Alle Artikel von Blogmoderatorin Antonia Stahl

Lernen durch Engagement in der Schule

Lernen durch Engagement (LdE) – auch Service Learning genannt – ist auch im schulischen Kontext spannend: Schüler*innen können dabei durch gesellschaftliches Engagement ihren Horizont erweitern und sowohl sinnstiftend als auch praxisnah Neues (kennen)lernen. Wie genau das funktioniert, zeigt dieses Video am Beispiel der Wilhelm Tanck Schule in Neumünster, wo LdE auf den Stundenplänen steht.

 Schüler*innen, Lehrer*innen und Praxispartner*innen, die bereits an einem LdE-Projekt teilgenommen haben, schildern ihre Erfahrungen. Dabei richtet sich das Video vorrangig an Lehramtsstudierende aller Fächer, die sich mit der Lehr- und Lernform Service Learning vertraut machen möchten, aber natürlich auch an alle anderen Interessierten.

 

Digitale Lehre goes Web

„weblab.uni-kiel.de“ ist ein Computerlabor im Internet, erreichbar von überall in der Welt und zu jeder Uhrzeit. Ursprünglich initiiert, um überfüllten Computer-Laboren zu entkommen, wurde es unter COVID-19-Bedingungen zum Rettungsring für einige Lehrveranstaltungen.

Text: Martin Claus (Projektinitiator)

gefördert durch den PerLe-Fonds für Lehrinnovation

Die Situation in vielen Computerlaboren ist nicht optimal, weder für die Lehrenden noch für die Studierenden, aber auch nicht für die Administrator_innen. Kurz zusammengefasst: viel Hardware, um die man sich kümmern muss; diverse Softwareprodukte und viele Installationen, die gewartet werden müssen; zu kleine und ausgebuchte Räumlichkeiten. Deshalb startete das Projekt „WebLab: Webgestütztes Computerlabor“ im Oktober 2019 mit der Absicht, eine Alternative zur Durchführung von Übungen in Computerlaboren zu schaffen.

Die Idee ist simpel: Es gibt eine zentrale Plattform auf der man per Webbrowser Übungen durchführen kann. Die Studierenden benötigen lediglich ein internetfähiges Endgerät, das sie entweder selber mitbringen oder zur Verfügung gestellt bekommen und einen Internetzugang, der im Seminarraum per WLAN vorhanden ist. Die Lehrenden definierten die Softwareumgebung und die erforderlichen Daten für ihre Kurse und die Administrator_innen kümmern sich um den Betrieb des zentralen Servers und die Benutzerverwaltung. Da die Plattform von überall über das Internet erreichbar ist, können die Studierenden z.B. in der Präsenzübung begonnene Aufgaben einfach zu Hause fertig bearbeiten, sogar auf einem anderen Endgerät.

Der ursprüngliche Plan war es, insgesamt drei Lehrveranstaltung im Wintersemester 19/20 und im Sommersemester 2020 durchzuführen, um dabei Erfahrungen mit dem System zu sammeln und einen Eindruck von den nötigen Ressourcen zu bekommen. Schlussendlich sind es insgesamt 10 Veranstaltungen geworden, nicht nur wegen COVID-19, und der Betrieb läuft mit fünf weiteren Veranstaltungen bis mindestens zum Ende des Wintersemesters 20/21. Dabei wurde sowohl in Präsenzveranstaltungen mit mehr als 40 Studierenden im Hörsaal per WLAN gearbeitet als auch – unter Corona-Bedingungen – per Videokonferenz von zu Hause aus. Gerade die weltweite Erreichbarkeit war da von großem Vorteil: internationale Studierende, die zum Beginn des Sommersemester nicht nach Deutschland einreisen konnten, konnten so ungehindert an praktischen Übungen teilnehmen. Auch hat sich gezeigt, dass die technische Ausstattung der Studierenden vollkommen ausreichend ist. So wurde zu keiner Lehrveranstaltung ein Leihgerät in Anspruch genommen.

Das eingesetzte System besteht ausschließlich aus freier Software aus dem Jupyter Ökosystem, genauer JupyterHub zur Benutzerverwaltung, JupyterLab als Benutzeroberfläche und Jupyter Notebooks als zugrundeliegendes Dokumentenformat. Jedes Notebook läuft in einer eigenen Softwareumgebung, Kernel genannt. Mittlerweile gibt es für viele gängige Sprachen vorgefertigte Kernel, was einen breiten Einsatz der Plattform ermöglicht. Insbesondere Jupyter Notebooks bieten spannende didaktische Möglichkeiten, da sie nicht nur die Ein- und Ausgabe einer interaktiven Sitzung speichern, sondern auch zusätzlichen erklärenden Text, mathematische Formeln, Bilder, interaktive Abbildungen, Videos und vieles mehr enthalten können. Hier ein Beispiel, das die Verwendung von Notebooks zur Beschreibung und Implementation von numerischen Algorithmen für die Lösung partieller Differenzialgleichungen demonstriert.

