Alle Artikel von Blogmoderatorin Antonia Stahl

Mediengestützte Praxis an der Apfelsine

Von der dermatologischen Ganzkörperuntersuchung über eine Probebiopsie bis hin zur subkutanen Naht illustrieren die Lehrfilme der Kieler Professorin Regine Gläser seit vergangenem Jahr vieles, was ihre Studierenden später im Beruf selbst einmal umsetzen sollen. Während des Thementags „Dermatologie hautnah“ am Wochenende hat Professorin Gläser mit ihrer Tutorin, Hiwi und Doktorandin Linda Wittbecker sowie zwei weiteren Dozentinnen aus dem Bereich der Psychosomatik und Allgemeinmedizin ihre Videoclips jetzt um spannende weitere Module ergänzt. Außerdem gab es beim Thementag innovative Praxiseinheiten an Zitrusfrüchten.

 

Der organisatorische Aufwand im Vorfeld der Veranstaltung sei riesig gewesen, gibt die Professorin zu Protokoll – auch weil die Rahmenbedingungen auf die aktuelle Corovid-19-Situation abgestimmt werden mussten und weil das Team der Kieler Dermatologin parallel bereits neue Lehrvideos dreht. „Aber das, was die 20 teilnehmenden Studierenden uns am Samstag schon zurückgemeldet haben und was dann auch nachhaltig wirken wird, ist es wert!“

 

 

 

Das „Toolkit Dermatologie”, das alle Teilnehmenden des Praxistags erhielten und behalten durften, war wie eine Backmischung gestaltet. Nur eine frische Apfelsine mussten die Studierenden selbst mitbringen – die Zitrusfrüchte sollten die Patientenhaut bei den kleinen operativen Eingriffen simulieren. Über die QR-Codes auf der „Rezeptkarte” können die Studierenden zuhause alle Lehrvideos anschauen, ihre Operatioskünste weiter verfeinern und auch entsprechende Eingriffe an Patient_innen im Film betrachten:

 

unterstützt durch die PerLe-Förderung für Kurzformate

 

Weiterführende Informationen …

 

KONTAKT
Prof. Dr. med. Regine Gläser 
Quincke-Forschungszentrum (QFZ) Haus U18 
Dermatologische Forschung 3. OG 
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein 
Campus Kiel 
Rosalind-Franklin-Straße 9 
D-24105 Kiel

Phone: +49.431.500.21175
EMail: rglaeser@dermatology.uni-kiel.de; regine.glaeser@uksh.de
Homepage: www.dermatology.uni-kiel.de

 

Tutorien in virtuellen Räumen

Online-Tutorien unterscheiden sich in einigen Aspekten von Präsenzveranstaltungen und bringen neben neuen Chancen natürlich auch Herausforderungen mit sich. Die Handreichung für „Tutorien in virtuellen Räumen“ aus dem Programm BEAT – Be A Tutor liefert zielführende Hinweise für die Durchführung, Vor- und Nachbereitung gelungener Videositzungen und präsentiert eine Auswahl hilfreicher Tools für digitale Tutorien.

 

Mehr über das Qualifizierungsprogramm BEAT – Be A Tutor und das aktuelle Workshop-Angebot für Studierende mit Lehraufgaben erfahren Sie auf der Homepage des Projekts erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe).

 

Mit diesem Blogbeitrag startet eine kleine Artikelserie zum Thema digitale Tutorien. In den kommenden Wochen werden Tutor_innen der CAU hier regelmäßig über ihre Erfahrungen mit der digitalen Lehre im Corona-Semester 2020 berichten.

Wirkung hoch 100

„Bildung, Wissenschaft und Innovation gemeinsam neu gestalten“ – darum geht es laut Homepage des Stifterverbands bei der aktuell ausgeschriebenen Initiative „Wirkung hoch 100“. Mit dem Ziel, aus der Corona-Krise heraus eine Vision für die Zukunft zu entwickeln, sind insgesamt bis zu zwei Millionen Euro für die 100 Projektideen mit dem größten Veränderungspotenzial vorgesehen.

 

 

In seinem 100. Juubiläumsjahr sucht der Stifterverband aktuell die 100 besten Ideen und Projekte für das „Bildungs-, Wissenschafts- und Innovationssystem von morgen“. Die Ausschreibung „Wirkung hoch 100“ will dabei  Querdenker und Pioniere vernetzen und ihren Projekten zum Durchbruch verhelfen. Die Einreichungsfrist endet am 14. September 2020.

 

Mehr über WIRKUNG HOCH 100 erfahren Sie hier.

