Beratungsservice zum Studium in Coronazeiten

Kurzinterview mit Sandra Elstner

Seit November 2020 gibt es für CAU-Studierende eine Anlaufstelle, die ihnen Unterstützung rund um Fragen bietet, die sich aus der veränderten Studiensituation zu Coronazeiten ergeben. Vertraulich, anonym und kostenfrei berät Sandra Elstner dort zu einer großen Bandbreite von Themen und vermittelt Studierende an Personen und Einrichtungen weiter, die zu den jeweiligen Anliegen passen. Im Interview schildert Sandra Elstner ihren Service und ihre Erfahrungen.

Ihr Service ist vertraulich, aber vielleicht können Sie trotzdem die Bandbreite an Beratungsthemen aufzeigen, mit der Studierende eine Beratung in Anspruch nehmen. Wie lauten denn die häufigsten Fragen, die Ihnen gestellt werden?

Sandra Elstner: Ich habe festgestellt, dass die Themen im Laufe des Semesters wechseln. Ganz am Anfang waren es vor allen Dingen Fragen von Erstsemesterstudierenden rund um den Studieneinstieg, im Laufe des Wintersemesters kamen viele Fragestellungen im Zusammenhang mit akuten Coronainfektionen oder auch Verdachtsfällen hinzu. Solche Fragen werden immer ganz eng in Zusammenarbeit mit dem Krisenstab beantwortet. Außerdem sind Problemstellungen wie Lernmotivation und Selbstorganisation im Studium von großer Relevanz für die Studierenden.

Zu den sozialen Aspekten wie mangelndem Austausch kommen auch finanzielle Probleme hinzu. Auch Studierende mit Kindern wenden sich an mich: Zu Hause zu lernen, ohne eine Betreuung für die Kinder zu haben, das ist eine enorme Herausforderung!

Im Laufe des Semesters wurden dann Fragen, bei denen es um die Prüfungssituation oder die Freiversuchsregelung beziehungsweise die Freisemesterregelung geht, immer lauter. Auch das technische Equipment ist häufig Thema. Tatsächlich kommen in den letzten Wochen aber auch Fragen zum Studienabbruch hinzu. Mir werden Anliegen zugetragen wie: „Ich habe meine Motivation verloren und ziehe in Erwägung mein Studium abzubrechen. Was muss ich berücksichtigen und welche Alternativen habe ich eigentlich?“ In der Beratung verweise ich zum Beispiel je nach Anfrage an die Psychologische Beratung des Studentenwerks, an die jeweilige Studienfachberatung oder an die Kolleg*innen  des Studierendenservice und der Zentralen Studienberatung.

 

Sie können aber ja nicht Expertin für all diese Themen sein! Wie gehen Sie damit um?

Sandra Elstner: Wenn Anfragen kommen, bei denen ich weiß, dass ich jemand anderen zum Beantworten mit ins Boot holen muss, dann muss ich entweder das Anliegen im Namen der anfragenden Person anonym klären oder ich verweise die Person weiter und sage ihr, wo sie selbst rechtsverbindliche Auskünfte zu ihren Anliegen bekommen.

 

Wann würden Sie Studierenden besonders ans Herz legen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden und Problemen nicht länger alleine zu Hause im Kämmerlein zu bebrüten?

Wenn ich denke, da könnte ein Problem sein oder es könnte sich ein Problem entwickeln, genau in dem Moment kann man den Kontakt zur Beratungsstelle suchen. Also: Schon bevor sich Dinge auftürmen. Vielleicht kann man dadurch einiges schon im Keim ersticken. Kleine Fragen lassen sich schon am Anfang klären, bevor sie zu größeren Herausforderungen führen. Aber man kann das Beratungsangebot auch dann wahrnehmen, wenn man sich um Dinge vielleicht nicht rechtzeitig gekümmert hat und im Nachhinein vor Problemen steht. Also: Jederzeit und immer gerne!

 

Sie erreichen den Beratungsservice Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 12 bis 13 Uhr telefonisch unter 0431 880-5931. Über das Online-Formular können Sie um einen kurzfristigen Rückruf bitten oder einen Beratungstermin außerhalb der Sprechzeiten vereinbaren.

FAQ zur „Studiensituation während Corona“ finden Sie auf der Seite des Beratungsservice: www.qe.uni-kiel.de/de/beratung-studium-corona.

 

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