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Lehre, die Barrieren überwindet

Die UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 spricht allen Menschen mit Behinderung ein Recht auf Bildung zu, das sie dikriminierungsfrei wahrnehmen können sollen. Doch wie lassen sich Barrieren in der Lehre abbauen, um diesem Ideal näherzukommen? Referent_innen des Instituts für Inklusive Bildung lieferten teils überraschende Antworten auf diese Frage, als bei der Vortragsreihe „Aus Forschung und Praxis: Akademische Lehre“ des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (Perle) zu Gast waren. – Am 28. Mai findet bereits der nächste Vortrag der Reihe statt: „Lernprozesse an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft anregen“.

 

Text: Kathrin Ludwig
Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe)

Das Institut für Inklusive Bildung, das an die Christian-Albrechts-Universität (CAU) angegliedert ist, verfolgt einen einzigartigen Ansatz: Als qualifizierte Bildungsfachkräfte vermitteln Menschen mit Behinderungen in Seminaren, Workshops und Vorträgen ihre eigene Perspektive auf das Thema Inklusion. Ihre Angebote richten sich an alle Institutionen, die inklusive Arbeitspraxis umsetzen wollen. Ziel ist eine Sensibilisierung für das Thema und die Kommunikation auf Augenhöhe.

Die Bildungseinrichtungen profitieren dabei von einer erweiterten Perspektive und dem persönlichen Austausch. Berührungsängste werden abgebaut und das Interesse an inklusiven Themen vertieft.

Die Bildungsfachkräfte Horst-Alexander Finke, Isabell Veronese, Marco Reschat und Samuel Wunsch brachten in ihrem Vortrag zunächst unterschiedliche Definitionen des Inklusionsbegriffs ein:

  • „Inklusion bedeutet: Alle Menschen unternehmen etwas gemeinsam.“
  • „Inklusion heißt Kultur erleben und zusammenarbeiten.“
  • „Inklusion meint ein großes Ganzes.“
  • „Inklusion heißt Gleichberechtigung und keine Diskriminierung.“
  • „Inklusion bedeutet Kreativität und Vielfalt in den Lösungen.“

 

Anschließend gingen sie darauf ein, dass es in der Verantwortung von Hochschulen liegt, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle am Lernen und Lehren teilhaben können. Dabei richtet sich, wenn von barrierearmen Lehr- und Lernsettings die Rede ist, die Perspektive meist auf Studierenden mit Behinderungen. Doch Lehrende können ebenso wie Studierende auf Barrierefreiheit angewiesen sein. Noch sind längst nicht alle Räume und Einrichtungen an der CAU beispielsweise für Rollstuhlfahrer_innen problemlos zu nutzen. So führen in einigen Vorlesungssälen Treppen zu dem Podest, das der/die Vortragende benutzen soll. Hier sehen die Bildungsfachkräfte dringenden Verbesserungsbedarf.

Aber welche Kriterien sollten Lehrende nun beachten, um barrierearme Lehrveranstaltungen anzubieten? Hierauf, so die Bildungsfachkräfte, gebe es keine eindeutige Antwort, sowie es keine allgemeingültige Lösung gebe, wie Inklusion gelingt bzw. keine Garantie dafür, dass sie gelingt. Lehrende stünden vor allem in der Verantwortung, von sich aus auf die Teilnehmenden ihrer Veranstaltungen zuzugehen und sie gezielt auf ihre Bedarfe anzusprechen. Nur so könnten sie erfahren, was die Studierenden benötigen. Dies gelte im Übrigen nicht nur für Studierende mit Behinderungen, sondern für alle. Das Ziel sollte sein, allen Studierenden gleichermaßen die Teilnahme an einer Veranstaltung zu ermöglichen. Hilfreich sei dabei auch eine Haltung, bei der anderen auf Augenhöhe begegnet wird. Aus der Erfahrung der Mitarbeitenden des Instituts für inklusive Bildung wird diese Haltung besonders durch positive Erfahrungen im Austausch mit den Bildungsfachkräften  gefördert. Wenn diejenigen, um deren Belange es geht, an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, könne leichter eine Möglichkeit gefunden werden, die allen gerecht wird und niemanden ausgrenzt. Denn dies sei das Ziel inklusiver Bildung.

