Taxifahren ist bloß ein Klischee.

Berichte aus dem Berufsalltag von Geisteswissenschaftlern

Die Frage nach den Berufsperspektiven müssen Studierende der Geisteswissenschaften sich oft anhören. Manche haben darauf eine präzise Antwort, viele aber wissen noch gar nicht, wo ihre vielfältigen Kompetenzen später zum Einsatz kommen können. Das Angebot „PerLe präsentiert Perspektiven“ schafft hier gemeinsam mit dem ZfS Abhilfe. In einer Vorlesung kommen Berufstätige mit geisteswissenschaftlichem Hintergrund zu Wort und stellen ihre Tätigkeitsfelder und den Start in ihren Beruf vor. Im anschließenden Workshop können Studierende dann den Beruf noch besser kennenlernen: Sie arbeiten an einer typischen Aufgabenstellung – eine echte Arbeitsprobe also.

Text: Sandra Barth
Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen

Jens Paulsen ist es gewohnt, vor vielen Menschen zu sprechen. Der Schauspieldramaturg am Theater Kiel hatte bereits Lehraufträge an der Universität, der Umgang mit Publikum und Presse ist ihm vertraut. Heute stellt er Studierenden seinen vielseitigen Beruf vor. „Der Dramaturg ist eine Konsequenz aus dem Stadttheater-System, das es so nur im deutsch-sprachigen Raum gibt“, sagt er.

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Jens Paulsen.

Dramaturgen gestalten zum Beispiel die Spielpläne der Theater und beeinflussen so die künstlerische Ausrichtung eines Hauses. „Man muss viel lesen, viele Theaterstücke kennen und Inszenierungen ansehen. Wichtig ist es, einen Blick für die Bühnenästhetik zu haben, zu sehen, wann eine Inszenierung funktioniert und wann nicht – auch abseits der eigenen künstlerischen Präferenzen.“

Vermittler, Pressemann, Theaterfan – Multitalent

Er grenzt sehr genau die künstlerische Arbeit des Regisseurs von den begleitenden Aufgaben des Dramaturgen ab. Dramaturgen werden häufig in die konzeptionelle Arbeit an der Inszenierung mit eingebunden, sie kennen als Angestellte des Theaters ihr Haus und Ensemble sowie die Stadt meist besser als die Regisseure, die häufig an den Theatern als Gäste arbeiten. Hat der Regisseur auch die künstlerische Hoheit über die Inszenierung, so ist es Aufgabe des Dramaturgen, zwischen Regieteam und Theater zu vermitteln – manchmal auch in Konfliktfällen.

Daneben ist die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit häufig Bestandteil des Tätigkeitsfelds, ebenso wie das „Drumherum“ der Veranstaltungen, wie z.B. Vorgespräche und Matineen. Die Grundvoraussetzung ist es, gut und gerne mit Texten umzugehen – daher stammen die meisten Dramaturgen aus den Geisteswissenschaften. Aber das Interesse fürs Theater ist ebenso eine Grundvoraussetzung, um in diesem Beruf erfolgreich zu zufrieden zu sein.

Nachwuchsdramaturgen am Werk

Im Workshop dürfen sich die Studierenden an einer realistischen Aufgabe versuchen. Für den aktuellen oder kommenden Spielplan sollen sie eine Veranstaltungsreihe konzipieren, die mehr Menschen ins Theater locken soll. Dabei darf das natürlich nur wenig Kosten verursachen – nur zwei Schauspieler_innen werden jeweils für drei Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. In kleinen Gruppen machen die Studierenden sich ans Werk.

Die Vorschläge die sie später vorstellen, z.B. die Schauspieler Szenen in der Stadt, also in Bussen und Kaufhäusern spielen zu lassen oder mit Schülern arbeiten zu lassen, finden großen Anklang bei Jens Paulsen. „Genau so wird das häufig auch angegangen.“ Wer weiß, vielleicht war unter den Seminarteilnehmern auch der ein oder andere Nachwuchsdramaturg? Einen guten Einblick in das Arbeitsfeld haben die Studierenden auf jeden Fall gewonnen.

Weitere Termine

  • Dienstag, 30.06.2015:  Organisierter Sport:  Sportvereine unterstützen, fördern und vertreten; Referent: Thomas Behr, Geschäftsführer Leistungssport & Mitarbeiterentwicklung, Landessportverband Schleswig-Holstein (Malente).

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