Alle Artikel von Blogmoderatorin Antonia Stahl

Was heißt hier gute Lehre?

Alle wollen gute Lehre. Aber was genau soll das heißen? Auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat die Studentin Mirjam Michel Kommiliton_innen zum Thema befragt – und überraschend vielfältige Antworten erhalten. In der dritten Folge unserer Serie „Was heißt hier gute Lehre?“ spricht sie mit drei Studierenden der Psychologie.

Interview & Foto: Mirjam Michel (Studentin/PerLe)

Gianluca Lamberti, (23), 8. Semester, Melina Häckel, (24) 6. Semester, Max Klähn, (24), 8. Semester (v.l.n.r.), Studierende der Psychologie.

 

Was macht für Euch gute Lehre aus?

Melina: Vernünftige Didaktik. Gianluca und ich sind beide aus unserem Auslandssemester in Finnland verwöhnt. Dort gibt es eine gute Didaktik, so dass du selbst anfängst kritisch zu reflektieren, was dir beigebracht wurde, statt nur auswendig zu lernen. Du wirst auch dazu angehalten, mal zu überlegen, ob das Gelernte Sinn macht, und dem vielleicht auch zu widersprechen. Das ist für mich gute Lehre. Wichtig ist auch, dass sich die Lehrenden wirklich Mühe geben, den Stoff aufzubereiten, so dass er verständlich wird.

Gianluca: Und dass die Lehrperson selbst begeistert ist, von dem was sie oder er macht.

Max: Ich finde eine Verbindung aus Forschung, Praxis und Lehre gut. Wenn Lehrende Dinge erforschen, die sie in der Praxis einsetzen und darauf aufbauende Lehre machen, gerade in angewandten Fächern wie Psychologie oder Medizin. Für uns als Studierende ist es gut, wenn wir merken, dass Lehrende sowohl an der Universität als auch in anderen Bereichen arbeiten. Das zeigt, dass es nicht getrennte Systeme sind – nach dem Motto: Hier ist die Universität als eigener Subkosmos und da ist die Welt da draußen. Was in der Forschung untersucht wird, ist auch wichtig für die Arbeit in der Praxis und umgekehrt. Diese Verbindung sollte auch in Lehrveranstaltungen ersichtlich werden.

Melina: Es wäre toll, wenn wir im Studium mehr Zeit hätten zu lernen, etwas auch in der Praxis anzuwenden. Ich habe jetzt im 6. Semester zum ersten Mal etwas über therapeutische Gesprächsführung gelernt, was ich mir wesentlich früher gewünscht hätte. Im Grundstudium hatten wir sehr viele Basisfächer. Vieles brauchen wir nicht unbedingt für die Praxis. Es gibt vieles, wo wir nicht genau wissen, wie der Praxisbezug ist und was wir ohne Bedenken anwendenn können.

Max: Also ich finde die Grundlagen als Basis trotzdem wichtig.

Melina: Und ich glaube, es wäre gut, den Stoff zu reduzieren und noch einmal genau zu prüfen, was die Studierenden wirklich brauchen. Einige der Inhalte könnten daraufhin vielleicht optional angeboten werden statt verpflichtend.

Max: Ich finde es cool, wenn Begeisterung seitens der Dozentinnen und Dozenten da ist und du merkst die brennen für etwas. Du merkst auch in der Vorlesung den Unterschied, ob etwas abgehandelt werden muss oder ob die Dozentin oder der Dozent wirklich von dem Thema begeistert ist. Das kommt dann ganz anders rüber.

 

Welche Lehrveranstaltung hat Euch in diesem Semester oder allgemein besonders gefallen und warum?

Gianluca: Mir hat die Vorlesung in Klinischer Psychologie bei Anja Petersen sehr gut gefallen, weil sie eine sehr gute Professorin ist. Sie baut Themen interessant und studierendenfreundlich auf. Sie regt dazu an, weiterzudenken. Gleichzeitig geht sie sehr sensibel und auf eine sehr menschliche Art und Weise mit dem Thema um – es geht in der Vorlesung um psychische Störungen – statt uns nur wissenschaftliche Fakten zum Thema zu präsentieren, die wir auswendig lernen müssen.