Aus den Erfahrungen der Zusammenarbeit zwischen Bildungsfachkräften und Lehrenden können einige Kriterien festgehalten werden, die einen guten Rahmen für inklusive Lehre setzen:

  • Die Atmosphäre in Lehrveranstaltungen wird als familiär empfunden, was z.B. durch spielerische und kreative Lernmethoden noch unterstützt werden kann.
  • Lernende mit und ohne Einschränkung lernen informell und bauen wichtige persönliche Beziehungen auf, indem sie im Seminar gemeinsam an Projekten arbeiten. Ein Beispiel hierfür ist die gemeinsame Entwicklung von mediengestützten Lernangeboten für eine „Gesunde Lebensweise“.
  • Bei der Zusammenarbeit von Lehrenden mit Mitarbeitenden des Instituts für inklusive Bildung hat sich folgende Rollenverteilung als gute Lehrpraxis erwiesen: Die Theorie zur jeweiligen Lehreinheit bleibt beim Lehrenden, die Bildungsfachkräfte unterstützen ihn oder sie als Expert_innen in eigener Sache. Dabei ist in der Vorbereitung der Lehrveranstaltung der Austausch zu Erwartungen, Lernzielen und Ablauf essentiell.
  • Ein besonderer Gewinn ist es, wenn Bildungsfachkräfte als Co-Lehrende nicht nur einmalig in der Lehrveranstaltung anwesend sind, sondern Studierende mit Behinderungen auch während des Semesters als Vertrauenspersonen und positive Vorbilder unterstützen, beispielsweise in der Rolle von Tutor_innen. Dieser Ansatz wird im Bereich der Sonderpädagogik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg verfolgt.

 

Innerhalb des Moduls „Heterogenität und Inklusion“ für Lehramtsstudierende an der CAU ist die Kooperation mit dem Institut für Inklusive Bildung mittlerweile fest verankert. Doch auch andere Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Universität können das Angebot in Anspruch nehmen.

 

Kontakt
Institut für inklusive Bildung
Hopfenstr 65
24103 Kiel
Tel: 0431.99072 66-0
institut@inklusive-bildung.org
www.inklusive-bildung.org

 

Eine Handreichung zum Thema barrierearme Lehre stellt das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen(PerLe) den Lehrenden der CAU zur Verfügung. Eine digitale Version der  Handreichung steht hier zum Download bereit. Eine Druckversion ist bei  Julia Müller (PerLe) erhältlich: jmueller@uv.uni-kiel.de.

 

Der Vortrag zum Download

 

Im Sommersemester 2019 startet die PerLe-Vortragsreihe zu lehrrelevanten Themen am 28. Mai. Für Detailsund Termine s. rechts.

 

 

Streamen im Hörsaal

Das Gebäudemanagement sucht für ein Pilotprojekt interessierte Lehrende an der CAU, die in Ihren Vorlesungen automatisiertes Aufzeichnen und Streamen von Veranstaltungen testen möchten. Das Pilotprojekt soll dabei helfen, Veranstaltungen barriereärmer zu gestalten und die Digitalisierung an der CAU voranzutreiben.

Eddi Steinfeldt-Mehrtens
Beauftragte_r für Diversität der CAU

Ein Hörsaal wird für das Projekt fest mit Kamera und Recorder ausgestattet. Die Aufzeichnungen müssen von den Lehrenden jedoch freigestaltet werden und können zuvor bearbeitet werden.
Über ein Rechtesystem wird der Nutzer*innenkreis definiert, sodass die Dozent*innen selbst entscheiden können, in welchem Rahmen Aufzeichnungen jeweils aufgerufen werden können.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Jörg Gamm: jgamm@uv.uni-kiel.de.

Call for Abstracts: Studentische Forschung im Fokus

Das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) richtet in enger Zusammenarbeit mit Studierenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 26. und 27. September 2019 die vierte Konferenz für studentische Forschung aus. Die Veranstaltung bietet Studierenden aus ganz Deutschland ein Forum, um sich mit anderen disziplinübergreifend über Forschung und Lehre auszutauschen. Interessierte können noch bis zum 31. Mai Vorschläge für eigene Konferenzbeiträge einreichen.

 

In diesem Jahr steht die #StuFo unter dem Motto „Forschung vermitteln, Lehre voranbringen, Gesellschaft gestalten“. Studierende aller Fachrichtungen und Studiengänge sind eingeladen, ihre eigenen Forschungsarbeiten und studentischen Lehrprojekte auf der Konferenz zu präsentieren. Dabei kann es sowohl um Themen, Methoden und Strategien als auch um Erfahrungen und Ergebnisse studentischer Forschung und Lehre gehen.

Noch bis zum 31. Mai 2019 können Interessierte Abstracts für eigene Konferenzbeiträge ganz unterschiedlichen Formats einreichen, zum Beispiel:

  • Vortrag
  • Poster
  • Workshop
  • Dialogrunde
  • künstlerisch-kreativer Beitrag
  • audiovisueller oder performativer Beitrag

Die Tagungssprache ist deutsch, einzelne Beiträge können jedoch auch in englischer Sprache gehalten werden.

 

Weiterführende Links

Teilnehmende, deren Abstract angenommen wird (maximal zwei Personen pro Beitrag), erhalten einen Zuschuss zu ihren Reisekosten. Nähere Informationen zum Reisekostenzuschuss finden Sie hier.

Tagungsgebühren fallen nicht an. Selbstverständlich können Studierende auch an der Tagung teilnehmen, ohne einen Beitrag zu präsentieren. Eine Anmeldung zur Konferenz ist für alle Teilnehmenden erforderlich.