 

Methode: Aktivierung in digitalen Lehrveranstaltungen

Für eine aktive Beteiligung der Studierenden in Online-Seminaren & Co.

Dieses Methodenvideo zeigt, wie es gelingen kann, Studierende aktiv in digitale Lehrveranstaltungen einzubinden. Zu diesem Zweck hat sich Dozentin Frauke Godat vom Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen (PerLe) der CAU in einem Online-Seminar über die Schulter schauen lassen. Im Interview verrät die Expertin, welche methodischen Kniffe ihrer Erfahrung nach speziell in der digitalen Lehre förderlich sind, damit Teilnehmende sich engagiert einbringen – vom Vereinbaren gemeinsamer Umgangsregeln über Umfragen im Plenum bis hin zum Austausch in Kleinruppen.

 

 

Weiterführende Links & Materialien

  • Das sogenannte Spiral Jounaling ist eine Methode des freien Schreibens und eignet sich sowohl zur Selbstreflexion als auch dazu, fachliches Wissen abzufragen. Mehr darüber erfahren Sie in diesem Blog.
  • Die Methode 1-2-4-all  ermöglicht es, in digitalen Lehrveranstaltungen alle Teilnehmenden einzubeziehen, um Fragen, Ideen und Vorschläge zu generieren.
  • Für das kollaborative Schreiben und Arbeiten online stehen zahlreiche kostenfreie Tools zur Verfügung, zum Beispiel zumpad oder edupad.
  • Mehr über die Rolle der Lehrperson als Lernbegleiter im virtuellen Raum erfahren Sie in diesem Lotsenpapier von Kommunikationslotsen.de.
  • Weitere Online-Ressourcen für Lehrende gibt es auch hier im Blog.

 

Studierende unterstützen Schüler_innen

#wissenstattvirentauschen lautet das Motto der Online-Plattform Corona School: Sie verbindet Schüler_innen, die Unterstützung beim Homeschooling benötigen, mit Studierenden, die fachliche Kenntnisse und Engagement einbringen. Wie genau das funktioniert, erklärt CAU-Studentin Jorina Sendel, die sich als Campus Representative für das Projekt engagiert.

Text: Jorina Seidel

Infolge der Coronakrise sind nicht nur Studierende auf digitale Lehre angewiesen, sondern leider müssen auch Schüler_innen auf ihren Präsenzunterricht verzichten, was sie vor  enorme Herausforderungen stellt, da die Schüler_innen sich die Lerninhalte nun allein im Homeschooling aneignen müssen. Auch für Eltern ist dies eine schwierige Situation, denn neben der Arbeit im Homeoffice bleibt eigentlich wenig Kapazität, den Kindern beim Lernen zu helfen und manchmal liegt die eigene Schulzeit auch einfach schon zu lange zurück.

Die Online-Plattform „Corona School“ schafft Abhilfe: Sie verbindet Studierende und Schüler_innen, die Unterstützung benötigen. Für viele Studierende ist die Schulzeit noch nicht lange her, außerdem haben sie umfassende Kenntnisse in den verschiedensten Fächergruppen, sodass sie die Schüler_innen ideal beim Lernen unterstützen können. So konnten seit Beginn der Krise schon über 6.000 aktive Lernpaare gebildet werden. Die Nachfrage ist jedoch immer noch groß. Wenn ihr also Lust habt, Euch ehrenamtlich und unkompliziert für die Gesellschaft zu engagieren, meldet Euch gerne an unter www.corona-school.de. Gemeinsam bezwingen wir diese schwierige Krise.

 

Weitere Infos findet Ihr auf der Website der Corona School unter www.corona-school.de. Außerdem könnt Ihr Euch bei Fragen und Anliegen gerne an Jorina, die Campus-Representative der Corona School hier in Kiel wenden. Ihr erreicht sie über die Mailadresse: uni-kiel@corona-school.de.

Der UCL Learning Designer

Das University College London (UCL) stellt ein praktisches Tool für die Lehrveranstaltungsplanung kostenfrei zur Verfügung.

zum UCL Learning Designer

Text: Britta Petersen, PerLe

Das von einem Team unter der Leitung von Prof. Diana Laurillard im UCL Knowledge Lab entwickelte Designwerkzeug kann dabei helfen, Präsenzunterricht auf Online-Formate umzustellen oder völlig neu zu konzipieren. Dabei erlaubt einem das Online-Tool, erstellte Lernkonzepten mit Kolleg_innen oder Studierenden zu teilen, sodass eine gemeinsame Planung trotz physischer Distanz möglich ist.

