Alle Artikel von Blogmoderatorin Antonia Stahl

Inklusion & Hochschule

Bundesweit gehört die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zu den wenigen Universitäten mit einem eigenen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Dass dieser Plan inzwischen seit vier Jahren an der CAU umgesetzt wird, ist Anlass für einen Gastvortrag über die Förderung von Inklusion und deren Bedeutung für die Hochschulen in Deutschland – am Donnerstag, 28. November 2019.

Interessierte werden um eine verbindliche Voranmeldung gebeten.

 

 

Kontakt

Kathrin Houda
Referentin der Vizepräsidentin für Studienangelegenheiten, Internationales und Diversität
Telefon: 0431/880-7544

www.diversitaet.uni-kiel.de

Offenheit als didaktisches Konzept in der Hochschullehre

Dass es sich bei Open Educational Resources (OER) um Lehr- und Lernmaterialien handelt, die im Internet frei zur Verfügung stehen, ist rasch erklärt. Doch freie Lizenzen sind im Zusammenhang mit OER nur ein wesentlicher Aspekt von vielen. In der fünften Kurzdokumentation der Serie „Impulse – Videos zu aktuellen Themen der Hochschullehre“ des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) erfahren Sie, warum mit freien Bildungsmaterialien auch eine andere Lehrpraxis und eine besondere Haltung der Lehrperson einhergehen.

 

 

 

Dieses Video steht Ihnen über den Videoserver der CAU in drei
unterschiedlichen Qualitätsstufen zum Download  zur Verfügung:

OER-Video FullHD (1080p) | OER-Video HD (720p) | OER-Video (480p)

 

Weiterführende Informationen zum Thema OER

  • Weiterführende Informationen und praktische Tipps zum Thema OER und OEP in der Hochschullehre finden Sie in diesem Blogartikel.
  • Zurzeit entsteht unter Federführung des zentralen eLearning Services der CAU eine große OER-Plattform für Unterrichts-, Lehr- und Lernmaterialien. Ihr Ansprechpartner für die Produktion und Veröffentlichung von Open Educational Resources an der CAU ist: Roman Adler; Kontakt: adler@rz.uni-kiel.de

 

Beispiele für OER-Projekte

„ABC-Learning“: Lehre gemeinsam gestalten

Das „Arena Blended Connected Learning Design“* – kurz ABC-Learning – ist ein praktischer Ansatz zur gemeinschaftlichen Entwicklung und Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen. In nur 90 Minuten gestalten Teilnehmende eines ABC-Gestaltungsprozesses einen Ablaufplan für eine Lehrveranstaltung.

ABC-Materialien (zum Download der Materialien s. rechts).

Schritt für Schritt legen die Teilnehmenden die wesentlichen On- und Offline-Lernaktivitäten für eine Lehrveranstaltung fest und bringen diese mit den Lernzielen der Veranstaltung in Einklang. Dieser Prozess profitiert von der Perspektivvielfalt der Gruppe, deren Mitglieder idealerweise aus unterschiedlichen Fachkulturen kommen und sowohl die Lehrenden- als auch die Lernendenperspektive mit einbringen können.

Damit ein Planungsprozess auf Basis ABC-Learning-Design-Konzeptes in der Kürze der vorgegebenen Zeit gelingt, ist es wichtig, dass die Teammitglieder im Prozess fokussiert bleiben, sich nicht in Diskussionen über Einzelaspekte verstricken. Ziel ist es ausdrücklich nicht, ein in allen Details perfekt ausgearbeitetes Lehr-Lern-Konzept für eine Veranstaltung zu erstellen. Stattdessen geht es darum, einen Ablaufplan zu entwerfen, der vor allem die wesentlichen Elemente der Seminar-, Workshop- oder Vorlesungsgestaltung enthält. Nach der kollaborativen Arbeitsphase können die Teilnehmenden die Impulse später detaillierter ausarbeiten, umsetzen und bei Bedarf auch in Einzelberatungen wieder aufgreifen.