 

Kontakt

stufo2019@uv.uni-kiel.de

 

 

 

Studentische Webserien feiern Leinwanddebüts

Studierende der Medienwissenschaften haben in einem Projektseminar eigene Webserien entwickelt. Nach einer theoriegeleiteten Vorbereitungsphase im Sommersemester 2018 sind im Rahmen eines Praxismoduls im Wintersemester 18/19 fünf Serien-Formate unterschiedlichster Gattungen und Genres entstanden. Am Mittwoch, 17. April 2019, feiern die Webserien im Kino der Kieler Pumpe Premiere.

 

Die 23 Studierenden haben nicht nur die Plots für ihre Webserien selbst entwickelt, erste Folgen abgedreht und geschnitten – auch zielführende Konzepte für die Einbettung der Serien ins Internet zählten zu den Seminaranforderungen. Dabei spielte der hohe berufspraktische Bezug der durch den PerLe-Fonds für Lehrinnovation geförderten Lehrveranstaltung für den Dozenten Prof. Dr. Markus Kuhn eine zentrale Rolle:  Die Studierenden sollten ein audiovisuelles Produkt in einer innovativen medialen Gattung produziern, „das die digitale Medienkultur der Gegenwart konzeptuell auf allen Ebenen der Produktion, Distribution und Vermarktung mitdenkt“, umreißt Kuhn diesen Aspekt seines Lehrvorhabens bereits im Förderantrag.

Die Premiere der Webserien findet allerdings ganz klassisch als Kinovorführung in der Kieler Pumpe statt: am 17. April um 19:00 Uhr. Weitere Termine: 24. und 30. April, 20:30 Uhr. Eintritt: 7 Euro.

 

Weiterführende informationen

Von großen Männern und ihren Kriegen?

„Kaiser und Vaterland – das Geschichtsbild in Schulbüchern des Kaiserreichs“ – so lautete der Titel eines Hauptseminars des Historischen Seminars, das Prof. Dr. Sebastian Barsch (Didaktik der Geschichte) und Andreas Christ (UB Kiel) mit Unterstützung von Joana Hansen (studentische Mitarbeiterin) im Sommersemester 2018 organisierten. Die Lehrveranstaltung verband in einem innovativen Format den Themenkreis Erhaltung, Digitalisierung und Erschließung historischer Bestände mit den Bereichen kollaboratives Arbeiten an digitalisierten Quellen und historisches Lernen im Internet.

Text: Andreas Christ (UB Kiel) &
Joana Hansen (stud. Mitarbeiterin im Projekt)

gefördert durch den PerLe-Fonds für Lehrinnovation

Archive, Bibliotheken und Museen stellen ihre historischen Bestände in zunehmendem Maße in digitaler Form im Internet zur Verfügung. Aber wie funktioniert das überhaupt praktisch? Und welche Chancen und Herausforderungen bieten digitalisierte Quellen für die Arbeit von Historiker*innen und Geschichtslehrkräften? Das Hauptseminar „Kaiser und Vaterland – das Geschichtsbild in Schulbüchern des Kaiserreichs“ näherte sich diesen Fragen nicht nur theoretisch, sondern ermöglichte es Masterstudierenden der Geschichtsdidaktik praktische Erfahrungen in der Auswertung digitalisierter Quellen zu sammeln und selbst Online-Materialien für die öffentliche Nachnutzung zu produzieren.

Als Einstiegspunkt diente die schulgeschichtliche Sammlung der Universitätsbibliothek Kiel, die unter anderem zahlreiche Schulbücher und Abhandlungen über Pädagogik und Didaktik aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918) beinhaltet. Ausgewählte Titel aus diesem Bestand werden von der Universitätsbibliothek auf der Plattform Dibiki in digitalisierter Form zur Verfügung gestellt. Die Studierenden erhielten von Mitarbeiter*innen der UB Kiel Einblick in die Digitalisierungsstrategien von Gedächtnisinstitutionen  wie Archive, Bibliotheken oder Museen und lernten die praktische Arbeit mit historischen Sammlungen an einer wissenschaftlichen Bibliothek kennen, insbesondere den Bereich Bestandserhaltung. Außerdem wurden mit einem Exkurs ins Urheberrecht auch die oft vernachlässigten juristischen Aspekte der Arbeit mit digitalen Medien in den Blick genommen. Von Seiten der Geschichtsdidaktik ging Professor Barsch auf historisches Lernen im digitalen Zeitalter ein und vermittelte Grundlagen der qualitativen Inhaltsanalyse.

