Alle Artikel von Christian Galonska

Engaged Learning am „College of Sustainability“

Wie sieht Service Learning im Kontext von Nachhaltigkeit aus? Ein gutes Beispiel zum Kennenlernen und Weiterdenken hat Susan Tirone von der Universität Dalhousie (Kanada) auf einer Kieler Tagung Anfang April vorgestellt: Das "RBC Sustainability Leadership Certificate program" des "College of Sustainability".

Online-Präsentation als SWF:

Die Präsentation zum Download:

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Folien als Galerie:

Drei Sprachwissenschaftler – eine Minute

Praktische Hilfe für Linguistik-Neulinge: Anja Bowitzky, Patrick Beuge und Alexander Lasch vom Germanistischen Seminar haben knackige Antworten auf die häufigsten Erstsemester-Fragen parat – und präsentieren sie via Screencast. Ein Kurzinterview mit den drei Projektinitiator_innen von „Linguistik in 60 Sekunden“.

Was bezwecken Sie mit den viedeogestützten FAQ „Linguistik in 60 Sekunden“?
Wir versuchen, immer wieder gestellte Fragen, die das gesamte Bachelor-Studium der Sprachwissenschaft durchziehen, schnell und auf den Punkt gebracht zu beantworten. Die gestellten Fragen sind zum Teil sehr spezifisch und haben ganz unterschiedliche Voraussetzungen.

Wir sind bestrebt, diese Fragen kurz und knapp zu beantworten, ohne dabei alle Dimensionen einer Frage mit einem Verweis auf die aktuelle Forschungsliteratur ausleuchten zu können oder zu wollen. Die Antworten sollen praktische Hilfestellung bieten, die einzelnen Folgen des Screencasts der eigenständigen Wiederholung und Festigung von Wissen dienen.

Im Moment sammeln wir erst einmal verschiedene Beiträge und Antworten auf verschiedene Fragen, die zu einem späteren Zeitpunkt systematisiert werden.

Das Format der 60 Sekunden resultiert auch aus Beobachtungen und Auswertungen des Nutzungsverhaltens anderer Screencasts. Aus der Auswertung der Nutzungsstatistiken wissen wir, dass man mit einer mittleren Verweildauer von bis zu zehn Minuten rechnen kann — alles, was bis dahin noch nicht gesagt wurde, geht möglicherweise verloren. Wir versuchen mit dem Angebot, auch diesen Aspekt zu berücksichtigen.

Wem nützt dieses Angebot?
Adressaten sind Studierende des Bachelor-Studiums im Bereich der Sprachwissenschaft. Wir binden den Screencast gezielt in die Lehrveranstaltungen an der CAU zu Kiel ein, aber es sind viele andere Anwendungsbereiche denkbar und wünschenswert.

Wo geht die Reise hin?
Angedacht ist, längerfristig ein eigenes Blog aufzurichten, das auch systematisch organisierte Einheiten von Antworten vorstellt. Denkbar sind dann Einheiten wie „Was ist Bedeutung“ oder „Praktische Einführung in die Diskursanalyse“, die begleitend für bestimmte Lehrveranstaltungen hinzugezogen werden können. Im Moment produzieren und sammeln wir erst einmal Einzelbeiträge.

Warum OER (Open Educational Resource)? 
Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und Lehre sollen frei verfügbar und transparent sein.

Warum Youtube?
Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen (wie OLAT an der CAU, mit dem wir sonst arbeiten) bieten Plattformen wie Youtube die Möglichkeit, prinzipiell von jedem erreichbar zu sein, der über die technischen Möglichkeiten eines Internetzugangs und eines internetfähigen Arbeitsgeräts verfügt. Auch diese Entscheidung resultiert direkt aus dem Gedanken, einen Screencast als Open Educational Resource (OER) anzubieten.

Das Projekt  „Linguistik in 60 Sekunden“ wird vom PerLe Fonds für Lehrinnovation gefördert. Hier gelangen Sie zur Kurzübersicht.

60 sekunden now


Und hier geht´s zur „Linguistik in 60 Sekunden“:

die kurzen FAQ-Videos der Kieler Germanisten sind unter anderem bei Youtube abrufbar

Alexander Lasch hat dieses Interview auch bei Google+ und auf seinem Blog „Sprachpunkt“ veröffentlicht:

https://plus.google.com/101399074323051772384/about
http://alexanderlasch.wordpress.com/2013/12/02/linguistik-in-60-sekunden

Praktikum in der Hexenküche

Vom Konzept bis zur Versuchsanleitung: Student_innen der Biochemie haben ein zweitägisges Schülerlabor organisiert. Eine Heidenarbeit – und ein Heidenspaß, wenn man die Projektleiterinnen fragt. Künftig wird das Schülerlabor modular im Curriculum verankert. Vermutlich glimmt es also schon im Herbst dieses Jahres wieder rot unter den Händen junger Uni-Gäste...