Ablauf

Am Tag der Lehre des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel fanden am 8. November 2019 ABC-Learning-Workshops zu vier unterschiedlichen Schwerpunkten statt:

  • Lehre mit Praxispartnern
  • interdisziplinäre Lehre
  • forschungsbasierte Lehre
  • studentisch angeleitete Lehre

 

Nach einer Vorstellungsrunde führte ein Kurzvortrag die Teilnehmenden ins jeweilige Thema ein und erklärte die ABC-Learning-Materialien (s. Sidebar rechts).

 

 

Anschließend erlebten die Workshop-Teilnehmenden einen ABC-Designprozess. Zu diesem Zweck fanden sie sich zunächst zu kleinen Gruppen á zwei bis vier Personen zusammen, um den Prozess – nach straffem Zeitplan – beispielhaft zu durchlaufen:

  • Schritt 1: Veranstaltungsüberblick (15 min)
    • Auswahl Lehrveranstaltung: Gruppe verständigt sich auf Lehrveranstaltung, die eines der Mitglieder aktuell tatsächlich plant und im Folgenden bearbeitet werden soll.
    • Rahmenbedingungen der LV stichpunktartig klären (z.B. Umfang/Zeiten usw.)
    • Lernziel der Veranstaltung wird benannt und schriftlich festgehalten
    • Lernformate in der geplanten Häufigkeit werden eingezeichnet
  • Schritt 2a: Lernformate festlegen (20 min)
    • Auswahl & Zuordnung der passenden Lernformatkarten (s. Sidebar/rechte Spalte) für die Lehrveranstaltung
    • Die Karten werden auf dem Ablaufplan ausgelegt dazu folgende Leitfragen beantwortet:
      • Was machen Ihre Studierenden im Idealfall?
      • Wozu sollen die Studierenden das tun?
  • Schritt 2b: Auswahl Lernaktivitäten (15 min)
    • Die Karten werden umgedreht und konkrete Lernaktivitäten ausgewählt und / oder weitere Aktivitäten auf den Karten ergänzt.
    • Leitfragen:
      • Womit erreichen Ihre Studierenden die Lernziele?
      • Welche Aktivitäten wollen Sie den Studierenden anbieten?
  • Schritt 3: Auswahl Prüfungsformat (2 min)
    • Prüfungsformat markieren, das/die vorab festgelegte Lernziel abfragen
  • Schritt 4: Abgleich „Veranstaltungsüberblick“ (5 min)
    • Der Ablaufplan wird mit dem anfänglichen „Veranstaltungsüberblick“ verglichen und ggf. angepasst
  • Schritt 5: Meine nächsten Schritte (5 min)
    • Was nimmt jede(r) für sich aus dem Prozess mit?
    • Was brauche ich um mit dem Ablaufplan weiter arbeiten zu können/ diesen umzusetzen?
    • Wer kann mich dabei unterstützen?

 

*Adapted from ABC workshop resources, ABC Learning Design, UCL. By Clive Young and Nataša Perović.
Available at http://blogs.ucl.ac.uk/abc-ld (Übersetzung in Anlehnung an Philipps-Universität Marburg)

 

 

 

 

Was heißt hier gute Lehre?

Alle wollen gute Lehre. Aber was genau ist damit eigentlich gemeint? Auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat die Studentin Mirjam Michel Kommiliton_innen zum Thema befragt – und überraschend vielfältige Antworten erhalten. In der vierten Folge unserer Serie „Was heißt hier gute Lehre?“ spricht sie mit einem Mathematik-Studenten.

Text & Bild: Mirjam Michel (Studentin/PerLe)

Mike Sebastian Parucha, 27 Jahre, Mathematik (M.Sc.).

 

 Was macht für dich gute Lehre aus?