 

 

Der Learning-Designer basiert auf Laurillards Conversational Framework. Dabei handelt es sich um ein Lernmodell, das mit sechs verschiedenen Lerntypen arbeitet. Diese sechs Lerntypen sind: Lesen/Gucken/Hören (Read/Watch/Listen oder Acqusition), Recherche (Investigation), Übung (Practice), Produktion (Production), Diskussion (Discussion) und Zusammenarbeit (Collaboration). Ein gutes Lernkonzept sollte eine Mischung aus all diesen Lerntypen enthalten. (Das auf dem Tag der Lehre 2019 an der CAU vorgestellte ABC-Learning basiert auf diesem Modell, auf diesem Blog sind zahlreiche Materialien und weiterführende Informationen zum Thema erhältlich.)

 

Schneller und einfacher Zugang

Die Nutzung des Learning Designers ist unkompliziert: Nach einer einfachen und schnellen Registrierung unter www.ucl.ac.uk/learning-designer kann man direkt mit dem Planen einer Veranstaltung beginnen.

Nach dem Login gibt es zwei unterschiedliche Bereiche: einen Browser-Bereich und einen Design(er)-Bereich. Im Browser-Bereich befinden sich veröffentlichte Lernkonzepte anderer Personen, die weiterbearbeitet oder für die eigenen Bedarfe angepasst werden können. Darüber hinaus lässt sich dieser Bereich als Inspirationsquelle nutzen, um eigene Formate zu entwickeln.

Im Designer-Bereich kann ein bestehendes Design weiterbearbeitet oder ein eigenes Veranstaltungsdesign von Grund auf neu entworfen werden. Im oberen Teil des Designers werden die Grunddaten der Lehrveranstaltung eingegeben – der Name und das Thema der Veranstaltung, die vorgesehene Lernzeit, die Lerngruppengröße, das Veranstaltungsformat, Ziele und erwartete Lernergebnisse sowie eine Kurzbeschreibung der Veranstaltung.

Die Nutzeroberfläche ist in englischer Sprache gehalten, dennoch leicht verständlich. Die vorgegebenen Felder können in einer beliebig anderen Sprache ausgefüllt werden. Lehr-Lerneinheiten oder Arbeitspakete werden in dem Learning Designer durch ein TLA (Teaching and Learning Activity) repräsentiert. Ein Klick auf „Add TLA“ lässt eine Lehr-Lerneinheitskarte entstehen. Hier können jetzt einzelne Lernaktivitäten näher spezifiziert werden.

Eine erste Arbeitseinheit wird beispielsweise als „Einführung in den Kurs“ betitelt. Als Einführungsstunde in den Kurs „XY“ ist eine Videokonferenz geplant.

 

Der Ablauf könnte folgendermaßen geplant sein:

  1. Die Teilnehmenden werden durch den/die Kursleiter_in begrüßt, Ablauf und Ziele des Kurses werden erläutert.

Im Learning Designer:

Lerntyp (Dropdown): Read/Watch/Listen

Zeit festlegen ( ): hier 10 Min

Gruppengröße ( ): Neben dem Gruppenicon kann definiert werden, ob die Lernenden an dieser Aktivität als Klasse, in Gruppen oder als Einzelperson teilnehmen. An der Begrüßung nimmt die ganze Klasse teil. Gehen wir davon aus, dass es 16 Teilnehmende gibt.

Des Weiteren kann angegeben werden, ob die Aktivität in Anwesenheit des/der Dozierenden und in Präsenz oder online erfolgen soll. Es besteht die Möglichkeit jeder Lernaktivität Online-Ressourcen zuzuweisen, so könnte hier etwa der Link zu dem geplanten virtuellen Raum hinterlegt werden.

  1. Als Warm-Up ist als nächste Aktivität die kollaborative Bearbeitung einer uMap geplant.

Im Learning Designer wird ein neuer Lerntyp hinzugefügt.

Lerntyp: Collaboration

Zeit: 5 Min

Klasse/Gruppe/Einzelarbeit: Klasse (16)

Als Ressource kann hier eine bereits vorbereitete uMap hinterlegt werden.

  1. Im Anschluss wird die entstandene uMap Karte als Grundlage für eine Vorstellungsrunde genutzt, Fragen und Wünsche der Teilnehmenden werden diskutiert.

Im Learning Desiger wird ein neuer Lerntyp hinzugefügt

Lerntyp: Diskussion

Zeit: 20 Min

Klasse/Gruppe/Einzelarbeit: Klasse (16)

 

Übersichtliches Feedback

Das Tool gibt schließlich Feedback  zum Entwurf, indem es den Umfang der entworfenen Zeit und ein Tortendiagramm (im oberen Bereich des Learning Designers) mit dem Anteil jedes der sechs Lerntypen in Ihrem Veranstaltungsentwurf anzeigt.