 

Weiße Kittel, große Brillen, noch sitzen die Pipetten wie Fremdkörper zwischen Daumen und Zeigefingern. Zwei Tage lang dürfen 16 Oberstufenschüler_innen aus Schleswig-Holstein an der CAU in die Schuhe von Biochemikern schlüpfen – und experimentieren, bis es leuchtet. Mithilfe eines elektrischen Feldes manipulieren die Nachwuchs-Wissenschaftler_innen Bakterien so, dass sie fremde DNA aufnehmen. Schon morgen werden die  Mini-Organismen rot und grün fluoreszieren.

Damit nichts schiefgeht – und damit keiner mit den teuren Ingridienzien herumaast – schauen Student_innen den jungen Gästen über die Schultern. Schließlich haben die Studis sämtliche Zutaten für die Versuchsreihen selbst beschafft – oft mittels langwieriger Sponsorensuche.

 

funk grolig

Die studentischen Projektleiterinnen Jana Grolig (links) und Kathrin Funk berichten im Audio-Interview von ihren Erfahrungen. Was haben Sie gelernt? Wie hat es sich angefühlt, selbst einmal als Lehrende im Labor zu stehen? Und vor welchen Überraschungen hat sie die Organisation des Schülerlabors gestellt?

 

Auch die gesamte Vorbereitung des Schülerlabors haben Kathrin Funk, Jana Grolig und ihr studentisches Team komplett selbst gestemmt. Von den Anschreiben an sämtliche Schulen des Landes über die Raumbelegung an der Uni bis hin zur Pressearbeit. „Das ist Teil des Konzepts“, betont Kathrin Funk. „Dadurch, dass wir die komplette Organisation und Kommunikation übernehmen, haben wir unglaublich viel über die Labor- und Versuchsplanung gelernt. Und natürlich über das Lernen selbst.“

Wie langwierig und aufwendig die Planung einer solchen Veranstaltung ist, veranschaulicht der Zeitstrahl zu „Organisation und Umsetzung“ des Schülerlabors:

zeitstrahl schülerlabor

 

Das Schülerlabor wurde vom PerLe Fonds für Lehrinnovation gefördert.
Hier geht’s zur Kurzbeschreibung und zum Poster des Lehrprojekts.

Kontakt:
studentische Ansprechpartnerin:
Kathrin Funk
E-Mail:kathrinfunk@gmx.de

Initiator:
Professor Dr. Axel J. Scheidig
E-Mail: axel.scheidig@strubio.uni-kiel.de

 Das Schülerlabor in Bildern (Fotos: Jan von der Heyde):

20 x gute Lehre = totale Konfusion?

Darf man Studierenden ruhig mal etwas zumuten? Lassen sich Lernergebnisse überhaupt bewerten? Und sollten Hochschullehrende sich mehr als Dienstleister verstehen? Was denken Sie?

Im Folgenden haben wir 20 aktuelle Thesen zum Thema Lehre zusammengestellt. Der größte gemeinsame Nenner: Sie polarisieren. Ganz so einfach ist es mit der „guten Lehre“ eben nicht… Was macht gute Lehre für Sie aus? Lesen und diskutieren Sie mit!

Gute Lehre…

…ist ohne Methodenvielfalt gar nicht denkbar.

…setzt voraus, dass Dozent_innen den Lernstoff auch im laufenden Semester regelmäßig abprüfen.

…ist nur möglich, wenn Lehrende und Lernende einander auf Augenhöhe begegnen.

…ersetzt den klassischen Frontalunterricht durch selbstorganisierte Lernformen.

…rückt immer auch den Nachhaltigkeitsgedanken in den Fokus.

…nutzt sämtliche Wahrnehmungskanäle zur Wissensvermittlung.

…weiß, dass es keine pädagogischen Patentrezepte gibt.

…wird umso besser, je mehr Lehrmaterialien die Dozent_innen den Studierenden zur Verfügung stellen.

…lässt sich nur umsetzen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

…klappt nur, wenn die Studierenden konzeptionell mitreden dürfen.

…ist heutzutage ohne E-Learning nicht mehr denkbar.

…darf den Studierenden durchaus auch etwas zumuten.

…versetzt den Lehrenden in die Rolle eines Lerncoachs.

… funktioniert nur mit Lehrmaterialien, die den individuellen Bedürfnissen der Studierenden angepasst sind.