Mike Sebastian Parucha: Für mich ist es gute Lehre, wenn ich verstehe worum es geht. Wichtig ist auch ein angenehmes Lernklima im Unterrichtssaal, nicht nur was die Beziehung zwischen den Dozierenden und den Studierenden angeht, sondern auch die Beziehung zwischen den Studierenden. Es sollte ruhig sein, solange der Dozent spricht oder etwas erklärt wird, sodass keine störenden Geräusche den Unterrichtsverlauf stören. Auch ein bisschen Spaß und Freunde seitens des Lehrenden und der Studierenden gehört für mich dazu.

 

Welche Lehrveranstaltung hat dir in diesem Semester oder allgemein besonders gefallen und warum?

Mike Sebastian Parucha: Mir hat die Vorlesung zur ‚Geometrie von Markov-Prozessen‘ im 5. Fachsemester gut gefallen. Das lag vor allem an der Art und Weise, wie der Dozent unterrichtet hat. Er ist den Stoff schnell durchgegangen, aber nicht zu schnell. Die Vorlesung war einfach gestaltet, aber nicht zu einfach. So hat er es geschafft, uns Studierende zum Nachdenken anzuregen. Mir war er auch besonders sympathisch, weil er noch jung war.

 

Was ist für dich eine gute Dozentin oder ein guter Dozent?

Mike Sebastian Parucha: Ein guter Dozent ist für mich einer, der gut vorbereitet ist, was den Stoff angeht. Gut finde ich zudem, wenn die Dozentin oder der Dozent auf die Fragen der Studierenden eingeht. Es ist super, wenn der Dozent den Stoff in der Zeit schafft, die er sich vorgenommen hat. Dies sollte aber nicht um jeden Preis geschehen. Wichtiger ist, dass die Studierenden verstehen, worum es geht.

Schreiben, Lesen und Recherche mit BEAT

Das Qualifizierungsprogramm für Tutor_innen, BEAT – BE A TUTOR, bietet zusätzliche Aufbauseminare zu den Themen wissenschaftliches Schreiben, Lesen und Recherchieren an. Diese Seminare richten sich an Studierende mit Lehraufgaben aus allen Fachbereichen – eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

 

Grundlagen der Vermittlung wissenschaftlichen Schreibens

Termin: 30. Oktober 2019, 13.00 – 17.00 Uhr (4 AE)
Ort: Koboldstraße 4, Raum 3.11, 24105 Kiel
Dozent_in: Dr. Julia Müller / Dr. Lisa Jeschke
Anmeldung bis: Mo. 28. Oktober 2019 bei Julia Müller (jmueller@uv.uni-kiel.de)

 

Feedback-Methoden für peer-geleitete Schreibberatung

Termin: 20. November 2019, 13.00 – 17.00 Uhr (4 AE)
Ort: Koboldstraße 4, Raum 3.11, 24105 Kiel
Dozent_in: Fridrun Freise
Anmeldung bis: Mi. 13. November 2019 bei Melanie Greinert (m.greinert@uv.uni-kiel.de)

 

Lesen & Textreproduktion verstehen und vermitteln

Termin: 11. Dezember 2019, 13.00 Uhr – 17.00 Uhr (4 AE)
Ort: Koboldstraße 4, Raum 3.11, 24105 Kiel
Dozent_in: Dr. Melanie Greinert / Dr. Lisa Jeschke
Anmeldung bis: Mi., 4. Dezember 2019 bei Melanie Greinert (m.greinert@uv.uni-kiel.de)

 

Grundlagen der Literaturrecherche erarbeiten und lehren

Termin: 6. November 2019, 13.00 – 17.00 Uhr (4 AE)
Ort: Universitätsbibliothek Kiel, Leibnizstraße 9, 24118 Kiel, Seminarraum 2
Dozent_in: Andrea Fleischer / Dr. Melanie Greinert
Anmeldung bis: Mi. 30. Oktober 2019 bei Melanie Greinert (m.greinert@uv.uni-kiel.de)

 

Umgang mit der Literaturverwaltung

Termin: 4. Dezember 2019, 13.00 – 17.00 Uhr (4 AE)
Ort: Universitätsbibliothek Kiel, Leibnizstraße 9, 24118 Kiel, Seminarraum 2
Dozent_in: Oliver Weiner / Dr. Melanie Greinert
Anmeldung bis: Mi. 27. November 2019 bei Melanie Greinert (m.greinert@uv.uni-kiel.de)

 

 

Was heißt hier gute Lehre?