Melina: Mir gefällt allgemein der Bereich Klinische Psychologie gut, weil die Dozentinnen und Dozenten dort sehr viel Ahnung von Lehre haben, weil sie nah dran sind. Zum Beispiel hatte ich ein Seminar zum Thema Störung von Emotionen bei Sandra Thiele. Das ist ein Seminar, wo wir durchgehen, welche Störungsgruppen es gibt. Wir behandeln auch, welche Interventionen bei diesen Störungen gut sind. Zusätzlich machen wir eine kleine Expositionstherapie, wo wir in Kleingruppen selbst eine therapeutische Gesprächsführung und eine Expositionstherapie durchführen, sowohl in der Rolle des Therapeuten als auch in der Rolle des Klienten. Das war meine Lieblingsveranstaltung. Die Dozentin hat es didaktisch sehr gut aufbereitet und sie hat das Thema gut rübergebracht. Obwohl sie sehr jung ist, ist sie sehr gut im Thema, sodass alle sie respektiert haben und nie jemand gestört hat. Durch ihre Art und ihr Alter war sie sehr nah dran an den Studierenden.

Max: Ich hatte auch mehrere Seminare bei ihr, zum Beispiel das Seminar Angststörung bei Kindern und Jugendlichen. Mir gefällt die Lehrform gut, die veranstaltung war wie ein interaktiver Frontalunterricht gestaltet. Ein Leitfaden wird vorgegeben, aber innerhalb dessen werden viele Fragen eingebaut, du kannst dich melden und du kannst mehr Fragen stellen als im Rahmen einer Vorlesung. Trotzdem ist die Veranstaltung strukturiert. Ähnlich ist es in dem Seminar von Simone Goebel. Ich habe bei ihr das Seminar zur Klinischen Neuropsychologie besucht, wo wir sowohl viele Grundlagen gelernt haben, was das Gehirn angeht, als auch angewandte Praxisbeispiele. Das Dritte, was mir als sehr positives Beispiel einfällt, ist das Seminar Aussagepsychologie bei Günter Köhnken. Er hat 30 Jahre Praxiserfahrung in Forschung, Lehre und Praxis. Er hat sehr viel geforscht zu Themen, die er praktisch auch angewendet hat. Zudem hat er Erfahrungen in vielen praktischen Bereichen und ist immer neben der Universität freiberuflich tätig gewesen.

 

Was ist für dich eine gute Dozentin oder ein guter Dozent?

Gianluca: Ich fand es immer positiv, wenn sowohl Theorie als auch Praxiserfahrung vorhanden waren. Du merkst den Unterschied zwischen Dozierenden, die die Unilaufbahn durchlebt haben und nur an der Uni geforscht haben und Lehrenden, die mal im Feld gearbeitet haben. Die Dozentinnen und Dozenten, die auch außerhalb geforscht haben, bringen häufig mehr Erfahrungen mit.

Melina: Mir fällt noch Julian Keil ein, aus dem Bereich Biologische Psychologie. Er ist zwar nur in der Forschung tätig, aber mit Leidenschaft und Begeisterung. Er ist sehr gut darin, eine Vorlesung zu strukturieren, immer mit Lernfragen am Anfang und mit einer Gliederung, die wir durcharbeiten. Ansonsten finde ich Franziska Klemens gut. Sie hat auch in skandinavischen Ländern studiert und hat dementsprechend den Lehrspirit von da zum Teil übernommen. Sie duzt alle Studierenden und alle Studierenden duzen sie, was ich in dem Rahmen völlig in Ordnung finde. Sie geht auch sehr auf Fragen ein. Du merkst, dass sie wirklich Lust hat, mit den Studierenden zu interagieren. Es ist für sie nicht nur ein Nebeneffekt vom Forschen an der Universität, wo du auch Lehre machen musst. Bei beiden merkst du, dass sie wirklich gerne lehren.

 

Ethik first

Ärzte und Ärztinnen sehen sich regelmäßig mit ethischen Problemen im Berufsalltag konfrontiert. Um Studierende für ethisch heikle Situationen zu schulen und ihnen den Eintritt in die Klinik zu erleichtern, gibt es das Projekt „Ethik First”. Die Mit-Initiatorinnen Dr. Annette Rogge und Laura Lunden erzählen, wie es zur Gründung kam und wie ihre Visionen für die Zukunft des Projekts aussehen.