Einblicke in aktuelle digitale Projekte der Schulbuchforschung

Mit diesem Wissen ausgestattet widmeten sich die Studierenden im Sinne des forschenden Lernens selbst den Quellen, indem Sie in Teams eine qualitative Inhaltsanalyse ausgewählter Schulbücher erprobten. Damit sie gemeinsam zeit- und ortsunabhängig an den Digitalisaten arbeiten konnten, hatte die UB Kiel im Vorfeld des Seminars ihre Plattform Dibiki um eine Software erweitert, die es u.a. erlaubt, online Annotationen vorzunehmen. Die Studierenden nutzten die Möglichkeiten des Werkzeugs, um ein Kategorienschema auf die Schulbücher anzuwenden beziehungsweise dieses während ihrer Arbeit an den Texten um weitere Codes zu erweitern. So wiesen sie einzelnen Textstellen Schlagwörter wie bspw. Kaisertreue, Kolonialismus oder Rassismus zu und erschlossen sich die Bücher so im Hinblick auf die vermittelten Geschichtsbilder.

Ergänzt wurde die praktische Arbeit durch den Besuch von Dr. Anke Hertling und Sebastian Klaes vom Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Sie erweiterten die Seminarperspektive durch einen Blick auf aktuelle digitale Projekte in der Schulbuchforschung. Die Bibliothek des Leibniz-Instituts verfolgt mit ihren Digitalisierungsaktivitäten das Ziel, einen möglichst umfassenden Korpus deutschsprachiger historischer Schulbücher zu schaffen. Welche Möglichkeiten solch ein Korpus eröffnet, wurde anhand eines Software-Tools demonstriert, das im Rahmen des Forschungsprojekts „Welt der Kinder“ programmiert wurde. Es setzt auf den digitalisierten Schulbüchern auf und erlaubt vielfältige Analyse- und Visualisierungsmöglichkeiten. So ist es mit dem sogenannten Topic Modelling möglich, über den Korpus abzufragen, welche Wörter in den Schulbüchern immer wieder in textueller Nachbarschaft vorkommen und damit einen Themenzusammenhang bilden. Die Studierenden wendeten diesen Ansatz für passende Begriffe aus ihrem Kategorienschema wie beispielsweise „Vaterlandsliebe“ an. Letzterer taucht in den Texten etwa besonders häufig in unmittelbarer Nähe zu den Begriffen „Volk, König, Mann, Leben, Zeit, Land, Mensch, Krieg, Feind, Vaterland“ auf.

Mehr Mut bei der Quellenauswahl

Diese Möglichkeiten der Digital Humanities faszinierten die Seminarteilnehmer*innen. Gleichzeitig wurde jedoch auch der Zusammenhang zwischen der durch Erschließungsleistungen geschaffenen Datengrundlage und der Aussagefähigkeit solcher Tools deutlich. Je mehr Fehler in den Daten, zum Beispiel dem maschinell generierten Volltext, bestehen, desto problematischer werden die Ergebnisse der Abfragen.

In einem zweiten Schritt lag es an den Studierenden, anhand der kennengelernten Analysemethoden prägnante Beispiele für in Schulbüchern vermittelte Geschichtsbilder auszuwählen, diese aufzubereiten und durch begleitende Kommentierungen und Lerneinheiten der Öffentlichkeit und insbesondere Schulen online zur Verfügung zu stellen. Dabei konnten sie auf den großen Fundus an digitalisiertem Material in den digitalen Bibliotheken des Georg-Eckert-Instituts und der UB Kiel zurückgreifen.

Das projektorientierte Vorgehen wurde von den Studierenden äußerst positiv aufgenommen. „Was ich vor allem mitgenommen habe, ist, mutiger bei der Quellenauswahl zu sein und die Potenziale wahrzunehmen, die einem zur Verfügung stehen“, sagte etwa eine Teilnehmerin nach Abschluss des Seminars. Auch der Fokus auf Digital Humanities wurde als wertvoll betrachtet:

„Für meine berufliche Entwicklung empfand ich die Einblicke in die Digitalisierung von Quellen als sehr förderlich, da mir zwar bewusst war, dass es generell digital verfügbare Quellen gibt, doch nicht in welchem Umfang bzw. auf welchen Plattformen.“

Das Ergebnis ihres Schaffens ist nun auf dem Blog der Kieler Geschichtsdidaktik einsehbar.

Barrierearme Lehre: Grundlagen, Umgang und Möglichkeiten.

Von rechtlichen Grundlagen über wichtige Anlaufstellen an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bis hin zu beispielhaften Lehrmaterialien und Veranstaltungskonzepten: Die Handreichung „Barrierearme Lehre“ unterstützt alle Lehrenden der CAU auf dem gemeinsamen Weg hin zu einer inklusiveren Hochschule. Hier finden Sie das barrierefreie Dokument zum Download, das Sie sich mithilfe einer entsprechenden Software auslesen lassen können.

 

Basisseminar Zukunft nachhaltig gestalten

Wie abwechslungs- und erkenntnisreich die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit sein kann, stellt im Sommersemester 2019 wieder das Basisseminar des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) unter Beweis. Organisiert und moderiert von Studierenden bietet die Lehrveranstaltung allen Teilnehmenden die Möglichkeit, einen Diskurs auf Augenhöhe zu führen. Dabei können die Studierenden eigene thematische Schwerpunkte setzen, engagierte Gäste aus der Praxis runden die Veranstaltung ab.