…fordert die Lernenden im richtigen Maße heraus.

… setzt voraus, dass die Dozent_innen die Lehr-/Lernziele im Voraus klar kommunizieren.

…rückt die Interessen der Studierenden in den Vordergrund.

…veranschaulicht Abstrakte Ideen durch konkrete Situationen oder Präsentationen.

…setzt auf problembasiertes, fallbezogenes, projektorientiertes und forschendes Lernen.

…vollzieht einen „Shift from Teaching to learning“.*
*die UNESCO hat diese Forderung bereits vor mehr als 10 Jahren formuliert. Gemeint ist eine Abkehr von der Input-Steuerung des Hochschulsystems, stattdessen sollen Lern-Ergebnisse in den Fokus rücken.

Methode: Flipped Classroom

Mehr Zeit für die Lehre, Action und Motivation

Kurzbeschreibung

Der Flipped Classroom* stellt die Abfolge der klassischen Lehrveranstaltung auf den Kopf. Die reine Wissensvermittlung findet jetzt nicht mehr im Hörsaal statt, sondern wird vorgelagert.

* auch Inverted Classroom oder umgedrehte Vorlesung

 

Ablauf

Die Studierenden schauen sich zur Vorbereitung Vorlesungsvideos (und anderes bereitgestelltes Material) an. Anschließend müssen die Lehrenden in der Präsenzphase keinen neuen Inhalt mehr vermitteln, sondern beantworten Fragen der Studierenden oder begleiten deren Diskussionen zum Thema. Außerdem bearbeiten die Studierenden jetzt gemeinsam im Hörsaal die Aufgaben, die sie nach einer klassischen Vorlesung allein zu Haus erledigt hätten.

Lesen Sie auch unser Interview zum Thema Flipped Classroom mit Christian Spannagel und den Beitrag des Kieler Dozenten Alexander Lasch übers Lernen im Flipped Classroom.

Links:

 Literatur:

  • Gerald C. Gannod / Janet E. Burge / Michael T. Helmick: Using the inverted classroom to teach software engineering. In: Proceedings of the 30th international conference of Software engineering, New York, USA, 2008. S. 777-786.
  • Maureen J. Lage / Glenn J. Platt / Michael Treglia: Inverting the Classroom: A Gateway to Creating an Inclusive Learning Environment. In: The Journal of Economic Education, Vol. 31, No.1 (2000), S. 30-43.

Methode: Online Begriffsdefinitionen erarbeiten

Mitdenken, sich einbringen

Kurzbeschreibung

Auf einer Online-Plattform erarbeiten Ihre Studierenden veranstaltungsbegleitend Begriffe und Konzepte.

Ablauf

In einem ersten Schritt stellt die oder der Lehrende selbst online eine Grob-Definition ein, anschließend werden die Studierenden zum Ergänzen, Kommentieren und Ändern eingeladen. Im Laufe des Semesters  entwickeln sich Diskussionen, an deren Ende eine gemeinsame, ausführliche Begriffsklärung steht. Ggf. lässt sich die Online-Diskussion auch in die Präsenzveranstaltung einbinden.

Die nötigen technischen Voraussetzungen hält z.B. OLAT parat, auch ein Wiki (das sich wunderbar in OLAT integrieren lässt) ist denkbar. Das Team der eLK.Medien berät Sie gern! (Link: http://elearning.uni-kiel.de/de/projekt/team)

Quelle:

  • Bach, Ursula / Isenhardt, Ingrid / Stehling, Valerie / Schuster, Katharina / Richert, Anja: VorlesBAR. Methodenhandbuch für Vorlesungen mit großen Hörerzahlen (Auflage 250 Stück). Info: www. teaching-learning.eu

Links:

Methode: Think-Pair-Share

Aktiver Austausch und Einbindung der Studierenden

Kurzbeschreibung

Diese Methode des kooperativen Lernens setzt die Hemmschwellen zur aktiven Beteiligung herab und fördert Argumentations- und Präsentationsfähigkeiten. Wie der Name bereits nahelegt, ist  Think-Pair-Share in drei aufeinanderfolgende Arbeitsphasen gegliedert.

 

Ablauf

Der Dozent/die Dozentin stellt in der Einstiegsphase des Seminars oder der Vorlesung eine  Aufgabe. Anschließend erhalten die Studierenden ca. 2 Minuten Zeit, um die Aufgabe individuell zu bearbeiten („think“-Phase). In der „pair“-Phase tauschen sich die Teilnehmenden nun zu zweit für zwei bis drei Minuten über die Antworten aus. In der „share“-Phase schließlich werden die für richtig empfundenen Antworten dem Plenum präsentiert. In dieser Phase sollten die Antwort(en) möglichst vieler verschiedener  Gruppen berücksichtigt werden. Die Studierenden können ihre Lösungsvorschläge auf Folien oder auch mündlich präsentieren.