Text: Rebecca Such (Studentin/PerLe)

Quelle: unsplash.com/Hush Naidoo

 

Mit der Famulatur, dem ärztlichen Praktikum, beginnt nach zwei Jahren Pauken im Hörsaal der Eintritt in die Klinik. Angehende Mediziner_innen kommen meistens mit hohen ethischen Ansprüchen aus dem Studium, die im Berufsalltag nun erstmals auf die Probe gestellt werden. Hinzu kommt, dass sie in der straffen Klinik-Hierarchie weit unten stehen und nicht die beste Position haben, um eingreifen zu können.

Laura Lunden, mittlerweile in ihrem Praktischen Jahr, erlebte so eine Situation während einer Famulatur in einem auswärtigen Krankenhaus: Eine Patientin mit Krebs im Endstadium wurde gegen eigenen Willen zu einer Operation überredet, vor der sie Angst hatte und deren Sinn sich mehreren Mitarbeiter_innen im Team nicht erschloss. „Aus meiner Sicht wurde im Wissen der Ärzte falsch gehandelt,“ erzählt Laura. Über Gründe, die Operation letztendlich durchzuführen, lässt sich nur spekulieren: Möglicherweise bestand die Angst vor juristischen Konsequenzen, die Operation war finanziell motiviert oder der Leitung bangte es bei dem Gedanken, mit der Patientin über das Unausweichliche zu sprechen. Dr. Annette Rogge, Oberärztin am UKSH, stieß als Berufsanfängerin und im Laufe ihrer Karriere auf ähnliche Probleme, was sie unter anderem zum Anlass nahm, im Wintersemester 2017/18 das Projekt „Ethik first“ zu gründen.

Monatlich treffen sich interessierte Studierende unter Rogges Leitung und besprechen in Kleingruppen Alltagssituationen aus der Klinik. „Große Fälle zum Beispiel aus der Transplantations- und Neonatalmedizin sind seltener Thema,“ so Rogge. „Wenn man ein Auge dafür hat, was ein ethisches Problem sein könnte, dann kommt das im Arztalltag schon mehrmals in der Woche und in allen Fachrichtungen vor,” ergänzt sie. Häufig handelt es sich um Fälle, bei der die Autonomie der Patient_innen verletzt oder die ärztliche Autorität fragwürdig eingesetzt wird. „Man muss sich bewusst sein, was für eine Rolle man als Arzt hat und ob die vorgeschlagene Diagnostik oder Therapie wirklich zum Patienten und seinen Lebensumständen passt,“ führt Rogge weiter aus. „Gerade wenn der Oberarzt im wehenden weißen Kittel über den Flur schreitet, ist das für die meisten Patienten sehr beeindruckend,” wirft Laura ein.

Neben den Fallbesprechungen sind auch aktuelle Nachrichten aus der Gesundheitspolitik Thema bei den Treffen. Gesetzesänderungen oder öffentliche Diskussionen zu Aspekten wie der Widerspruchslösung bei Organspenden beschäftigen auch die angehenden Ärzt_innen aus dem Projekt. Zum Start wurde „Ethik first“ von der Förderstiftung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein mit 5000 Euro unterstützt. Die finanzielle Förderung ermöglichte es bereits, externe Referent_innen einzuladen.

Die Medizinstudierenden nehmen auf freiwilliger Basis teil, die meisten Mitwirkenden stehen in ihrer Ausbildung an der Schwelle zum Klinikeintritt. Mittelfristig soll es auch für Studierende in niedrigeren Fachsemestern die Möglichkeit geben, sich zu moralischen Fragestellungen auszutauschen. „Das Projekt soll als Grundlage berufsbegleitend für soft skills dienen und gerne schon ab Studienbeginn eine Rolle spielen,“ wünscht sich Rogge.

Den Effekt des Projekts spürt Laura in ihrem neuen Berufsalltag: „Ich merke mittlerweile, dass es mir leichter fällt, Probleme anzusprechen und lasse mich nicht mehr so schnell verunsichern.” Der Austausch mit ihren Kommiliton_innen und Annette Rogge hat ihr Selbstbewusstsein gegeben: „Und darum geht es eigentlich bei ‚Ethik first’: für Situationen gestärkt werden, in die man im Klinikalltag ständig geht.