Im Wintersemester 2018/19 fand das Basisseminar Zukunft nachhaltig gestalten zum dritten Mal statt. Gemeinsam haben die rund 30 Teilnehmenden in der Veranstaltung fachübergreifende Diskurse aufgegriffen und Ideen für eine nachhaltigere Gesellschaft entwickelt. „Die Seminarteilnehmenden konnten ihre eigenen Visionen und Antworten finden – und wissen jetzt vielleicht auch, was ihre weiteren Fragen zum Thema sind“, resümiert Jana Wilkening nach der Lehrveranstaltung:

 

 

„Die Vielfarbigkeit von Nachhaltigkeit aufzeigen“

Auch dem Orga-Team des aktuellen Basisseminars, Aliena Lill und Matthes Lindner, liegt fürs Sommersemester 2019 das Miteinander in ihrer Lehrveranstaltung besonders am Herzen. Beide Studierenden legen großen Wert auf eine kooperative Lernatmosphäre und setzen auf methodische Vielfalt, die sowohl extra- als auch introvertierten Menschen gerecht wird. Inhaltlich möchten die zwei dabei „Stammtischparolen vermeiden, die Vielfarbigkeit von Nachhaltigkeit aufzeigen und sich vom Schwarz-Weiß-Denken verabschieden“, erläutert Matthes Lindner.

Vorbesprechung: 5. April 2019, 13.00 – 14.00 Uhr, Raum WSP1 – R.505

Termine:
Fr. 26. April 2019, 12.00 – 17.00 Uhr
Fr. 17. Mai 2019,12.00 – 17.00 Uhr
Fr. 14. Juni 2019, 12.00 – 17.00 Uhr
Fr. 28. Juni 2019, 12.00 – 17.00 Uhr
Exkursionstag: 18.5.2019, 10:00 bis 16:00 Uhr
Ort: OS75/S1 – R.506
Anmeldung: Basisseminar Zukunft nachhaltig gestalten

Kontakt:
Mark Müller-Geers
Telefon: +49 431 880-5954
mmueller-geers@uv.uni-kiel.de

„LED there be light!“

Ein Praktikum der anderen Art erwartet Informatikstudierende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im ersten und dritten Semester. Im Team programmieren sie interaktive Spiele, die sich dank 57.000 einzelner LEDs auf der Fassade des Uni-Hochhauses spielen lassen.

Text: Mirjam Michel (Studentin/PerLe)

Lighthouse: Junge Spielerinnen und Spieler testen Tetris auf der Hochhausfassade. Foto: Raissa Nickel, Uni Kiel

 

Es ist ein regnerischer Donnerstagabend. Im Audimax haben sich Studierende der Informatik versammelt und schauen gespannt auf das Unihochhaus. Normalerweise eher unauffällig ist das Hochhaus heute hell erleuchtet. Blaue, gelbe, grüne und rote Lichter wandern durch die Fenster. Sie sind Teil des sogenannten „Schimmler-Spiels“, welches Informatikstudierende für die heutige Präsentation auf dem Hochhaus programmiert haben. Das Grundprinzip des Spiels gleicht einer Art Puzzle bei dem durch strategisches Verschieben von Figuren am Ende ein Quadrat entstehen soll. Wie sie das Ganze interaktiv programmieren und welche speziellen Features sie dabei einbauen, war den Studierenden überlassen.

Zwei Wochen lang haben sich die Erst- und Drittsemester der Informatik auf ihren großen Tag vorbereitet. Nun ist es endlich soweit. „Wir sind gestern und heute durch das Gebäude gegangen, um die Jalousien zu öffnen und die Vorhänge zu schließen. So soll sichergestellt werden, dass in jedem Fenster nur eine Farbe zu sehen ist und sich die Farben nicht vermischen.“, erzählt Gavin Lüdemann, der zusammen mit anderen Studierenden für die technische Koordinierung des „Lighthouse-Projektes“ zuständig ist. Damit der Ablauf reibungslos funktioniert, hat das Studierendenteam die Lampen in den Büros gewartet und defekte Lampen ausgewechselt.

Grundlagenwissen praxisnah festigen

Entstanden ist das Lighthouse-Projekt anlässlich des 350-jährigen CAU-Jubiläums im Jahre 2015 durch eine Idee von Informatik- und Wirtschaftsinformatikstudierenden. Im selben Jahr fand die erste Auflage der Vorlesung statt, in der die Grundlagen der Programmierung unterrichtet wurden.  „Ich dachte mir, dass es ein cooles Abschlussprojekt wäre, wenn die Studierenden ihre Ergebnisse im Rahmen des Lighthouse-Projektes auf dem Unihochhaus präsentieren können. So können sie Freunden und Familie zeigen, woran sie ein Semester lang hart gearbeitet haben“, sagt Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden, der den Lehrstuhl für Echtzeitsysteme und Eingebettete Systeme innehat und für die Vorlesung verantwortlich ist. Mit an Bord sind auch das Präsidium und die Pressestelle der Universität, die das Projekt unterstützen.

