Methode: „Pro Action Café“

Neue Ideen entwickeln & Synergien nutzen

Text: Dominique Just (Studentin)

Kurzbeschreibung

Das Pro Action Café kombiniert Open Space und World Café.  Kernelemente des Pro Action Cafés sind die Peer-to-Peer Beratung und ein angeleiteter Reflexionsprozess. Die Methode soll dabei unterstützen, neue Ideen zu entwickeln und Synergien zur Problemlösung zu nutzen.

Die Methode ermöglicht eine kollaborative Beratung: Einige der Teilnehmenden arbeiten an konkreten Ideen oder Projekten, die anderen gesellen sich in drei Runden zu ihnen und übernehmen die Rolle der Beratenden. Gemeinsam klären sie, worum es wirklich geht, welche Hindernisse im Weg stehen und wie die nächsten konkreten Schritte aussehen. Dabei lernen sowohl die Beratenen als auch die Beratenden dazu.

 

Voraussetzungen

  • Eine Gruppe mit diversen Teilnehmenden.
  • Bereitschaft der Teilnehmenden, konkrete Vorhaben zu besprechen und Hilfe anzubieten oder anzunehmen.
  • Mindestens 2, besser 3 Stunden Zeit.
  • Kleine Café-Tische, genau ein Tisch je vier Teilnehmende. Falls die Zahl nicht genau auf vier teilbar ist, dann einen Tisch mehr, sodass einige Tische nur mit drei Personen besetzt sind. (5 Personen sind zu viel für eine Tischrunde.)
  • Flip-Chart-Papier und Stifte (Marker) für die Tische.

 

 

Ablauf

Einleitungsrunde im Kreis

Im Rahmen eines Kreisgesprächs erläutern die GastgeberInnen den Sinn des Treffens und die Regeln. Eventuell kann eine Frage, die alle Gespräche einrahmt, vorgestellt werden. Die Café-Hosts bitten die Teilnehmenden darum, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um sich die Frage zu stellen, welche konkreten Vorhaben oder Fragen sie sich jeder und jede für sich für das Café vornehmen.

Vorstellung der Themen

Nach einer Weile bitten die Hosts die Teilnehmenden sich zu entscheiden, ob sie am Café als Themenbringende oder als Reisende teilnehmen wollen. Wenn sie eine Frage bearbeiten wollen, dann melden sie sich zu Wort, stellen ihr Vorhaben in wenigen Sätzen vor und wählen einen freien Tisch. Die anderen Teilnehmenden werden nun gebeten, sich einen Tisch ihrer Wahl auszusuchen und Platz zu nehmen.

Erklärung des Ablaufs

Die Hosts erklären nun den  Teilnehmenden den Ablauf. Das Café hat drei Runden, nach jeder Runde wechseln die Reisenden den Tisch, die Themenbringenden verbleiben an ihren jeweiligen Tischen. Jede Runde sollte zwischen 20 und 30 Minuten einnehmen. Zwischen den Runden können reichlich Pausen eingerichtet werden, es ist aber auch möglich, das Café eher zügig durchzuführen. Jede Runde beginnt mit einer Leitfrage, die die Gespräche an den Café-Tischen in einen bestimmten Modus bringt.

Die drei Café-Runden

I. Runde: Die Themenbringenden werden befähigt, ihre Frage neu verstehen bzw. zu verändern. Fragen zu ersten Runde: „Was ist die Frage hinter der Frage bzw. das Anliegen hinter der Frage?“ „Was ist die tiefere Bedeutung dahinter oder wovon ist sie eine speziellere oder auch generellere Frage?“ „Was bedeutet die Frage für den Gastgeber?“

II. Runde: Erforschen was fehlt. Fragen zur zweiten Runde: „Was fehlt noch?“ „Welche Frage ist noch nicht gestellt worden?“ „Was sind Perspektiven oder Optionen, die noch nicht bemerkt worden sind?“ Danach ist es sinnvoll, den Themenbringenden ein wenig Zeit zu geben, um zu reflektieren, was sie bisher aus den beiden Runden mitgenommen haben, während die Teilnehmenden Pause machen.

III. Runde: Das Kernanliegen: Die Einsichten in die Handlung bringen. Wenn neue Gäste zum Tisch kommen, können die Tischgastgebenden das Gelernte kurz zusammenfassen und um die bisher geplanten Aktionen ergänzen. Fragen zur dritten Runde: „Was habe ich über mich selbst gelernt?“ „Was habe ich über mein Anliegen/ mein Projekt gelernt?“ „Wie kann das Vorhaben aus eigener Kraft wachsen?“ „Welche nächsten Schritte werde ich setzen?“ „Wer kann mir dabei behilflich sein?“ Das wünschenswerte Ergebnis dieser Runde: die Tischgastgebenden nehmen Ideen für eine konkrete Handlung mit.

 

Abschlussrunde im Kreis

Die Schlussrunde trifft sich wieder in einem Kreis (auch in großen Gruppen). Die Tischgastgebenden stellen die Ergebnisse und/oder ihre Erfahrungen kurz vor, die Reisenden reflektieren darüber, wie sie ihre eigenen Vorhaben entwickelt und den Beratenen geholfen haben. Danach sollte ein Ausklang, z.B. mit Musik erfolgen.

 

Quellen

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