C20 vergibt Arbeitsplätze für studentische Projektarbeiten

Open Call für studentische Projekt- oder Abschlussarbeiten im Rahmen des Projekts C20 — Institut für transformative Utopie am ALTE MU Impuls-Werk.

Text: Marius Wittmann, C20

Der Projektraum C20 — Institut für transformative Utopie ist ein Reallabor für die Zukunft der ALTEN MU und bietet bis zu 14 Arbeitsplätze für studentische Studien- und Projektarbeiten. Der Open Call richtet sich gezielt an Studierende, Absolventen und junge Berufstätige, die sich im Rahmen ihrer Forschung oder Projekte wissenschaftlichen mit den Themen der Entwicklungsplanung der ALTEN MU beschäftigen und / oder im weitesten Sinne im Beriech der Urbanen Transformation zur Nachhaltigkeit tätig werden wollen.

Für das kommende Wintersemester 2019/2020 sind Studierende und Lehrende jedweder Fachrichtung eingeladen, C20 als Möglichkeit für anwendungsorientierte Forschung und Projektarbeit zu nutzen. Gern darf die Liegenschaft ALTE MU als Spekulationsobjekt für eine nachhaltige Zukunft in Seminaren oder Qualifikationsarbeiten behandelt werden.

Weiterführende Informationen unter c-20.de

Bühne frei für studentische Forschung und Lehre!

Studierende aus ganz Deutschland treffen sich am 26. und 27. September an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und zeigen, worüber sie forschen und wie sie die Lehre an ihren Hochschulen um eigene Ideen und Konzepte bereichern.

 

Öffnen Sie das Programmheft bitte mit  dem Acrobat Reader.

Studierende präsentieren auf der #StuFo2019 an der CAU die eigene Forschung und Lehre. © V. Gipp, PerLe

Unter dem Motto „Forschung vermitteln, Lehre voranbringen, Gesellschaft gestalten“ lädt die vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) in enger Kooperation mit Kieler Studierenden ausgerichtete Veranstaltung zum Erfahrungsaustausch und zum Netzwerken ein. Auf dem Programm dieser 4. Konferenz für studentische Forschung (StuFo) stehen fast 50 disziplinübergreifende Vorträge, Workshops und Posterpräsentationen. Die rund 150 angemeldeten Gäste erwarten abwechslungsreiche Inputs: Von der Stadtplanung über die tutorielle Lehre bis hin zur Gesundheits- und Demokratieforschung werden vielfältige Themen präsentiert.

Das Rahmenprogramm wird von den beiden Schwerpunktthemen Nachhaltigkeit und Diversität bestimmt. Am Donnerstag (26. September) findet eine öffentliche Diskussion über nachhaltige Entwicklung an Hochschulen statt. Die vom studentischen netzwerk n initiierte perspektive n-Debatte, die um 18 Uhr im Foyer der Mensa II stattfindet, ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die auf einen gesamtinstitutionellen Wandel an Hochschulen abzielt. Zu diesem Programmpunkt sind auch Interessierte außerhalb der StuFo eingeladen. Um eine Anmeldung vorab per E-Mail (mmueller-geers@uv.uni-kiel.de) wird gebeten. Am Freitag (27. September) können die Teilnehmenden der StuFo dann praxisorientierte Workshops zum Thema Diversität besuchen, die vom Kieler „Institut für Inklusive Bildung“ und dem von Kieler Studierenden gegründete interkulturelle Verein „kulturgrenzenlos e. V.“ durchgeführt werden

Weiterführende Links

Diversity Management erfahren und erforschen

In einem transdisziplinären Seminar zum Forschenden Lernen wird das Thema Diversity Management im Wintersemester 2019/20 zum Seminarprinzip erhoben: Ausländische Studierende und bildungsinländische Studierende treffen aufeinander und durchlaufen gemeinsam einen Forschungsprozess zum Umgang mit Vielfalt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Text & Foto: Kati Lüdecke-Röttger
Bereich Deutsch als Fremdsprache

Das Seminar rund ums „Diversity Mainstreaming“, wie es in öffentlichen Einrichtungen heißt, wird am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) der CAU angeboten.

