären Nutzungsoptionen: Im Sommersemester 2019 haben Professorin Regine Gläser und ihre Doktorandin Linda Marlen Wittbecker in Kooperation mit dem Medienteam der Arbeitsgruppe Junge Dermatologen im BVDD (JuDerm) zehn Video-Module zu relevanten Untersuchungs- und Therapietechniken in der Dermatologie erstellt.  Zu jedem der Filme wurde vorab ein Drehbuch verfasst und es wurden passende Patienten rekrutiert.

Die Filme sind nun in neu konzipierte Lehrveranstaltungen integriert (Seminarvorlesungen und Kurs „Praktische Fertigkeiten“ sowie beim Thementag Dermatologie im Modul „Toolkit“). Weiterhin sind alle Filme auf der Website von JuDerm veröffentlicht und über YouTube frei zugänglich. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit, die Filme auch an interessierte Studierende, Kolleg_innen und ggf. auch Patient_innen weiterzugeben.

Zwei Beispielvideos:


Ansprechpersonen: Linda Marlen Wittbecker, Prof. Dr. Regine Gläser (rglaeser@dermatology.uni-kiel.de)

 

Mehr über dieses Projekt erfahren Sie auch in den folgenden Beiträgen auf unserem Blog:

 


 

B.2 Onlinetests und Studieneingangsprojekt digital

Präsentation im Zoom-Raum (12.15 und 12.30 Uhr)

Projekt 1: Online-Tests in der Elektrotechnik: In den Grundgebieten der Elektrotechnik 1 und 2 können unsere Studierenden in sechs semesterbegleitenden Online-Tests Bonuspunkte für die Modulklausur sammeln. Die Studierenden können die Tests mehrfach wiederholen, um Wissenslücken aufzudecken, zu schließen und sich zu verbessern. Damit jeder Test aus neuen Aufgaben zusammengestellt wird, haben wir ein halb-automatisiertes System zur Erstellung einer großen Zahl von Aufgaben in Python und Matlab implementiert.

 

Projekt 2: Studieneingangsprojekt – Digital koordiniert: Das Studieneingangsprojekt Elektrotechnik ist das erste Modul des Elektrotechnik-Studiums, es findet in der Woche vor der ersten Vorlesung statt. Da wir die teilnehmenden Studierenden vorab nicht kennen, registrieren wir alle beim Ankommen am ersten Tag anhand ihrer CAU-Card (NFC) und können binnen einer Stunde eine zufällige Einteilung in Fünfer-Projektgruppen automatisiert durchführen und bekanntgeben. Gleichzeitig erhalten alle Gruppen einen Zugang zu einem Webinterface, über das sie während der Projektwoche ihren Fortschritt protokollieren und bei Schwierigkeiten um Hilfe rufen können.

 

Ansprechpersonen: und Kontakt Hannes Lüder (halu@tf.uni-kiel.de) Martina Gerken (mge@tf.uni-kiel.de)

 


B.3 Impuls-Video: Persönlichkeitsbildung

Präsentation im Zoom-Raum (12.15 und 12.30 Uhr)

Die Persönlichkeitsbildung zu unterstützen ist ein wesentlicher Aspekt der Hochschullehre. In der jüngsten Kurzdokumentation zum Thema aus der Reihe „Impulse – Videos zu aktuellen Themen der Hochschullehre“ des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) geht es neben der theoretischen Rahmung auch um praktisch-methodische Ideen für die Lehre. Persönlichkeitsbildung wird dabei sowohl aus der Perspektive einer Studentin als auch aus der Warte Lehrender und aus der Sicht von Bildungsexpert_innen beleuchtet.

 



Ansprechpersonen: Philipp Marquardt (pmarquardt@uv.uni-kiel.de) und Marc Sinnewe (msinnewe@uv.uni-kiel.de)

 


 

B.4 Recherchetutorien Geschichte und dazugehörige Screencasts „Geschichte recherchiert“

Präsentation im Zoom-Raum (12.15 und 12.30 Uhr)

Recherchetutorien, die PerLe in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Kiel jedes Semester für Studierende des Faches Geschichte in der Studieneingangsphase anbietet, geben neben einer Bibliothekseinführung und einer grundlegenden Schulung in Literaturrecherche auch Einblicke in die Themenfelder Fernleihe, Fachdatenbanken und überregionale Katalogrecherche. Studierende werden beim Suchen, Finden und Nutzen digitaler und analoger Literatur und Quellen gestärkt, wodurch die Tutorien damit grundlegend der Förderung der Recherchekompetenz von Studierenden dienen. Geschulte Tutor_innen erarbeiten für ein Proseminar im Fach Geschichte ein individuelles Konzept, das praxisnah, epochen- und themenspezifisch und in Absprache mit der jeweiligen Lehrperson des Proseminars in einem „peer-to-peer“-Format realisiert wird. Die Recherchetutor_innen gestalten eine komplette Proseminarsitzung, die drei akademische Stunden bzw. 135 Minuten umfasst. Zusätzlich haben die Studierenden über den OLAT-Kurs Recherchetutorium Geschichte (Login erforderlich) einen ort- und zeitunabhängigen Zugriff auf verschiedene Screencasts zur Literatursuche und zu Fachdatenbanken („Geschichte recherchiert“) und können dort Materialien zur fachspezifischen Literaturrecherche herunterladen. Ein Beispielvideo:

 

Ansprechpersonen: Dr. Melanie Greinert (m.greinert@uv.uni-kiel.de), Andreas Christ, M.A., M.Sc. (christ@ub.uni-kiel.de)


 

B.5 Studentische Projekte

Präsentation im Zoom-Raum (12.15 und 12.30 Uhr)

Übersetzung von Umgangssprache mit DeepL: Inwieweit ist das Übersetzungstool DeepL in der Lage, Umgangssprache in literarischen Werken zu übersetzen? Am Beispiel von The Catcher in the Rye von J. D. Salinger werden in der Projektarbeit die aktuellen Möglichkeiten und Grenzen maschineller Übersetzung mit künstlicher Intelligenz untersucht.

Ansprechperseon: Kerstin Rottler ( stu209195@mail.uni-kiel.de)

 

Meinung machen – inwieweit beeinflusst die YouTube-KI unseren Konsum politischer Inhalte? Ein Experiment: Im Rahmen des Seminars KI für Sozialwissenschaftler*innen habe ich mir die Frage gestellt, inwiefern der YouTube-Algorithmus zu der Formung von politischen Meinungen beiträgt. Dafür wurde ein Experiment durchgeführt, in dem durch das kontrollierte Abspielen des Autoplay-Features herausgefunden werden sollte, ob die wiedergegebenen Inhalte zu einer Extremisierung der Meinung beitragen können. Der Fokus lag bei diesem Experiment auf dem Rechtsextremismus.

Kontaktperson: Alina Stiehler (stu203070@mail.uni-kiel.de)