Zusätzlich zur Vorlesung geben die Studierenden jede Woche Hausaufgaben ab, die das Wissen vertiefen. Zum Großteil sind das Programmierungsaufgaben. Während der wöchentlich stattfindenden Übung haben sie die Gelegenheit, diese zu besprechen. Christoph Daniel Schulze ist leitender Doktorand, erstellt die Übungsaufgaben und betreut die Studierenden an dem Übungstermin. Er hebt die Wichtigkeit von Grundlagenwissen für das Lighthouse-Projekt hervor: „Viele Studierende fangen bei Null an. Deshalb bringen wir sie mithilfe der praktischen Aufgaben erstmal auf den Stand, so ein Projekt wuppen zu können. Ein Architekt wird ja auch nicht gleich damit betraut, ein Hochhaus zu bauen. Bevor sie das Abschlussprojekt bauen, müssen sie Grundkenntnisse erwerben.“

Am Ende der Vorlesungszeit erhalten die Studierenden dann im Rahmen eines Projektes – auch Praktikum genannt – die Aufgabe, in Zweierteams ein Spiel zu programmieren. Dafür haben die Studierenden zwei Wochen Zeit und ihnen steht ein Grundausbildungspool mit knapp 50 Arbeitsplätzen an der Universität zur Verfügung. In der Vergangenheit wurde dafür häufig das Spiel „Breakout“ gewählt, welches eines der ersten Computerspiele war. In dem Klassiker geht darum, eine Reihe von bunten Steinen, die am oberen Bildschirm angeordnet sind, mit einem Ball wegzuschießen. Solange der Ball im Spielfeld bleibt, können einzelne Bausteine nach oben geschossen werden. Sobald der Ball nach unten entkommt, ist das Spiel zu Ende. „Das Ziel ist, Spiele zu nehmen, die mit wenig Auflösung auskommen. Denn das Hochhaus hat auch nur eine geringe Auflösung“, erklärt Schulze.

 

Das Informatik-Team: Tim Weißenfelß, Christoph Daniel Schulze, Prof. Dr. Reinhard von Hanxleden, Gavin Lüdemann, Nico Biernat (v.l.n.r.). Foto: Mirjam Michel

 

Nico Biernat hat im letzten Jahr an der Programmierungsvorlesung teilgenommen und im Rahmen dieser auch beim Lighthouse-Projekt mitgemacht. Dann hat er die Möglichkeit erhalten, im Projektteam mitzuarbeiten. Er ist seit einem Semester dabei und hilft, das Projekt mit zu entwickeln, die Technik zu warten sowie die Software weiterzuentwickeln. Biernat hat aus dem Abschlussprojekt einiges mitgenommen: „Ich habe viel über Zusammenarbeit gelernt. Während des Semesters haben wir die Programmieraufgaben allein gelöst. Jetzt mussten wir zum ersten Mal mit einem Projektpartner zusammen etwas programmieren. Und da gab es teilweise ein paar Uneinigkeiten, wie wir gewisse Dinge am besten implementieren. Dabei haben wir gelernt, uns zu verständigen. Generell haben wir aus erster Hand erfahren, wie man etwas größere Projekte angeht. Wir haben auf jeden Fall Lust, das weiterzumachen und daran mitzuarbeiten.“

Masterstudent Tim Weißenfels hat im Wintersemester 2015/2016 ebenfalls an dem Projekt teilgenommen. Er war so begeistert von dem Projekt, dass er seitdem als wissenschaftliche Hilfskraft die Programmiervorlesung mitbetreut. „Für das Lighthouse-Projekt programmieren die Studierenden zum ersten Mal ein Spiel, welches auf Benutzereingaben in Echtzeit reagiert. In den Übungen gibt es häufig nur kleinere Aufgaben wie zum Beispiel Morsetext übersetzen. Ein Spiel ist dagegen schon ein etwas komplexeres Programm, das interaktiv gestaltet werden muss.“

Motivationskick durch Begeisterung

Ein Lernziel des Praktikums neben der Teamfähigkeit ist auch, ein Gefühl für Zeitmanagement zu entwickeln. „Viele Studierende nehmen sich am Anfang sehr viel vor. Häufig stellen sie dann fest ‚Moment, das schaffen wir ja alles gar nicht‘. Dann müssen sie sich überlegen, wie sie am Schluss dennoch ein abgeschlossenes Projekt abliefern können. Das sind wichtige Erfahrungen, die sie auch für das spätere Berufsleben gebrauchen können“, erklärt Prof. von Hanxleden. Aber es geht um mehr als das. Die Ergebnisse ihrer Arbeit live auf einer großen Fläche zu sehen und der Öffentlichkeit zu präsentieren soll vor allem auch motivieren, im Studium aufzugehen. „Meiner Erfahrung nach haben die meisten Studierenden das erste Semester mit viel Aufwand studiert und praktische Aufgaben bewältigt. In den zwei Wochen des Praktikums haben sie dann die Möglichkeit, alles, was sie gelernt haben, an einem Stück auszuprobieren und in das Projekt zu stecken. Das erfüllt viele mit einem riesigen Stolz“, sagt Lüdemann. Auch für Lüdemann persönlich war es ein Wendepunkt in seinem Studium: „Das Projekt hat in mir eine Begeisterung geweckt. Es war der Grund, weshalb ich das Lehramt verlassen und mich entschieden habe, mich voll der Informatik zu widmen“.