 

In kleinen Projektgruppen erkunden die Studierenden den Campus, entdecken Themen und entwickeln Fragestellungen. So interessiert sich möglicherweise die eine Gruppe dafür, wie es um die Barrierefreiheit der CAU steht. Eine andere Gruppe möchte vielleicht wissen, wie akzeptiert gendergerechte Sprache in einzelnen Einrichtungen und Instituten ist. Und eine dritte Gruppe könnte sich mit der Internationalisierungsstrategie an unserer Universität beschäftigen.

Die Kursteilnehmenden werden angeleitet, ihre Frage zu formulieren und zu operationalisieren: Sie lernen geeignete Methoden sowie den aktuellen Forschungsstand kennen und wählen die für ihre Fragestellung passendste Methode aus. Beraten und betreut durch die Seminarleitung führen die Studieren Expert*innen- oder Zielgruppeninterviews durch, nutzen Inhalts- oder Artefaktanalysen, um ihre Forschungsfrage zu beantworten.

Mit der Auswertung und der Präsentation der Ergebnisse erhalten und liefern die Projektgruppen spannende Einblicke in das Diversity Mainstreaming der CAU. In den Blick genommen wird dabei immer auch die Diversität der beteiligten Studierenden, besonders in Bezug auf die Internationalität und die sich daraus ergebenden Chancen und Herausforderungen für die gemeinsame Arbeit.

Als Vertiefungsseminar ist die Veranstaltung ein Bestandteil des fachergänzenden Studienprogramms Diversität und Intersektionalität, das PerLe gemeinsam mit dem Zentrum für Schlüsselqualifikation (ZfS) entwickelt hat und anbietet. Hier können Studierende jeder Fakultät teilnehmen, dadurch einen Teil der Fachergänzung oder des Wahlpflichtbereichs absolvieren und nebenbei zu spannenden Fragen diskutieren.

 

Weiterführende Informationen

Kontakt

Kati Lüdecke-Röttger
Bereich Deutsch als Fremdsprache/ZfS
kluedecke-roettger@zfs.uni-kiel.de

 

 

 

 

Programmheft StuFo 2019

Am 26. und 27. September 2019 findet die 4. Konferenz für studentische Forschung (StuFo) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt. Details erfahren Sie im Programmheft*:

Studierende aus ganz Deutschland präsentieren auf der StuFo in knapp 50 Vorträgen und Workshops, wie und worüber sie forschen – und wie sie die Lehre an ihren Hochschulen durch eigene Ideen bereichern. Unter dem Motto „Forschung vermitteln, Lehre voranbringen, Gesellschaft gestalten“ lädt die vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) in Kooperation mit Studierenden ausgerichtete Veranstaltung zum Erfahrungsaustausch und zum Netzwerken ein. Das Rahmenprogramm ist den Schwerpunktthemen Nachhaltigkeit und Diversität gewidmet.

*Damit die Verlinkungen im Programmheft auch auf mobilen Endgeräten
optimal funktionieren, öffnen Sie das PDF bitte mit dem Acrobat Reader.

Lernbegleitung in transdisziplinären Lehrformaten

Ein innovatives Kieler Lehrprojekt macht Schule: In diesem Jahr hat Didaktik-Expertin Frauke Godat aus dem Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) auf dem Deutschlandtreffen der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) ein Reallabor-Lehrformat am Beispiel des Transforming Capitalism Lab vorgestellt.

Text: Frauke Godat, PerLe

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wurde im Rahmen von PerLe das Transforming Capitalism Lab als Blended-Learning-Format angeboten: Studierende im Seminar nahmen selbstorganisiert an den Online-Angeboten des Presencing Institute am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston teil.

 

 

Hier finden Sie drei didaktische Ansätze beziehungsweise Werkzeuge, die im Seminar „Transforming Capitalism Lab“ an der CAU und ebenfalls im Entrepreneurship Schwerpunkt an der HHL in Leipzig eingesetzt wurden, um transdisziplinäre Lehre zu gestalten:

  • Die online Plattform des Presencing Institute stellt einen virtuellen Lernraum zur Verfügung, die nicht nur erfahrungsbasiertes Lernen bei Studierenden fördert. Auf der Plattform und in sogenannten offline Hubs lernen die heterogenen Stakeholdern (z.B. Führungskräfte aus Unternehmern, Berater_innen, Aktivistin_innen, NGO-Vertreter_innen) zusammen. Studierende sind dadurch in ein internationales Lern-Setting im direkten Austausch mit der beruflichen Praxis zur Gestaltung von (gesellschaftlichen) Transformationsprozessen eingebunden. Es findet Lernen im Sinne einer Community of Practice nach Etienne Wenger statt.
  • Als Prüfungsformat diente ein Lernportfolio mit Elementen zur Reflexion des eigenen Wertesystems und der (beruflichen) Praxis zur Gestaltung einer zukunftsfähigen Gesellschaft: PerLe_Lab_Portfolio.pdf.
  • Zur Bewertung der persönlichen und fachlichen Reflexion in dem Prüfungsformat Lernportfolio wurde ein Rückmelde- bzw. Bewertungsraster (sogenannte Rubrics) eingesetzt: HHL_Assessment Criteria.pdf.

 

Kontakt
Frauke Godat
Qualifizierungsangebote für Lehrende – Gesellschaft und Verantwortung & Berufsorientierung – Social Entrepreneurship

Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen – PerLe
Telefon: +49 431 880-5945
fgodat@uv.uni-kiel.de

 

Mehr über die Reallabor-Kiel-Veranstaltungen erfahren Sie hier.

Methode: Quiz

Stoff vertiefen, Prüfungen vorbereiten, Fragen klären

Ein Quiz bringt Abwechslung in Lehrveranstaltungen, hilft Studierenden, Gelerntes spielend zu vertiefen und offene Fragen zum Veranstaltungsthema zu klären. Es bietet sich besonders am Ende einer Lerneinheit oder zur Prüfungsvorbereitung an.

Was die konkrete Umsetzung anbelangt, sind der Lehrperson bei der Quiz-Konzeption kaum Grenzen gesetzt. Digitale Varianten via Smartphone oder Clicker bieten sich beispielsweise besonders in Großveranstaltungen an. Unterhaltsam – aber auch etwas aufwändiger – ist es, Quizshows á la Jeopardy oder Wer wird Millionär? in Lehrveranstaltungen zu integrieren (s. hierzu z.B. Ideen für die Hochschullehre, S. 67 ff). Ebenso sind spontane Quizeinheiten möglich, bei denen Studierende ad hoc Quizfragen zum aktuellen Seminar- oder Vorlesungsthema notieren, um anschließend in Teams gegeneinander anzutreten.

Wie so etwas aussehen kann und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Methodenvideo:

 

 

Egal für welche Quizvariante Sie sich entscheiden: Im Fokus steht das kompetitive, spielerische Lernen, das den Ehrgeiz vieler Studierender weckt und die soziale Interaktion fördert. Ganz nebenbei erfahren die Lehrenden dabei auch, wie es um den Lernstand ihrer Studierenden bestellt ist und welche Aspekte in der Lehrveranstaltung vielleicht noch einmal aufgegriffen und vertieft werden sollten.

Weiterführende Links

  • Es gibt zahlreiche Softwarelösungen, die sich zur Umsetzung digitaler Quiz in der Hochschullehre eignen. Im Video berichtet die Lehrende Catharina Jerratsch von ihren Erfahrungen mit kahoot.
  • Auch Quiz und Umfragen mit PINGO kommen in der Lehre häufig zum Einsatz.
  • Einen Überblick über weitere digitale Lösungen und Einsatzszenarien verschafft Ihnen dieser Artikel auf e-teaching.org.

Digitale Woche Kiel 2019

Bis zur Digitalen Woche Kiel 2019 sind es nur noch wenige Tage, Hunderte von Workshops, Vorträgen und Mitmachveranstaltungen stehen auf dem abwechslungsreichen Programm. Auch das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) ist – in diesem Jahr zum bereits dritten Mal – wieder mit von der Partie und hält in der Seeburg verschiedene Angebote für alle Interessierten bereit. Noch sind Anmeldungen zu den einzelnen Programmpunkten möglich.

Text: Julia Sandmann (PerLe)

 

 

  • Am Donnerstagnachmittag wird es von 14.00 bis 16.30 Uhr einen Workshop zum Thema „Lehre und Lernen in der Zukunft“ geben. Besonders spannend hierbei ist sicher der Impulsvortrag eines Referenten aus dem Bildungsministerium: Stefan Lemke wird einen Überblick über den Stand der Digitalisierung an Hochschulen und zukünftigen Strategien dazu geben. Anschließend sollen verschiedene Fragen vom Publikum diskutiert und bearbeitet werden.