Die Registerkarte Analyse zeigt auch die Anteile der Zeit, die die Lernenden online, in Anwesenheit des Lehrers, als Klasse, Gruppe oder Einzelperson verbringen.

Planungen teilen

Der Learning Designer ermöglicht das Teilen der entworfenen Veranstaltungsdesigns über gekürzte Links. So gelangt man etwa über diesen Link zu dem Learning Design in der Abbildung oben. Über den Schaltknopf „Turn editing on“ kann das Design nun direkt verändert und bearbeitet werden. Es wird allerdings in einer Kopie des Originals gearbeitet. Echtzeitkollaboration ist nicht vorgesehen. Trotzdem bietet sich über das Teilen die Möglichkeit der gemeinsamen Planung, und des Reviews durch Peers. Gerade in Situationen, in denen ein Austausch in physischer Nähe schwierig ist, kann die Nutzung des  digitalen Planungstools hilfreich sein.

Weitere Informationen, Benutzerhandbuch und Videotutorials in englischer Sprache finden Sie hier.

Warum Gendern in MINT-Fächern wichtig ist

Am Mittwoch, den 10. und den 17. Juni, finden zwei spannende Online-Veranstaltungen rund um geschlechtergerechte Sprache und geschlechtliche Vielfalt in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen!

Text: Caroline Lemke
10.06. 2020: Fachvortrag „Eine für Viele - Sprache, Gerechtigkeit und Sichtbarkeit“ von Dr. Lisa Mense.

17.10 2020: Workshop „Wer ist dieses Sternchen?“ von Né Fink.
Gendern ist in manchen Fächern eine Selbstverständlichkeit, in anderen kein Thema und wird teilweise heiß diskutiert. Teil des Diskurses sollen diese zwei online Veranstaltungen sein. Da Lehrende auf die Stimmung und den Sprachgebrauch in einer Vorlesung aber auch an der Universität allgemein großen Einfluss nehmen können, sind Lehrende insbesondere bei dem Fachvortrag „Eine für Viele – Sprache, Geschlecht und Sichtbarkeit“ eine wichtige Zielgruppe. Eingeladen sind selbstverständlich alle Menschen.
Hier mehr Infos zu dem, was die Teilnehmenden erwartet:

 


Eine für Viele – Sprache, Geschlecht und Sichtbarkeit
(Fachvortrag, 10.06. 14.15 Uhr)
Sprache ist ein bedeutendes Medium der Verständigung und des Zugangs zur Erkenntnis und Wissen. Sie prägt unser Denken und unsere Vorstellungen. Sprache bildet nicht nur Wirklichkeiten ab, sondern trägt zu ihrer Entstehung bei. Durch Sprache wird sicht- und hörbar, wer und was gesellschaftlich anerkannt wird. Doch auch wenn Sprache stetigem Wandel unterliegt, entzünden sich immer wieder Diskussionen, so insbesondere am Thema gendersensibler Sprache.
Anhand verschiedener Studien und Beispiele beleuchtet der Vortrag zunächst, warum gendersensibler Sprachgebrauch auch und gerade in mathematischen und technischen Fächern wichtig ist. Er skizziert kurz die Entwicklungen feministischer Sprachkritik hin zu heutigen Fragen geschlechtlicher Vielfalt. Anschließend sollen gemeinsam Möglichkeiten und unterschiedliche Formen gendersensibler Sprache diskutiert werden. Welche Schreib- und Sprechweisen gibt es, welche Tücken weist geschlechtsneutrale Sprache auf, wie wichtig ist das Thema in der Lehre und im Forschungsalltag? Und was ist richtig „gendern“ bzw. geht das überhaupt?
Zur Referentin:
Dr. Lisa Mense, Sozialwissenschaftlerin, stellvertretende Leiterin der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW, Universität Duisburg-Essen. Arbeitsschwerpunkte: Gleichstellungspolitiken, geschlechter- und diversitätsgerechte Lehre sowie Gender Studies und Queer Theory.

