Kollaboratives Arbeiten organisieren

Workshop – Tag der Lehre 2018

Referentin: Isabelle Ayere, quamé, Hamburg

Isabelle Ayere ist Diplom-Ingenieurin, agiler Coach und Teamgestalterin. Anfang 2018 entdeckte sie die lokale Nutzergruppe von Liberating Structures in Hamburg und besuchte einen Intensiv-Workshop bei einem der Initiatoren des internationalen Netzwerkes aus den USA. Sie nutzte die sogenannten Mikrostrukturen in ihrer Lehrveranstaltung an der HAW Hamburg, um die Gruppenarbeit im Seminar effektiv zu strukturieren und einen lebendigen Wissensaustausch zwischen den Studierenden zu fördern.

 

Workshopthema

Kollaboratives Arbeiten bietet Studierenden die Möglichkeit, sich aktiv in Lernprozesse einzubringen und gemeinsam mit anderen Problemlösungen sowie Erkenntnisse zu generieren und zu entwickeln. Herkömmliche Formen der Gruppenarbeit wie Präsentationen oder offene Diskussionen entsprechen jedoch nicht immer den Rahmenbedingungen und Zielen einer Lehrveranstaltung. Das Konzept der Liberating Structures stellt einen alternativen Ansatz dar, welcher Gruppenarbeit und selbstorganisierte Lernprozesse auf eine kreative und innovative Weise fördert. In diesem Workshop wird eine Einführung in das Konzept der Liberating Structures gegeben. Anschließend wird eine Auswahl an Strukturen vorgestellt und gemeinsam ausprobiert.

Zugang

Die Teilnehmenden konnten im Workshop sofort eine Auswahl an Mikrostrukturen anwenden:

 

Da am Ende des Workshops die Zeit knapp wurde, kamen diese Mikrostrukturen nicht mehr zur Anwendung:

 

Zudem gab es einen theoretischen Input zum Beispiel zum Aufbau von Mikrostrukturen – dabei ging es unter anderem um die folgenden Aspekte:

  1. Die Einladung gestalten: Es können z.B. Fragen zum Einstieg in ein wissenschaftliches Thema oder Fragen zur Reflexion eines wissenschaftlichen Textes von der Lehrperson entwickelt werden.
  2. Aufbau und benötigte Materialien: hier sind z.B. auch Überlegungen zu Raumanforderungen wichtig.
  3. Wie werden die Teilnehmenden eingebunden? Studierenden übernehmen verschiedene Rollen im Austausch.
  4. Wie sind die Gruppen zusammengesetzt? Die Seminargruppe oder die Teilnehmenden in der Vorlesung werden in Kleingruppen eingeteilt, die je nach Mikrostruktur unterschiedlich groß sind.
  5. Ablauf und Dauer: Leitfaden zum Prozess der Durchführung. Hier gilt es auch, die Mikrostruktur in den Ablauf der Lehrveranstaltung einzubetten, d.h. zu überlegen, wie die Mikrostruktur das Ziel und die Inhalte der jeweiligen Sitzung unterstützen kann.

 

Heiße Eisen

Der Begriff des kollaborativen Arbeitens schien noch weitesgehend unbekannt zu sein.  Es gab das Anliegen, den Begriff besser zu verstehen, auch in der Abgrenzung zur Gruppenarbeit, die oft bei Studierenden mit negativen Erfahrungen besetzt ist. Kollaboratives Arbeiten im Kontext der Hochschule ermöglicht gemeinsam mit anderen Inhalte und Wissen zu erstellen und weiterzuentwickeln. In der Wirtschaft gehört diese Arbeitsweise heute bereits in vielen Unternehmen zum Alltag (vgl. Kollaboratives  Arbeiten in der Hochschule).

Highlights

Der Einsatz der Mikrostrukturen ermöglicht, dass alle im Seminar involviert sind. Der lebendige Austausch bringt neue Blickwinkel. Kollaboratives Arbeiten intensiviert die Zusammenarbeit und Kooperation, auch interdisziplinär und über die Hochschule hinaus. Die Arbeit passiert gleichzeitig und spart somit Wartezeiten. Es wird eine Struktur ermöglicht, die abgestimmt ist auf inhaltliche und kompetenzorientierte Lernziele.

Links & Materialien

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