Biernat nickt zustimmend: „Mir hat es auch Riesenspaß gemacht mitzumachen. So ein großes Projekt auf die Beine zu stellen und das selbst auf dem Hochhaus spielen zu können, ist einfach toll.“ Auch die Gäste und Teilnehmenden am heutigen Abend sind zufrieden. Informatikstudent Skyler Mayfield stammt ursprünglich aus den USA und durfte an diesem Abend zum ersten Mal sein Spiel auf dem Lighthouse erleben. Zu diesem besonderen Anlass hat er auch seine Freundin eingeladen. Er zieht ein positives Fazit aus dem Projekt: „Ich fand die Praktikumsphase sehr spannend, und dass wir am Ende dieses Spiel auf dem Hochhaus zeigen konnten, fand ich auch cool. Es ist ein sehr gutes Gefühl, das geschafft und am Ende dieses ganz konkrete Ergebnis zu haben. Ich werde mich immer daran erinnern, wieviel Spaß das gemacht hat, auf diesem riesigen Bildschirm zu spielen.“

 

Informationen zum Projekt

 

Ausgewählte Youtube-Videos

 

 

Die „Digitalisierung der Zukunft“

Dass die Zukunft digital ist, wissen wir inzwischen – doch was das bedeuten soll, bleibt vage. Im Berufsorientierungsseminar „Digitalisierung der Zukunft“ befassen sich Studierende vorwiegend geisteswissenschaftlicher Fächer damit, wie sie den fundamentalen Wandel der Lebens- und Arbeitswelt selbst mitgestalten können. So divers wie die neuen technischen Möglichkeiten fällt auch die Gestaltung der innovativen Lehrveranstaltung des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) aus: Als „open educational practice“ macht sie beispielsweise die Arbeitsprodukte der Teilnehmenden öffentlich und lässt die Studierenden das Seminarkonzept selbst mitbestimmen.

Die Digitalisierung bringt nicht nur einen Medien-, sondern einen grundlegenden Kulturwandel mit sich. „Jetzt sind speziell Geisteswissenschaftler_innen gefragt, um die kulturelle Dimension dieses Wandels mitzugestalten“, sagt Philipp Marquardt von PerLe. In seinem Berufsorientierungsseminar zur „Digitalisierung der Zukunft“ testen die Studierenden konkrete Gestaltungsmöglichkeiten aus.

Nach einführenden Themenworkshops dürfen sie frei wählen, wie sie ihre 2,5 unbenoteten Leistungspunkte im Seminar erarbeiten möchten. Dabei können sie:

  • individuell, in Teams von 2-3 Personen kooperativ (arbeitsteilig) oder kollaborativ (gemeinsam) arbeiten.
  • Inhalte mit Bezug zum Seminarthema frei wählen: Bildung mit und für digitale Medien, Social Media, Arbeit 4.0, Künstliche Intelligenz, ethische Fragen, Kreativität etc.
  • selbst die Form ihrer Projektarbeit bestimmen: z.B. Textproduktion, Textdiskussion, eLearning-Kurs oder Social-Media-Projekt erstellen, Videos produzieren etc.

Vorab festgelegt ist nur, dass die Arbeitsergebnisse der Studierenden hochschulöffentlich ins OpenOLAT eingestellt werden.

 

„Dieses Konzept funktioniert im unbenoteten Bereich sehr gut“

Kurzinterview mit dem Dozenten

Im Gespräch: Philipp Marquardt, der sowohl Informatiker als auch Geisteswissenschaftler ist und bei PerLe im Bereich Berufsorientierung arbeitet.

 

 

 

Wie ist Ihre Erfahrung mit dem extrem freien Veranstaltungsformat?

Philipp Marquardt: Es hat sich gezeigt, dass die meisten Studierenden in Gruppen arbeiten wollen, einige davon lieber kooperativ, also arbeitsteilig, die meisten aber kollaborativ – also zur gleichen Zeit an derselben Sache.

38 % …
42 % … 19 % …
… der Seminarteilnehmenden möchten allein und selbständig arbeiten. … der Seminarteilnehmenden möchten am liebsten kollaborativ arbeiten. … der Seminarteilnehmenden möchten am liebsten kooperativ arbeiten.