 

Wer ist dieses Sternchen?
(Online Workshop, 17.06. 14.15 Uhr)
Sprache soll Menschen aller Geschlechter ansprechen. Deshalb wird u.a. das „Gendersternchen“ genutzt. Doch für wen ist das wichtig? Welche Lebensrealitäten haben Menschen, die sich keinem der beiden am meisten bekannten Geschlechter (Frau/Mann) zuordnen, eigentlich? Was erleben sie im Alltag, zum Beispiel an der Universität?
In diesem Online Workshop werden Begriffe, die oft in Zusammenhang mit geschlechtlicher Vielfalt auftauchen, wie inter*, trans*, divers, Drittes Geschlecht und nicht-binär leicht verständlich erklärt. Neben theoretischen Inputs werden wir im Workshop mit Methoden gemeinsam erarbeiten, was geschlechtliche Vielfalt ist und was das mit Sprache und Zeichen wie * oder _ zu tun hat.
Zum Referenten:
Né Fink hat einen Master in Gender and Ethnicity, eine systemische Beratungsqualifikation und leitete zwei Jahre das Pilotprojekt „Unterstützung von trans* Studierenden“ an der Universität Göttingen. Né Fink hat langjährige Erfahrung in der trans*- und Angehörigen-Beratung und ist als Trainer und Autor im Bereich geschlechtliche Vielfalt tätig.

 

 

Und so funktioniert die Teilnahme: Einfach um 14.15 Uhr oder etwas früher über Zoom dazukommen, es ist keine Anmeldung nötig.

 

10.06. „Eine für Viele – Sprache, Geschlecht uns Sichtbarkeit“ mit Lisa Mense:

 

17.06. „Wer ist dieses Sternchen?“ mit Né Fink:
https://uni-kiel.zoom.us/j/92095408319?pwd=anl5VUVaVk9ERDE5MjFtWjdFUUdhdz09
Meeting-ID: 920 9540 8319
Passwort: 313049

Die Veranstaltungen werden gefördert durch den Diversitätsfonds der CAU Kiel.

Studieren im Corona-„Homeoffice“

Mit unglaublich wenig Bewegung auskommen und den kompletten Alltag nur in den eigenen vier Wänden meistern – das sind für den Lüneburger Studenten Tom Schmidt die beiden größten Herausforderungen seines Homeoffice-Studiums. In seinem Gastbeitrag beschreibt er Strategien, dank derer es sich besser mit der aktuellen Situation zurechtkommen lässt.

Text: Tom Schmidt

Moin! Mein Name ist Tom Schmidt, ich studiere den Masterstudiengang „Nachhaltigkeitswissenschaften“ an der Leuphana Universität Lüneburg und arbeite dort auch am Institut für Soziologie und Kulturorganisation in der Lehre. Kontaktieren kann man mich über tom.schmidt@leuphana.de.

Mein Blogbeitrag bietet ein paar Ansätze, um vor allem Strategien für zwei aktuelle Probleme zu entwickeln:

  1. Unglaublich wenig Bewegung durch das Studium im Homeoffice
  2. Der komplette Alltag spielt sich nur in den eigenen vier Wänden ab

 

Die folgenden Ansätze dienen als Anregung zum Ausprobieren. Nutzt sie teilweise, miteinander verbunden oder komplett und schaut, ob irgendetwas in den Alltag integrierbar ist. Mir hat vieles davon sehr geholfen, vor allem weil ich nicht nur durch meine Doppelrolle als Student und Tutor noch mehr vor dem Laptop sitze und Leistung erbringen muss, sondern weil ich gleichzeitig als Vater nicht nur zeitlich eingeschränkt bin, sondern auch nach den vielen Videokonferenzen leider nicht einfach abschalten und Nichtstun kann.

Vorweg eine Leseempfehlung. Um ein Gefühl zu bekommen, was mittel- bzw. langfristig so eine Art Alltag wie unserer aktueller mit uns macht, lohnt sich dieser Artikel von einer Astronautin, die für ein Experiment zwölf Monate lang in Isolation lebte.

So jetzt geht es aber los:

  • Ein Morgenritual hilft immer! Z.B. Wasser trinken, Zeitungsartikel lesen, 20 Minuten Podcast hören, im besten Fall auch ein schnelles Workout (eine Runde Liegestütz, Kniebeuge, Sit-ups, Yoga-Übungen gehen auch, Hauptsache der Kreislauf kommt in Schwung und erste Erfolgserlebnisse werden erreicht,  das tritt nämlich zum Beispiel bei 40 Kniebeugen-Wiederholungen, die jede_r aus dem Stand kann, in der Tat auf).
  • Aus meiner Sicht absolut empfehlenswert: Die derzeit kostenlose Mentaltraining-App www.mindance.de mit eigenem Trainingsplan, 10 Minuten Konzentrations- und Entspannungsübungen pro Tag reichen schon aus.
  • Wer es nicht lassen kann: www.freedom.to bietet einen gut funktionierenden Websiten- und App-Blocker für konzentriertes Arbeiten an.
  • Konzentrationsförderndes Homeoffice ist es erst dann, wenn es wie ein Office aussieht!
  • Da jetzt sowieso VIEL ZU VIEL vor dem PC gesessen wird, ist jede Ablenkung während der Arbeitszeit absolut verschenkt. Dann lieber unbedingt Freizeit einplanen.
  • Unbedingt zwischen Seminaren/Vorlesungen aufstehen und etwas anderes machen, im besten Fall kurz rausgehen oder mal wieder 40 Kniebeugen oder Ähnliches machen, sodass die Augen eine andere Perspektive bekommen und vor allem der Körper auch das Minimum an Aufmerksamkeit erhält.
  • Planung und Struktur waren schon immer wichtig, sind jetzt aber existenziell: Große Aufgaben in kleine Meilensteine mit eigenen Zeitslots unterteilen (Tipp: Die in dem Modul vorgesehene Vor- und Nachbereitungszeit als feste wöchentliche Arbeitszeit einplanen).
  • Achtung: Es gibt auch bzw. gerade in Corona-Zeiten wirklich nur maximal ZWEI Arbeitsslots (= Konzentrationseinheiten) pro Tag – im besten Fall Vormittag und Nachmittag mit einer langen Mittagspause dazwischen, keine Nachtschichten.
  • 10-Minuten-Regel für alles, was du machen musst: Wenn du etwas nicht willst, dann diszipliniere dich es wenigstens 10 Minuten lang zu erledigen. Danach kannst du schauen, ob du vielleicht doch die Aufgabe zu Ende machen willst, wenn du nun schon angefangen hast, oder sie nach hinten schiebst, aber dafür schon mal zumindest etwas geschafft hast.
  • Nur weil die Mensa zu hat, kann man sich trotzdem zum virtuellen Mittagessen mit Kommiliton_innen treffen ;-)!
  • Arbeite zwei bis drei Mal pro Woche für mindestens 30 Minuten an deiner Körperhaltung, vor allem über Eigenkörpergewichtstraining im Rumpf/Bauch oder Joggen/Walken. Es gibt unzählige Youtube-Videos oder Online-Trainingshilfen dazu. Ich habe (zu) viele ausprobiert und kann auf Nachfrage auch gerne ein paar Angebot empfehlen, die wirklich Sinn machen. Falls dies nicht gemacht wird, ist die Chance sehr hoch, dass Corona einem Haltungsschäden beschert. Wir als Menschen sind eben nicht dafür gemacht, den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen – auch nicht, wenn die giftige Dosis in Corona-Zeiten nochmal signifikant erhöht wird.
  • Mittagsschlaf schadet allgemein nicht, jetzt noch weniger. Darüber hinaus hilft gerade jetzt auch ausreichend regulärer Schlaf, mindestens 7 Stunden ohne Digital Devices ab 20 Uhr.
  • Aufmerksamkeitsfördernd für die vielen Online-Videokonferenzen ist es zum Beispiel während des Zuhörens einer körperliche Aktivität nachzugehen, für die man keine Konzentration/nur das Unterbewusstsein braucht, zum Beispiel etwas essen oder irgendetwas mit den Fingern machen (basteln, stricken, mit Physio-Bällen rumspielen). So bleibt die Konzentration des Ohres als dann einziges wichtiges Sinnesorgan konstant hoch.
  • Last, but not least: Versucht nicht 30 CP zu machen, sondern lieber 20. Wir leben in einer Ausnahmephase und lernen unter viel schwierigeren Extrembedingungen, da sollte der Erfolgsdruck nicht genauso hoch sein wie unter normalen Zeiten/Bedingungen!

 

Viel Erfolg und viel Spaß in diesem Semester!

 

Arts & Social Change

In light of the Public Climate School from May 25th to 29th participants engaged in an online field trip to Canada. Lecturer Sarah Abbott and students Amy Snider and Mika Abbott shared their work and reflected on experiences of the the multidisciplinary course "Engaging Climate Change: Creativity, Community, Intervention" at the University of Regina, Saskatchewan.

On Wednesday 27th May, 19-20:30 CET participants engaged in an online field trip to Canada.

Course description:

„Engaging Climate Change: Creativity, Community, Intervention“, is a multidisciplinary course that explores climate change and environmental concerns, with a focus on resilience, community, Indigenous perspectives, science, artist engagements, local/global projects, and thinking outside the box in the face of change. Assignments are applied and/or artistic explorations of course themes.

Follow the link for a more detailed view on the Changing the Box assignment.

A public presentation of the students‘ work from the class, called „Field Trip: Changing the Climate,“ was held at the end of semester. Students presented on a range of topics and in various formats exploring climate and personal change, human impacts, Indigenous perspectives, reconciliation, and the interconnectedness between all species and Earth. Their work includes eco-friendly photography development, a singalong of an original composition, a primary educational school mini-unit, a personal reflection on being a climate activist, reconsideration of an essay from a new perspective, a carbon footprint survey, a motivational speech, considerations of animal and nonhuman welfare, audio art, video, digital photography, sculpture, and actions for change.