Alle wollen gute Lehre. Aber was genau soll das heißen? Auf dem Campus der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat die Studentin Mirjam Michel Kommiliton_innen zum Thema befragt – und überraschend vielfältige Antworten erhalten. In der dritten Folge unserer Serie „Was heißt hier gute Lehre?“ spricht sie mit drei Studierenden der Psychologie.

Interview & Foto: Mirjam Michel (Studentin/PerLe)

Gianluca Lamberti, (23), 8. Semester, Melina Häckel, (24) 6. Semester, Max Klähn, (24), 8. Semester (v.l.n.r.), Studierende der Psychologie.

 

Was macht für Euch gute Lehre aus?

Melina: Vernünftige Didaktik. Gianluca und ich sind beide aus unserem Auslandssemester in Finnland verwöhnt. Dort gibt es eine gute Didaktik, so dass du selbst anfängst kritisch zu reflektieren, was dir beigebracht wurde, statt nur auswendig zu lernen. Du wirst auch dazu angehalten, mal zu überlegen, ob das Gelernte Sinn macht, und dem vielleicht auch zu widersprechen. Das ist für mich gute Lehre. Wichtig ist auch, dass sich die Lehrenden wirklich Mühe geben, den Stoff aufzubereiten, so dass er verständlich wird.

Gianluca: Und dass die Lehrperson selbst begeistert ist, von dem was sie oder er macht.

Max: Ich finde eine Verbindung aus Forschung, Praxis und Lehre gut. Wenn Lehrende Dinge erforschen, die sie in der Praxis einsetzen und darauf aufbauende Lehre machen, gerade in angewandten Fächern wie Psychologie oder Medizin. Für uns als Studierende ist es gut, wenn wir merken, dass Lehrende sowohl an der Universität als auch in anderen Bereichen arbeiten. Das zeigt, dass es nicht getrennte Systeme sind – nach dem Motto: Hier ist die Universität als eigener Subkosmos und da ist die Welt da draußen. Was in der Forschung untersucht wird, ist auch wichtig für die Arbeit in der Praxis und umgekehrt. Diese Verbindung sollte auch in Lehrveranstaltungen ersichtlich werden.

Melina: Es wäre toll, wenn wir im Studium mehr Zeit hätten zu lernen, etwas auch in der Praxis anzuwenden. Ich habe jetzt im 6. Semester zum ersten Mal etwas über therapeutische Gesprächsführung gelernt, was ich mir wesentlich früher gewünscht hätte. Im Grundstudium hatten wir sehr viele Basisfächer. Vieles brauchen wir nicht unbedingt für die Praxis. Es gibt vieles, wo wir nicht genau wissen, wie der Praxisbezug ist und was wir ohne Bedenken anwendenn können.

Max: Also ich finde die Grundlagen als Basis trotzdem wichtig.

Melina: Und ich glaube, es wäre gut, den Stoff zu reduzieren und noch einmal genau zu prüfen, was die Studierenden wirklich brauchen. Einige der Inhalte könnten daraufhin vielleicht optional angeboten werden statt verpflichtend.

Max: Ich finde es cool, wenn Begeisterung seitens der Dozentinnen und Dozenten da ist und du merkst die brennen für etwas. Du merkst auch in der Vorlesung den Unterschied, ob etwas abgehandelt werden muss oder ob die Dozentin oder der Dozent wirklich von dem Thema begeistert ist. Das kommt dann ganz anders rüber.