Digitalisierung bietet natürlich viele Möglichkeit. Deswegen konnten die Teilnehmenden des Seminars vorab auch zwischen Formaten wie home-office, Präsenzveranstaltung oder Onlineseminar wählen. Man hat klar gesehen: Die meisten wollen lieber zuhause bleiben – und das können sie auch. Welche Projekte sie im Rahmen des Seminars umsetzen, ist ihnen ja freigestellt. Aber am Anfang gibt es natürlich eine Einführungsveranstaltung, damit die Teilnehmenden sich kennenlernen und Gruppen bilden können. Und am Ende eine Abschlussveranstaltungen, wo dann die Ergebnisse präsentiert werden. Dazwischen konnten sie arbeiten, wo sie wollten. Mussten zur Halbzeit aber ein Zwischenergebnis abliefern, damit es nicht erst auf den letzten Drücker angefangen wird.

 

Wie passt die Veranstaltung eigentlich zur Zukunfts- und Berufsorientierung?

Ich habe auch abgefragt, ob die Teilnehmenden ihre Zukunft nach dem Studium in digitalen Berufen sehen. Ja sagten immerhin 26%, kein geringer Anteil. Natürlich nehme ich auch gern Studierende auf, die Gegner der Digitalisierung sind, weil sie die Diskussion nur bereichern können! Die meisten Teilnehmenden haben aber noch gar keine konkreten beruflichen Zukunftsvorstellungen. Die Evaluationsergebnisse nach dem Seminar zeigen, dass es den Teilnehmenden hilft, über ihre berufliche Zukunft zu reflektieren – selbst dann, wenn ihnen ihr Berufsziel noch nicht total klar ist.

 

Die Wahlfreiheit im Seminar geht ja so weit, dass selbst die Prüfungen  individuell gestaltbar sind. Wie funktioniert  das?

Das Prüfungsformat konnten die Teilnehmenden auch mitentscheiden, genau. Hausarbeiten waren als Prüfleistung ebenso möglich wie ein eigenes Video zu produzieren, einen Blog aufzusetzen oder sich ein Programmierprojekt vorzunehmen. Und es gab echt wunderbare, ganz verschiedenartige Ergebnisse. Eine Studentin, die Geisteswissenschaften und Informatik studiert –hat tatsächlich ein kleines Adventure-Spiel programmiert. Dieses Prüfungskonzept funktioniert im unbenoteten Bereich sehr gut. So unterschiedliche Prüfungsformen mit Benotung vergleichbar zu machen, wäre natürlich schwieriger.

 

Und wie fällt das Feedback der Teilnehmenden zu der Veranstaltung aus?

Die Studierenden melden mir zurück, dass sie es gut finden, dass wir das Thema Digitalisierung aufgreifen. So etwas fügen sie gern zu ihren Bewerbungsunterlagen hinzu, auch und gerade als Geisteswissenschaftler_innen. Ebenso gut kommt das freie, projektbasierte Format bei vielen an. Für andere ist dagegen gerade die große Freiheit eine Herausforderung. In solchen Fällen muss man coachen und Unterstützung anbieten.

 

 

 

 

Preis für Diversity-Abschlussarbeiten ausgelobt

Im Sommersemester 2019 vergibt die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstmals einen Preis für Abschlussarbeiten und Dissertationen mit Diversityperspektiven. Mit dem Aenne-Liebreich-Preis werden Arbeiten mit Bezug zu Fragen gesellschaftlicher Vielfalt und/oder sozialer Gerechtigkeit gewürdigt und es wird an die universitäre Zugehörigkeit und an das Leben von Aenne Liebreich erinnert. Dr. Aenne Liebreich arbeitete von 1927 bis 1933 als außerplanmäßige Assistentin am Kunsthistorischen Institut in Kiel; sie gehörte zu den vertriebenen Wissenschaftler*innen, die Opfer der rassistischen und antidemokratischen Politik des Nationalsozialismus wurden.

 

Der Aenne-Liebreich-Preis wird für Arbeiten aus allen Forschungsrichtungen vergeben und ist mit 1000,– Euro für eine Dissertation und 500,– Euro für eine Diplom- oder Masterarbeit dotiert.

Zur Bewerbung aufgefordert sind Absolvent*innen und ehemalige Doktorand*innen aller Fachrichtungen, die ihre Arbeiten in den vergangenen zwei Jahren eingereicht haben. Für die Auswahl werden ein aussagekräftiges zweiseitiges Exposé der Arbeit mit Angabe der Benotung, der Namen der Gutachter*innen sowie die Abschlussarbeit bzw. Dissertation benötigt.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 15.04.2019 in elektronischer Form an den_die Beauftragte_n für Diversität, Eddi Steinfeldt-Mehrtens: diversitaetsbeauftragte_r@email.uni-kiel.de.
Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.diversitaet.uni-kiel.de.
Für Rückfragen steht der_die Diversitätsbeauftragte (Telefon: 0431/880-7000) gerne zur Verfügung.