Amy’s art – Amys Kunst

Calving by Amy Snider

House on Fire by Amy Snider

Saskatchewan Glacier by Amy Snider

Amy’s Statement – Amys Gedanken

My work with the porcelain cup-shaped sculptures I’ve created is to represent the state of the world’s glaciers in the face of climate change: some of these pieces appear to be melting, others disintegrate in water while particles of clay “calve” off of them, and the ones in “Saskatchewan Glacier” are constructed of snowflake shapes barely holding together in the form of a cup. I’ve employed the archetype of the cup as it is a vessel associated with the act of drinking; nearly seventy percent of the world’s freshwater is currently held in ice, and a significant amount of the drinking water we have in the Canadian prairie, where I live, is what geologists refer to as “glacial wastage.”

The Saskatchewan Glacier, a glacial “toe” of the Columbia Icefield in Alberta, Canada, contributes to the inflow of lakes and reservoirs, our water sources for agriculture, hydropower, and industrial and municipal uses. Besides the economic implications of their disappearance, I mourn the loss of the glaciers, ancient rivers of ice whose beauty and water sustain me, and this work is my tribute to them. Using a medium that is geologically connected to them, my clay-based cups in “Saskatchewan Glacier” represent the fragility of the glaciers at this historical moment – the paper-thin branches of their porcelain snowflakes are barely touching one another, resulting in cups so fragile that a draft in a room could destroy them.

Many of these cups do not survive firing, and needless to say, the ones that do don’t hold water. During installation, many break, and their destruction, resulting in porcelain “snowflakes” on the gallery floor, further indicates the ephemerality of the glaciers they represent. While I produce more of these pieces for each show, what lasts of each is only the documentation of its existence; these pieces therefore participate “in the temporality that is not defined by the continued existence of something in time and space, but by the constant capacity to be updated, and even enriched as it is discovered by a receiver and being, thus to be conceived as an experience” (5). Through these cups and the performance of their own inevitable collapse, I hope to elicit a response in others that will nudge them towards greater awareness of the urgency needed to mitigate climate change.

Blanc, Nathalie and Barbara L. Benish. Form, Art and the Environment: Engaging in Sustainability Routledge, 2017.

Mika’s art – Mikas Kunst

For more information about Mika’s work, please visit her online.

Lecturer

Sarah Abbott is a Canadian filmmaker and associate professor at the University of Regina. She is currently in the last stages of completing an interdisciplinary doctorate degree in social sciences at Royal Roads University. Her dissertation research and resulting film aim to understand and share knowledge of the sentient intelligence of trees with public and academic audiences. Sarah has been teaching film production for 16 years, and is expanding her teaching areas. She developed and taught the first course dedicated to climate change for the Faculty of Media, Art, and Performance in Winter 2020. For more information about Sarah’s work, please visit her online.

Students

Amy Snider is a Masters of Fine Arts student at the University of Regina. Her multimedia sculptural work addresses climate change through conceptual representations of melting glaciers.

Mika Abbott is a photographer and printmaker born in Saskatchwan where she gained her Bachelor of Fine Arts from the University of Regina. The themes of Mika’s photography include climate crisis, identity, and how memory shapes our understanding of ourselves. Recently, Mika has begun punching holes into her photographs and layering them to create a new image and an alternative perception of reality.

Virtuelle Exkursionen in der Europäischen Ethnologie

In vielen Fächern gehören Exkursionen zum Studienplan; aufgrund der aktuellen Beschränkungen können sie im Sommersemester 2020 jedoch nicht wie gewohnt stattfinden. In der Europäischen Ethnologie versucht Sven Reiß seinen Studierenden dennoch ein Angebot zu machen und hat Ende April die erste virtuelle Exkursion durchgeführt.

Text: Rebecca Such, Studentin

 

Igor Miske/Unsplash.com.

 

Im Fachbereich Ethnologie gehören Besuche von Museen und Ausstellungen zur gängigen Praxis. Sven Reiß, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde, wollte dieses Semester ursprünglich eine Exkursion ins Museum für Hamburgische Geschichte anbieten. Stattdessen fand die Exkursion am 23. April 2020 jetzt virtuell statt und die Studierenden besuchten die Ausstellung Tattoo-Legenden – Christian Warlich auf St. Pauli online.

 

Wie sind sie auf die Idee gekommen, die Exkursion virtuell durchzuführen?