Variationen: Verschiedene Gruppen können sich gegenseitig ihre Antworten präsentieren, statt sich an das Plenum zu wenden.

Quelle:

  • Bach, Ursula / Isenhardt, Ingrid / Stehling, Valerie / Schuster, Katharina / Richert, Anja: VorlesBAR. Methodenhandbuch für Vorlesungen mit großen Hörerzahlen (Auflage 250 Stück). Info: www.teaching-learning.eu

Weitere Informationen zum Thema:

Methode: Platzdeckchen

Für motivierte Kleingruppenarbeit

 

Kurzbeschreibung

Die Dozentin oder der Dozent gibt eine anspruchsvolle  Frage ins Plenum, die Studierenden diskutieren diese nun in Kleingruppen von 4-5 Personen.

Ablauf

Die Studierenden erhalten einige Minuten Zeit, um die Aufgabe zu bearbeiten, außerdem bekommt jede Gruppe ein kleines Platzdeckchen aus Papier. Zunächst schreiben die Studierenden jeweils die eigene Antwort auf die Leitfrage in ein Feld im Außenbereich des Blattes, anschließend tauschen sich die Gruppenmitglieder über ihre Lösungsansätze aus. Schließlich einigen sie sich auf ein Gruppenergebnis, das in der Mitte des Platzdeckchens eingetragen und anschließend im Plenum vorgestellt wird.

Tipp: Als gewinnbringend für diese Gruppenaufgabe erweist es sich häufig, Studierende, die einander bereits gut kennen, voneinander zu trennen. Mit Abzählen oder Auslosen klappt´s.

Weiterführende Informationen

 

Quelle:

  • Bach, Ursula / Isenhardt, Ingrid / Stehling, Valerie / Schuster, Katharina / Richert, Anja: VorlesBAR. Methodenhandbuch für Vorlesungen mit großen Hörerzahlen (Auflage 250 Stück). Info: www.teaching-learning.eu

Methode: Formative Assessment

Studierendenzentrierte Erfolgskontrolle

Kurzbeschreibung

Leistungsstand-Erhebungen zum Abschluss einer Lehrveranstaltung sind Usus. Für Lehrende und Studierende kommt die Erkenntnis, welche Inhalte nicht verstanden worden sind, mit der Abschlussklausur aber deutlich zu spät. Formative Assessments liefern Studierenden und Lehrenden dagegen schon im Verlauf einer Lehrveranstaltung  kontinuierliches Feedback, das der unmittelbaren Verbesserung des Lehrens und Lernens dient.

Ablauf

Zu diesem Zweck stellen Lehrende regelmäßig Aufgaben zu den Vorlesungsinhalten online und sorgen zugleich dafür, dass die Studierenden möglichst zeitnah eine Rückmeldung bekommen, wenn sie die Übungen bearbeitet haben – entweder automatisiert (durch eine entsprechende Software) oder durch persönliche Betreuung. Anschließend nutzen sie die Korrekturergebnisse, um die eigene Veranstaltung möglichst optimal an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen.

 Links:

 

Methode: Applications Card

Für tieferes Verständnis

Kurzbeschreibung

Die Studierenden finden Anwendungsbeispiele zu aktuellen Themen der Lehrveranstaltung und halten diese schriftlich fest.

Ablauf

Die Studierenden erstellen sogenannte „Applications Cards“: Auf diesen Pappkärtchen sammeln sie konkrete Anwendungsbeispiele für Konzepte und Theorien, die in der Lehrveranstaltung gerade Thema sind. Egal ob Wissenschaft, Wirtschaft oder Alltag  – die Anwendungsbeispiele können sich auf sämtliche Bereiche des Lebens beziehen.  Mithilfe dieser Übung sollen die Studierenden ein tieferes Verständnis besprochener Themen erlangen und deren Anwendbarkeit reflektieren.

Abschließend sammelt der Dozent bzw. die Dozentin die Kärtchen ein und geht in der Folgeveranstaltung auf ausgewählte Vorschläge ein.

Quellen und Links

  • Bach, Ursula / Isenhardt, Ingrid / Stehling, Valerie / Schuster, Katharina / Richert, Anja: VorlesBAR. Methodenhandbuch für Vorlesungen mit großen Hörerzahlen (Auflage 250 Stück).
  • www.teaching-learning.eu