 

Welche Lehrveranstaltung hat Euch in diesem Semester oder allgemein besonders gefallen und warum?

Gianluca: Mir hat die Vorlesung in Klinischer Psychologie bei Anja Petersen sehr gut gefallen, weil sie eine sehr gute Professorin ist. Sie baut Themen interessant und studierendenfreundlich auf. Sie regt dazu an, weiterzudenken. Gleichzeitig geht sie sehr sensibel und auf eine sehr menschliche Art und Weise mit dem Thema um – es geht in der Vorlesung um psychische Störungen – statt uns nur wissenschaftliche Fakten zum Thema zu präsentieren, die wir auswendig lernen müssen.

Melina: Mir gefällt allgemein der Bereich Klinische Psychologie gut, weil die Dozentinnen und Dozenten dort sehr viel Ahnung von Lehre haben, weil sie nah dran sind. Zum Beispiel hatte ich ein Seminar zum Thema Störung von Emotionen bei Sandra Thiele. Das ist ein Seminar, wo wir durchgehen, welche Störungsgruppen es gibt. Wir behandeln auch, welche Interventionen bei diesen Störungen gut sind. Zusätzlich machen wir eine kleine Expositionstherapie, wo wir in Kleingruppen selbst eine therapeutische Gesprächsführung und eine Expositionstherapie durchführen, sowohl in der Rolle des Therapeuten als auch in der Rolle des Klienten. Das war meine Lieblingsveranstaltung. Die Dozentin hat es didaktisch sehr gut aufbereitet und sie hat das Thema gut rübergebracht. Obwohl sie sehr jung ist, ist sie sehr gut im Thema, sodass alle sie respektiert haben und nie jemand gestört hat. Durch ihre Art und ihr Alter war sie sehr nah dran an den Studierenden.

Max: Ich hatte auch mehrere Seminare bei ihr, zum Beispiel das Seminar Angststörung bei Kindern und Jugendlichen. Mir gefällt die Lehrform gut, die veranstaltung war wie ein interaktiver Frontalunterricht gestaltet. Ein Leitfaden wird vorgegeben, aber innerhalb dessen werden viele Fragen eingebaut, du kannst dich melden und du kannst mehr Fragen stellen als im Rahmen einer Vorlesung. Trotzdem ist die Veranstaltung strukturiert. Ähnlich ist es in dem Seminar von Simone Goebel. Ich habe bei ihr das Seminar zur Klinischen Neuropsychologie besucht, wo wir sowohl viele Grundlagen gelernt haben, was das Gehirn angeht, als auch angewandte Praxisbeispiele. Das Dritte, was mir als sehr positives Beispiel einfällt, ist das Seminar Aussagepsychologie bei Günter Köhnken. Er hat 30 Jahre Praxiserfahrung in Forschung, Lehre und Praxis. Er hat sehr viel geforscht zu Themen, die er praktisch auch angewendet hat. Zudem hat er Erfahrungen in vielen praktischen Bereichen und ist immer neben der Universität freiberuflich tätig gewesen.

 

Was ist für dich eine gute Dozentin oder ein guter Dozent?

Gianluca: Ich fand es immer positiv, wenn sowohl Theorie als auch Praxiserfahrung vorhanden waren. Du merkst den Unterschied zwischen Dozierenden, die die Unilaufbahn durchlebt haben und nur an der Uni geforscht haben und Lehrenden, die mal im Feld gearbeitet haben. Die Dozentinnen und Dozenten, die auch außerhalb geforscht haben, bringen häufig mehr Erfahrungen mit.