 

 

Die Installation and der CAU, https://weblab.uni-kiel.de, läuft auf einem zentralen Server im Rechenzentrum, welcher genug Ressourcen bietet, damit ca. 60 Studierende gleichzeitig arbeiten können. Die Benutzerverwaltung wird momentan von den Projektinitiatoren Prof. Dr. Martin Claus und Dr. Willi Rath übernommen. Der Aufwand dafür lag so weit unter den Erwartungen, dass die ursprünglich dafür eingeworbenen HIWI-Mittel erst gar nicht für den vollen Zeitraum abgerufen werden mussten. Stattdessen konnte sich der eingestellte HIWI Ankhit Malhotra damit beschäftigen, den Ressourcenbedarf im laufenden Betrieb zu protokollieren. Dabei wurde deutlich: Der Ressourcenbedarf ist starken Schwankungen unterworfen, sowohl innerhalb eines Tages, innerhalb einer Woche als auch zwischen den Semestern und der vorlesungsfreien Zeit.

 

 

Vor allem in den Zeiten, in denen wenig auf dem System gearbeitet wird, liegen die derzeit fest gebuchten Ressourcen brach. Aber eben für solche Nutzungsszenarien wurde die Cloud-Technologie entwickelt. Basierend auf den Nutzungsstatistiken von WebLab der letzten zwei Semester zeigt sich, dass ein Betrieb bei einem kommerziellen Cloud Anbieter, wie z.B. Google Cloud, die Betriebskosten der Plattform im Vergleich zum Betrieb im CAU Rechenzentrum um ca. 60% senken würde. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass es sich im Kontext von digitaler Lehre lohnen kann, neu über digitale Ressourcen und deren Beschaffung nachzudenken.

 

 

Interdisziplinäre Lehre

Aktuelle Herausforderungen für die Wissenschaft erfordern zunehmend einen interdisziplinären Ansatz. Schon während des Studiums lassen sich interdisziplinäre Problemstellungen in die Lehre integrieren. Dabei können interdisziplinäre Elemente sowohl durch Lehrpersonen aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam gestaltet werden als auch darin bestehen, Studierende verschiedener Disziplinen zusammen lernen und forschen zu lassen.

Eine internationale Ausrichtung bietet in der Hochschullehre viele Vorteile. Zum einen kann Internationalisierung als Instrument zur Profilierung von Hochschulen dienen. Zum anderen müssen Lehre und Forschung einer Hochschule in einer globalisierten Welt international ausgerichtet sein, um Studierende auf den Arbeitsmarkt vorbereiten zu können. Vor diesem Hintergrund haben wir in dieser Folge unserer Serie „Impulse – Videos zu aktuellen Themen der Hochschullehre“ vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) die Expertinnen Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne und Kati Lüdecke-Röttger zu dem aktuellen Trend der Hochschulentwicklung befragt.

 

 

Didaktische Reduktion in der Hochschullehre

Lehrende tappen häufig in die sogenannte Vollständigkeitsfalle, indem sie versuchen, den Stoff zum Thema einer Lehrveranstaltung möglichst in voller Fülle und allen Details zu vermitteln. Didaktische Reduktion kann dabei unterstützen, komplexe Sachverhalte zu erklären und die Komplexität gleichzeitig zu reduzieren. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer Simplifizierung. Stattdessen trifft die Lehrperson eine auf die Zielgruppe zugeschnittene Auswahl und legt den Fokus dabei auf die wesentlichen Inhalte. Zu diesem Zweck kann man beispielsweise mit einer sogenannten Fachlandkarte arbeiten, die einerseits einen Überblick zum jeweiligen Thema vermittelt, in der aber andererseits punktuelle Vertiefungen, sogenannte Tiefenbohrungen, vorgenommen werden können.

Ein Experte auf dem Gebiet der didaktischen Reduktion ist Prof. Dr. Martin Lehner, den wir für diese Folge unserer Serie „Impulse – Videos zu aktuellen Themen der Hochschullehre“ interviewt haben. Praxisnahe Einblicke in angewandte didaktische Reduktion bietet ein Beispiel aus der Studieneingangsphase der Philosophie; Dozenten Jochen Hartz berichtet von seinen Erfahrungen.

 

Handreichung digitale Lehre

Von A wie Atmosphäre schaffen bis Z wie Zusammenarbeit der Studierenden fördern: Diese Handreichung des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) bietet Lehrenden Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Lehrveranstaltungen.

 

Themen

  1. Mediale Präsenz  der Lehrperson
  2. Online-Lehrveranstaltungen strukturieren
  3. Eine positive Arbeitsatmosphäre in Videokonferenzen schaffen
  4. Studierende zur Zusammenarbeit anregen
  5. Lehr- und Lernprozesse in Online-Veranstaltungen sichtbar machen
  6. Beteiligung der Studierenden
  7. Rückmeldungen erhalten/Audience Response
  8. Moderation von Gesprächen
  9. Online Textarbeit: Collaborative Writing
  10. Take-Home-Klausur

Studierende zur Zusammenarbeit anregen

Die Zusammenarbeit von Studierenden fördert die Gestaltung einer gemeinsamen Lernkultur und die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls.In Online-Formaten der universitären Lehre ergeben sich daraus die Chancen, rein passives Rezipieren zu vermeiden sowie Kompetenzen und Expertisen Einzelner zur Realisierung eines Gruppenergebnisses zu nutzen.

 

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Online-Lehrveranstaltungen strukturieren

Strukturierung und Durchführung von Online-Veranstaltungen bedürfen einer anderen Planung, als es von Präsenzveranstaltungen vertraut ist. Dies betrifft sowohl die Vor- und Nachbereitung als auch die Durchführung. Um die Besonderheiten von Online-Lehrveranstaltungen gewinnbringend nutzen zu können, ist es wichtig, einige Aspekte besonders im Blick zu behalten.

 

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