Sven Reiß: Bereits bei den Vorbereitungen der an sich noch klassisch analog geplanten Ausstellung, wurde ich auf das digitale Angebot des Museums aufmerksam. Nachdem klar war, dass die ursprünglich geplante Exkursion aufgrund der Pandemie vermutlich nicht stattfinden kann und ich erste Anfragen nach den Möglichkeiten einer Verschiebung erhielt, habe ich mich mit dem Kurator Dr. Ole Wittmann in Verbindung gesetzt. Wir haben diskutiert, ob er sich vorstellen könne, uns auch digital die Ausstellung über einen virtuellen Rundgang näherzubringen.

 

Als wie groß würden Sie den Arbeitsaufwand für die Vorbereitung der Online-Exkursion von Dozent_innenseite einschätzen? In welchem Verhältnis steht das zu einer regulären Exkursion?

Sven Reiß: Anfangs braucht eine virtuelle Exkursion mehr Zeit bei der Planung. Nur simpel eine der vielen derzeit angebotenen digitalen Ausstellungen mit Studierenden zu besuchen, wäre doch ein wenig zu dünn. Ich habe zusätzlich angefangen, nach geeigneten digitalen Kommunikationsmöglichkeiten zu schauen und ein digitales Rahmenprogramm zu schaffen.

 

Welche Tools nutzen Sie für die Online-Exkursion?

Sven Reiß: Neben der vom Museum angebotenen Möglichkeit des digitalen 3D-Rundgangs, nutze ich BigBlueButton in der CAU-Fassung für eine Videokonferenz, um auch wirklich mit den Studierenden in Diskussionen zu kommen. Sollte es da während der Exkursion zu unvorhergesehenen technischen Problemen kommen, habe ich zur Absicherung noch einen Konferenzraum über Jitsi eingerichtet, da man sich dort zur Not auch per Telefon zuschalten kann. Ansonsten werden die Studierenden in Kleingruppen nach dem Ausstellungsrundgang noch mit ihrem üblichen Browser zu einigen Fragestellungen auf ethnografische Erkundungen gehen und sich dazu in eingerichteten Kleingruppenräumen („Breakout-Rooms“) bei BigBlueButton austauschen können.

 

Denken Sie, dass Onlineexkursionen auch über diese Ausnahmesituation hinaus Zukunft (in ihrem Fachbereich) haben?

Sven Reiß: Für die Annäherung an ethnografische Erkundung digitaler Kulturen könnte ich mir ein solches Format durchaus vorstellen, ansonsten freue ich mich bereits jetzt, mit den Studierenden wieder analog in unsere Forschungsfelder vor der Haustür aufzubrechen. Gerade mehrtägige Exkursionen lassen sich durch ein digitales Format nicht ersetzen.

 

Welchen Mehrwert erhoffen Sie sich eventuell für Ihre Studierenden aus dem Format – abgesehen davon, dass die Exkursion nicht einfach ausfällt?

Sven Reiß: Tatsächlich ist zunächst einmal der letzte Punkt für mich entscheidend. Studierende benötigen Exkursionsangebote dieses Semester, um Ihr Studium in der geplanten Zeit abschließen zu können. Aber diese haben durchaus etwas zu bieten: Als empirischer Alltagskulturwissenschaftler erscheint mir ein großer Mehrwert in der Sensibilisierung darin, wo und wie stark die analoge Welt längst digital geworden ist – eng verwobener Teil des Alltagslebens, den wir vielleicht bei bisher üblichen Exkursionen weniger deutlich wahrnahmen. Also Perspektiverweiterung. Unbedingt.

 

 

Für Dozent_innen, die ein ähnliches Format planen, hat Sven Reiß einige Tipps parat. Nach der Exkursion, die am 23. April 2020 stattfand, hat er die Liste freundlicherweise ergänzt:
  • Einfach machen, ausprobieren und währenddessen lernen, wie es geht.
  • Es ist außerdem wichtig, sich nicht in technischer Perfektion verlieren – aus jeder Exkursion kann man lernen und Neues mitnehmen
  • Bei möglichen virtuellen Ausstellungsbesuchen ausreichend Zeiteinplanen – nicht nur wegen möglicher technischer Probleme, sondern auch, weil ohne andere Museumsbesucher_innen Kuratoren_innen mehr Zeit haben, mit uns in aller Ruhe vor den einzelnen Objekten zu verweilen, zu erzählen und zu diskutieren.
  • Wie bei einer analogen Exkursion sollte man bei der Planung Zeit für eher informelle Austauschmöglichkeiten ohne Dozent_innen, generelle Abwechslung und vor allem Pausen nicht vergessen.