Melina: Mir fällt noch Julian Keil ein, aus dem Bereich Biologische Psychologie. Er ist zwar nur in der Forschung tätig, aber mit Leidenschaft und Begeisterung. Er ist sehr gut darin, eine Vorlesung zu strukturieren, immer mit Lernfragen am Anfang und mit einer Gliederung, die wir durcharbeiten. Ansonsten finde ich Franziska Klemens gut. Sie hat auch in skandinavischen Ländern studiert und hat dementsprechend den Lehrspirit von da zum Teil übernommen. Sie duzt alle Studierenden und alle Studierenden duzen sie, was ich in dem Rahmen völlig in Ordnung finde. Sie geht auch sehr auf Fragen ein. Du merkst, dass sie wirklich Lust hat, mit den Studierenden zu interagieren. Es ist für sie nicht nur ein Nebeneffekt vom Forschen an der Universität, wo du auch Lehre machen musst. Bei beiden merkst du, dass sie wirklich gerne lehren.

 

Ethik first

Ärzte und Ärztinnen sehen sich regelmäßig mit ethischen Problemen im Berufsalltag konfrontiert. Um Studierende für ethisch heikle Situationen zu schulen und ihnen den Eintritt in die Klinik zu erleichtern, gibt es das Projekt „Ethik First”. Die Mit-Initiatorinnen Dr. Annette Rogge und Laura Lunden erzählen, wie es zur Gründung kam und wie ihre Visionen für die Zukunft des Projekts aussehen.

Text: Rebecca Such (Studentin/PerLe)

Quelle: unsplash.com/Hush Naidoo

 

Mit der Famulatur, dem ärztlichen Praktikum, beginnt nach zwei Jahren Pauken im Hörsaal der Eintritt in die Klinik. Angehende Mediziner_innen kommen meistens mit hohen ethischen Ansprüchen aus dem Studium, die im Berufsalltag nun erstmals auf die Probe gestellt werden. Hinzu kommt, dass sie in der straffen Klinik-Hierarchie weit unten stehen und nicht die beste Position haben, um eingreifen zu können.

Laura Lunden, mittlerweile in ihrem Praktischen Jahr, erlebte so eine Situation während einer Famulatur in einem auswärtigen Krankenhaus: Eine Patientin mit Krebs im Endstadium wurde gegen eigenen Willen zu einer Operation überredet, vor der sie Angst hatte und deren Sinn sich mehreren Mitarbeiter_innen im Team nicht erschloss. „Aus meiner Sicht wurde im Wissen der Ärzte falsch gehandelt,“ erzählt Laura. Über Gründe, die Operation letztendlich durchzuführen, lässt sich nur spekulieren: Möglicherweise bestand die Angst vor juristischen Konsequenzen, die Operation war finanziell motiviert oder der Leitung bangte es bei dem Gedanken, mit der Patientin über das Unausweichliche zu sprechen. Dr. Annette Rogge, Oberärztin am UKSH, stieß als Berufsanfängerin und im Laufe ihrer Karriere auf ähnliche Probleme, was sie unter anderem zum Anlass nahm, im Wintersemester 2017/18 das Projekt „Ethik first“ zu gründen.

Monatlich treffen sich interessierte Studierende unter Rogges Leitung und besprechen in Kleingruppen Alltagssituationen aus der Klinik. „Große Fälle zum Beispiel aus der Transplantations- und Neonatalmedizin sind seltener Thema,“ so Rogge. „Wenn man ein Auge dafür hat, was ein ethisches Problem sein könnte, dann kommt das im Arztalltag schon mehrmals in der Woche und in allen Fachrichtungen vor,” ergänzt sie. Häufig handelt es sich um Fälle, bei der die Autonomie der Patient_innen verletzt oder die ärztliche Autorität fragwürdig eingesetzt wird. „Man muss sich bewusst sein, was für eine Rolle man als Arzt hat und ob die vorgeschlagene Diagnostik oder Therapie wirklich zum Patienten und seinen Lebensumständen passt,“ führt Rogge weiter aus. „Gerade wenn der Oberarzt im wehenden weißen Kittel über den Flur schreitet, ist das für die meisten Patienten sehr beeindruckend,” wirft Laura ein.

Neben den Fallbesprechungen sind auch aktuelle Nachrichten aus der Gesundheitspolitik Thema bei den Treffen. Gesetzesänderungen oder öffentliche Diskussionen zu Aspekten wie der Widerspruchslösung bei Organspenden beschäftigen auch die angehenden Ärzt_innen aus dem Projekt. Zum Start wurde „Ethik first“ von der Förderstiftung des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein mit 5000 Euro unterstützt. Die finanzielle Förderung ermöglichte es bereits, externe Referent_innen einzuladen.

Die Medizinstudierenden nehmen auf freiwilliger Basis teil, die meisten Mitwirkenden stehen in ihrer Ausbildung an der Schwelle zum Klinikeintritt. Mittelfristig soll es auch für Studierende in niedrigeren Fachsemestern die Möglichkeit geben, sich zu moralischen Fragestellungen auszutauschen. „Das Projekt soll als Grundlage berufsbegleitend für soft skills dienen und gerne schon ab Studienbeginn eine Rolle spielen,“ wünscht sich Rogge.

Den Effekt des Projekts spürt Laura in ihrem neuen Berufsalltag: „Ich merke mittlerweile, dass es mir leichter fällt, Probleme anzusprechen und lasse mich nicht mehr so schnell verunsichern.” Der Austausch mit ihren Kommiliton_innen und Annette Rogge hat ihr Selbstbewusstsein gegeben: „Und darum geht es eigentlich bei ‚Ethik first’: für Situationen gestärkt werden, in die man im Klinikalltag ständig geht.

C20 vergibt Arbeitsplätze für studentische Projektarbeiten

Open Call für studentische Projekt- oder Abschlussarbeiten im Rahmen des Projekts C20 — Institut für transformative Utopie am ALTE MU Impuls-Werk.

Text: Marius Wittmann, C20

Der Projektraum C20 — Institut für transformative Utopie ist ein Reallabor für die Zukunft der ALTEN MU und bietet bis zu 14 Arbeitsplätze für studentische Studien- und Projektarbeiten. Der Open Call richtet sich gezielt an Studierende, Absolventen und junge Berufstätige, die sich im Rahmen ihrer Forschung oder Projekte wissenschaftlichen mit den Themen der Entwicklungsplanung der ALTEN MU beschäftigen und / oder im weitesten Sinne im Beriech der Urbanen Transformation zur Nachhaltigkeit tätig werden wollen.

Für das kommende Wintersemester 2019/2020 sind Studierende und Lehrende jedweder Fachrichtung eingeladen, C20 als Möglichkeit für anwendungsorientierte Forschung und Projektarbeit zu nutzen. Gern darf die Liegenschaft ALTE MU als Spekulationsobjekt für eine nachhaltige Zukunft in Seminaren oder Qualifikationsarbeiten behandelt werden.

Weiterführende Informationen unter „aktuell“ auf c-20.de.

 

Bühne frei für studentische Forschung und Lehre!

Studierende aus ganz Deutschland treffen sich am 26. und 27. September an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und zeigen, worüber sie forschen und wie sie die Lehre an ihren Hochschulen um eigene Ideen und Konzepte bereichern.

 

Öffnen Sie das Programmheft bitte mit  dem Acrobat Reader.

Studierende präsentieren auf der #StuFo2019 an der CAU die eigene Forschung und Lehre. © V. Gipp, PerLe

Unter dem Motto „Forschung vermitteln, Lehre voranbringen, Gesellschaft gestalten“ lädt die vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) in enger Kooperation mit Kieler Studierenden ausgerichtete Veranstaltung zum Erfahrungsaustausch und zum Netzwerken ein. Auf dem Programm dieser 4. Konferenz für studentische Forschung (StuFo) stehen fast 50 disziplinübergreifende Vorträge, Workshops und Posterpräsentationen. Die rund 150 angemeldeten Gäste erwarten abwechslungsreiche Inputs: Von der Stadtplanung über die tutorielle Lehre bis hin zur Gesundheits- und Demokratieforschung werden vielfältige Themen präsentiert.

Das Rahmenprogramm wird von den beiden Schwerpunktthemen Nachhaltigkeit und Diversität bestimmt. Am Donnerstag (26. September) findet eine öffentliche Diskussion über nachhaltige Entwicklung an Hochschulen statt. Die vom studentischen netzwerk n initiierte perspektive n-Debatte, die um 18 Uhr im Foyer der Mensa II stattfindet, ist Teil einer Veranstaltungsreihe, die auf einen gesamtinstitutionellen Wandel an Hochschulen abzielt. Zu diesem Programmpunkt sind auch Interessierte außerhalb der StuFo eingeladen. Um eine Anmeldung vorab per E-Mail (mmueller-geers@uv.uni-kiel.de) wird gebeten. Am Freitag (27. September) können die Teilnehmenden der StuFo dann praxisorientierte Workshops zum Thema Diversität besuchen, die vom Kieler „Institut für Inklusive Bildung“ und dem von Kieler Studierenden gegründete interkulturelle Verein „kulturgrenzenlos e. V.“ durchgeführt werden

Weiterführende Links

Diversity Management erfahren und erforschen

In einem transdisziplinären Seminar zum Forschenden Lernen wird das Thema Diversity Management im Wintersemester 2019/20 zum Seminarprinzip erhoben: Ausländische Studierende und bildungsinländische Studierende treffen aufeinander und durchlaufen gemeinsam einen Forschungsprozess zum Umgang mit Vielfalt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Text & Foto: Kati Lüdecke-Röttger
Bereich Deutsch als Fremdsprache

Das Seminar rund ums „Diversity Mainstreaming“, wie es in öffentlichen Einrichtungen heißt, wird am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) der CAU angeboten.

 

In kleinen Projektgruppen erkunden die Studierenden den Campus, entdecken Themen und entwickeln Fragestellungen. So interessiert sich möglicherweise die eine Gruppe dafür, wie es um die Barrierefreiheit der CAU steht. Eine andere Gruppe möchte vielleicht wissen, wie akzeptiert gendergerechte Sprache in einzelnen Einrichtungen und Instituten ist. Und eine dritte Gruppe könnte sich mit der Internationalisierungsstrategie an unserer Universität beschäftigen.

Die Kursteilnehmenden werden angeleitet, ihre Frage zu formulieren und zu operationalisieren: Sie lernen geeignete Methoden sowie den aktuellen Forschungsstand kennen und wählen die für ihre Fragestellung passendste Methode aus. Beraten und betreut durch die Seminarleitung führen die Studieren Expert*innen- oder Zielgruppeninterviews durch, nutzen Inhalts- oder Artefaktanalysen, um ihre Forschungsfrage zu beantworten.

Mit der Auswertung und der Präsentation der Ergebnisse erhalten und liefern die Projektgruppen spannende Einblicke in das Diversity Mainstreaming der CAU. In den Blick genommen wird dabei immer auch die Diversität der beteiligten Studierenden, besonders in Bezug auf die Internationalität und die sich daraus ergebenden Chancen und Herausforderungen für die gemeinsame Arbeit.

Als Vertiefungsseminar ist die Veranstaltung ein Bestandteil des fachergänzenden Studienprogramms Diversität und Intersektionalität, das PerLe gemeinsam mit dem Zentrum für Schlüsselqualifikation (ZfS) entwickelt hat und anbietet. Hier können Studierende jeder Fakultät teilnehmen, dadurch einen Teil der Fachergänzung oder des Wahlpflichtbereichs absolvieren und nebenbei zu spannenden Fragen diskutieren.

 

Weiterführende Informationen

Kontakt

Kati Lüdecke-Röttger
Bereich Deutsch als Fremdsprache/ZfS
kluedecke-roettger@zfs.uni-kiel.de